Hallo Thomas.
Ich will aber die Meinung von jemanden haben, der den Urtext
und die Sprache kennt, ich hab da ja keine Ahnung. Wie
stichhaltig sind die Argumente, wo liegen die Stärken, wo
liegen die Schwächen von Sprachwissenschaftlichen aus gesehen.
Durch die völlig Zerstückelung hängt dieses aber vom Einzelfall ab. Für die Fälle, welche ich aber gelesen habe, stimmt zwar der Ansatz aber dann überinterpretiert der Autor und verlässt die eigentliche Bedeutung.
Beispiel: Wenn man normalerweise die Bibel in deutscher
Übersetzung liest, dann steht da „am xxxxxten Tag…“ und man
denkt unwillkürlich an einen 24-Stunden Tag. Das ist die
Interpretation der Kreationisten, die die Bibel gerne
„wörtlich“ nehmen.
Ja, ein Tag hat keine 24-Zeitstunden sondern Tag wie auch Nacht werden jeweils in 12 Teile zerlegt. Daraus ergibt sich dann, dass die Tage nicht alle gleich lang sind. Aber bezogen auf den Text bleibt offen, was damit eigentlich gemeint ist und es ist für uns nicht verständlich, da am Anfang es diese Einteilung ja noch nicht gegeben hat. Somit würde ich sagen, dass der Orginaltext hierzu eigentlich nichts sagt. Alles genauer ist Spekulation.
Aber es geht ja um die Frage, was der Zweck dieses Berichtes
ist, also was uns Gott durch die Autoren mitteilen will.
Sicherlich keine wissenschaftliche Abhandlung darüber wie lange nun die Schöpfungstage im Verhältnis zu den uns bekannten Tagen sind. Ich würde auch behaupten, dass dieses völlig irrelvant ist. Die Grundaussagen der Schöpfung sind:
- G’tt hat alles geschaffen und schafft die Welt ständig neu
- G’tt ist Schöpfer und Vater dieser Welt
- Alle Menschen sind gleich
- Die Schöpfung ist so von G’tt gewollt
- Die Schöpfung ist erst der Anfang, welche ständig vervollständig werden muss
- und noch einiges andere
- wie auch: der Tag fängt mir dem abend an
Kannst Du Deine Kritik konkretisieren?
Hu, da muss ich ja noch einmal den Text mir vornehmen. Also gut, ich sehe mir noch einmal den Text zur Dauer eines Tages an.
„Am häufigsten wird jom für einen Kalendertag von 24 Stunden
verwendet. […]“
Hierzu habe ich ja schon geschrieben, dass es hier keine Zeitstunden gibt, sondern die Aufteilung, wodurch ein Teil von einer Stund wesentlich länger oder kürzer als eine Zeitstunde sein kann.
„Immer wieder wird jom auch für unbestimmte, oft längere Zeiträume gebraucht. Wir zitieren aus dem Lexikon zur Bibel von Fritz Rienecker (rlzb 1363): […]“
In allen genannten Beispielen ergibt sich als dem Kontext, welche Zeiteinheit mit Tag[en] gemeint ist. Hier ist jedoch nie von einem konkreten Tag wie in Bereschit die Rede.
" Oder, um es mit den Worten eines anderen Lexikons auszudrücken:
In vielen Fällen verliert jom die spezifische Bedeutung Tag […]"
Eben. In vielen aber nicht allen Fällen. Der Autor zeigt aber nicht auf, warum genau in Bereschit die Ausnahme gelten sollten. Dieses ist seine Behauptung. In ähnlicher Weise geht er mit den anderen Stellen um.
Schalom,
Eli