Übersetzung der Schöpfungsgeschichte der Bibel

Hallo Experten

Ich wende mich heute einmal an alle Hebräisch-Kenner hier und solche, die sich auch schon mit der Übersetzung der Schöpfungsgeschichte in der Bibel beschäftigt haben.

Ich habe eine nette (wenn auch etwas zu bunte) Webseite gefunden:
http://www.urzeitundendzeit.de

Die Interpretation in diesen Seiten finde ich sehr interessant und deutet darauf hin, dass die mir gerade aus den Kreationistischen Richtungen bekannten Interpretationen schon vom Urtext her falsch sind.

Aber bevor ich zu sehr begeistert bin: Wie stichhaltig ist denn die dort abgegebene Interpretation?

Danke
Thomas

Hallo Thomas,

welchen Text meinst Du genau? Vielleicht
http://www.urzeitundendzeit.de/Gen1.htm“?

Nun, dazu braucht man den Orignaltext nicht zu kennen, um zu merken, dass hier ziemlich wild spekuliert wird. So werden immer einzelne Teile aus einem ganzen herausgerissen und für sich interpretiert, ohne diese anschliessend wieder in den Zusammenhang einzuordnen, aus dem sie kommen. Vor allem liest der Autor viel mehr in den Text rein, als dieser hergibt. Und wozu das alles? Und allen sollte doch klar sein, dass Bereschit keine wissenschaftliche Abhandlung ist. Sie ist ein Bericht und mehr sollte wir daraus auch nicht machen.

Schalom,
Eli

PS. Zur eigentlichen Frage, wegen der Übersetzungen: Ich denke, dass der Mann ein Wörterbuch besitzt. Ein Gefühl für die Sprache hat er aber nicht.

Hallo Eli

welchen Text meinst Du genau? Vielleicht
http://www.urzeitundendzeit.de/Gen1.htm“?

Ich meine alle Teile, in denen der Autor die Bedeutung einzelner Worte des Urtextes diskutiert, das kommt auch in anderen Teilen des Textes vor.

Nun, dazu braucht man den Orignaltext nicht zu kennen, um zu
merken, dass hier ziemlich wild spekuliert wird. So werden
immer einzelne Teile aus einem ganzen herausgerissen und für
sich interpretiert, ohne diese anschliessend wieder in den
Zusammenhang einzuordnen, aus dem sie kommen. Vor allem liest
der Autor viel mehr in den Text rein, als dieser hergibt.

Ich will aber die Meinung von jemanden haben, der den Urtext und die Sprache kennt, ich hab da ja keine Ahnung. Wie stichhaltig sind die Argumente, wo liegen die Stärken, wo liegen die Schwächen von Sprachwissenschaftlichen aus gesehen.

Beispiel: Wenn man normalerweise die Bibel in deutscher Übersetzung liest, dann steht da „am xxxxxten Tag…“ und man denkt unwillkürlich an einen 24-Stunden Tag. Das ist die Interpretation der Kreationisten, die die Bibel gerne „wörtlich“ nehmen. Der Autor sagt nun, dass das entsprechende hebräische Wort aber auch einen unbestimmten Zeitraum heissen kann, nicht notwendigerweise 24-Stunden und bringt Argumente, warum die 24-Stunden Übersetzung in diesem Zusammenhang nicht gewollt ist. Ich kann die Stichhaltigkeit dieser Argumente nicht nachvollziehen, daher meine Frage an die Experten.

wozu das alles? Und allen sollte doch klar sein, dass
Bereschit keine wissenschaftliche Abhandlung ist. Sie ist ein
Bericht und mehr sollte wir daraus auch nicht machen.

Aber es geht ja um die Frage, was der Zweck dieses Berichtes ist, also was uns Gott durch die Autoren mitteilen will.

PS. Zur eigentlichen Frage, wegen der Übersetzungen: Ich
denke, dass der Mann ein Wörterbuch besitzt. Ein Gefühl für
die Sprache hat er aber nicht.

Kannst Du Deine Kritik konkretisieren?

Gruß
Thomas

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Hallo Thomas.

Ich will aber die Meinung von jemanden haben, der den Urtext
und die Sprache kennt, ich hab da ja keine Ahnung. Wie
stichhaltig sind die Argumente, wo liegen die Stärken, wo
liegen die Schwächen von Sprachwissenschaftlichen aus gesehen.

Durch die völlig Zerstückelung hängt dieses aber vom Einzelfall ab. Für die Fälle, welche ich aber gelesen habe, stimmt zwar der Ansatz aber dann überinterpretiert der Autor und verlässt die eigentliche Bedeutung.

Beispiel: Wenn man normalerweise die Bibel in deutscher
Übersetzung liest, dann steht da „am xxxxxten Tag…“ und man
denkt unwillkürlich an einen 24-Stunden Tag. Das ist die
Interpretation der Kreationisten, die die Bibel gerne
„wörtlich“ nehmen.

Ja, ein Tag hat keine 24-Zeitstunden sondern Tag wie auch Nacht werden jeweils in 12 Teile zerlegt. Daraus ergibt sich dann, dass die Tage nicht alle gleich lang sind. Aber bezogen auf den Text bleibt offen, was damit eigentlich gemeint ist und es ist für uns nicht verständlich, da am Anfang es diese Einteilung ja noch nicht gegeben hat. Somit würde ich sagen, dass der Orginaltext hierzu eigentlich nichts sagt. Alles genauer ist Spekulation.

Aber es geht ja um die Frage, was der Zweck dieses Berichtes
ist, also was uns Gott durch die Autoren mitteilen will.

Sicherlich keine wissenschaftliche Abhandlung darüber wie lange nun die Schöpfungstage im Verhältnis zu den uns bekannten Tagen sind. Ich würde auch behaupten, dass dieses völlig irrelvant ist. Die Grundaussagen der Schöpfung sind:

  • G’tt hat alles geschaffen und schafft die Welt ständig neu
  • G’tt ist Schöpfer und Vater dieser Welt
  • Alle Menschen sind gleich
  • Die Schöpfung ist so von G’tt gewollt
  • Die Schöpfung ist erst der Anfang, welche ständig vervollständig werden muss
  • und noch einiges andere
  • wie auch: der Tag fängt mir dem abend an :wink:

Kannst Du Deine Kritik konkretisieren?

Hu, da muss ich ja noch einmal den Text mir vornehmen. Also gut, ich sehe mir noch einmal den Text zur Dauer eines Tages an.

„Am häufigsten wird jom für einen Kalendertag von 24 Stunden
verwendet. […]“

Hierzu habe ich ja schon geschrieben, dass es hier keine Zeitstunden gibt, sondern die Aufteilung, wodurch ein Teil von einer Stund wesentlich länger oder kürzer als eine Zeitstunde sein kann.

„Immer wieder wird jom auch für unbestimmte, oft längere Zeiträume gebraucht. Wir zitieren aus dem Lexikon zur Bibel von Fritz Rienecker (rlzb 1363): […]“

In allen genannten Beispielen ergibt sich als dem Kontext, welche Zeiteinheit mit Tag[en] gemeint ist. Hier ist jedoch nie von einem konkreten Tag wie in Bereschit die Rede.

" Oder, um es mit den Worten eines anderen Lexikons auszudrücken:
In vielen Fällen verliert jom die spezifische Bedeutung Tag […]"

Eben. In vielen aber nicht allen Fällen. Der Autor zeigt aber nicht auf, warum genau in Bereschit die Ausnahme gelten sollten. Dieses ist seine Behauptung. In ähnlicher Weise geht er mit den anderen Stellen um.

Schalom,
Eli

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