Liebe/-r Experte/-in,
ich bin auf einen lat. Text gestossen, den ich versucht habe zu übersetzen und bei dem ich Euch freundlichst bitten möchte, meine Übersetzung zu ergänzen oder zu korrigieren, wo notwendig:smile:
Es handelt sich um einen orntihologischen Text aus dem 13. Jahrhundert, den ich mitsamt der - nicht immer klassischen - Orignalschreibweise übernehme. Er stammt aus „De natura rerum“ von Thomas de Cantimprato. Probleme bereitet mir die Sache ab „Cum autem pulli…“
Vielleicht noch ein paar sinngebende Bemerkungen zum Text: „Morplex“ bezeichnet hierbei den Kormoran, „milvus“ die Weihe. Die Sache mit der Ernährung durch Holz ist möglicherweise eine irrige Vermischung mit Vorstellungen aus den mittelalterlichen Bestiarien. Ferner wurden Tiere im MA gerne in warm und kalt eingeteilt (s. letzter Absatz). Aber los geht’s:
„Morplex avis est dicta, eo quod morte plectat. Est enim avis rapida, magna ut milvus, nigra ut merula, unguibus magnis et rostro forti, aquis ut mergulus se immergens, et hoc ideo, quod anguillas et pisces magnos de aquaro fundo extrahat et manducet. Hec avis in altissimis arboribus nidum congerit et pullos nutrit, et hoc in magna habundantia piscium. Cum autem pulli eius ad robur nutriti fuerint evolandi, tunc quasi naturali instinctu pondus incommodum sentientes escas evomunt devoratas, ne nimia ciborum sarcina pregravati, si fugiendum fuerit, volare non possint et ab adversariis capiantur. Hoc qui saluti sue naturaliter insitum remedium probaverunt, pericula vitaverunt; qui vero minime, perierunt.
Quoddam eorum genus est, quod est nature calidissime, ita quod captant aerem in hyeme extensis alis et stercus earum siccet arbores virides, in quibus frequentius requiescunt.“
„Der „Morplex“ ist ein Vogel, so genannt, weil dieser den Tod verbreitet („morte plectat“). Denn er ist ein schneller Vogel, so groß wie die Weihe, so schwarz wie die Amsel, mit starken Krallen und kräftigem Schnabel, wie der kleine Taucher (=“mergulus“) ins Wasser eintauchend, weil er Aale und große Fische vom Gewässergrund herausholt und auffrisst. Dieser Vogel baut sein Nest in den höchsten Bäumen und zieht dort seine Jungen auf, und das mit einer übergroßen Fülle an Fischen. Da aber seine Jungen beim Ausfliegen vom Holz genährt sein werden, würgen sie wie durch einen natürlichen Instinkt ihr unangemessenes Gewicht spürend das verschlungene Futter wieder hervor, damit die übermäßige Last der Nahrung nicht behindert, falls sie flüchten müssen, weil sie sonst nicht fliegen können und von ihren Feinden gefangen würden. So haben sie zu ihrer Gesundheit eine natürlich angeborene Maßnahme entwickelt, so meiden sie Gefahren; die Kleinen jedoch sterben.
Sie haben eine gewisse Art, die von sehr warmer Natur ist, so schnappen sie im Winter mit ausgebreiteten Flügeln Luft und ihr Kot trocknet die blühenden Bäume aus, auf denen sie sich regelmäßig ausruhen.“
Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr mir Eure Meinung zu meiner „Übelsetzung“ incl. Korrekturen mitteilen könntet. Das wäre mir eine große Hilfe.
Vielen Dank im Vorraus und beste Grüße,
Marcus