Übersetzung von Filmen

In vielen Ländern(Schweden, Holland, Dänemark usw) werden Kinofilme nicht übersetzt, sondern es wird lediglich ein Untertitel der jeweiligen Heimatsprache eingeblendet. Das hat ua. zur Folge, dass das Englischniveau in diesen Bevölkerungen deutlich besser ist als z.B. in Deutschland.

Postet doch mal bitte was ihr darüber denkt/wisst.

Hat das was mit deutschem bzw. auch französischem Nationalstolz zu tun, von wegen: „Wir können es uns leisten, Filme zu übersetzen“?

Meiner Meinung nach sollte man doch zumindest den Titel im Original belassen, sonst kommt sowas raus wie:

Das beste kommt zum Schluss = The Bucket list
Stirb langsam = Die Hard
Verrückt nach Mary = Theres something about Mary

usw

Hallo,

im Archiv gibt es etliche Diskussionen zum Thema Synchronisation / Dubbing (Uebersetzung ist etwas anderes) vs. Untertitel / Subtitles.

Ich persoenlich halte die Synchronisation von Filmen fuer ein Kulturverbrechen.

Gruss
Elke

PS: Das gilt auch fuer Sprachen, die ich nicht spreche/verstehe.

Hallo,

das hat meiner Ansicht nach vor allem etwas mit der größe der Märkte und ihrer Entwicklung zu tun. Deutsch wird von ca. 82 Millionen in Deutschland ca. 8,5 Millionen in Österreich (plus Minderheiten in den Nachbarstaaten)und ca. 5 Millionen in der Schweiz gesprochen. Dazu kommen dann noch Lichtenstein und die deutsch sprechenden Minderheiten in den Nachbarstaaten und ehemaligen Kolonien. Alles in allem ein ca. 100 Millionen Menschen umfassender Markt.

In Frankreich gibt es ca. 62 Millionen französisch sprechende Menschen (plus ca. 4 Millionen in Belgien, ca. 1,5 Millionen in der Schweiz, Minderheiten in den anderen Nachbarstaaten und einige Millionen in den ehemaligen Kolonien). Alles zusammen kommt man da bestimmt auch auf über 100 Millionen.

Sowohl der deutschsprachige Markt als auch der französische, waren vor dem zweiten Weltkrieg noch um einiges größer. Eben in jener Zeit als die Filmindustrie ihren Anfang nahm. Und gerade in diesen Anfängen wurden viele Filme gleich mehrfach „abgedreht“, so kam beispielsweise der Film „Der Kongress tanzt“ gleich auf deutsch, französisch und englisch heraus. Babelsberg und Co. standen damals eben auch in Konkurrenz mit Hollywood.

Im Gegensatz dazu gibt es ca. 16,5 Millionen Niederländer (plus ca. 6 Millionen Belgier und ehemalige Kolonien), ca. 9 Millionen Schweden (plus Minderheiten in den Nachbarstaaten) und ca. 5,5 Millionen Dänen.

Es hat also weniger mit Stolz als vielmehr mit Marktgröße, Marktentwicklung und Marktstrategie zu tun.

Gruß

Widor

Mein favorit ist auch.

Horton hears a Who - Horton hört ein Hu

Aber im Ernst.
Ich habe mal gelesen, dass wenn man kein Englisch kann und dann ein halbes Jahr Fernsehen mit englischem Untertitel guckt, Englisch halbwegs verstehen kann.

Hallo Benny

Ich habe mal gelesen, dass wenn man kein Englisch kann und
dann ein halbes Jahr Fernsehen mit englischem Untertitel
guckt, Englisch halbwegs verstehen kann.

Da wird man aber eine Menge falsch verstehen. Denn bei den Untertiteln, die mir schon untergekommen sind, waren viele haarsträubende Fehler enthalten. Ganz abgesehen von allfälligen Auslassungen und anderem.

Was die Qualität der Übersetzungen angeht, sind Untertitel IMHO nicht wirklich besser als Synchros.

CU
Peter

Es hat also weniger mit Stolz als vielmehr mit Marktgröße,
Marktentwicklung und Marktstrategie zu tun.

Gruß

Widor

That makes sence. Vielen Dank für die umfassende Antwort.

Hi Elke

Ich persoenlich halte die Synchronisation von Filmen fuer ein
Kulturverbrechen.

Wobei Untertitel noch hirnrissiger sein können als eine Synchronisation.
Bei DVDs ist ja relativ einfach sich einen Film im Original anzusehen und sich Untertitel einblenden zu lassen. Was da dann steht ist manchmal schlimmer als die synchronisierte Fassung.
Vorallem steht da oftmals nicht mal ansatzweise alles, was eigentlich gesagt wurde, sondern stark verkürzt. Möglicherweise weil man sonst mit dem Lesen nicht nachkommen würde.

Gruß
Edith

Hi Elke,

Ich persoenlich halte die Synchronisation von Filmen fuer ein
Kulturverbrechen.

PS: Das gilt auch fuer Sprachen, die ich nicht
spreche/verstehe.

Dafuer gibt’s ein Sternchen weil ich voll und ganz Deiner Meinung bin.

liebe Gruesse,
Astrid

Hallo,

Wobei Untertitel noch hirnrissiger sein können als eine
Synchronisation.

Es ging hier aber nicht um gute oder schlechte Synchronisation und gute oder schlechte Untertitel, sondern um den Usus der Synchronisation an sich.
Es gibt sogar gute Synchronisationen, denen man nicht anhört ,dass sie im Studio aufgenommen wurden, wo die Stimmen halbwegs der Originalstimme entsprechen, etc… Dennoch lehne ich die Methode dennoch ab.
Ich lese lieber schlechte Untertitel und höre dabei die Originalstimme und den Originalsoundtrack als eine gute Synchronisation.

Gruß
Elke

Hallo,

Was die Qualität der Übersetzungen angeht, sind Untertitel
IMHO nicht wirklich besser als Synchros.

Stimmt. Aber das war ja auch gar nicht die Frage.

Gruß
Elke

Hi Nomista,

Was Spanien anbelangt, so wirst Du ganz, ganz selten bis nie ein Film sehen, der im Original mit Untertiteln läuft. Diese Aussage bezieht sich sowohl im TV als auch im Kino. Soviel ich weiß (bin mir aber keineswegs sicher) sind die DVD bzw Videos ebenfalls nur synchronisiert erhältlich.

Hier in Spanien sind sogar File „verpönnt“, das einen anderen Akzent bei der Synchronisierung haben. Als Beispiel erinnere ich mich, vor vielen Jahren an einen sehr bekannten Darsteller aus Mexico (Mario Moreno „Cantinflas“): Seine Filme waren aufgrund seines mexikanisches Akzents unbeliebt.

Was ich auch bei mir recht blöd finde ist, wenn in einem Film, deren Geschichte darum geht, daß jemand eine andere Figur nicht versteht, weil diese Spanisch spricht. Wenn z.B. der Film auf Deutsch synchronisiert ist, wird alles klar. Läuft aber der Film hierzulande, muss sich das Publikum vorstellen, daß dieser zweiten Mensch nicht verstanden wird. Und das obwohl alle Beteiligten eben Spanisch reden!
Anders gesagt: Person A redet Deutsch und in der Filmhandlung trifft er Person B, der nur Spanisch kann. Also sie verstehen sich nicht. Läuft der Film in Spanien, redet A logischerweise Spanisch. Person B redet auch Spanisch. Und man muß sich in Spanien vorstellen, daß sie kein Wort voneinander verstanden haben, obwohl alle zwei ein und dieselbe Sprache reden, die auch vom Publikum verstanden wird.

Ich bin auch für die Original mit Untertitteln. Allerdings, egal in welcher Sprache es läuft und ob ich es will oder nicht, wandern meinen Augen zum Text und ich lese mit. Als Beispiel: Ich war bei „Vicky, Cristina, Barcelona“, von Woody Allen in Deutschland. Es gibt ein paar Szenen, die im spanischen Original gelassen würden und dazu kommen die Untertiteln. Ich brauche nicht sagen, daß ich das Gesprochene bestens verstanden habe ;o)) Und trotzdem musste ich zwangsläufig mitlesen!!

Ah! Und nochwas: Bei uns kann man sich nur in den seltensten Fällen darauf verlassen, daß der Originaltitel Sinn- oder gar Wortgetreu übersetzt wurde. Das ist fast nie der Fall (z.B. „Rear window“ „Fenster zum Hof“ heisst bei uns „La ventana indiscreta“)

Postet doch mal bitte was ihr darüber denkt/wisst.

Soeben getan ;o))

Schöne Grüße,
Helena