Übersetzung von folgemdem lateinischen Satz

Gruß!

Loquar ad Dominum meum cum sim pulvis et cinis.

Die Bedeutung dieses Satzes offenbart sich mir nicht zur Gänze.

Es wäre hilfreich, wenn sich jemand dieser Frage annehmen könnte.

Vorweg, danke.

Gruß
A.

Der Orthographiefehler sei entschuldigt.

Servus,

der Gebrauch des cum + Konjunktiv (narrativum) anders als in Formen der Vergangenheit ist mir zwar ein bissel rätselhaft, auch der Gebrauch eines Konjunktiv Präsens für einen Sachverhalt, der eigentlich im Futur liegt. Die zwei Konjunktive ohne ein Prädikat im Infinitiv machen es wahrscheinlich, dass der zitierte Satz kein Satz, sondern ein Bruchstück ist. In diesem Fall wäre es freundlich, den ganzen Satz zur Verfügung zu stellen. Wieauchimmer, mein Vorschlag:

Loquar ad Dominum meum cum sim pulvis et cinis.

Ich möge zu meinem Herrn sprechen, wenn ich Staub und Asche sei.

Schöne Grüße

MM

oT
Hallo MM

nicht nur der lateinische Satz sondern vor allem die Erklärung kommt bei mir an wie chinesisch :-o

Da mein Kind ab dem übernächsten Schuljahr (muß jetzt festgelegt werden) Latein als 2. Fremdsprache nehmen möchte, überkommt mich ein leicht ungutes Gefühl ob das wirklich eine gute Idee ist.

Bitte beruhigt mich, dass das keine Fehlentscheidung ist und jedes halbwegs intelligente Kind Latein auf die Reihe kriegt.

Bröselchen

Hallo!

Ein bisschen Latein hat noch niemandem geschadet, und wenns nur dem besseren Verständnis der eigenen Muttersprache dient.

nicht nur der lateinische Satz sondern vor allem die Erklärung
kommt bei mir an wie chinesisch :-o

Warum? Konjunktiv, Infinitiv, Präsens oder Futur gibts im Deutschen genauso…

Da mein Kind ab dem übernächsten Schuljahr (muß jetzt
festgelegt werden) Latein als 2. Fremdsprache nehmen möchte,
überkommt mich ein leicht ungutes Gefühl ob das wirklich eine
gute Idee ist.

Ich würde diese Entscheidung deinem Kind selbst überlassen. Andere haben Latein in der Schule als Pflichtfach, und überleben es in der Regel auch. Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, daß Latein mir beim Erlernen anderer europäischer Sprachen zuweilen sehr gute Dienste geleistet hat und leistet, und das trotz meiner eher mittelmäßigen Leistungen in diesem Fach. Bei romanischen Sprachen sicherlich mehr, aber auch bei slawischen Sprachen kanns manchmal hilfreich sein, obwohl die lexikalische Komponente größtenteils wegfällt.

Bitte beruhigt mich, dass das keine Fehlentscheidung ist und
jedes halbwegs intelligente Kind Latein auf die Reihe kriegt.

Ja. Aber das hat auch weniger mit Intelligenz als mit Interesse und Lernaufwand zu tun. Sicherlich kanns ein bisschen zäh und trocken sein, weil im Vergleich zu lebenden Fremdsprachen die wichtige Komponente der Konversation wegfällt.

Grüße
Stephan

Servus,

Latein als 2te Fremdsprache halte ich für nur bedingt nützlich, alldieweil man in diesem Fall schon eine Fremdsprache zumindest in Grundlagen durch „Nachahmen“ erlernt hat, ohne sich theoretisch um Grammatik und Syntax zu kümmern - der Zugang ist anders.

Ich habe Latein als erste Fremdsprache recht gern gehabt, und glaube, davon für andere europäischen Legionärsdialekte profitiert zu haben. Kann aber überhaupt nicht sagen, wie das ohne Latein gegangen wäre, und habe auch keine Vorstellung davon, in welchem Umfang die Grundlage Latein bei Sprachen aus anderen Familien hilft.

Schöne Grüße

MM

Dank dir.

Nun, mir selber erschien nur dieser schon erwähnte Teil.

Er wurde allerdings auch in diesem Zusammenhang dargeboten:

homo vero est naturae corruptibilis: unde dicebat abraham: loquar ad dominum meum, cum sim pulvis et cinis.

Warum? Konjunktiv, Infinitiv, Präsens oder Futur gibts im
Deutschen genauso…

Nur irgendwie muß das bei mir in den letzten 30 Jahren verschwunden sein und wurde (da bin ich mir sicher) bei uns nicht sehr intensiv benutzt.

Ich würde diese Entscheidung deinem Kind selbst überlassen.

Es ist die Entscheidung des Kindes, Französisch will es auf keinen Fall, also bleibt nur Latein und im Prinzip besteht hier auch ein Interesse. Wäre sogar bereit als einzigstes der Grundschulklasse Latein zu machen auch wenn d.h. das keine bisherigen Schulkameraden mit ihm in eine Klasse gingen.

Als 1. Fremdsprache wird es überhaupt nicht angeboten und selbst als 2. Fremdsprache nur an einem Gymnasium das für uns in Frage käme (Erreichbarkeit)

Ja. Aber das hat auch weniger mit Intelligenz als mit
Interesse und Lernaufwand zu tun. Sicherlich kanns ein
bisschen zäh und trocken sein, weil im Vergleich zu lebenden
Fremdsprachen die wichtige Komponente der Konversation
wegfällt.

Ich sehe die Vorteile von Latein, hab mich auch damit beschäftigt aber der Satz von MM hat mich dann doch erschreckt :smile:
Zumind. erkenne ich, dass eine grundsätzliche Logik bei Wort- und Satzbildung dahintersteckt und was logisch ist, lässt sich nicht nur erlernen sondern auch verstehen.

Ich lass mich überraschen, vielleicht lerne ich dann zumind. die Grundlagen mit :smile:

lg
Bröselchen

Hi…

Ich würde diese Entscheidung deinem Kind selbst überlassen.

Es ist die Entscheidung des Kindes, Französisch will es auf
keinen Fall, also bleibt nur Latein und im Prinzip besteht
hier auch ein Interesse.

War bei mir genauso. Vor 20 Jahren hätte mich niemand dazu gebracht, Französisch zu lernen. Trotz anfänglicher Begeisterung war ich dann in Latein ziemlich schlecht, aber: Ich habe die Entscheidung bis heute nicht bereut.

genumi

Der Satz stammt aus der Bibel, 1 Buch Mose (Genesis) 18.27. Dort kann man auch den Zusammenhang nachlesen. Die Version in dem dargebotenen Zusammenhang weicht aber ein wenig von der Bibel ab. Bei der Übersetzung sollte man auch beachten, dass der lateinische Satz auch eine Übersetzung (aus dem Hebräischen) ist. In der lateinischen Bibelübersetzung heisst es vollständiger: „Ecce coepi loqui ad Dominum meum, cum sim pulvis et cinis.“ Loqui = Infinitiv eines deponenten Verbs. Loquar = Präsenz eines deponenten Verbs. (Stimmt das? Mein Latein ist nach vielen Jahren etwas brüchig.) Cum + Konjunktiv = cum concessivum, „obwohl, auch wenn“. Übersetzung der Version aus der Bibel: „Sehe, ich fing an, meinen Herrn (= Gott) anzureden, obwohl ich Staub und Asche bin.“ Übersetzung des zitierten Satzes: „Ich rede meinen Herrn an, obwohl ich Staub und Asche bin.“ Das alles war ursprünglich unterwerfende Höflichkeit aus der vorchristlichen Zeit. Abraham (der redende in der Bibel) versucht, Gott von seinen (Gottes) Absichten wegzureden. Im Zusammenhang „Homo vero…“ ist die Höflichkeit aber in ein existenzielles Prinzip verwandelt. „Wahrlich, der Mensch ist vergänglich von Wesen: wie Abraham sagte: Ich bin zwar (nur wie) Staub und Asche, doch rede ich meinen Herrn an.“ Ganz schlaue Bibelverdrehung, meine ich. Macht doch nichts. Der Inhalt stimmt ja.

Dank für diese ausführliche Erläuterung.

Mein Wissensdurst ist gestillt.

Hallo mitnand!

der Gebrauch des cum + Konjunktiv (narrativum)

Es kommt auch eine kausale oder konzessive Angabe in Frage.

Loquar ad Dominum meum cum sim pulvis et cinis.

Ich werde reden zu meinem Herrn, weil/obwohl ich Staub bin und Asche.
Soweit die Philologie. Über die Stelle und den Kontext mögen sich Berufenere die Köpfe zerbrechen.
Schönen Gruß!
Hannes