Übersetzungshilfe Frz

Hi alle Frankophilen,
mein dictionnaire (wahrscheinlich schon falsch geschrieben) ruht in Frankreich im Küchenschrank…
Kann mir jemand einen Satz ins Französische übersetzen:

„Für eine Überweisung auf mein Konto … in Ihrer Filiale in … benötige ich den entsprechende IBAN-Code. Ich bin für eine kurze Nachricht dankbar.“

Wäre sehr hilfreich für mich…
Dank+Gruß,
Anja

Hallo Anja,

"Für eine Überweisung auf mein Konto … in Ihrer Filiale in

Pour commander un virement au crédit de mon compte bancaire géré par votre filiale à … ,

… benötige ich den entsprechende IBAN-Code. Ich bin für

j’ai besoin du code IBAN correspondant. Je vous saurais gré de bien

eine kurze Nachricht dankbar."

vouloir me le communiquer.

Schöne Grüße

MM

hallo
aua, nix für ungut, aber damit kommt das geld nie an :smile:

Schreib einfach:

Veuillez svp me communiquer votre code IBAN pour permettre un versement sur mon compte déposé auprès de votre succursale de … .
Avec mes remerciements et mes salutations les meilleures.

is doch ganz einfach, oder :wink:

grüssli, fred

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Lieber Fred,

bist Du bitte noch so freundlich und klärst mich über die Fehler in meinem Vorschlag auf? Sonst kann ich nichts lernen dabei. Wenn damit „das Geld nie ankommt“, müssen ja ganz schöne Klopfer drin sein, die ich beim Vergleich mit Deinem Vorschlag nicht erkennen kann. An Deiner korrigierten Version sind mir einige Punkte ganz unklar:

Veuillez svp me communiquer votre code IBAN

es geht um den IBAN-Code der Filiale, nicht der Zentrale. Warum dann also „votre code IBAN“?

pour permettre un versement

heißt Einzahlung, virement heißt Überweisung. Warum versement?

sur mon compte déposé auprès de votre succursale de
… .

Filiale = Niederlassung, succursale = unselbständige Zweigstelle. Warum succursale, wenn eine filiale gemeint ist? Und warum „de“ statt „à“, wenn sich die Filiale an einem bestimmten Ort befindet, und nicht nur nach diesem Ort benannt ist?

Avec mes remerciements et mes salutations les meilleures.

Dieses ist eine ziemlich flapsige Grußformel für einen Geschäftsbrief. Entsprechend wäre im Deutschen sowas wie „Hochachtungsvoll, danke und tschüss!“ - Beschleunigt das den Vorgang?

Für weitere Hilfe dankt

MM

Et maintenand???
Puh, lieber Martin, lieber Fred,
freue mich ja über die rasche Reaktion - aber wenn Ihr Euch jetzt auch einigen könntet???
Etwas vermessen vielleicht,
aber von Herzen,
anja

Hallo nochmal,

Fred ist der Romand, er weiß es sicher besser als ich. Ich hab so geschrieben, wie ich Korrespondenz als Mitarbeiter einer französischen WP-Gesellschaft aufzusetzen pflegte - ich nehme an, Fred hat sich nicht am Inhalt gestoßen, sondern an der etwas formelhaften Sprache, insbesondere der Dank- und Grußformel.

Bei allem halte ich es allerdings schon für wichtig, dass Du betonst, dass es um den IBANcode der Filiale geht. So ein Büromäuschen ist in der Lage und gibt Dir den nächst greifbaren, von der Zentrale, an die das Schreiben wohl gerichtet ist.

Der Rest ist eine Stilfrage, glaube ich zu wissen.

Schöne Grüße

MM

Lieber Fred,

aaalso, hallo erstmal, übrigens liebe, nix männlich :smile:

bist Du bitte noch so freundlich und klärst mich über die
Fehler in meinem Vorschlag auf? Sonst kann ich nichts lernen
dabei. Wenn damit „das Geld nie ankommt“, müssen ja ganz
schöne Klopfer drin sein, die ich beim Vergleich mit Deinem
Vorschlag nicht erkennen kann. An Deiner korrigierten Version
sind mir einige Punkte ganz unklar:

Veuillez svp me communiquer votre code IBAN

es geht um den IBAN-Code der Filiale, nicht der Zentrale.
Warum dann also „votre code IBAN“?

das geht doch aus dem contexte hervor, oder ? weil doch eben die filiale gemeint ist

pour permettre un versement

heißt Einzahlung, virement heißt Überweisung. Warum versement?

darum geht es doch, das geld von a nach b zu schicken. es gibt virement bancaire und dabei entsteht un versement d’argent. ich kann’s dir irgendwie nicht erklären :frowning:

sur mon compte déposé auprès de votre succursale de
… .

Filiale = Niederlassung, succursale = unselbständige
Zweigstelle. Warum succursale, wenn eine filiale gemeint ist?
Und warum „de“ statt „à“, wenn sich die Filiale an einem
bestimmten Ort befindet, und nicht nur nach diesem Ort benannt
ist?

hier (schweiz) ist mein bankfiliale mit succursale betitelt, banque cantonale vaudoise, succursale de pully, hm, hier isses eben so

Avec mes remerciements et mes salutations les meilleures.

Dieses ist eine ziemlich flapsige Grußformel für einen
Geschäftsbrief. Entsprechend wäre im Deutschen sowas wie
„Hochachtungsvoll, danke und tschüss!“ - Beschleunigt das den
Vorgang?

wenn’s ein mail ist, reicht das vollkommen. die formeln wie "nous vous remercions de votre diligeance und andere „nous vous prions d’agréer“ und die „salutations distinguées“ etc, schleifen sich etwas ab…

Für weitere Hilfe dankt

ist das ok so ?

fred

MM

MM

Hallo Anja,

ich würde eher zu Freds Version tendieren (als Bilingue und mit abgeschlossenem Franzi-Studium).

  1. Versement ist der eigentliche Ausdruck für alles Geld, das sich von A nach B verschiebt, egal wer einzahlt (virement dagegen ist eindeutig Bank zu Kunde).
  2. Die Grussformel ist überhaupt nicht holperig, sondern absolut Standard und Abweichungen davon werden als sehr mühsam empfunden im alten Frankreich (vor allem von den Parisern, aber lassen wir das…)
  3. Sorry, Martin, aber Deine Version des Textes ist sehr autoritär und würde in der Art nicht mal von Chef zu Sekretärin akzeptiert… Franzosen und Höflichkeit sind ein eigenes Paar.

Nichts für ungut, dass ich mich auch noch einmische…

Veuillez agréer, chères Dames, cher Monsieur, l’expression de mes sentiments les meilleurs. :smile:)

Yseult

Hallo Yseult,

  1. Versement ist der eigentliche Ausdruck für alles
    Geld, das sich von A nach B verschiebt, egal wer einzahlt
    (virement dagegen ist eindeutig Bank zu Kunde).

Hier haben wir offenbar eine ziemlich junge Entwicklung der Sprache. Gut, dass es native speakers gibt. Der „Potonnier“ unterscheidet noch 1995 versement als alles, was Zahlungsvorgänge betrifft, von virement als alles, was unbare Transaktionen betrifft. Der „Petit Robert“ von 1993 gibt als Anwendungsbeispiel unter „verser“ für die Bedeutung (4) = Apporter de l’argent à une caisse, à une personne (…): „verser de l’argent par virement“. Er führt „virement“ als eigenständiges Substantiv an, aber zu „verser“ bloß das Verb.

  1. Die Grussformel ist überhaupt nicht holperig, sondern
    absolut Standard und Abweichungen davon werden als sehr mühsam
    empfunden im alten Frankreich (vor allem von den Parisern,
    aber lassen wir das…)

Holperig sind wohl eher die althergebrachten Grußformeln. Diese hier habe ich „flapsig“ genannt - was bei Parisern wohl nicht gar so arg ist, die sind - je nach Generation - ja sogar noch stolz drauf, dass sie alles kurzknappschwungvoll abhandeln. Hier hat sich sicherlich - wie im Deutschen auch - mit der mail-Kultur einiges getan. Außerhalb der geschäftlichen Korrespondenz würde es in einem deutschen Text seltsam wirken, „mit vorzüglicher Hochachtung“ zu unterzeichnen. Innerhalb dieser domaine scheint es mir zweckmäßig, Rokoko-Schnörkeln wie „je vous saurais gré etc.“ unverändert treu zu bleiben.

  1. Sorry, Martin, aber Deine Version des Textes ist sehr
    autoritär

Mündlich angewendet, wirken diese Schnörkel freilich ironisierend: „Wenn Sie so gut sein wollen …“. So kann man sich bei einer Entwicklung der Sprache zum Mündlichen hin (unter mail-Einfluss) dann auch die Wirkung in einem Text vorstellen. Dass ein Franzose ungern gleich im ersten Satz eines Schreibens vom Thema redet, und sich ggf. angerempelt fühlt, wenn ein Deutscher dieses tut, kann ich mir vorstellen. Insofern ists vielleicht unklug, gleich mit der Absicht in den ersten Worten anzufangen. Wenn man diesen Eindruck vermeiden will, muss man den Text gänzlich anders redigieren.

und würde in der Art nicht mal von Chef zu
Sekretärin akzeptiert… Franzosen und Höflichkeit sind ein
eigenes Paar.

Hier kann eine Generationenfrage eine Rolle spielen. Ich kenne Franzosen, die grade vor dem Hintergrund des Höflichkeitskultes ein Schreiben, das bloß „avec les meilleures salutations“ abschließt, zur Strafe ganz hinten in den to-do-Ordner ablegen: Weil sie im Verzicht auf die schönen Verbeugungen mit Bitte, dem Ausdruck der allerausgewähltesten Gefühle Glauben schenken zu wollen etc. schon einen Angriff auf ein schützenswertes Kulturgut sehen.

Für Hilfe und Aufklärung bedankt sich

MM

Avec plaisir…
Hallo Martin,

das ist das Problem der französischen Dictionnaires… noch vor zehn Jahren konnte man eigentlich ausserhalb der Norm gar nichts schreiben. Heute sind gerade viele semantische Finessen bereits ausser Gebrauch oder schlicht unverständlich.
Dazu kommt, das Dictionnaires (vor allem die Französischen) immer nur einen Teilausschnitt des semantischen Feldes eines Ausdrucks liefern kann. Wenn man es also ganz genau wissen will muss man sich an den etymologischen Dictionnaire (oder wahlweise den altfrz.), den Gebrauchs-dictionnaire und den Grossen (Riesen)-Robert wenden.

Obs allerdings nur an der Mail Kultur liegt, dass sich die Sprachlichen Konventionen (und das meist ziemlich starre Korsett der frz. Sprache) so abschleift, bezweifle ich.
Wie immer kommt es auf den Code und die Umgebung an. Früher waren die Codes ziemlich einfach: höflich und familiär. Heute kommt es darauf an, ob man an der Uni, im SportClub oder in einem Café sitzt und schon ändert sich der Code gemäss der Umgebung. Daher wird die Kommunikation im alltäglichen Leben immer komplexer, aber auch in gewissen Bereichen einfacher…
Ausserdem haben Sprachen eine innere Tendenz sich zu vereinfachen und abzuschleifen, sowohl auf der Makro- (Satz und Text) als auch auf der Mikro (Morphologie und Phonetik)-Ebene… ist also eigentlich was ganz normales und nicht der Untergang der Zivilisation, wie uns manche glauben machen wollen… [Auch das Einbinden von Fremdwörter gehört zu einer der Grundregeln der Sprache… früher wars chic griechisch, latein einzubinden, heute ist es Englisch…]

Hier kann eine Generationenfrage eine Rolle spielen. Ich kenne
Franzosen, die grade vor dem Hintergrund des
Höflichkeitskultes ein Schreiben, das bloß „avec les
meilleures salutations“ abschließt, zur Strafe ganz hinten in
den to-do-Ordner ablegen: Weil sie im Verzicht auf die schönen
Verbeugungen mit Bitte, dem Ausdruck der allerausgewähltesten
Gefühle Glauben schenken zu wollen etc. schon einen Angriff
auf ein schützenswertes Kulturgut sehen.

Oh, ja, das kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen… Unflätige und schlecht geschriebene Anfragen werden gar nicht erst ernst genommen…

Für Hilfe und Aufklärung bedankt sich

Mais c’était un plaisir…

Bisous

Yseult