Nicht ganz so simpel…
Hallo Christof,
das ist ein komplexes Gebiet, und eine schnelle Antwort, wie die vorherigen, führen dich wohl möglich nur in die Irre.
Du fragst nach „Überspannungsableitung“. Wenn die klar ist, welch riesiger Unterschied zwischen einer einfachen Überspannungsableitung und einem Blitzschutz ist, dann - tja, dann würdest du die Frage vielleicht gar nicht erst stellen. Eine einfache Überspannung entsteht z. B., wenn ein Blitz in großer Entfernung einschlägt. Schlägt er in einen nahen Baum oder in einen Blitzableiter ein, ist ein Überspannungsableiter völlig überfordert. (Genau genommen ist er nicht unbedingt überfordert, sondern er ist einfach nicht gleichzeitig an all den Stellen, wo er gebraucht werden würde.)
Für solche Fälle muss aufwändig konstruiert werden, alles in Metallgehäuse und in den Gehäusen wird ein zweistufiger Schutz für die nach außen führenden Leitungen benötigt: Der Grobschutz, der erst einmal die großen Energien abbaut (z. B. gasgefüllte Überspannungsableiter), und danach der Feinschutz, der die verbleibenden Spannungen auf ein Maß reduzieren soll, die die Elektronik verträgt (z. B. Zenerdioden, „Transzorbs“).
Die sehr hohen Stromanstiegsgeschwindigkeiten erfordern Verdrahtungen, die HF-Kenntnisse erfordern (Zuleitungsinduktivitäten, induktive und kapazitive Kopplungen zwischen dem geschützten und ungeschützten Bereich).
Willst/brauchst du nur zwischen den Leitungen schützen, oder auch zur Masse, also zu den äußeren Metallteilen der Anlage? Das musst du wissen. Fehlt da was, kannst Du dir gleich jede andere Maßnahme sparen.
Ferner gibt es Schutzbauelemente, die, einmal gezündet, ggf. weiter leitend bleiben. Im Wesentlichen sind das die gasgefüllten Überspannungsableiter. Wenn sie in einer Energieleitung sind, braucht man eine Feinsicherung, weil sie im Auslösefall die Energieleitung dauerhaft kurzschließen.
Das sind nur ein paar Stichworte. Ein Überspannungsableiter ist besser als gar nichts, noch besser sind korrekt geschaltete und richtig dimensionierte Überspannungsableiter. Vielleicht wäre ein einfacher, aber vergleichsweise wirksamer Ableiter eine Zenerdiode von der Sorte, die für Kraftfahrzeuge speziell auf die dort auftretenden Betriebsspannungen (Ladespannung des Akkus) optimiert sind. Ich habe so etwas von ehemals Motorola, jetzt On-Semi, im Büro, kann dir aber den Typ nicht sagen. Das ist eine sehr leistungsfähige Zenerdiode, ungefähr so groß und dick wie eine dicke Erbse.
Wenn du dich etwas schlauer machen willst: http://www.leutron.de/de/service/endverbraucher/blit… und weitere Seiten. Nicht umsonst gibt es Bücher zu diesem Thema.
Grüße
Uwe
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