Allerdings frage ich mich als Laie - denke mal an einen
Überspannungsfall bei Abwesenheit und Kühlschrank / Gefrierschrank! Ich würde nicht alles so absichern. Nur da, wo notwendig.
Naja, sind Kühlschrank und Gefrierschrank nicht auch schützenswert? Die könnten dann bei Spannugsschwankungen ausfallen - stimmts?
…
Momentan habe ich drei oder vier Überspannungsschutzleisten in der Wohnung. Aber mein Laptop hängt jetzt gerade wieder an ner ungesicherten Dose. Das ist einfach nur lästig und störend mit den Leisten.
Das mit dem Überspannungsschutz ist so eine Sache.
Gegen welche Überspannung willst Du absichern?
Du musst folgendes bedenken:
Es gibt Überspannungen im Netz, verursacht durch Schalthandlungen in den Umspannwerken und in den Netzen, durch Einwirkung von Gewittern (ohne direkten Blitzeinschlag in die Leitung), durch Blitzschlag in die Leitung (bei Erdkabeln kaum möglich) und durch Blitzschlag ins Haus. Und natürlich noch durch das Ein- und Ausschalten von Geräten in der Wohnung. Die haben unterschiedlich starke Wirkungen.
Aber: Gegen Blitzschlag im Netz treffen die Versorger schon gewisse Schutzmaßnahmen. Des Weiteren sind nicht alle Geräte gleichermaßen von Überspannungen bedroht. So sind Haushaltsgeräte wie Kühlschränke, Herde und Waschmaschinen relativ gering gefährdet. Elektronische Geräte sind eher gefährdet, aber die Hersteller sehen auch hier einen gewissen Überspannungsschutz vor (es ist nicht gut fürs Markenimage, wenn ein Gerät jedesmal, wenn Petrus hustet, seinen Geist aufgibt).
Andererseits gibt es extreme, aber auch extrem seltene Ereignisse, wie zum Beispiel den Blitzschlag ins Haus, gegen den bei einer normalen Gebäudeinstallation kein Kraut gewachsen ist.
Wenn man einen absoluten, 100%igen Blitzschutz haben will, so muss man die Gebäudeinstallation entsprechend planen und das ist teuer. Einen überschlägigen Eindruck erhältst Du hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cberspannungsschutz
Auch ist zu bedenken, dass man mit der Angst der Leute vor einem Schadensfall richtig gut Geld machen kann. So sind viele recht windige „Überspannungsschutzgeräte“ auf dem Markt. Ich habe mal eine gegen Überspannung „geschützte“ Steckdosenleiste gesehen, deren ganzer Schutz in einem eingebauten Varistor bestand. Möglicherweise hätte das sogar gewirkt, denn es hätte eine gute Chance bestanden, dass der Blitz sich, wenn er da vorbeigekommen wäre, totgelacht hätte.
Die ganze Wohnungsinstallation 100%ig gegen alle nur möglichen Überspannungsfälle zu schützen, ist praktisch unmöglich. Sie gegen die meisten Überspannungsfälle zu schützen, ist sehr teuer. Wirtschaftlicher ist es, einzelne besonders gefährdete, Geräte zu schützen; und zwar nicht unbedingt durch Billig-Steckdosenleisten aus dem Baumarkt.
Wie ich das Thema handhabe?
Alle Geräte - außer PC (incl. aller Peripherie) - sind überhaupt nicht zusätzlich geschützt.
Die gesamte Stromversorgung des PC incl. aller Peripherie wie Drucker, DSL-Modem, externe Festplatten usw. wird zum Start des PC zweipolig eingeschaltet und nach Herunterfahren des PC automatisch (ohne weiteren Bedienereingriff) wieder abgeschaltet. Damit liegt es bei mir, ob diese Geräte bei Gewitter eingeschaltet sind oder nicht - manchmal sind sie es nicht, da ich mir die Wetterdienste ansehe.
Ich habe in den letzten 55 Jahren, seit ich eigene Elektrogeräte betreibe, noch keinen Störfall durch Überspannung gehabt und in meinem Freundes- und Bekanntenkreis sind solche Störfälle auch noch nicht aufgetreten. Entweder habe ich bisher sagenhaftes Glück gehabt und dieses Glück hat auch auf meine Umgebung abgefärbt oder Schadensfälle durch Überspannung treten statistisch eher selten auf.
Ich habe in meiner Wohnung schon Phänomene beobachtet, die auf das gelegentliche Auftreten von Überspannungen schließen lassen. Im Winter liege ich gern früh im Bett und lese. Dabei habe ich meine „Bühnenbeleuchtung“ – zwei 150W Rotlichtstrahler über dem Bett – über Dimmer mit etwa 30% Leistung laufen. Das ist angenehm warm. Dabei ist mir ein gelegentliches Aufflammen der Strahler – so ein kurzer Blitz – aufgefallen. Ich führe das auf kurze Überspannungsimpulse zurück. Meine elektrischen Geräte hat das bisher nicht beeindruckt.
Ich hoffe, ich habe Dir geholfen und Dich nicht zu sehr verunsichert.
Gruß
merimies