Überspannungsschutz & Steckdosenleiste

Hi ihrs.

Eine Freundin von mir arbeitet in Afrika und hat Probleme mit Spannungsschwankungen im maroden örtlichen Stromnetz.
Leider hat es ihr schon ein paar Geräte zerlegt…
Ich habe ihr empfohlen, eine Steckdosenleiste mit Überspannungsschutz anzuschaffen.
Nun meine Frage: Worauf muss man da achten, so von wegen Ansprechzeit und -Werte.
Kann mir jemand ein Produkt empfehlen? Es gibt ja durchaus preiswerte und teure Varianten.
Oder gibt es ne andere, vielleicht bessere Lösung (z.B. einen Schutz, den sie vor Ort vor das Hausnetz schalten lassen kann)?

Grüße,
Grünblatt

Hallo,

Ich habe ihr empfohlen, eine Steckdosenleiste mit
Überspannungsschutz anzuschaffen.

Das ist nur eine Notlösung.

Oder gibt es ne andere, vielleicht bessere Lösung (z.B. einen
Schutz, den sie vor Ort vor das Hausnetz schalten lassen
kann)?

Genau das ist das Mittel der Wahl.
Man braucht für den richtigen Schutz vor Überspannung mehrere Stufen. Mit einem Schutz vor dem Hausnetz fängt der an, dann die Steckdosenleiste oben und schließlich der Schutz in den Geräten selber.
Die Steckdosenleiste ist als alleiniger Schutz zu schwach und wird das nicht lange überleben.

Wenn es nur um einzelne Geräte geht, kann man auch eine USV (http://de.wikipedia.org/wiki/USV) ins Auge fassen - damit wäre ein PC auch vor Stromausfällen etc. geschützt. VI / VFI wäre dann die richtige Version. Ist nicht so teuer, wie man denkt, wenn der Akku nicht gleich Stunden überbrücken soll. Natürlich kann man auch andere Geräte darüber betreiben, nicht nur PCs, auch wenn die USV dafür gedacht sind. Die Leistung der USV muss halt dafür ausreichen.

Gruß
loderunner

Hallo,

Afrika weiß ich nicht, aber bei meinem Aufenthalt in Indien wurde zu jedem Elektrogerät auch ein Spannungsschutz-Gerät verkauft. Die wussten, dass sonst der Kühlschrank nur zwei Tage hält. Vielleicht mal lokal nachfragen?

Cheers, Felix

Hi loderunner.

Dank Dir erstmal für Deine Antwort :wink:
Das Problem ist, dass dort, wo sie wohnt, ganz sicher die mañana-Mentalität erfunden wurde…
Deshlab ist das mit der Elektroinstallation so ne Sache und auch die Beschaffung entsprechender Teile ist dort schwer, deshlab würde ich mit ihr z.B. so einen Hausnetzschutz, Steckdosenleiste und/oder ne USV gerne hier kaufen und sie kann(läßt) das dann vor Ort einsetzen.

Das [Steckdosenleiste mit Überspannungsschutz] ist nur eine :Notlösung.

Ist das denn verlässlich? Wenn man noch ne Packung Sicherungen mitkauft, kann es dann zu einer (wenn auch nicht optimalen) Dauerlösung werden? Es geht um ca. drei oder vier Geräte, die aber an einer Steckdosenleiste hängen können (Laptop, Stereoanlage, Fernseher).

Man braucht für den richtigen Schutz vor Überspannung mehrere
Stufen. Mit einem Schutz vor dem Hausnetz fängt der an, dann
die Steckdosenleiste oben und schließlich der Schutz in den
Geräten selber.

Kannst Du mir ein konkretes Produkt empfehlen, um das Hausnetz abzusichern, oder ist das nur nach Besichtigung vor Ort möglich?

Die Steckdosenleiste ist als alleiniger Schutz zu schwach und
wird das nicht lange überleben.

Die Hauptsache ist, dass das Gerät dahinter heil bleibt…
Ne Sicherung in ner Steckdosenleiste ist schnell getauscht, auch wenns vielleicht irgendwann nervt.
Ich habe Varianten gesehen, da gibt es sogar eine Versicherung, falls doch mal was kaputt geht. Aber mit den technischen Werten kann ich nicht viel anfangen; es waren z.B. Ansprechspannungen von 700 V angegeben, was mir sehr hoch vorkommt.

Wenn es nur um einzelne Geräte geht, kann man auch eine USV
(http://de.wikipedia.org/wiki/USV) ins Auge fassen - damit
wäre ein PC auch vor Stromausfällen etc. geschützt. VI / VFI
wäre dann die richtige Version.

Klingt auch nicht schlecht. Aber da es sich bei den Geräten durchweg um welche handelt, denen ein plötzliches Wegbeleiben der Spannungsquelle nicht schadet, nur eben die Spannungsspitzen, wenn es wieder Strom gibt, glaube ich, das wäre nicht unbedingt nötig.

Grüße,
Grünblatt

Hallo Grünblatt,

Überspannungs-Schutz-Stecker oder-Leisten für 230 Volt Wechselstrom sind für sehr kurzfristige Spannungsspitzen von einigen Tausend Volt gedacht, die auftreten können, wenn z.B. ein Blitz in die örtliche Stromversorgung (Freileitungen!) einschlägt.
Deshalb befindet sich darin parallelgeschaltet eine Funkenstrecke die ab etwa 1500 Volt durchschlägt und ein Varistor (elektronisches Halbleiter-Bauelement), der Spannungen über etwa 500 Volt begrenzt, und davor in Reihe geschaltet eine flinke Sicherung, die bei höheren Strömen als die, für welche die Stecker / Leisten ausgelegt sind (meist 6, 10 oder 16 Ampere) fliegt.
Wenn also eine kurze massive Spannungsspitze im Stromnetz an diese Stecker / Leisten kommt, die weit höher als etwa 500 Volt ist, fliegt die Sicherung darin, und angeschlossenen Geräte bekommen keinen Strom mehr. Danach muss man die Leiste / den Stecker ersetzen (zumindest die drei Bauteile darin).

Wenn die Spannungsspitzen in eurer Stromversorgung aber niedriger sind als etwa 500 Volt, dafür aber länger anhalten als ein paar Sekundenbruchteile, spricht diese Art Überspannungsschutz noch nicht an, aber manche angeschlossenen Geräte vertragen eine doppelt so hohe Netzspannung auch für wenige Sekunden schon nicht.

Solltet ihr nicht 230 Volt Netzspannung haben sondern z.B. nur 115 Volt, wird es noch schlimmer, weil die Überspannungsschutzteile dann noch eine mehr als doppelt so hohe Spannung tolerieren bevor sie durchgehen.

Ich kann mich aber erinnern, dass es insbesondere für den Export in Deutschland magnetische Spannungskonstanthalter gibt, die nach dem Prinzip arbeiten, dass da ein magnetisierter Eisenkern eines Trafos in die Sättigung gefahren wird, wodurch aus dem Gerät nicht mehr als vielleicht 20% mehr Spannung rauskommt als sie soll, der Überschuss wird in Verlustwärme umgewandelt.
Wenn die Spannung massiv unter den Sollwert fällt, funktioniert so ein
magnetischer Spannungskonstanthalter zwar nicht mehr, aber das würde in deinem Fall ja offenbar nichts ausmachen: Zu wenig oder keine Netzspannung ist keinProblem, nur zu viel.

Gruß
BT

Hallo,

Deshalb ist das mit der Elektroinstallation so ne Sache und
auch die Beschaffung entsprechender Teile ist dort schwer,
deshalb würde ich mit ihr z.B. so einen Hausnetzschutz,
Steckdosenleiste und/oder ne USV gerne hier kaufen und sie
kann(läßt) das dann vor Ort einsetzen.

Der Marktführer für Blitz- und Überspannungschutz ist dieser hier:
http://www.dehn.de/www_DE/frameset_www.html

Solche Überspannungmodule, die in Anschlußleitungen eingeklemmt
werden, gibt es hier in Dtl. sicher auch bei örtlichen
Elktrofachbetrieben. Zumindest können die sowas bestellen.

Das [Steckdosenleiste mit Überspannungsschutz] ist nur eine :Notlösung.

Ist das denn verlässlich? Wenn man noch ne Packung Sicherungen
mitkauft,

Sicherungen sind was gegen Überlast der Leitungen infolge
Kurzschlüssen .
Hier reden wir von Überspannung. Da ist nix mit Sicherung wechseln.
Die Überspannungsschutzbauelemente sind für normale Nutzer
nicht zugänglich.

kann es dann zu einer (wenn auch nicht optimalen)
Dauerlösung werden? Es geht um ca. drei oder vier Geräte, die
aber an einer Steckdosenleiste hängen können (Laptop,
Stereoanlage, Fernseher).

Evtl. sollte man sich dann doch ein solches großes Überspannung-
modul durch einen Elektriker zu einem transportablen Teil
mit Verteilerdosen machen lassen. Das kann sie dann mitnehmen.
Ist sicher deutlich besser, als die Steckdosen mit integrierten
Überspannungsschutz. Diese sind eher schwach ausgelegt.

Man braucht für den richtigen Schutz vor Überspannung mehrere
Stufen. Mit einem Schutz vor dem Hausnetz fängt der an, dann
die Steckdosenleiste oben und schließlich der Schutz in den
Geräten selber.

Wenn die Geräte rel. hochwertig sind und einen ordentlichen
Netzeingang mit weitem Eingangsspannungsbereich sowie ordentlichem
Überspannungsschutz haben, dann bringt das auch schon viel.

Kannst Du mir ein konkretes Produkt empfehlen, um das Hausnetz
abzusichern, oder ist das nur nach Besichtigung vor Ort möglich?

Schau dir die Seite mit den Schutzkonzepte an, da wären z.B.
DEHNventil und DEHNguard® modular

Das Modul „DEHNguard® modular“ (gegen Überspannung)hat sogar
auswechselbare Steckteile.
Auf den Blitzschutz kann man auch verzichten, wenn man bei
Gewitter selber alle Stecker zieht. Dann darf das nachfolgende
„DEHNguard® modular“ aber auch nicht mehr an der Leitung hängen,
sonst wird dieses verbraten. Die sehr hohen Energien eines
Blitzschlages kann nur das „DEHNventil“ ab (bis 100kA).
Das ist natürlich keine billige sache mehr :frowning:

Die Hauptsache ist, dass das Gerät dahinter heil bleibt…
Ne Sicherung in ner Steckdosenleiste ist schnell getauscht,
auch wenns vielleicht irgendwann nervt.

Austausch von Teilen an Steckdosenleisten ist nicht vorgesehen.

durchweg um welche handelt, denen ein plötzliches Wegbeleiben
der Spannungsquelle nicht schadet, nur eben die
Spannungsspitzen, wenn es wieder Strom gibt, glaube ich, das
wäre nicht unbedingt nötig.

Da gäbe es noch eine andere Lösung.
Wenn die Spannung wieder anliegt, könnte man einen Schütz mit
Selbsthalteschaltung davor setzen. Sowas kann auch jeder
Elektriker basteln.

Dann gibt es dazu mehrere Möglichkeiten:

1) Mit Spannungsanzeige: Eingeschalten per Handtaster erst, wenn 
 die Spannungsspitze weg ist.
2) Mit Timer: Schaltet sich zwar automatisch selbst ein, aber 
 erst nach einer parametrierbaren Verzögerung.
3) Mit Spannungsüberwachung: Schaltet sich auch automatisch ein,
 aber erst dann, wenn eine Spannunggrenze 
 unterschritten ist.
4) Kombination aus 2) und 3) um höhere Zuverlässigkeit zu bekommen
5) Die Spannunganzeige kann natürlich zur Kontrolle immer dran 
 sein, weil die wenig kostet. 

Gruß Uwi

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Hallo,

Wenn die Spannungsspitzen in eurer Stromversorgung aber
niedriger sind als etwa 500 Volt, dafür aber länger anhalten
als ein paar Sekundenbruchteile, spricht diese Art
Überspannungsschutz noch nicht an, aber manche angeschlossenen
Geräte vertragen eine doppelt so hohe Netzspannung auch für
wenige Sekunden schon nicht.

Tatsächlich, das sehe ich auch als akutes Problem.
Blitzschutz und Überspannungsschutz ist nicht drauf
ausgelegt, längere Spannungsspitzen abzufangen.

Aber an den guten alten Spannungskonstanter habe ich auch
spontan gedacht. Die wurde früher in der DDR viel eingesetzt,
um die Spannung für alte Röhrenfernseher zu stabilisieren,
weil da die Spannung in manschen Ortsnetzen auch stärker
schwankte, was zum Pumpen des Bildes und Frühausfall der
Röhre führte.

Bloß die Größe und Masse ist womöglich ein Problem ?

Gruß Uwi

Ich kann mich aber erinnern, dass es insbesondere für den
Export in Deutschland magnetische
Spannungskonstanthalter
gibt, die nach dem Prinzip
arbeiten, dass da ein magnetisierter Eisenkern eines Trafos in
die Sättigung gefahren wird, wodurch aus dem Gerät nicht mehr
als vielleicht 20% mehr Spannung rauskommt als sie soll, der
Überschuss wird in Verlustwärme umgewandelt.
Wenn die Spannung massiv unter den Sollwert fällt,
funktioniert so ein
magnetischer Spannungskonstanthalter zwar
nicht mehr, aber das würde in deinem Fall ja offenbar nichts
ausmachen: Zu wenig oder keine Netzspannung ist keinProblem,
nur zu viel.

Gruß
BT

Hi nochmal.

Erstmal schönen Dank für die Antworten.
Ich denke, ich versuche mal die Variante mit so einem Dehn-Modul, das in einem mobilen geschützten Verteiler mit Steckdosen verbaut wird, wenn ich einen Elektriker finde, der das bastelt.
Aber vielleicht gibts sowas ja doch in „fertig“…
Die Variante mit dem Konstanter würde mir am besten gefallen, wenn das Ding nicht so schwer wäre (muss ja eingeflogen werden) und nicht so teuer.
Vielleicht besteht ja auch die Möglichkeit vor Ort, das Hausnetz abzusichern, ich denke, von hier aus ist es schwer zu beurteilen, was man da tatsächlich einbauen kann, dass sollte vielleicht ein Fachmann vor Ort checken, sonst gibt es nachher keinen, der die entsprechenden Bauteile installieren kann…
Deswegen wäre mir (und ihr) die idiotensichere Variante am liebsten, sprich, rein in die Steckdose und fertig.

Viele Grüße,
Grünblatt

Hi ihrs.

Eine Freundin von mir arbeitet in Afrika und hat Probleme mit
Spannungsschwankungen im maroden örtlichen Stromnetz.
Leider hat es ihr schon ein paar Geräte zerlegt…
Ich habe ihr empfohlen, eine Steckdosenleiste mit
Überspannungsschutz anzuschaffen.

Bringt bei derartigen Schwankungen gar nichts.
Wenn an einem 230V Überspannungsschutz eine Minute lang 400V anliegen, dann kümmert den das ÜBERHAUPT NICHT.
Das angeschlossene Gerät hingegen macht nur noch Rauchzeichen.

Das einzige wäre eine USV. Die würde aber - je nach Robustheit des Eingangs - auch abrauchen, nur das angeschlossene Gerät würde heil bleiben.

Wer bei schwankenden Spannungen sicher sein will, der sollte einen Motor und einen Generator koppeln. Der Drehstrommotor hält die Schwankungen ganz gut aus und macht seine konstante Drehzahl, der Generator erzeugt dann die sauberen 230V.