Übertriebene Liebe

Hi

Habe einen Partner(in) mittleren Alters seit 4 Monaten welche sehr E
eifersüchtig ist und mir jeden Tag in unzähligen SMS und mit sonstigen Möglichkeiten seine Liebe zu mir bekundet. Ist ja ganz schön. Ich halte es für übertrieben. Gibt es da Rückschlüsse auf die Kindheit und was da falsch lief? Gehe ich mit dieser Frage zu weit?
Sehe ich die Sache zu nüchtern?

Hallo,

hast du sie darauf hin mal angesprochen?
Vielleicht hat sie Verlustängste.
Möchte dir durch ihr „dasein“ zeigen, wie doll sie dich liebt. Rede mit ihr, sag ihr, das es einfach zuviel ist.
MAnu

Keine Antwort
Hallo Christian,

dein Posting lässt mich stutzen.
Du beziehst dich auf deine Freundin mal in der maskulinen, mal in der femininen Form.
Die Sätze klingen für mich sehr distanziert, als hätte das alles, als hätte sie eigentlich nichts mit dir zu tun.
Du machst eine Altersangabe, wobei nicht klar wird, warum das Alter erwähnenswert ist. Bist du selbst sehr viel jünger oder sehr viel älter als sie?
Du sagst nichts über dich.
Du schreibst eigentlich nicht, warum du hier schreibst.

Deswegen: Was möchtest wissen? Worüber denkst du gerade nach? Was willst du von dir selbst, von ihr, von der Beziehung, von uns? Was bedeutet das für dich, wenn du „es“ für übertrieben hälst? Warum beschäftigen dich mögliche Zusammenhänge mit ihrer Kindheit?

Grüße
Christiane

Hallo Christiane,

ich kann mich deinen Worten total anschließen und finde ein solches Posting im Psychobrett besonders wichtig.
Da kommt gleich jemand mit irgendwelchen Vor-urteilen (Kindheit etc.) und erweckt bei mir sofort den Eindruck, als solle man nur den Wahrheitsgehalt einer wie auch immer gestalteten Theorie bestätigen bzw. nicht bestätigen, ohne erst einmal etwas über den anderen bzw. die eigenen Gedanken zu erfahren usw…

Das ist auf jeden Fall einen Bewertungspunkt wert!

Gruß

Hermann

dein Posting lässt mich stutzen.
Du beziehst dich auf deine Freundin mal in der maskulinen, mal
in der femininen Form.
Die Sätze klingen für mich sehr distanziert, als hätte das
alles, als hätte sie eigentlich nichts mit dir zu tun.
Du machst eine Altersangabe, wobei nicht klar wird, warum das
Alter erwähnenswert ist. Bist du selbst sehr viel jünger oder
sehr viel älter als sie?
Du sagst nichts über dich.
Du schreibst eigentlich nicht, warum du hier schreibst.

Deswegen: Was möchtest wissen? Worüber denkst du gerade nach?
Was willst du von dir selbst, von ihr, von der Beziehung, von
uns? Was bedeutet das für dich, wenn du „es“ für übertrieben
hälst? Warum beschäftigen dich mögliche Zusammenhänge mit
ihrer Kindheit?

Grüße
Christiane

Habe dir etwas zusammengesucht weil es mich auch interessierte.

Liebe ist die Bezeichnung für die stärkste Zuneigung, die ein Mensch für einen anderen empfinden kann, ein Gefühl inniger und tiefer Verbundenheit mit dem Nächsten. Ausgehend von der biologisch angeborenen Fähigkeit zu intensiven positiven Gefühlen gegenüber einem anderen Menschen wurde der Begriff schon immer auch im übertragenen Sinne verwendet und steht dann allgemein für die stärkste Form der Hinwendung zu anderen Lebewesen oder Dingen. (Dem Gefühl) Liebe geht die geistige Freiheit voraus, denn sie kann nicht unter Zwang entstehen. Es sei denn man nimmt das philosophische Konzept der biologischen Determiniertheit des Menschen an, dann könnte Liebe zwingend aus körperlichen Reaktionen folgen.
Im Wesentlichen gibt es zwei Formen der Liebe, die oft in Mischformen auftreten: a) die im Kern selbstlose Liebe, die im Gefühl der Verbundenheit, im Verstehen des anderen wurzelt und nur das Beste für den Nächsten will und b) die ichbezogene, egozentrische Liebe, die Ihre Wurzeln im Haben-Wollen, also besitzergreifenden Tendenzen hat. Letztere Form ist verbunden mit mancherlei Phänomenen der Unfreiheit und Abhängigkeit wie zwanghafte Verfallenheit, Hörigkeit, Eifersucht.
Als Gegenteil der Liebe wird oft der Hass angesehen, stärker aber auch noch die Gleichgültigkeit (Ataraxie). Liebe und Sexualität sind eng miteinander verbunden, bedingen einander aber nicht zwingend.
Kulturell und historisch ist die Verwendung des Begriffs Liebe mannigfaltig, und so ist Liebe einer der vielfältigsten Begriffe nicht nur in der deutschen Sprache. == Unterscheidungen und Klassifikationsansätze == Man kann die Spielarten der Liebe grundsätzlich nach folgenden Kriterien unterscheiden:
· nach der Art ihrer Objekte: So kann man zwischen der Liebe zu Menschen (Selbstliebe, Partnerliebe, Freundesliebe, Nächstenliebe, Feindesliebe), der Liebe zu Tieren (Tierliebe), zu Ideen (Vaterlandsliebe, Freiheitsliebe) oder zu einem Gott (etwa Anbetung) unterscheiden.

· nach ihrer Form und ihrer Erscheinung: Hier gibt es viele Möglichkeiten. Einige der wichtigsten:

Körperlichkeit:
· körperliche Liebe (Im Englischen zum Beispiel bezeichnet der Ausdruck to make love das Begehen eines Liebesaktes, also Sex zu machen.)

· sinnliche Liebe (als Gesamtheit der Gefühle und des Verhaltens z. B. gegenüber einem Partner, insbesondere Zärtlichkeiten)

· geistige Liebe (siehe z. B. Platonische Liebe)

Ethische Abstufung: Ethisch kann man grundsätzlich zwischen dem Gefühl der Liebe und einer Geisteshaltung der Liebe unterscheiden. Dies geht über den oben genannten Begriff der geistigen Liebe hinaus, der zunächst nur die Abwesenheit körperlicher Nähe betont. Genauer kann man trennen zwischen:
· Liebesempfindungen: Primäre Liebesgefühle, insbesondere sexuelle Empfindungen und das „Verliebtsein“.

· Allgemeine Gefühle (als Überbegriff von Empfindungen) der Liebe, deren Objekt weiter gefaßt werden kann. Hier sind insbesondere Gefühle der Zuneigung wie Sorge, Freundschaft, Sympathie, aber auch aktive Liebe, also Handlungen der Hilfe oder Pflege einzuordnen. Auch die Liebe zur Natur oder zu Gegenständen ist hier gemeint. Allgemein ist diese Liebe der Ausdruck der tiefen Wertschätzung des geliebten Objektes. Als kennzeichnend für „echte“ Liebe gilt gemeinhin, dass diese nicht auf freier Entscheidung fußt, sondern gefühlt wird und damit nicht einfach an- oder abschaltbar ist.

· Liebe als ethische Grundhaltung, als Tugend. Im Christentum beispielsweise ist die Liebe der zentrale Begriff, das wichtigste Gebot (Markus 12,31; Matthäus 22,39 („Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“); Römerbrief 13,8-10). Die Erlösung ist demnach nur durch Liebe möglich. Eigenliebe und Nächstenliebe stehen in engem Verhältnis zueinander. Die Gottesliebe (5. Mose, 6,5) und die Nächstenliebe (3. Mose 19,18) wurden bereits im Alten Testament gefordert.

Dies fußt auf einer bereits von Platon angelegten Dreiteilung, die in der antiken Philosophie später ausgebaut wurde und sich in folgenden griechischen Begriffen niederschlägt: eros (sexuelle Liebe), philia (die Freundesliebe, Liebe auf Gegenseitigkeit), agape (eine sehr hohe Form der Liebe, selbstlose Liebe, „Feindesliebe“, christl. Nächstenliebe). Die genauen Bedeutungen und Schwerpunkte der Begriffe haben sich aber im Laufe der Zeit verändert.=== Feste Begriffe der Liebesformen === Wesentlich ist (zwischen Menschen) die Unterscheidung zwischen der einseitigen und der gegenseitigen Liebe. Erstere hat ihren Spezialfall in der im Volksmund so genannten unglücklichen Liebe. Weiter kann man die partnerschaftliche, insbesondere die geschlechtliche Liebe unterscheiden in gegengeschlechtliche Heterosexualität und gleichgeschlechtliche Liebe Homosexualität. Eine besondere Rolle nimmt die eheliche Liebe ein, die oftmals Exklusivität für sich in Anspruch nimmt (siehe Monogamie).
Neben der partnerschaftlichen Liebe nimmt insbesondere die Liebe zwischen (engen) Verwandten eine der wichtigsten Rollen in menschlichen Gemeinschaften ein.
Daneben stehen Eigenliebe ( Selbstliebe ) und Nächstenliebe. Verallgemeinerte Form der Nächstenliebe ist die Philanthropie als allgemeine Menschenliebe (siehe auch Menschlichkeit). Die Feindesliebe spielt insbesondere bei der Abgrenzung des Christentums von anderen Religionen eine wichtige Rolle. Insbesondere in jüngerer Zeit ins Zentrum gesellschaftlicher Begriffe gerückt sind Tierliebe oder die Liebe zur Natur.
In der weitesten sprachlichen Auslegung liebt man seine Hobbys oder Leidenschaften und kann diese dann auch als Liebhaberei oder Vorlieben bezeichnen (siehe auch Präferenzen). Auch Ideale können demnach geliebt werden, etwa durch den Begriff Freiheitsliebe dargestellt, aber auch Zugehörigkeiten wie Vaterlandsliebe (siehe Patriotismus). Diese Vorlieben können bis hin zu Fanatismus gehen, der Begriff Fan wird aber heutzutage auch für nichtfanatische Formen der Bewunderung, Verehrung bzw. Anhängerschaft verwendet.
Viele Fachgebiete und andere Wörter sind auf dem Präfix „Phil-“ aufgebaut, insbesondere die Philosophie (ursprünglich: Liebe zur Weisheit) und die Philologie (ursprünglich: Liebe zu Sprachen). Die Philatelie sei stellvertretend für andere Sammelleidenschaften genannt, der Name Philipp (verschiedene Schreibweisen) bedeutet „Liebhaber von Pferden“.
Eine besondere Rolle nimmt die Gottesliebe ein, in ihrer allgemeinen Form die Liebe zu einem Gott oder mehreren Göttern bzw. spirituellen Entitäten (siehe Religiösität).

In der Soziologie wird Liebe weniger als Gefühl, denn als „gesellschaftliche Semantik“ bzw. als „Kode“ begriffen. So formuliert Niklas Luhmann (Luhmann 1982: Liebe als Passion) romantische Liebe als ein Phänomen der Moderne, welches seine Grundlegung vor allem im Bürgertum des 18. Jahrhunderts erfährt. Liebe fungiert in der heutigen funktional ausdifferenzierten Gesellschaft in erster Linie als „symbolisch generalisiertes Kommunikationsmedium“, das unwahrscheinliche Kommunikation wahrscheinlich macht. Die Gesellschaft differenziert sich danach immer stärker in einzelne Teilbereiche, jedes einzelne Individuum ist nicht mehr nur in einem Bereich, z.B. der Familie verwurzelt, sondern in vielen Teilbereichen, etwa Schule, Freizeit, Beruf, immer auch nur zu einem Teil verortet und bewegt sich ständig zwischen diesen.
Dem Einzelnen fällt es vor diesem Hintergrund zunehmend schwerer, sich selbst zu bestimmen. Hinzu kommt, dass diese Individualität und Identität im kommunikativen Austausch mit anderen bestätigt werden muss. Diese „höchstpersönliche“ Kommunikation nimmt in einer derart ausdifferenzierten Gesellschaft aber ständig ab, denn zu einen wird durch die Vielzahl an Rollen in den beschriebenen Teilbereichen (z.B. als Student, Tochter, Freizeitsegler, Atheist, etc.) dort auch nur unpersönliche Kommunikation erfahren, und zum anderen begreift sich der Mensch als Individuum, also etwas Besonderes, Einzigartiges, anders als die Anderen. Angesichts dieser Entwicklung ist es nicht nur schwierig, miteinander in Kontakt zu treten, es wird auch schwierig, einander überhaupt noch zu verstehen bzw. die Motivation zu finden, sich auf einen doch so Besonderen, Anderen einzulassen. Genau dieses Problem zu bewältigen ist in dieser Theorie Aufgabe der Liebe. Liebe als Kommunikationsmedium motiviert dazu, sich dem Anderen verstehend zu nähern und ihn dadurch in seinem „Selbst-Sein“, seinem ganz persönlichen „Weltbezug“ zu bestätigen.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]