Überversichert?

Hallo Experten,

bei der alljährlichen im Januar leider anfallenden Versicherungsbeiträge hab ich mir überlegt ob man vielleicht nicht „überversichert“ ist und was man wirklich braucht und was nicht. Es gibt ja millionsiebzehn Versicherungen wie Hausrat, Unfall, Haftpflicht, Lebens, Rechtsschutz etc etc.
Was ist wirklich notwendig? Mich würden eure Meinungen dazu interessieren.

Gruß P

Hausrat, Unfall, Haftpflicht, Lebens, Rechtsschutz etc etc.

Meine persönliche Meinung:

1 und 3 „lebensnotwendig“
2 und 4 sinnvoll
5 entbehrlich

Hallo,

hierüber wurden schon viele Artikel verfaßt hier im Forum.

Nur wirklich wichtig und unbedingt notwe(ä?)ndig ist die Privathaftpflichtversicheurng, denn hier geht es um einen Schaden, den du Dritten gegenüber zufügst. Und wenn du diesen Schaden schuldhaft herbei geführt hast, bist du verpflichtet, den Geschädigten wieder so zu stellen, zumindest wie es über finanzielle Mittel möglich ist, wie er vor dem Schaden war. Und das, mit allem was du besitzt und jemals besitzen wirst.

Alle anderen Sparten betreffen Dich selbst und einen Abschluß würde ich von der jeweiligen persönlichen Situation abhängig machen. Was ginbt dein haushalt her, lohnt es sich ihn zu versichern, in wie weit geniest du Unfallversicherungsschutz über Arbeitsgeber oder Berufsgenossenschaft, welchen Gefahren setzt du dich aus. Hast du eine Familie, die du im Falle deines Ablebens absichern möchtest/mußt, was tust du für eure Altersabsicherung? Rechtsschutz: bist du viel mit dem Auto unterwegs? Wie sieht es mit deinem Arbeitsplatz aus.

Am besten wendest du dich an einen unabhägigen Versicheurngsmakler/Mehrfachvermittler und läßt dich ausführlich beraten!

Viele Grüße

Michael

Hallo,

den Tipp mit dem „unabhängigen“ Makler solltest Du mal ganz schnell vergessen… Ich weiß, es werden Proteste kommen. Aber Leute: tut doch nicht bitte so, als ob beim „unabhängingen“ nicht auf Provisionen geguckt wird - glaubt Euch ja doch niemand…

(so, wieder viele Freunde dazu gewonnen ,-) )

Informiere Dich anhand der einschlägigen Presse, wie z.B. Finanztest.
Achte darauf, dass Du Deine wichtigeste Versicherung (Privathaftpflicht) nicht gerade bei einer Versicherungsklitsche abschließt. Alles was man nicht selbst ersetzen könnte, kann (muß jeder selbst wissen) man versichern. Rechtsschutz ist u.U. Luxus. …

MfG

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Einspruch
Hallo,

zu der Aussage Makler ein klarer Einspruch - der Versicherungmakler hat Pflichten. Dazu gehört günstig, angemessen, ausreichend und beratung schriftlich dokumentieren, etc.

D.h., dass ein Makler sehr wohl günstige Angebote heraussucht, jedoch nicht Direktversicherer, weil die die Arbeit des Maklers nicht bezahlen!

Alternativ: selbst machen, dann gehen auch Direktversicherer, aber eben auch keine Maklerkonzepte. Ob das günstiger ist???

Thorulf Müller

P.S.:
Hallo,

was sinnvoll ist und was nicht, dass kann keiner pauschal aus der Distanz beantworten - dafür sollte man sich halt professionelle Hilfe holen!!!

Versicherung ist ein individuelles Thema!

Thorulf Müller

Was ist existenziell bedrohlich
Hallo P.

Das Problem bei einer Beraterung ist, dass dieser Berater normalerweise davon lebt, dir eine Versicherung zu vermitteln. „Unabhängig“ bedeut nur, dass deser Berater mehrere Versicherungsanbieter im Portfolio hat.
Deswegen sind die Menschen in Deutschland auch eher über- als unterversichert. Nur sind es auch die richtigen Versicherungen?

Die Versicherungen entstannten ursprünglich, um existentielle Bedrohungen abzufangen. Die ersten Versicherungen waren Feuerversicherungen. Wenn dir im 19ten Jahrhundert das Haus abbrannte, war dies eine fürchterliche Katastrophe für die ganze Großfamilie.
Deswegen orientiert sich die Wichtigkeit einer Versicherung immer nach dem Potentiellen Schaden.

1.) Haftpflicht - Wenn du wirklich Mist baust, kannst du für einen Schaden haftbar sein, den du bis zum Rest deines Lebens abstottern kannst. Ein Leben auf Hartz4-Niveau ohne nennenswerte Hoffnung.

2.) Berufsunfähigkeit - Sie ist viel wichtiger als die Unfallversicherung. Wenn du nicht mehr in der Lage bist zu arbeiten, landest du auch relativ schnell für den Rest deines Lebens bei der Sozialhilfe, denn die gesetzliche Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist lächerlich gering, so sie denn in deinem Fall greift.

3.) Hausrat - Wenn dein kompletter Hausrat wird vernichtet wird, hast du den Schaden ohne extreme Mühen in 5-15 Jahren wieder weg. Dein normaler Hausrat wird ja auch so im Laufe der Zeit ausgetauscht.
Also nicht existentiell.

4.) Unfall - Ganz nett wenn Reha-Maßnahmen und -Mittel finanziert werden können. Aber das existentiell Bedrohliche besteht darin, dass man danach nicht mehr seinen Lebensunterhalt erwerben kann. Nur 10 % der Berufsunfähigkeitsfälle kommt von Unfällen. Die BU ist also platt gesagt 10 mal wichtiger.

5.) Leben - Wenn du eine Famile hast, solltest du daran denken, was sie macht, wenn du morgen stirbst. Eine Risiko-Lebensversicherung ist eine Pflicht für einen Ernährer.
Eine Kapital-Lebensversicherung ist EINE Möglichkeit Geld anzusparen, z.B. für eine Private Rente. Sehr Sinnvoll, aber es gibt auch Alternativen.

6.) Rechtschutz - Könntet du im Notfall den Anwalt selber bezahlen. Wenn ja, dann brauchst so eine Versicherung nicht.

7.) Ansonsten gibt es weitere Versicherungen, die in bestimmten Situation ein absolutes Muss sind, die KFZ-Haftpflicht, Feuer bei Wohneigentum, Bauherrenhaftpflicht (richtig?) usw…

Absolut wichtig ist Haftpflicht und BU.

Gruß
Carlos

Hallo zusammen,

Das Problem bei einer Beraterung ist, dass dieser Berater
normalerweise davon lebt, dir eine Versicherung zu vermitteln.
„Unabhängig“ bedeut nur, dass deser Berater mehrere
Versicherungsanbieter im Portfolio hat.

alternativ kann man ja zu einem versicherungsberater gehen und für eine unabhängige beratung 200-300 eur ausgeben. zeig mir den, der das macht…

Deswegen sind die Menschen in Deutschland auch eher über- als
unterversichert. Nur sind es auch die richtigen
Versicherungen?

einspruch. schau dir die statistiken an, wie viele leute existenbedrohliche risiken in deutschland nicht abgesichert haben. imho sollte eine phv z.b. eine pflichtversicherung sein.

Die Versicherungen entstannten ursprünglich, um existentielle
Bedrohungen abzufangen.

Richtig

Die ersten Versicherungen waren
Feuerversicherungen.

Falsch.
„Antike Vorformen der Gegenseitigkeitsversicherung begegnen in den ägyptischen, griechischen und römischen Begräbnisvereinen (collegia tenuiorum), die mittels regelmäßiger Beiträge für ein anständiges Begräbnis ihrer Mitglieder und für den Totenkult sorgten. Die bis in die Neuzeit fortwirkende Entwicklung der Gegenseitigkeitsversicherung beginnt jedoch erst im frühen Mittelalter in Nordeuropa mit der auf einem gegenseitigen Treueverhältnis beruhenden und sich zur gemeinsamen Erfüllung religiöser, politischer, wirtschaftlicher und geselliger Zwecke zusammenschließenden Gilden und Genossenschaften, die sich bevorzugt der gemeinschaftlichen Risikoübernahme und Hilfeleistung bei Tod, Brand, Viehsterben, Schiffbruch und Gefangennahme widmeten.“ (Quelle Wikipedia)

Deswegen orientiert sich die Wichtigkeit einer Versicherung
immer nach dem Potentiellen Schaden.

Jain! Sie richtet sich auch nach den ganz persönlichem sicherheitsbedürfnis und wünschen des vn.

1.) Haftpflicht - Wenn du wirklich Mist baust, kannst du für
einen Schaden haftbar sein, den du bis zum Rest deines Lebens
abstottern kannst. Ein Leben auf Hartz4-Niveau ohne
nennenswerte Hoffnung.

die kann man übrigens auch mit forderungsausfall abschließen, wenn man mal auf einen zeitgenossen ohne phv trifft, der einem einen schaden zufügt. imho sicherlich eine überlegung wert. denn mit einem eventuellem titel kannst du dir bei einigen leuten sicherlich die wand tapezieren. ;(

3.) Hausrat - Wenn dein kompletter Hausrat wird vernichtet
wird, hast du den Schaden ohne extreme Mühen in 5-15 Jahren
wieder weg. Dein normaler Hausrat wird ja auch so im Laufe der
Zeit ausgetauscht.
Also nicht existentiell.

na ich weiß nicht, aufräumkosten, hotelkosten, schutzkosten, die ganzen klamotten, meine cd-sammlung, 3 computer, möbel … in meinen augen ist das existentiell und was in 15 jahren ist kann ich nicht überblicken. und das preis-leistungs-verhältnis ist in meinen augen in ordnung.

4.) Unfall - Ganz nett wenn Reha-Maßnahmen und -Mittel
finanziert werden können. Aber das existentiell Bedrohliche
besteht darin, dass man danach nicht mehr seinen
Lebensunterhalt erwerben kann. Nur 10 % der
Berufsunfähigkeitsfälle kommt von Unfällen. Die BU ist also
platt gesagt 10 mal wichtiger.

was ist mit umbaumaßnahmen (behindertengerechte wohnung), die dann plötzlich anfallen? als angehender eu/bu bekommt man sicherlich nicht so fix einen kredit um mal schnell 20000 euroenn in eine behindertengerechte küche einzubauen. und eine bu-rente bringt einem in diesem moment auch nicht viel.:

6.) Rechtschutz - Könntet du im Notfall den Anwalt selber
bezahlen. Wenn ja, dann brauchst so eine Versicherung nicht.

hier sind wir beim oben angeführten punkt. persönliches sicherheitsbedürfnis. ich bin kein besonders streitbarer mensch. aber wenn ich einen autounfall habe, die haftungsfrage ist streitig, ist es doch sehr beruhigend zu wissen. ich geh zu meinem anwalt und sag „mach mal“. oder denk mal an den arbeits-rs. jeder zahlt da in der 1. instanz seine kosten selber. toll dann hat man vielleicht 3000 an abfindung rausgeholt und zahlt 500 für den anwalt. würde mich riesig freuen. vergiß auch bitte nicht das prozeßkostenrisiko. was ist wenn du verlierst? und du im normalfall die gerichtskosten + kosten des gegners tragen darfst. oder noch besser du gewinnst. der beklagt ist aber pleite und du darfst trotz titel, mit dem du dir die wand tapezieren kannst, gerichtskosten und kosten des beklagten tragen. loooooooooooool. ergo: für mich ist rs-pflicht.

7.) Ansonsten gibt es weitere Versicherungen, die in
bestimmten Situation ein absolutes Muss sind, die
KFZ-Haftpflicht, Feuer bei Wohneigentum, Bauherrenhaftpflicht
(richtig?) usw…

feuer für wohneigentum ist keine pflicht mehr. sollte aber in meinen augen wieder so sein. aber das ist ein anderes thema.

Absolut wichtig ist Haftpflicht und BU.

stimm ich dir zu.
8.) mal noch einen von mir: keine pflicht aber im endeffekt die versicherung, die ich in 10 jahren bisher 5 mal gebraucht habe => schutzbrief. ich fahr nie wieder ohne. wer nachts um 3 mit reifenplatzer an der autobahn steht weis warum.

gruß snake

aus anderer Sicht
Hallo Carlos,

Du schreibst:

Das Problem bei einer Beraterung ist, dass dieser Berater
normalerweise davon lebt, dir eine Versicherung zu vermitteln.
„Unabhängig“ bedeut nur, dass deser Berater mehrere
Versicherungsanbieter im Portfolio hat.
Deswegen sind die Menschen in Deutschland auch eher über- als
unterversichert. Nur sind es auch die richtigen
Versicherungen?

Ich denke diese Aussage trifft nicht den Kern und beinhaltet auch einen Widerspruch. Da viele Menschen ja wirklich viel Geld für weniger existenzbedrohende Risiken ausgeben, gäbe es für den unabhängigen Vermittler doch genügend Möglichkeiten, seine Provisionen mit den wichtigen Versicherungen zu vedienen.

Du kannst den Schwarzen Peter für die Überversicherung bzw. Falschversicherung der Deutschen nicht allein den Vermittlern/Beratern zuschieben.

Polo wollte wissen, ob seine ganzen Versicherungen wirklich notwendig sind - und hat diese Frage richtigerweise im Forum gestellt. Hier kann nun jeder frei seine Meinung sagen, ohne später in die Haftung genommen werden zu können.

Dabei bist Du z.B. zu dem Schluß gekommen, daß eine Hausratversicherung nicht existentiell wichtig ist. Würdest Du ihm also zu einer Kündigung raten?

Und würdest Du dies in gleicher Konsequenz empfehlen, wenn Du sein Berater wärst und dies im Beratungsprotokoll vermerken?

Und was erzählst Du ihm, wenn er Deinem Rat folgte und danach der Fall der Fälle eintritt?

Deswegen bin ich der Meinung, daß Fragen wie: Brauche ich diese Versicherung? von einem Vermittler schon aus Haftungsfragen nur in seltenen Fällen mit einem eindeutigen „Nein“ beantwortet werden können. Man kann nur das begrenzte Risiko, das die jeweilige Versicherung abdeckt, aufzeigen. Aber den Entschluß zur Kündigung und die daraus resultierende Verantwortung muß der Versicherungsnehmer schon selbst treffen bzw. übernehmen. Und dies fällt uns Deutschen mit unserem starken Schutzbedürfnis natürlich schwer, vor allem wenn der Vermittler nicht eindeutig dazu geraten hat! Und damit beißt sich die Katze in den Schwanz.

Nun bin ich gespannt, welche Ansichten hierzu sowohl Versicherungsnehmer als auch -vermittler haben!

Viele Grüße von

Gerd

Hallo,

es soll in vielen größeren Firmen auch Versicherungsbüros geben, die Mitarbeiter dieser Firma unabhängig von einer Provision/Courtage beraten, unter Kollegen so zu sagen. Eine typisch deutsche Einrichtung, im Ausland kaum bekannt. Frag mal bei dir nach!

Gruß :smile:)

Michael

off Topic
Hallo Snake,

8.) mal noch einen von mir: keine pflicht aber im endeffekt
die versicherung, die ich in 10 jahren bisher 5 mal gebraucht
habe => schutzbrief. ich fahr nie wieder ohne. wer nachts
um 3 mit reifenplatzer an der autobahn steht weis warum.

Deswegen fahre ich als Vielfahrer einen Toyota Yaris.
Ich hatte bisher keine technischen Probleme.

Gruß
Carlos

Hi Carlos

Deswegen fahre ich als Vielfahrer einen Toyota Yaris.
Ich hatte bisher keine technischen Probleme.

es waren eher selten technische probleme
mir hast die letzten 2 jahre allein 3 mal einen reifen zerfetzt:

  1. latte auf der autobahn bei 160
  2. auf 4 spuriger kreuzung vom nebenmann auf verkehrsinsel abgedrängt.
  3. eigene dummheit
    dann mal licht brennen gelassen und wann anders hat die lichtmaschiene den dienst versagt.
    so ist das leben ^^
    ach ja und einen verkehrsunfall hab ich ganz vergessen ^^

hi
würd ich gleich wieder vergessen.
denn das sind i.d.r. nebenberufliche vermittler.
dann geh lieber zu maklern oder 3. klassigem ein-firmen-vertreter, die haben wenigstens alle eine vermögensschadenhaftpflicht und haften für ihre beratungsfehler.

snake

sry nix gegen makler oder normale vertreter. war ja lang genug selber einer aber bei nv´s krieg ich einen hals. sowas sollte nicht auf die menscheit losgelassen werden. diese typen vermiesen ehrlichen und gewissenhaften profies das geschäft und den spaß an der arbeit.

hi
würd ich gleich wieder vergessen.
denn das sind i.d.r. nebenberufliche vermittler.
dann geh lieber zu maklern oder 3. klassigem
ein-firmen-vertreter, die haben wenigstens alle eine
vermögensschadenhaftpflicht und haften für ihre
beratungsfehler.

Danke für das Kompiment :frowning:(.

Gruß von einem, der beim größten Versicherungskonzern gelernt hat
Michael

snake

sry nix gegen makler oder normale vertreter. war ja lang genug
selber einer aber bei nv´s krieg ich einen hals. sowas sollte
nicht auf die menscheit losgelassen werden. diese typen
vermiesen ehrlichen und gewissenhaften profies das geschäft
und den spaß an der arbeit.