Grüß Euch,
ich bin Kasenpatient.Warum schreibt mein Arzt Überweisungen zu anderen Ärzten, obwohl ich bei der freien Arztwahl doch einfach so hingehen kann.
Hat das abrechnungstechnische oder andere Gründe?
Grüße
DJ
Hallo !
Du hast doch die freie Wahl. Dein Hausarzt kann Dich nicht zwingen, den Arzt s e i n e r Wahl zu nehmen, sondern er muß, wenn Du es so willst, Dich zu dem Arzt Deiner Wahl überweisen.
Grüße Max
…öhm, auf dem Ü-Formular steht ja auch nich drauf, daß Du zu dem und dem gehen sollst, sondern nur „Augenarzt“ oder „Urologe“.
Jo, und das is dann z.B. für die Kommunikation zwischen den Ärzten ganz praktisch, weil es dann einen Brief vom Facharzt zum Allgemeiner gibt. Und der hat ja kraft seiner Weiterbildung immer den großen Überblick und kann dann aus einzelnen Symptome evtl. Syndrome erkennen. Sprich, wenn Du beim HNO-Arzt einen Schilddrüsenkrebs diagnostiziert bekommst, und Dein Allgemeinarzt kriegt das mit, macht er evtl. einen Ultraschall von Deinen Nebennieren, wenn er Dich das nächste Mal in die Finger bekommt, weil da dann evtl. auch ein Krebs sitzen kann.
Ob das jetzt mit Abrechnung oder so auch was zu schaffen hat, keine Ahnung…
CHris
Hi DJ,
ich bin Kasenpatient.Warum schreibt mein Arzt Überweisungen zu
anderen Ärzten, obwohl ich bei der freien Arztwahl doch
einfach so hingehen kann.
Hat das abrechnungstechnische oder andere Gründe?
Grüße
DJ
bin mit koronarer Herzkrankheit lebenslang in kardiologischer Behandlung und muß jedes Quartal eine neue Überweisung anschleppen.
Mein Kardiologe beantwortete mir die Frage warum das so ist: er dürfe nicht behandeln, wenn nicht der Allgemeinmediziner per Überweisung signalisiert, daß er mit seinem Latein am Ende ist und somit die Konsultation eines Spezialisten angezeigt ist.
Dies komme von den Krankenkassen, die sich offensichtlich weigern Fachärzte zu bezahlen, bevor es nicht der Allgemeinmediziner mit einfacheren Mitteln versucht hat, also der Versuch unternommen worden ist, kostengünstiger als gleich mit Facharzt (und dessen Apparate-Medizin) zu behandeln.
Gruß
Easy
Ich bin in einer allgemeinmedizinischen Praxis tätig und wenn ich einen Patienten zu einem Facharzt schicken will, möchte ich ja auch ein Feedback auf meine „Frage“ bzw. wenn der Patient mit dem Wunsch einer Überweisung zum Facharzt kommt, dann auch umfassend über meinen Patienten informiert sein, was sonst so in seinem Körper los ist und ich ihm nicht an der Nasenspitze ansehe. Das bekomme ich nur, wenn ich dem Patienten eine Überweisung mitgebe. Der aufwändigere Weg wäre, den Patienten mich als Hausarzt angeben zu lassen und ihn vor Ort dann unterschreiben zu lassen, dass die Untersuchungsergebnisse an den Hausarzt weitergegeben werden dürfen. Da finde ich die Überweisung doch viel praktischer.
Wenn der Patient nicht will, dass ich als Hausarzt über seine anderen Krankheiten informiert bin (das gibt es ja), dann muss er halt einfach nur seine Chipkarte nehmen und wo anders hingehen. Dann bin ich aber irgendwie nicht sein Hausarzt. Manche Patienten kommen zu unserer Praxis z.B. auch nicht wegen unserer hausärztlichen Tätigkeit, sondern um sich den Hals einrenken zu lassen. Die haben dann keine Überweisung (es gibt meines Wissens nach keine Überweisungsmöglichkeit an chirotherapeutisch tätige Hausärzte), sondern kommen so vorbei.
Kurz zusammengefasst: Es geht hier nur um den Informationsfluss unter Kollegen, mehr nicht.
Gruß,
Claudia
Hallo Gerhard,
ich glaube, dass ist aber mit Deinem Arzt eine der wenigen Ausnahmen. Ich kenne das eigentlich nur von z.B. Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen, die größtenteils nur auf Überweisung hin tätig werden dürfen.
In der Regel benötigt der Patient nicht unbedingt ne Überweisung.
Aber:
Ich halte es für sehr sinnvoll, wenn bei „normalen“ Beschwerden (( also nicht nen Unfall oder sowas… ) erst mal der Hausarzt guckt, weil er den Patienten kennt und somit auch für zukünftige Behandlungen weiß, was bei dem Patienten los ist. Ich für meinen Teil sorge immer dafür, wenn ich mal nicht beim Hausarzt war, weil mein HA z.B. in Urlaub war, dass er nen Bericht über die erfolgte Behandlung sowie die erhobenen Diagnosen erhält.
Ich sehe eine große Gefahr darin, wenn jemand einfach von einem Arzt zum nächsten rennt, wegen z.B. unterschiedlicher Beschwerden. Ein Hausarzt kann oftmals einen Zusammenhang zwischen einzelnen Beschwerden herstellen. Einem Facharzt erzählt der Patient oftmals nur die Beschwerden, von denen er der Meinung ist, das sie wichtig sind.
Also, Überweisungen sind keine Pflicht aber sehr sinnvoll!!!
Gruß Ute