Überweisungsdauer Ausland/Wertstellung/Zinsen WE

Hallo,

eine KombiFrage:
(Hintergrund: habe ein Kto. in, sagen wir, der Schweiz und eines in D und überweise von CH nach D.)…
… Die Überweisung funktioniert hier so: Meine deutsche Bank hat ein Konto bei der CH- Bank; auf dieses Konto meiner deutschen Bank überweise ich (in CHF) das Geld. Die Bank schreibt mir dann das Geld von Ihrem Konto auf mein Konto gut. Vorteil dieser Aktion: Der Devisionkurs ist ordentlich („Mittelkurs“ oder so??) und die Gebühren „null“ bis sehr gering (ca. 2-3€).

Was Vorteile hat scheint aber auch Nachteile zu haben und darum gehts mit hier:

Dieses Verfahren dauert… Wertstellung der Abbuchung: z.B. 26.März - Gutschrift: 3.April. Und das will ich nicht so ganz einsehen. Meine (laienhafte?) Vorstellung: Ich überweise in der Schweiz von meinem Konto auf das Konto der deutschen Bank (gleiches KI drüben); da sollte es keinen Wertstellungsverlusttag geben, oder?
Damit hat meine deutsche Bank das Geld am 26.3. und benötigt mein Geld jetzt 9 Kalendertage (bzw. 5 Werktage)?!?!?!?
(Okay, die Ostertage waren wieder mal "günstig, so dass es hier sehr hart aussieht)
(Dazu kommt, dass das Buchungsdatum bereits der 26.3. bzw. 28.3. ist… Die Bank weiss also schon länger von dem Geld - in Zeiten von EDV sind mir Buchungsdaten egal - die Wertstellung zählt!

Wie legitimieren die Banken das?? Erhalten die Banken an Feiertagen (auch Samstage) keine Zinsen für ihre Einlagen? Zahle ich im Gegenzug an diesen Tagen keine Sollzinsen?

Rege ich mich da „umsonst“ auf? (immerhin habe ich mein Geld NIE rechtzeitig, um meine Miete von diesem Geld zu bezahlen)
Ich wäre ja sogar bereit, Gebühren zu zahlen (1-3€ wenn das Verfahren transparent und schnell wäre)

Wie seht ihr das?

Sind hier vielleicht „Grenzgänger“ die DAS Verfahren kennen?

Danke für die Diskussion!

B.

Hi,

ich tu mir das mal an, obwohl man bei so einer Frage bzw. der Antwort darauf eigentlich nur verlieren kann.

Also: Du überweist Geld von einem CHF-Konto in der Schweiz auf ein €-Konto in Deutschland mit dem Umweg CHF-Konto Deiner deutschen Bank in der Schweiz (dabei wirst Du wohl als Verwendungszweck Dein €-Konto bei der deutschen Bank angeben). Hab ich das soweit richtig verstanden?

Das heißt also, daß Deine deutsche Bank in der Schweiz von dem Zahlungseingang erst einmal erfahren muß. Da es dabei nicht um Millionenbeträge gehen dürfte, bekommen die das normal erst mit, wenn der Kontoauszug da ist–> mindestens ein oder zwei Tage (Ausdruck am nächsten Morgen, dann Versand oder Einsicht ins Konto per EDV).

Ab da erfolgt die Verarbeitung rein manuell. Neben der Überweisung erfolgt noch der „Umtausch“ in €. Das ist ein Devisenkassageschäft, bei dem Du noch einmal 2 Tage verlierst. Alles in allem kann das gar nicht unter 4 Werktagen funktionieren. Es sei denn, Du überweist 5 Mio. Schweizer Franken, dann würde ich mit mir reden lassen, und das Geld wertstellungsmäßig am gleichen Tag überweisen.

Dieses Verfahren dauert… Wertstellung der Abbuchung: z.B.
26.März - Gutschrift: 3.April.

Woher weißt Du das? Erfahrungswert oder angenommen? Noch haben wir den 3. April doch noch gar nicht erreicht.

Damit hat meine deutsche Bank das Geld am 26.3. und benötigt
mein Geld jetzt 9 Kalendertage (bzw. 5 Werktage)?!?!?!?

Grundsätzlich bewegt sich Geld an Nichtwerktagen nicht.

(Dazu kommt, dass das Buchungsdatum bereits der 26.3. bzw.
28.3. ist… Die Bank weiss also schon länger von dem Geld -
in Zeiten von EDV sind mir Buchungsdaten egal - die
Wertstellung zählt!

Das finde ich jetzt am spannensten. 1. Wieso weiß Deine Bank von dem Geld und 2. wieso 26.3 bzw. 28.3. ?

Wie legitimieren die Banken das?? Erhalten die Banken an
Feiertagen (auch Samstage) keine Zinsen für ihre Einlagen?
Zahle ich im Gegenzug an diesen Tagen keine Sollzinsen?

Wenn Dein Konto überzogen ist, zahlst Du auch an Feiertagen Sollzinsen. Eine Verzinsung für Guthaben von Banken gibt es grundsätzlich nicht, außer, wenn das Geld an andere verliehen wird (auch eine Form der Geldanlage). Bei Beträgen in der Größenordnung, um die es bei Dir gehen dürfte, kannst Du die verzinsung getrost vergessen. Wenn bei der typischen deutschen Bank auf € 1 Mio genau disponiert wird, wäre das schon seeeehr eng.

Rege ich mich da „umsonst“ auf? (immerhin habe ich mein Geld
NIE rechtzeitig, um meine Miete von diesem Geld zu bezahlen)
Ich wäre ja sogar bereit, Gebühren zu zahlen (1-3€ wenn das
Verfahren transparent und schnell wäre)

Bei € 1-3 Gebühren, die Du bereit wärst zu zahlen, verstehe ich nicht das Gewese, das Du hier machst. Rechne Dir mal aus, was Dir an Habenzinsen entgeht bzw. Du an Sollzinsen bezahlen mußt, weil das Geld nicht schneller da ist. Das dürfte deutlich unter diesen Gebühren liegen.

Habe ich Deine Zweifel einigermaßen auflösen können?

Gruß
Christian

Hallo,

5 Werktage sind durchaus normal. Die Begründung hat EXC vorbildlich mitgeliefert.

Wenn es schneller gehen soll wird es teuerer. Das hängt damit zusammen, daß dann eine Einzelbenachrichtigung ber SWIFT/TELEX/SONST WIE an die entsprechende Bank vorausgeht. Un die Gutschrift erfolgt bevor das Geld tatsächlich da ist.

Dass ein Auslandsüberweisung länger dauert wie eine im Inland ist doch völlig normal zumal unterschiedliche Clearingsysteme dafür sorgen, daß hier ein hoher manueller Aufwand bleibt.

Gruß Ivo

Hallo,
Danke für die ausführliche Antwort!

ich tu mir das mal an, obwohl man bei so einer Frage bzw. der
Antwort darauf eigentlich nur verlieren kann.

??Ich wollte eine wirkliche Antwort und nicht einfach kollektiv über Banken ablästern. Pathetisch gesagt ist jede Antwort ´nen Gewinn…!

Also: Du überweist Geld von einem CHF-Konto in der Schweiz auf
ein €-Konto in Deutschland mit dem Umweg CHF-Konto Deiner
deutschen Bank in der Schweiz (dabei wirst Du wohl als
Verwendungszweck Dein €-Konto bei der deutschen Bank angeben).
Hab ich das soweit richtig verstanden?

Perfekt!

Das heißt also, daß Deine deutsche Bank in der Schweiz von dem
Zahlungseingang erst einmal erfahren muß. Da es dabei nicht um
Millionenbeträge gehen dürfte, bekommen die das normal erst
mit, wenn der Kontoauszug da ist–> mindestens ein oder
zwei Tage (Ausdruck am nächsten Morgen, dann Versand oder
Einsicht ins Konto per EDV).

Ja, aber: Es sollte nicht um „erfahren“ gehen, sondern um die Wertstellung, oder? Meintwegen können die das einmal pro Monat machen, sollten aber dann die Wertstellung berücksichtigen (okay, die Buchhalter der Bank können das Geld natürlich nicht nachträglich für ihre Einlagen einplanen)

Ab da erfolgt die Verarbeitung rein manuell. Neben der
Überweisung erfolgt noch der „Umtausch“ in €. Das ist ein
Devisenkassageschäft, bei dem Du noch einmal 2 Tage verlierst.
Alles in allem kann das gar nicht unter 4 Werktagen
funktionieren. Es sei denn, Du überweist 5 Mio. Schweizer
Franken, dann würde ich mit mir reden lassen, und das Geld
wertstellungsmäßig am gleichen Tag überweisen.

Aha, das wusste ich nicht: der Umtausch dauert 2 Tage? (ich habe auch schonmal von der schweizer Bank zu einer „nicht-lokalen“ Bank überwiesen da dauert das ganze 1-2 Wertstellungstage (allerdings schlechterer Wechselkurs)

Dieses Verfahren dauert… Wertstellung der Abbuchung: z.B.
26.März - Gutschrift: 3.April.

Woher weißt Du das? Erfahrungswert oder angenommen? Noch haben
wir den 3. April doch noch gar nicht erreicht.

Auf meinem Kontoauszug ist´s schon drauf - das macht mich ja etwas nachdenklich (für den Laien siehts so aus. als würde jetzt noch ein paar Tage mit meinem Geld gearbeitet)

Damit hat meine deutsche Bank das Geld am 26.3. und benötigt
mein Geld jetzt 9 Kalendertage (bzw. 5 Werktage)?!?!?!?

Grundsätzlich bewegt sich Geld an Nichtwerktagen nicht.

(Dazu kommt, dass das Buchungsdatum bereits der 26.3. bzw.
28.3. ist… Die Bank weiss also schon länger von dem Geld -
in Zeiten von EDV sind mir Buchungsdaten egal - die
Wertstellung zählt!

Das finde ich jetzt am spannensten. 1. Wieso weiß Deine Bank
von dem Geld und 2. wieso 26.3 bzw. 28.3. ?

Am 26.3. habe ich überwiesen, also haben die die Wertstellung 26.3. und am 27.3. haben die ihren Kontoauszug (am 27.3 habe ich auch die Überweisungsbestätigung der schweizer Bank - trotz grenzüberschreitendem Postverkehr). Am 28.3. wussten sie´s dann spätestens, denn das Buchungsdatum auf meinem Kontoauszug ist 28.3. (Wert eben erst 3.4. / s.o.)

Rege ich mich da „umsonst“ auf? (immerhin habe ich mein Geld
NIE rechtzeitig, um meine Miete von diesem Geld zu bezahlen)
Ich wäre ja sogar bereit, Gebühren zu zahlen (1-3€ wenn das
Verfahren transparent und schnell wäre)

Bei € 1-3 Gebühren, die Du bereit wärst zu zahlen, verstehe
ich nicht das Gewese, das Du hier machst. Rechne Dir mal aus,
was Dir an Habenzinsen entgeht bzw. Du an Sollzinsen bezahlen
mußt, weil das Geld nicht schneller da ist. Das dürfte
deutlich unter diesen Gebühren liegen.

Das ist absolut klar. Ich hätte nur gerne ein transparentes Verfahren und nicht immer das Gefühl, dass hier jemand mit meinem Geld arbeitet (und sekundär das Gefühl, dass andere Banken das Ganze „kundenfreundlicher“ handhaben und ich wechseln sollte)

Habe ich Deine Zweifel einigermaßen auflösen können?

etwas:wink: Danke dir nochmal

schönen „Frei-Tag“ noch,
B.

Hallo nochmal,

??Ich wollte eine wirkliche Antwort und nicht einfach
kollektiv über Banken ablästern.

so hatte ich das auch nicht gemeint :wink:

Ja, aber: Es sollte nicht um „erfahren“ gehen, sondern um die
Wertstellung, oder? Meintwegen können die das einmal pro Monat
machen, sollten aber dann die Wertstellung berücksichtigen

Im Interbankenverkehr kann man keine Zahlungen rückwirkend valutieren. Ich wünschte, das ginge (nebenbei bemerkt).

(okay, die Buchhalter der Bank können das Geld natürlich nicht
nachträglich für ihre Einlagen einplanen)

Das spielt eigentlich keine Rolle. Wie ich schon geschrieben habe, wird bei Banken nicht so eng kalkuliert, daß es da auf ein paar tausend Euros ankäme.

Aha, das wusste ich nicht: der Umtausch dauert 2 Tage? (ich
habe auch schonmal von der schweizer Bank zu einer
„nicht-lokalen“ Bank überwiesen da dauert das ganze 1-2
Wertstellungstage (allerdings schlechterer Wechselkurs)

Der Devisenmarkt funktioniert (normalerweise) wie der Aktienmarkt: Zwei Tage Lieferzeit. Im Ausnahmefall wird aus der Portokasse gewechselt, wobei es auf die Bank ankommt, wie groß die Portokasse ist. Bei uns kann ich bis zu rund einer Mio. Euro ohne Abstimmung selber handeln. Dann geht es halt auch noch gleichtägig. Kann sein daß diese andere Bank das so gehandhabt hat, daher dann wohl auch der schlechtere Kurs.

Woher weißt Du das? Erfahrungswert oder angenommen? Noch haben
wir den 3. April doch noch gar nicht erreicht.

Auf meinem Kontoauszug ist´s schon drauf - das macht mich ja
etwas nachdenklich (für den Laien siehts so aus. als würde
jetzt noch ein paar Tage mit meinem Geld gearbeitet)

Nochmal: Mit Kleckerbeträgen wird nicht gearbeitet. Vielleicht lösen die die Buchung schon aus, wenn das Geld auf deren Konto in der Schweiz ist (also noch in CHF). Danach kommt der Devisenverkauf und der Transfer der Euros.

Ich hätte nur gerne ein
transparentes Verfahren

Wenn Du Glück hast, kann Dir ein Mensch bei Deiner Bank da Auskunft geben bzw. er fragt jemanden, der es weiß. Aber ich denke mal, mit den Aussagen von Ivo und mir bist Du schon recht nah dran.

Gruß
Christian

Hallo,

Das ist absolut klar. Ich hätte nur gerne ein
transparentes Verfahren und nicht immer das Gefühl,
dass hier jemand mit meinem Geld arbeitet (und sekundär das
Gefühl, dass andere Banken das Ganze „kundenfreundlicher“
handhaben und ich wechseln sollte)

zur Transparenz:

Es wird bei Eingang der Bank gutgeschrieben, eine Valuta die später liegt (max. 2 Arbeitstage später) hängt mit dem Umtausch zusammen.
Andere Valuten habe ich schon lange nicht mehr gesehn, hingen aber immer mit einem besonderen wunsch durch den Auftraggeber zusammen. Gibt es zumindest in Euroland meines Wissens nach nicht mehr.
Es wird definitv kein Geld absichtlich liegen gelassen um für irgenwelche Banken zu arbeiten, da dies unzulässig ist.

Gruß Ivo

Hallo Ivo,

okay, okay - wenn´s mir so kompetent scheinend erklärt wird, fasse ich wieder Vertrauen zu meiner Bank…:wink:
Danke euch(auch noch für den Hinweis, warum es über „normale“ Überweisungen schneller geht (eben Gutschrift, weil das Geld schon avisiert ist - aber warum lauft das hier nicht so…?)!!

Schönen Abend,
B.

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