Uhren

Liebe/-r Experte/-in,

kannst Du mir den Unterschied zwischen „normalen“ Automatik-Armbanduhren und „Kinetic“-Armbanduhren (bspw. Seiko) erklären? Beide laden sich doch über Energie auf und speichern diese, oder liege ich da falsch?
Vielen Dank im Voraus für deine Hilfe.

Grüße
Jan

Hallo Jan,
ich bin zwar kein Kinetic-Experte. Aber soweit ich das verstehe wird bei der Kinetic Uhr ein Batterie gespeißt (akku) und bei Automatic Uhren eine Feder o.ä. Das erklärt die Unterschiedlichen Laufzeiten. Hier eine Erklärung zu Kinetic, danach zu Automatic (beides aus Wikipedia)
Kinetic:
Kinetic [Bearbeiten]
Seiko nannte seine neu entwickelte Technologie, welche die Bewegungsenergie des Trägers in Strom umwandelt, nach der Lehre der Bewegung der Körper. In einer Kinetic-Uhr wird im Generator die Umdrehungsgeschwindigkeit des Schwunggewichts mittels eines Räderwerks, das einen Samarium-Kobalt-Mikromotor (AG2) mit bis zu 60.000 U/min antreibt, 100-fach vergrößert. Der Rotor schwebt in einem magnetischen Feld und kommt nicht mit dem Gehäuse in Berührung („magnetisches Schweben“). Das so entstandene magnetische Feld induziert einen Strom in der Induktionsspule des Generators. Dieser fluktuierende Strom wird gleichgerichtet und gespeichert. Die gespeicherte Energie wird verwendet, um den Quarzoszillator und den Schrittmotor anzutreiben, sodass Zeitmess- und Anzeigefunktionen betätigt werden können. Um das mit einer winzigen Energiemenge zu erreichen, mussten CMOS-IC-Geräte und Schrittmotoren entwickelt werden, die nur einen Bruchteil der Energie verbrauchten, die für vorhergehende Generationen von Quarzuhren erforderlich war. Ein Spannungsvervielfacher nimmt winzige Energiemengen von der elektrischen Energiezelle und treibt damit die Schalttechnik des Quarzwerks an, das geschieht ohne Energieverlust. Zum Antrieb eines Quarzwerks wird eine Spannung von mindestens einem Volt gebraucht. Wenn die im Kondensator einer Quarzuhr gespeicherte Energie benutzt wird, um das Werk direkt anzutreiben, bleibt die Uhr stehen, sobald die an ihren Schaltkreis angelegte Spannung niedriger als ein Volt ist. Bei Benutzung des Seiko-Spannungsvervielfachers läuft die Uhr weiter, auch wenn die Spannung der elektrischen Energiezelle unter ein Volt abfällt. Der Spannungsvervielfacher wurde mit dem Automatikgetriebe eines Kraftfahrzeugs verglichen. Wenn er erkennt, dass die Spannung unter ein Volt abgefallen ist, erhöht er den Output, um sicherzustellen, dass die Spannung mehr als ein Volt beträgt. Das Konzept des Spannungsvervielfachers machte den völlig stabilen Betrieb der Quarzschalttechnik möglich. Eine Weiterentwicklung der Kinetic-Technologie ist das Auto Relay System. Wird die Kinetic-Auto-Relay-Uhr länger als 24 Stunden nicht getragen, schaltet sie automatisch in den „Schlaf“-Modus. Obwohl die Uhr schläft und die Zeiger still stehen, misst die Uhr bis zu vier Jahre lang die exakte Zeit. Sobald sie wieder angelegt wird, bewegen sich die Zeiger automatisch zur korrekten Zeitanzeige. Damit kann die Gangreserve von sechs Monaten beim herkömmlichen Kinetic System auf vier Jahre verlängert werden.

Automatic:
Funktionsprinzip [Bearbeiten]

Rückseite einer Automatik-Uhr ETA - Kaliber 2824-A2
Weiteres Foto mit asiatischer ReplikDer Rotor, der zumeist kugelgelagert ist, bleibt bei Bewegungen des Uhrgehäuses aufgrund seiner Massenträgheit und der Schwerkraft im Raum stehen. Hierdurch wird ein Drehmoment auf den Aufziehmechanismus ausgeübt. Typischerweise wird die Feder bei beiden Drehrichtungen (bidirektional) aufgezogen. Liegt die Drehbewegung des Gehäuses in der Achse des Rotors, so beruht das Prinzip allein auf dem Trägheitsmoment des Rotors (im Foto in der oberen Hälfte zu sehen). Dies funktioniert also auch in der Schwerelosigkeit. Bei Drehbewegungen senkrecht zur Achse des Rotors kommt die Exzentrizität desselben zum Tragen: Der Rotor ist zumeist nur halbkreisförmig ausgebildet, daher fällt sein Schwerpunkt nicht mit seiner Achse zusammen. Wird die Uhr nur leicht aus der Horizontalen gedreht, genügt dies u.U. für eine 180-Grad-Drehung des Rotors. Eine Rutschkupplung (sog. Bridge) verhindert ein Überdrehen der Zugfeder, wenn die Uhr bereits voll aufgezogen ist.

Automatikuhren zeichnen sich nicht nur durch eine einfache Handhabung aus, die immer gleichmäßig gespannte Feder führt auch zu einem erheblich gleichmäßigeren Lauf. Ihre Einführung brachte damit einen großen Fortschritt bei der Gangabweichung.

Rechts im Bild (Automatikwerk ETA SA 2824-2) ist im Vordergrund der an fünf Kugeln gelagerte Rotor zu sehen. Die Unruh des ETA 2824-2 läuft mit 28.800 Schwingungen pro Stunde. Sogenannte „Hi-Beat Werke“ schwingen 36.000 mal pro Stunde (z.B. bei der Longines Ultrachron). Alternativ können die meisten Automatikuhren auch mit der Krone aufgezogen werden.

Als Gangreserve oder Gangautonomie bezeichnet man die Zeitdauer, in der das (vollständig aufgezogene) Uhrwerk noch läuft, nachdem die Uhr das letzte Mal bewegt wurde. Sie ist je nach Werk unterschiedlich und beträgt zumeist etwa 35 bis 60 Stunden, in Kombination mit mehreren Federhäusern sogar bis zu zehn Tagen. Für die Sammler der Automatikuhren werden elektrische Uhrenbeweger angeboten, die das Werk in Bewegung halten, damit die Uhren nicht stehen bleiben, auch wenn sie gerade nicht getragen werden. Diese Geräte, welche erst auf den zweiten Blick sinnvoll erscheinen, verhindern eine Verdickung des Öles in der Uhr (bei heute verwendetem Öl allerdings nicht mehr nötig) und damit das Abreißen der Schmierschicht. Dies kommt der Langlebigkeit und Ganggenauigkeit der Uhr zugute, da eine Revision je nach Hersteller sehr teuer werden kann.

Viele Grüße
Kai

Hallo Kai,
danke für deine Hilfe, du hast mir ein großes Stück weiter geholfen.
Gruß
Jan