wir haben eine Ulme im Garten, riesig und vor 2 Jahren noch wunderschön. Letztes Jahr war sie nur noch auf einer Seite belaubt, dieses Jahr war sie ganz kahl. Es ist irre schade um diesen Baum. Von Bekannten wurde uns gesagt, das es sich hierbei um eine Krankheit handelt, die nur Ulmen befällt. Kann man da noch was machen, oder müssen wir sie fällen?
Es gibt eine Ulmenkrankheit und wenn Euer Baum davon befallen ist, gibt es keine Rettung mehr.
Ich würde den Baum von einem Fachmann untersuchen lassen, bevor Ihr etwas Falsches unternehmt.
Die Ulmenkrankheit wurde ertmals 1919 in den Niederlanden beobachtet. Verursacht wird diese Krankheit durch einen fast über ganz Europa verbreiteten Schlauchpilz.
Das Pilzmyzel dringt in die wasserführenden Gefäßbündel ein.
Diese werden unter der Einwirkung eines pilzeigenen Toxins verstopft.
Ich habe noch mehr gefunden.
Dieser Pilz heißt Ceratocystis ulmi und wird von Käfern übertragen.
Erste Symptome : Frühes Vergilben der Blätter, Absterben der befallenen Zweige und Äste.
Der Baum kann innerhalb eines Jahres absterben, meistens jedoch dauert es mehrere Jahre.
Schneidet man einen befallenen Ast ab, so erkennt man in den äußeren Jahresringen dunkle Punkte und Linien.
Die Ulme k a n n sich erholen. Tut es aber selten.
Ich werde Dir Fotos schicken.
Gruß Werner
Ganz richtig was Werner geschrieben hat.
Der Pilz wird übrigens durch einen Käfer übertragen, der typische Spuren am Baum hinterläßt. Untersuche die Rinde nach Einritzungen, die so aussehen als ob jemand mit einem Kreuzschlitz-Schraubenzieher in den Baum gestochen hätte.
Wenn Euer Baum das ganze Jahr über nicht ausgetrieben hat ist es aber für den Baum unerheblich woran er erkrankt ist, da er sowieso tot ist.
Am besten verbrennt ihr dann das Holz, damit sich der Pilz nicht mehr weiterverbreiten kann.
Es ist wirklich ein Trauerspiel mit den Ulmen.
Der Pilz hat seine ungeheuere Pathogenität übrigens dadurch erlangt, daß er mit menschlicher Hilfe mehrmals auf andere Kontinente verschleppt wurde und dort sich an die verschiedenen Ulmenarten anpassen konnte. Man kann nur hoffen, daß die Ulmen noch rechtzeitig eine Toleranz gegenüber dem Pilz aufbauen können.
Grüße
Ludger
leider habe ich meinen Vorrednern nur noch hinzuzufügen, dass Ulmen recht gut neu aus den Wurzeln ausschlagen können. Verrückterweise entwickeln sich diese Stockausschlaege sogar oftmals hervorragend. Daher, wenn der Baum wirklich abgestorben ist, rode nicht gleich den Wurzelstock. Wenn es wirklich zum Stockausschlag kommt, steckt da ein großes Wurzelwerk dahinter, was den Schoessling hervorragend mit Nährstoffen versorgt, so dass er sehr schnell wachsen kann.
Übrigens wird gesagt, dass Ulmen gegen Ceratocystis umso widerstandsfähiger sind, je besser sie mit Wasser versorgt sind. Generell also prüfen, ob man da noch was verbessern kann, z.B. versiegelte Oberflächen zum Baumstandort hin entwässern. Mit Giessen allerdings würde man sich totlaufen und -bezahlen!