Umfrage: Rentensteigerungen Inflation

Hallo Kollegen,

heute mal aus aktuellen Anlass eine Umfrage!

Rentenerhöhung:
Wie hoch schätzt ihr die durchschnittliche Rentensteigerung für die nächsten Jahrzente, sagen wir bis 2030, ein?

Ich nehme eigentlich auch nach der aktuellen Erhöhung grundsätzlich eine Rentensteigerung von = 0% an. Das heißt der Rentenfaktor wird bei 26,xx Euro bleiben. Die 2% auf den Renteninfos rede ich Ihm dringend aus, das wäre unseriös, dem Kunden in solch einen glauben zu lassen. Hat ja selbst die DRV eingesehen!

Hat ein Kunde auf seiner Renteninfo 1400 Euro stehen, so sage ich Ihm, dass er vermutlich auch in 2030 eine Bruttorente von 1400 Euro bekommt.

[Bedingung ist natürlich, dass er in den letzten fünf Jahren gleich verdient, wie er es auch für die Zukunft erwartet , Gehaltsauftsteiger und -absteiger in diesem 5-Jahreszeitraum muss man natürlich anders betrachten. Auch wird unterstellt, dass er bis 2030 die durchschnittliche Gehaltssteigerung wie der Rest der Mitversichertentruppe mitmacht. Habe ich jemanden, der das nicht erwarten kann, vermittle ich den Kunden, dass er sogar weniger als die 1400 erwarten darf.]


Inflation :
Bei Deckung der Rentenlücke und solchen Zeiträumen muss man nun die Inflation
betrachten. Was ja dann zu einer faktischen Rentenkürzung führt!

Welche Inflationsrate benutzt ihr: 2%, 3%? Was nennt IHR als realistisch.
Ich rechne meistens mit 2%, wenn dem Kunden hierzu nix einfällt.

Mit 2% müsste er im Jahr 2030 monatlich nun 2207,- Euro zur Verfügung haben, um sich 2030 den Warenkorb leisten zu können, für den er 2007 nur 1400,- berappen musste. Er bekommt jedoch nur 1400,- ges. Rente im Jahr 2030 und die ist soviel Wert wie heute 882,- Euro.
[Man traut sich nun dem Kunden gar nix mehr zu erzählen von nachträglicher Besteuerung oder der KVdR, Auch würde es keinen wundern, wenn man 2030 rückblickend auf 3% (709,- Kaufkraft)Inflation zurückschaut.----- Anderseits, ist es dann nicht sträflich, dem Kunden eine klassische Rentenversicherung anzubieten, welche die Rentenlücke durch die bescheidene Rendite kaum sinnvoll schließen kann, auch der Zauber der Garantiefondskonzepte scheint ja auch nur auf dem Niveau einer Rentenversicherung zu liegen, trotz wildzuckender Kurskurve in den entsprechenden Werbeprospekten, die solche Fonds wie rasante Vollblut-Fonds aussehen lassen.]


Und nu Butter bei der Fische, welche Prozentwerte würdet ihr schätzen!!! 2030 treffen wir uns hier wieder, und der Gewinner bekommt dann ein Fassbier, egal wieviel es dann 2030 kosten wird
Es ist mir schon klar, dass viele oder einige Vermittler trotz Thema Rente im Beratungsgespräch sowas wie Inflation oder Rentensteigerung nicht besprechen, sondern platt fragen, was man den anzulegen gewillt ist.

Auch ist klar, dass man solche Werte nicht vorgeben braucht, sondern den Kunden
nach seiner Erwartung fragen sollte.

Würde mich freuen zu erfahren, wie Ihr die Sache einschätzt.
Vor allem aber, welche Prozentzahlen ihr bei einer konkreten Rentenberechnung „schätzungsweise“ benutzten würdet, wenns drauf ankommt.

Gruss Christian

PS: Vielleicht hat sich ja jemand mit Garantiefonds beschäftigt und kann von sich aus einen empfehlen oder von anderen abraten sodaß ich meine Meinung hierzu revidieren kann.

Hallo Kollegen,

Hallo!

Da ich in der gesetzlichen Rentenversicherung tätig bin, weiss ich nicht so Recht, ob Du mich mit der Anrede „Kollege“ auch meinst. :wink: Ich hoffe, ich darf dennoch was zu dem Thema sagen. :smile:

Vorweg meine Meinung zu den prognostizierten Steigerungsraten in Renteninformationen:

M.E. sind diese totaler Blödsinn, egal ob man nun von jährlichen Steigerungen von 1,5 % oder 3,5 % - die hat man wirklich am Anfang angesetzt! - ausgeht. Die hieraus errechneten Werte bringen überhaupt nichts, da man dann ja - um mit diesen Werten überhaupt etwas anfangen zu können - auch die Inflation berücksichtigen muss. D.h. ich müsste ja dann auch wissen, wie viel kostet denn dann im Jahr 2030 ein Kasten Bier. Was bringt es mir zu wissen, dass ich im Jahr 2030 ggf. 4.500,- Euro an Rente bekomme, wenn denn dann der Kasten Bier auch mindestens 30,- Euro kosten wird.

Wenn ich nun im Bekanntenkreis die Renteninformation erläutere, achte ich nur auf die aktuellen Werte. Ich frage also, ob der Betreffende meint, mit der Rente die er nach heutigem Stand mit 65 bekommen würde heute auskommen würde - also mit dem hochgerechneten Wert unter Berücksichtigung des Durchschnitts der letzten 5 Jahre. Nur dieser Wert kann m.E. maßgebend für weitere Kalkulationen wie Abschluss und Höhe einer Riesterrente oder privaten RV sein.

Weiter ist natürlich noch der Wert der Rente wegen voller Erwerbsminderung von Bedeutung, da er sich natürlich auch an der aktuellen Situation orientiert.

Alle anderen Prognosen sind m.E. Unfug!

Deswegen zu Deiner Frage hinsichtlich voraussichtlicher zukünftiger Rentenanpassungen:

Da solche Prognosen - wie beschrieben - m.E. Blödsinn, weil nicht verwendbar, sind, gebe ich auch keine Prognose ab. Lediglich für das Jahr 2008 würde ich - aufgrund der derzeitigen Wirtschaftslage und Tariferhöhungen - von einem höheren Wert als den diesjährigen 0,54 % ausgehen, ich würde mal auf 1,0 bis 1,2 % tippen.

Weitere Tipps erspare ich mir und verzichte damit auch gerne auf das Fass Bier. :wink:

Gruß,
Robert

Hallo Kollegen,

heute mal aus aktuellen Anlass eine Umfrage!

Rentenerhöhung:
Wie hoch schätzt ihr die durchschnittliche
Rentensteigerung für die nächsten Jahrzente, sagen wir bis
2030, ein?

Hast Du Dir mal angeschaut, wann die Renten steigen? Dann fällt die Antwort leichter.

Ich nehme eigentlich auch nach der aktuellen Erhöhung
grundsätzlich eine Rentensteigerung von = 0% an. Das heißt der
Rentenfaktor wird bei 26,xx Euro bleiben. Die 2% auf den
Renteninfos rede ich Ihm dringend aus, das wäre unseriös, dem
Kunden in solch einen glauben zu lassen. Hat ja selbst die DRV
eingesehen!

Solange Du diese Information dokumentierst, kannst Du dem Kunden sagen was du willst…

Bei Deckung der Rentenlücke und solchen Zeiträumen muss man
nun die Inflation betrachten. Was ja dann zu einer faktischen
Rentenkürzung führt!

Nein, es führt zu einem Kaufkraftverlust der Rente. 500€ Rente sind auch in 30 Jahren noch 500€ Rente, wenn es den Euro dann noch gibt.

Welche Inflationsrate benutzt ihr: 2%, 3%?
Ich rechne meistens mit 2%, wenn dem Kunden hierzu nix
einfällt.
Gruss Christian

Ich finde es gewagt, bei den Renten von einer Stagnation auszugehen, wenn die Inflation bei 2% im Durchschnitt liegt. Bei einer solchen Inflation wird es wohl kaum über lange Zeit bei stabilen Löhnen bleiben, oder? Sonst sackt der Konsum in den Keller. Wenn man aber von steigenden Löhnen ausgeht, muss man auch Rentensteigerungen einbeziehen. Ganz so einfach kannst Du’s Dir meiner Meinung nach nicht machen!

Frank Wilke