Umgang mit aggressiven Jugendlichen

Hallo,

auf meinem Weg zur Arbeit laufe ich jeden Tag an einer Schule vorbei. Mein Auto parke ich auch in unmittelbarer Nähe (gibt keine wirkliche Alternative).

Nun bin ich in den letzten Monaten zweimal an einer Gruppe Halbstarken vorbeigelaufen, die zu Dritt nebeneinanderlaufen und keinen Platz machen, also es direkt auf Rempel ankommen lassen.

Beim ersten Mal hat einer so getan als ob er gerade vor mir stolpert, um mich zu erschrecken.

Beim zweiten Mal wurde ich angerempelt.

Das geht mir tierisch auf die Nerven.

Ich habe keine Lust, dass das ganze eventuell noch eskaliert, aber letztendlich habe ich auch kein Interesse daran „klein“ beizugeben.

Mich würde interessieren, was in den jungen Männern psychologisch vorgeht und wie ich dem am besten begegnen kann.

Angst im Sinne, dass mir was passiert habe ich nicht, nur dass ich in meiner Reaktion auf eine erneute Provokation überreagiere.

Eencockniedo

Hallo E.

Nun bin ich in den letzten Monaten zweimal an einer Gruppe
Halbstarken vorbeigelaufen, die zu Dritt nebeneinanderlaufen
und keinen Platz machen, also es direkt auf Rempel ankommen
lassen.

In unserer Gesellschaft gibt es keine Kaste mehr
mit dem „Abzeichen“:
„Beuge Dich in den Staub oder Du stirbst“. vgl.:
http://www.fairechaser.com/images/knight.jpg
http://elissa.typepad.com/photos/uncategorized/samur…

Mich würde interessieren, was in den jungen Männern
psychologisch vorgeht und wie ich dem am besten begegnen kann.

In der anonymen Gesellschaft must Du mit
Symbolen arbeiten, die eine aktuelle Geltung
haben und „Vorsicht, gefährlich“ bedeuten, z.B.:
http://www.aeiou.at/aeiou.history.data.jpg/35423.jpg
siehe auch:
http://msnbcmedia.msn.com/j/msnbc/Sections/Newsweek/…

… wenn das wohl auch nicht gerade praktikabel ist. :wink:

Am Ende bleibt es bei (äusserlichen) Symbolen, die für
die Zielgruppe eine Bedeutung haben …

Grüße

CMБ

Hallo Inkognito,

Das geht mir tierisch auf die Nerven.

Das darf man nicht zeigen.

Ich habe keine Lust, dass das ganze eventuell noch eskaliert,
aber letztendlich habe ich auch kein Interesse daran „klein“
beizugeben.

Mich würde interessieren, was in den jungen Männern
psychologisch vorgeht und wie ich dem am besten begegnen kann.

Gerade Haltung, straffer Gang, Blick in die Augen und ggf. ein neutraler Kommentar, wie „interessantes Thema“ oder „wie freundlich“ falls sich nicht 0,5 m vor dir eine Lücke auftut. Zwei freie Hände sind auch ganz hilfreich. übrigens

Ciao maxet.

Hallo

Es gibt sichere Methoden, eine Eskalation herbeizufuehren, aber es
gibt keine sicheren Methoden, eine Eskalation auszuschliessen, ausser
die, dem ganzen aus dem Wege zu gehen.

Nun bin ich in den letzten Monaten zweimal an einer Gruppe
Halbstarken vorbeigelaufen, die zu Dritt nebeneinanderlaufen
und keinen Platz machen, also es direkt auf Rempel ankommen
lassen.

Ist das echt so gefaehrlich: In ein paar Monaten zwei Mal und noch
nie ist wirklich etwas passiert? Du hast einfach nur Angst. Die reale
Gefahr ist gering.

Das geht mir tierisch auf die Nerven.

Ich habe keine Lust, dass das ganze eventuell noch eskaliert,
aber letztendlich habe ich auch kein Interesse daran „klein“
beizugeben.

Wenn dir das Selbstbewusstsein fehlt, dann musst du klein beigeben.
Du kannst dein Selbstbewusstsein staerken, indem du einen Kurs in
Selbstverteidigung machst. Wenn dir die Sache nicht so wichtig ist,
dann musst du eben versuchen, den Jugendlichen auszuweichen.

Mich würde interessieren, was in den jungen Männern
psychologisch vorgeht und wie ich dem am besten begegnen kann.

Na was wohl? Die fuehlen sich stark. Hast du noch nie erlebt wie
schoen das ist? Macht ist eine Droge.

Angst im Sinne, dass mir was passiert habe ich nicht, nur dass
ich in meiner Reaktion auf eine erneute Provokation
überreagiere.

Jedenfalls kannst du mit der Situation nicht souveraen umgehen.
Ausser Flucht oder Kampf (nicht unbedingt woertlich zu nehmen, Kampf
kann auch heissen, Kampf mit deiner Angst) bleibt dir keine Wahl.
Meine Aussage ganz oben behaelt ihre Gueltigkeit.

Gruss, Tychi

Hallo

Es gibt sichere Methoden, eine Eskalation herbeizufuehren,
aber es
gibt keine sicheren Methoden, eine Eskalation auszuschliessen,
ausser
die, dem ganzen aus dem Wege zu gehen.

Der Klügere gibt nach? Kann mir ja einreden, dass die bestimmt sonst schon von anderen herumgeschubst werden (Familie) bzw. bald erwachsen werden müssen (Arbeit).

Nun bin ich in den letzten Monaten zweimal an einer Gruppe
Halbstarken vorbeigelaufen, die zu Dritt nebeneinanderlaufen
und keinen Platz machen, also es direkt auf Rempel ankommen
lassen.

Ist das echt so gefaehrlich: In ein paar Monaten zwei Mal und
noch
nie ist wirklich etwas passiert? Du hast einfach nur Angst.
Die reale
Gefahr ist gering.

Das ist mir schon klar, dass ich ohne auf Konfrontationskurs zu gehen, kaum eine größere Gefahr heraufbeschwöre.

Das geht mir tierisch auf die Nerven.

Ich habe keine Lust, dass das ganze eventuell noch eskaliert,
aber letztendlich habe ich auch kein Interesse daran „klein“
beizugeben.

Wenn dir das Selbstbewusstsein fehlt, dann musst du klein
beigeben.

Fehlt mir nicht.

Mich würde interessieren, was in den jungen Männern
psychologisch vorgeht und wie ich dem am besten begegnen kann.

Na was wohl? Die fuehlen sich stark. Hast du noch nie erlebt
wie
schoen das ist? Macht ist eine Droge.

Ok, das Offensichtliche habe ich glatt übersehen.

Angst im Sinne, dass mir was passiert habe ich nicht, nur dass
ich in meiner Reaktion auf eine erneute Provokation
überreagiere.

Jedenfalls kannst du mit der Situation nicht souveraen
umgehen.
Ausser Flucht oder Kampf (nicht unbedingt woertlich zu nehmen,
Kampf
kann auch heissen, Kampf mit deiner Angst) bleibt dir keine
Wahl.

Ich habe keine Angst vor der Konfrontation, sondern vor den Folgen für die Jungs und dann wiederum vor den Folgen, die dass dann auf mich hat.

Meine Aussage ganz oben behaelt ihre Gueltigkeit.

Ok, ich glaube ich wollte nur meinen Frust loswerden, den man so aufbaut, wenn man nicht den Provokateur mal eben so an die Wand knallen kann.

Eencockniedo

Hallo,

Mich würde interessieren, was in den jungen Männern psychologisch vorgeht

in einer Gruppe Gleichgesinnter verstärkt sich Selbstsicherheit vorallem Erwachsenen gegenüber. Die probieren sich an dir aus und testen deine Grenzen aus. Diese Provokationen würde ein Einzelner wahrscheinlich nicht machen.

und wie ich dem am besten begegnen kann.

ich weiß nicht, ob es „die“ richtige Reaktion gibt, denn das kommt ja auch darauf an, welche Typen Jugendlicher zusammenkommen.

Angst im Sinne, dass mir was passiert habe ich nicht, nur dass
ich in meiner Reaktion auf eine erneute Provokation
überreagiere.

Solche Auftritte übermütiger Jugendlichenrudel kennt wohl jeder von uns. Wir wohnen nur ein paar Meter von einer großen Schule entfernt. Ich habe im Zweifelsfall auch schon mal die Straßenseite gewechselt, und finde das legitim auf meinen Instinkt zu hören, bevor ich in eine unnötige Schubserei gerate. Aber zu 99 % habe ich wirklich nur Übermut erlebt und ganz einfach mitgelacht, auch wenn der Spaß für einen Moment auf meine Kosten ging. Mir kommen solche Teenies wie junge Hunde vor, die so tun, als ob sie schon groß und gefährlich wären. Da wird man auch mal kurz „gebissen“. Ich denke, dass man sich nichts vergibt, wenn man ihnen ein/zwei Minuten freundliche Aufmerksamkeit schenkt, um dann wieder zur Tagesordnung überzugehen. Doch, wie schrieben, die Reaktion ist situations- und typenabhängig.
viele Grüße
claren

Hallo Claren,

Mir kommen solche Teenies wie junge
Hunde vor, die so tun, als ob sie schon groß und gefährlich
wären.

Hilft vielleicht nicht dabei, mit dem Phänomen umzugehen,
aber die folgende Episode zeigt wie universell das Verhalten
ist.

Botswana. Wir warten seit dem Nachmittag an einem
Wasserloch auf Elefanten.
Schließlich kommt eine große Herde: Elefantenkühe,
Muttertiere mit Kindern in verschiedenem Alter, keine
ausgewachsenen Bullen (die haben in so einer Herde
nichts verloren), aber männliche Elefantenteenager.

Die alten Kühe guckten zu uns rüber, beobachteten uns,
befanden uns für ungefährlich und gaben dann das Signal,
dass man ans Wasserloch könne. Dann defilierten etwa
60 oder so Elefanten an uns vorbei. Mütter und Kinder.
Ganz hinten kamen dann die Teenager. Es waren etwa fünf.
Die waren die ersten, die nach den alten Wächterinnen
uns mehr als einen kurzen Blick schenkten. Sie ver-
sammelten sich, etwa 50m von uns weg, unter einem
Baum. Und starrten zu uns rüber. Schließlich löste sich
einer aus der Truppe. Kam auf uns zu, mit viel
Trara und Ohrenwackeln. Hielt so 7, 8 Meter von uns an
(mir war ganz schön mulmig! wir saßen auf dem Dach eines
Jeep, ich glaub, ich hab aufgehört zu atmen!).

Da stand er dann. Trötete und stierte zu uns hin.
Blickte zurück zu den anderen unterm Baum, das brachte ihn
dann nochmal ein, zwei Meter näher zu uns. Dann trötete er
wieder, flappte noch mal mit den Ohren, schnaubte laut und
— drehte ganz langsam ab und schlappte zum Wasserloch.

Etwas später geschah das gleiche nochmal mit einem der
anderen, die unter dem Baum standen. Die restlichen
Jungs haben uns dann ignoriert und sind einfach so
was trinken gegangen.

Ehm, ja. Wie gesagt, hilft vielleicht nicht sehr,
aber vergessen werd ich das nie.

Grüße
Elke

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Hallo,

schöne Geschichte.

Hattest Du dabei auch das Dilemma…schießen oder nicht schießen, oder hattest Du kein Gewehr dabei, dann ist die Situation aber auch nicht mehr ganz vergleichbar mit meiner :wink:.

Eencockniedo

Hallo E.

schöne Geschichte.

Danke. Wie das Leben so spielt…

Hattest Du dabei auch das Dilemma…schießen oder nicht
schießen, oder hattest Du kein Gewehr dabei, dann ist die
Situation aber auch nicht mehr ganz vergleichbar mit meiner

Ich hatte kein Gewehr. Hätte ich auch nicht benutzen können.
Unser Ranger schon. Der hätte wohl können, hat aber nie.
Allerdings gab es die Möglichkeit den Rückwärtsgang einzulegen
und sich zu entfernen. Ich glaube, claren hat dir genau
diesen Rat (unter anderem) gegeben.

Grüße
Elke