Umgang mit Begriffen

Hi!

Wenn ich mir in den versch. polit. Foren die Artikel so anschaue, fällt mir immer mehr auf, dass oftmals Begriffe verwendet werden, ohne dass man darüber nachgedacht hat.

Bsp.:

Da liest man, dass jemand den Nazi-Staat zurückbringt, weil er sich nun hinter die Israelis stellt. Hm… wie soll denn das gehen?

Da wird vom Genozid der Israelis an den Palest. gesprochen. Ich finde selbst das Vorgehen der I. beschämend und ungerechtfertigt und wir sollten unbedingt darüber diskutieren, aber Leute … ein Genozid ist gerade aus historischer Sicht etwas anderes.

Und so geht das in einem fort. Man sollte doch die Wahl der Begriffe sehr gut überdenken. Nicht jedes Fremdwort, dass man gerade aufgeschnappt in die Diskussion werfen. Dann würden vielleicht auch nicht mehr soviel unbedachte Beleidigungen fallen.
Übertreibungen helfen hier nicht weiter. Übertrieben sind schon die Taten derer, die die Konflikte schaffen!

Ciao
Kaj

Hallo Kai,

Wenn ich mir in den versch. polit. Foren die Artikel so
anschaue, fällt mir immer mehr auf, dass oftmals Begriffe
verwendet werden, ohne dass man darüber nachgedacht hat.

Bsp.:

Da liest man, dass jemand den Nazi-Staat zurückbringt, weil er
sich nun hinter die Israelis stellt. Hm… wie soll denn das
gehen?

Das ist falsch. Es stand, dass bei der Demo des Zentralrates der Juden eines der Plakate des Veranstalters den Begriff" Fischer bringt uns die Nazis zurück" enthalten hat. Einen Vertreter der Regierung unseres Landes als den „Rückbringer der Nazis“ zu titulieren, ist aus meinem Verständnis heraus eine genauso ungeheuerliche Behauptung wie wenn einige immer noch behaupten, es habe die Vorgänge unter Hitler nie gegeben.

Da wird vom Genozid der Israelis an den Palest. gesprochen.
Ich finde selbst das Vorgehen der I. beschämend und
ungerechtfertigt und wir sollten unbedingt darüber
diskutieren, aber Leute … ein Genozid ist gerade aus
historischer Sicht etwas anderes.

Genozid ist nicht historisch nur durch das 3. Reich besetzt sondern heisst schlicht Völkermord.

Und so geht das in einem fort. Man sollte doch die Wahl der
Begriffe sehr gut überdenken. Nicht jedes Fremdwort, dass man
gerade aufgeschnappt in die Diskussion werfen. Dann würden
vielleicht auch nicht mehr soviel unbedachte Beleidigungen
fallen.
Übertreibungen helfen hier nicht weiter. Übertrieben sind
schon die Taten derer, die die Konflikte schaffen!

Die Diskussion - auch ich verwende oft harte Vergleiche - darf nicht deshalb ausgesetzt werden, weil es Vorgänge in Israel oder im israelischen Militär betrifft. Wobei ich nochmals klar und deutlich feststellen muss, dass wir natürlich unterscheiden müssen zwischen „den Israelis, den Juden“ und dem israelischen Militär und Scharon. Die Duplizität, mit der das israelische Militär gegen unbewaffnete Kinder, Frauen und alte Männer vorgeht, wie willkürlich geschossen und marodierend durch die Gegend gezogen wird, wie Häuser „abgebrochen“ oder zerstört werden, wie man Menschen zusammen treibt, bevor man dann auf sie schiesst, wie man Menschen in Häuser sperrt und dann mit Panzern auf diese Häuser schiesst, wie man Gefangene erschiesst, wie man Gefangene mit Nummern am Arm versieht, wie auf Behinderte geschossen wird - tut mir leid - wem wird aus dessen Geschichte solche Verhalten vorgehalten ? Und nun soll dies alles nur deshalb Rechtens sein, weil es israelische Militär macht. Sorry, Kai, man könnte diese Soldaten auch gegen Teile der Wehrmacht im Russland-Feldzug austauschen. Wannsee beschloss die Vernichtung der Juden. Scharons Kabinett beschloss die Vernichtung der Palästinenser, denn bei Scharon ist doch jeder Palästinenser, wohl sogar schon noch jene, die erst in Sperma-Form vorhanden sind, schon Attentäter. Hast nicht Scharon „Gross-Israel“ als Ziel erklärt und die Besiedlung der palästinensische Gebiete gefordert, damit die Juden aus Südamerika nach Israel kommen können.

Erweiterung des Lebensraumes durch Unterdrückung und Mord ? Wer hat dies so praktiziert ? Oder müssen wir die Geschichte neu schreiben. Wenn ich lese, mit welcher Moral einige Morde bejubeln - auch hier im Brett - dann aber auf die Deutschen im 3. Reich ( ich erlebe selten, dass jemand von Rechtsradikalen redet, es sind immer pauschal die Deutschen) hinweisen, spreche ich von Doppelmoral.

Wenn wir bei den Übergriffen des israelischen Militärs gegen die Zivilisten, die sich zur Wehr setzen, sei es nur mit Steinen, von Terroristen reden, dann denkt mal nach, welchen Unsinn geredet wird. Dann waren alle Russen gegen Hitler Terroristen. Und alle Tschetschenen sind Terroristen, wenn sie sich gegen die russische Armee wenden. Die Schwarzafrikaner, die sich gegen den Einfluss der Weisen richten sind demzufolge alles Terroristen. Und klar - Martin-Luther-King, der sich gegen die USA gewandt hat, war dann auch ein Terrorist, würde man die „geistige und moralische Bewertung“ jenen überlassen, für die Mord davon abhängt, wer der Täter ist.

Das israelische Militär versucht schnell noch Leichen zu beseitigen in Massengräbern. Nun greifen sogar obere Gerichte in Isreal ein, untersagen die Beseitigung von Spuren und ordnen die Klärung an, was geschehen ist.

Sorry, liebe Landsleute in Europa, oftmals scheint es, dass es in Israel mehr Juden gibt, in Palästina mehr Palästinenser die Frieden wollen, die Klarheit wollen, die keine Verbrechen wünschen als bei uns in den Diskussionen selbst ernannte Freunde des jeweiligen Staates erleben möchten.

Mir scheint, manche haben noch mehr Probleme wie Scharon mit der Möglichkeit, dass man sich nicht mehr über erschossenen Palis aufgeilen kann, man Sorge hat, dass es keinen Attentate mehr gibt, weil es sonst keinen Feindbild mehr geben wird. Und dass es einige gibt, die haben Sorgen, dass sie künftig nicht mehr Mord begründen können, weil keine Selbstmordattentäter mehr zuschlagen.

Die Grundlage der Vorgänge ist nämlich diesselbe. Ein Regierung will, durch Terror uder militärische Gewalt eine ethnische Gruppe ausrotten und deren Land und Eigentum rauben. Wer sich widersetzt ist Terrorist. Deshalb sind durchaus Vergleiche richtig. Im Übrigen. Konzentrationslager sind eine Erfindung der Engländer im Burenkrieg. Wenn historische Worte nicht besetzt werden sollten - wobei die Form des KZ im Burenkrieg und im 3. Reich erhebliche Unterschiede haben - dürfte dieser Begriff für das 3. Reich keine Verwendung finden. Massenmord an Zivilisten (sorry den Kampf gegen die Terroristen) haben die Amerikaner schon gegen die Indianer, gegen die Schwarzen, gegen Frauen und Kinder in Vietnam und vielen anderen Teilen der Welt ausgeübt. Richtig ist, der Begriff Massenmord ist in den USA und im Sprachgebrauch des israelischen Militärs zur verniedlichten Form des Kolateralschaden geworden.

Wir dürfen, um die Tragweite diverse Vorgänge nicht zu dulden, nicht einen Panzer zu einem Kinderwagen umfunktionieren. Wir dürfen einen Apachi - Angriff auf Zivilisten, weil es eben mal zur Hasenjagd ( Palästinenser) geht nichts als Fliegenklatschen titulieren. Wir sind aber dabei, Mord nach Gesinnung zu rechtfertigen, Verbrechen nach Gesinnung zu akzeptieren und Recht und Gesetz und die Menschenrechte weltweit zum Instrument krimineller Regierungen zu machen, denen es obliegt, wie sie bei entsprechendem Interesse es auslegen.

Was wir heute im Kampf zwischen den Palästinsern dem israelischen Militär und der Regierung Scharon dulden, ist die Gestaltung des Umgangs miteinander für die Zukunft.

Und derzeit steht die Missachtung der Menschenrechte, das Recht auf Leben, das Recht auf Sicherheit auf beiden Seiten - durch Arafat und Scharon mit Füssen getreten - ganz vorne im Wettstreit mit den USA, die solche Ziele unterstützen.

Gruss Günter

Genozid
Hi Günter,

stimmt: Genozid ist Völkermord.

Die Israelis begehen aber keinen Völkermord. Das sieht, mit Verlaub, anders aus.

Dazu muss ich nichtmal das dritte Reich und die Shoa bemühen, um so eine Aussage als Verniedlichung von Völkermorden bezeichnen zu können.

Wieso muss jede ungerechte und grausame Tat oder Politik, jeder Krieg, jede Vertreibung und Ermordung immer gleich als Völkermord tituliert werden? Hast du Angst, man könnte solche Verbrechen sonst nicht ernst genug nehmen? Muss jeder Mord gleich Massenmord sein, dass man noch hinhört? Ist Mord nicht mehr schlimm genug?

Ich finde es aus verschiedenen Gründen hochproblematisch, was Israel da im letzten Jahr abzieht, mir stehen die Haare zu Berge bei der momentanen Lage im Nahen Osten. Die pal. Terroristen, die sich und völlig zufällig in Cafés sitzende Männer, Frauen und Kinder in die Luft jagen, sind so fern von allem, was ich noch nachvollziehen kann…das erwähne ich gar nicht mehr. Deshalb ist die israelische Politik zur Zeit aber immer noch kein Völkermord.

…vielleicht ist deine Angst, dass man es sonst nicht (mehr) ernst nehmen könnte, berechtigt. Wir sind so dermaßen überfüttert mit Bildern von Menschen die irgendwo auf der Welt erschossen und gefoltert werden, verhungern, qualvoll sterben. Vielleicht ist die Hilflosigkeit und Angst so groß zu denken, nur noch wenn man etwas als Genozid bezeichnet wird es überhaupt noch wahrgenommen. Ich denke nur, dass durch diesen ständigen Gebrauch des Wortes eine Verharmlosung stattfindet…alles ist immer gleich Völkermord. Auch hier hört bald niemand mehr hin und ein wirklicher Völkermord wird nicht mehr als solcher wahrgenommen.

beste Grüße,

barbara

Da liest man, dass jemand den Nazi-Staat zurückbringt, weil er
sich nun hinter die Israelis stellt. Hm… wie soll denn das
gehen?

Das ist falsch. Es stand, dass bei der Demo des Zentralrates
der Juden eines der Plakate des Veranstalters den Begriff"
Fischer bringt uns die Nazis zurück" enthalten hat. Einen
Vertreter der Regierung unseres Landes als den „Rückbringer
der Nazis“ zu titulieren, ist aus meinem Verständnis heraus
eine genauso ungeheuerliche Behauptung wie wenn einige immer
noch behaupten, es habe die Vorgänge unter Hitler nie gegeben.

Hm…sorry, wenn ich das falsch aufgeschnappt habe. Verdeutlicht nur, wie sorgfältig man hier sein muss, auch im lesen *selbstpeitsch*

Da wird vom Genozid der Israelis an den Palest. gesprochen.
Ich finde selbst das Vorgehen der I. beschämend und
ungerechtfertigt und wir sollten unbedingt darüber
diskutieren, aber Leute … ein Genozid ist gerade aus
historischer Sicht etwas anderes.

Genozid ist nicht historisch nur durch das 3. Reich besetzt
sondern heisst schlicht Völkermord.

Naja, aber eine gewisse Färbung bekommen begriffe durch die Geschichte schon. Aber egal wie. Wenn man Genozid eben einfach als Völkermord übersetzt, wie es ja korrekt ist, so finde ich sollte man doch sehr gut bedenken, ab welchem Zeitpunkt man solch’ einen Begriff wählt.

Zum Betreff: Natürlich hängt Mord nicht vom Täter ab. Aber das wollte ich auch gar nicht sagen. Ich hatte den Artikel allgemein gemeint, ohne die Lage im Nahen Osten beurteilen zu wollen.

ciao
Kaj

Hallo,

Kai,

Zum Betreff: Natürlich hängt Mord nicht vom Täter ab. Aber das
wollte ich auch gar nicht sagen. Ich hatte den Artikel
allgemein gemeint, ohne die Lage im Nahen Osten beurteilen zu
wollen.

Nimm es bitte nicht persönlich, ich hätte Dich sonst direkt angesprochen. Mir scheint nur, dass die Diskussion, wer den besseren Mord verübt hat oder wer den widerwärtigen Mord verübt hat langsam aber sicher abzugleiten in die Frage, ob tatsächlich Mord nur noch am Täter sich orientiert.

Gruss Günter

Hallo Barbara,

stimmt: Genozid ist Völkermord.

Die Israelis begehen aber keinen Völkermord. Das sieht, mit
Verlaub, anders aus.

Dazu muss ich nichtmal das dritte Reich und die Shoa bemühen,
um so eine Aussage als Verniedlichung von Völkermorden
bezeichnen zu können.

Wieso muss jede ungerechte und grausame Tat oder Politik,
jeder Krieg, jede Vertreibung und Ermordung immer gleich als
Völkermord tituliert werden? Hast du Angst, man könnte solche
Verbrechen sonst nicht ernst genug nehmen? Muss jeder Mord
gleich Massenmord sein, dass man noch hinhört? Ist Mord nicht
mehr schlimm genug?

Wie soll man das, was derzeit geschieht noch bezeichnen ? Der Begriff „Völkermord“ ist selbstverständlich in der Tragweite wesentlich schwieriger. Dann müsste man aber den Begriff der „ethnischen Säuberung“ nehmen, denn dies will Scharon. Und ich vergleiche Scharon durchaus mit Milosevic. Unterdrückung eines Volksgruppe, die wehrt sich, notfalls mit unzulässigen Mitteln der Gewalt, es wird einmarschiert und getötet, bis kein Albaner mehr rennt oder aktuell kein Palästinenser. Gegenreaktion die erneuet Reaktion auslöst, die Gegenseite tötet blind jeden, der zur anderen Gruppe gehört.

Ich finde es aus verschiedenen Gründen hochproblematisch, was
Israel da im letzten Jahr abzieht, mir stehen die Haare zu
Berge bei der momentanen Lage im Nahen Osten. Die pal.
Terroristen, die sich und völlig zufällig in Cafés sitzende
Männer, Frauen und Kinder in die Luft jagen, sind so fern von
allem, was ich noch nachvollziehen kann…das erwähne ich gar
nicht mehr. Deshalb ist die israelische Politik zur Zeit aber
immer noch kein Völkermord.

…vielleicht ist deine Angst, dass man es sonst nicht (mehr)
ernst nehmen könnte, berechtigt. Wir sind so dermaßen
überfüttert mit Bildern von Menschen die irgendwo auf der Welt
erschossen und gefoltert werden, verhungern, qualvoll sterben.

Notfalls wird vom Kolateralschaden geredet. Oder von den Raketen, die zielsicher um wenige Zentimeter kein Ziel verfehlen. Man redet vom Einsatz „notwendiger Kampfmittel“ únd dann kommt heraus, man schiesst mit Granaten, die mit Plutonium verseucht sind. Die USA haben uns einst drastisch mit der Entlaubung der Wälder als operative Notwendigkeit gezeigt, was wir unter diesen Verniedlíchungen bis heute sehen müssen. Und Scharon hat bekanntlich von den Palästinensern als „Ratten“ gesprochen. Göbbels vom „Ungeziefer“. Bei solchen Worten steht doch - halten wir solche Politiker nicht für dumm, sie wissen genau, was sie erreichen wollen - das Ziel im Vordergrund, Menschen einer anderen Religion, Rasse oder Nationalität als "im weitläufigen Sinne Ungeziefer " zu titulieren, um jede Hemmschwelle, sei es für Verbrechen oder gar Mord zu beseitigen. Ungeziefer, zu dem Ratten gehören, sind lästig, sie sind schädlich und müssen vernichtet werden. Wenn also Scharon die Palästinenser als Ratten tituliert, ist das Ziel wohl klar.

Vielleicht ist die Hilflosigkeit und Angst so groß zu denken,
nur noch wenn man etwas als Genozid bezeichnet wird es
überhaupt noch wahrgenommen. Ich denke nur, dass durch diesen
ständigen Gebrauch des Wortes eine Verharmlosung
stattfindet…alles ist immer gleich Völkermord. Auch hier
hört bald niemand mehr hin und ein wirklicher Völkermord wird
nicht mehr als solcher wahrgenommen.

Ich glaube, dass wir eher dazu neigen, den " Video-Krieg am Bildschirm mit den messerscharfen Operationen, die zielgenau eingesetzt nie Zivilisten gefährden" langsam so zu nehmen als sässen wir an einem Ballerspiel und freuen uns nur noch über die Anzahl der Toten und die Punkte, die wir dafür erhalten.

Grüss Günter

Hallo Kaj,

Wenn ich mir in den versch. polit. Foren die Artikel so
anschaue, fällt mir immer mehr auf, dass oftmals Begriffe
verwendet werden, ohne dass man darüber nachgedacht hat.

Dies ist den allermeisten Diskussionen in den meisten Sprachen ausser Japanisch implizit.

Bsp.:

Da liest man, dass jemand den Nazi-Staat zurückbringt, weil er
sich nun hinter die Israelis stellt. Hm… wie soll denn das
gehen?

Er wird es uns hoffentlich nach Septmeber ncht mehr beweisen können.

Da wird vom Genozid der Israelis an den Palest. gesprochen.
Ich finde selbst das Vorgehen der I. beschämend und
ungerechtfertigt und wir sollten unbedingt darüber
diskutieren, aber Leute … ein Genozid ist gerade aus
historischer Sicht etwas anderes.

Ich bitte um Erläuterung.
Ich persönlich halte diesen Begriff durchaus für passend.

Und so geht das in einem fort. Man sollte doch die Wahl der
Begriffe sehr gut überdenken. Nicht jedes Fremdwort, dass man
gerade aufgeschnappt in die Diskussion werfen. Dann würden
vielleicht auch nicht mehr soviel unbedachte Beleidigungen
fallen.

Hier reklamierst Du für Dich ein exklusives, herausragendes Sprachverständnis. Dies unterschreibe ich verständlicherweise so nicht…

Übertreibungen helfen hier nicht weiter. Übertrieben sind
schon die Taten derer, die die Konflikte schaffen!

Hier hingegen gehe ich mit.

Grüße,

Mathias

‚ethnische Säuberung‘
Hallo Gunter,

mir hat der Begriff „ethnische Säuberung“ (der ja fleissig von der Presse verwendet wurde) schon im Fall Kosovo die Haare zu Berge stehen lassen, denn im Endeffekt ist der Gebrauch dieser Redewendung ohne Anführungszeichen eine Übernahme des Vokabulars der Täter. (Hast du ja auch nicht gemacht, weil dir der Begriff sicher genauso aufsößt) Wo gesäubert wird, wird „Schmutz“ weggewischt…*grusel*…von einer „ethnischen Säuberung“ zu reden, heißt dann nicht nur andere Menschen als Schmutz zu bezeichnen, weil sie einer anderen Volksgruppe angehören, sondern ist zudem wirklich eine Verniedlichung. Bei Säubern sehe ich vor meinem Augen Wischmobs und Putzmittel, keine Waffen und Massengräber…

Wie soll man das, was derzeit geschieht noch bezeichnen ? Der
Begriff „Völkermord“ ist selbstverständlich in der Tragweite
wesentlich schwieriger. Dann müsste man aber den Begriff der
„ethnischen Säuberung“ nehmen, denn dies will Scharon. Und ich
vergleiche Scharon durchaus mit Milosevic. Unterdrückung eines
Volksgruppe, die wehrt sich, notfalls mit unzulässigen Mitteln
der Gewalt, es wird einmarschiert und getötet, bis kein
Albaner mehr rennt oder aktuell kein Palästinenser.
Gegenreaktion die erneuet Reaktion auslöst, die Gegenseite
tötet blind jeden, der zur anderen Gruppe gehört.

Hm, ich sehe nicht jeden Tag TV, deshalb bin ich vielleicht nicht informiert, aber werden denn in Israel mittlerweile systemathisch palästinensische Dörfer mit Gewalt und Mord geräumt, wie es im Kosovo seitens der Serben geschah? Das waren ja die Aktionen, die als „ethinsche Säuberung“ bezeichnet wurden: Das Ziel, komplette Landstriche von Albanern zu leeren. Gibt es in Israel schon Flüchtlingsströme in die Nachbarländer?

…ich gebe dir durchaus Recht, ich glaube, dass Scharon das gerne hätte: Alle Palästinenser in Jordanien, in Israel werden ja die Stimmen wieder lauter, die sagen, den eigentlichen Palästinenserstaat gebe es ja schon: Jordanien. Aber das ist soweit ich weiß noch nicht der Fall.

Notfalls wird vom Kolateralschaden geredet. Oder von den

„Kolateralschaden“ ist auch so ein Unwort *grusel*

beste Grüße,

barbara

Hallo Barbara,

mir hat der Begriff „ethnische Säuberung“ (der ja fleissig von
der Presse verwendet wurde) schon im Fall Kosovo die Haare zu
Berge stehen lassen, denn im Endeffekt ist der Gebrauch dieser
Redewendung ohne Anführungszeichen eine Übernahme des
Vokabulars der Täter. (Hast du ja auch nicht gemacht, weil dir
der Begriff sicher genauso aufsößt) Wo gesäubert wird, wird
„Schmutz“ weggewischt…*grusel*…von einer „ethnischen
Säuberung“ zu reden, heißt dann nicht nur andere Menschen als
Schmutz zu bezeichnen, weil sie einer anderen Volksgruppe
angehören, sondern ist zudem wirklich eine Verniedlichung. Bei
Säubern sehe ich vor meinem Augen Wischmobs und Putzmittel,
keine Waffen und Massengräber…

Der ursprüngliche Sinn dieses Begriffes darf man durchaus wie Du es interpretierst - ich im Übrigen auch - im weitesten Sinne für den Sprachgebrauch der Säuberung (wegwischen, Unrat entfernen) verwenden. Dieser durchaus brutale Begriff beinhaltet letztlich auch, dass eine Mehrheit versucht eine Minderheit restlos aus einem bestimmen Gebiet zu entfernen. Hierbei werden natürlich dann die Formen solcher Aktionen zusammen geworfen. Da fällt dann die Vertreibung genauso unter dne Begriff wie der Mord. Es ist ohnehin - ungeachtet der Vorgänge in Isreal - üblich, die Begriffe der Täter in den Sprachgebrauch zu übernehmen.

Wie soll man das, was derzeit geschieht noch bezeichnen ? Der
Begriff „Völkermord“ ist selbstverständlich in der Tragweite
wesentlich schwieriger. Dann müsste man aber den Begriff der
„ethnischen Säuberung“ nehmen, denn dies will Scharon. Und ich
vergleiche Scharon durchaus mit Milosevic. Unterdrückung eines
Volksgruppe, die wehrt sich, notfalls mit unzulässigen Mitteln
der Gewalt, es wird einmarschiert und getötet, bis kein
Albaner mehr rennt oder aktuell kein Palästinenser.
Gegenreaktion die erneuet Reaktion auslöst, die Gegenseite
tötet blind jeden, der zur anderen Gruppe gehört.

Hm, ich sehe nicht jeden Tag TV, deshalb bin ich vielleicht
nicht informiert, aber werden denn in Israel mittlerweile
systemathisch palästinensische Dörfer mit Gewalt und Mord
geräumt, wie es im Kosovo seitens der Serben geschah?

Nein, das geschieht nicht. Die Dörfer und Städte werden nicht geräumt. Isreals Regierung behauptet lediglich, jedes Dorf überfallen zu müssen, weil dort Terroristen sein sollen. Dass dabei auf Frauen in Krankenhäusern geschossen wird, über 120 Kindergärten und Schulen angegriffen, bombardiert oder mit Panzern beschossen wurden, systematisch Menschen ermordert werden, hat ja nun auch die israelische Gerichtsbarkeit auf den Plan gerufen, nachdem man merkt, dass das israelische Militär die Opfer unter den Palis schnell verbuddeln wollte. Dem Militär wurde nun ja untersagt, Tote zu beerdigen bevor die Todesursache nicht geklärt ist. Für mich ist die Aktion des Militärs ohnehin „idiotisch“. Wenn - wir wissen doch alle nicht genau - welche Seite derzeit bei Toten die Wahrheit sagt - es keine Ermordungen (Genickschüsse unbewaffneter Menschen,Erschiessungen nach Vergwaltigungen)durch das israelische Militär ist, muss man sich fragen, weshalb dann so schnell beerdigt werden muss, dass niemand die Opfer sehen darf. Dann wäre es ja gerade angesichts der späteren möglichen Vorwürfe Verpflichtung, zu zeigen, auch der Weltöffentlichkeit, dass alles nicht zutrifft.

Das

waren ja die Aktionen, die als „ethinsche Säuberung“
bezeichnet wurden: Das Ziel, komplette Landstriche von
Albanern zu leeren. Gibt es in Israel schon Flüchtlingsströme
in die Nachbarländer?

…ich gebe dir durchaus Recht, ich glaube, dass Scharon das
gerne hätte: Alle Palästinenser in Jordanien, in Israel werden
ja die Stimmen wieder lauter, die sagen, den eigentlichen
Palästinenserstaat gebe es ja schon: Jordanien. Aber das ist
soweit ich weiß noch nicht der Fall.

Dies ist aber auch nur die orthodoxe Seite.

Notfalls wird vom Kolateralschaden geredet. Oder von den

„Kolateralschaden“ ist auch so ein Unwort *grusel*

Grüsse

Günter

Moin Babs,

Hm, ich sehe nicht jeden Tag TV, deshalb bin ich vielleicht
nicht informiert, aber werden denn in Israel mittlerweile
systemathisch palästinensische Dörfer mit Gewalt und Mord
geräumt, wie es im Kosovo seitens der Serben geschah? Das
waren ja die Aktionen, die als „ethinsche Säuberung“
bezeichnet wurden: Das Ziel, komplette Landstriche von
Albanern zu leeren. Gibt es in Israel schon Flüchtlingsströme
in die Nachbarländer?

Diese Frage meinst du nicht ernst, oder ?
Vergleich dochmal die Veränderung der Gebiete mit jüdischer und palästinensicher Bevölkerung im Laufe der Jahre (und damit mein ich nicht nur 1948 sondern auch später), insbesondere in den besetzten Gebieten und Jerusalem.

Da klingt das Wort „mittlerweile“ dann allenfalls zynisch.

Gruss
Marion

…ich gebe dir durchaus Recht, ich glaube, dass Scharon das
gerne hätte: Alle Palästinenser in Jordanien, in Israel werden
ja die Stimmen wieder lauter, die sagen, den eigentlichen
Palästinenserstaat gebe es ja schon: Jordanien. Aber das ist
soweit ich weiß noch nicht der Fall.

Notfalls wird vom Kolateralschaden geredet. Oder von den

„Kolateralschaden“ ist auch so ein Unwort *grusel*

beste Grüße,

barbara

Da wird vom Genozid der Israelis an den Palest. gesprochen.
Ich finde selbst das Vorgehen der I. beschämend und
ungerechtfertigt und wir sollten unbedingt darüber
diskutieren, aber Leute … ein Genozid ist gerade aus
historischer Sicht etwas anderes.

Ich bitte um Erläuterung.
Ich persönlich halte diesen Begriff durchaus für passend.

IMHO ist ein Genozid eine andere Dimension als das, was derzeit im Nahen Osten passiert. Ohne, wie gesagt, dies legitimieren zu wollen.

Hier reklamierst Du für Dich ein exklusives, herausragendes
Sprachverständnis. Dies unterschreibe ich verständlicherweise
so nicht…

Kein exklusives. Ein individuelles vielleicht, wie jeder andere auch. Ich bin aber durchaus der Meinung, dass oftmals Begriffe verwendet werde, weil sie gerade „in“ sind, nicht weil man genau weiss, was man damit ausdrückt.

Übertreibungen helfen hier nicht weiter. Übertrieben sind
schon die Taten derer, die die Konflikte schaffen!

Hier hingegen gehe ich mit.

Thnx.

Ciao
Kaj

hallo Barbara,
der Palästinenserstaat existiert. Zwar noch nicht souverän, aber existent: Westbank und Gaza. Nur wollen die Israeli dieses Gebiet für sich haben und unterwandern es. Irgendwann heißt es dann: diese Gebiete werden mehrheitlich von Israeli bewwohnt.
diese methode wurde auch im sog. Kernland angewandt. Vor 1900 gab es rlativ wenig Juden in diesem Gebiet. Dann setzte die Unterwanderung ein.
Ergebnis: es wird heute behauptet, dass dieses Gebiet ja schon von je her von Israelis bewohnt würde.
Mich würde ja so ein israelisches Schulgeschichtsbuch interesssieren. Es wird genauso viel Wahrheit enthalten, wie die russischen. Und die sind die reinsten Märchenbücher.
Na, ja, es gibt wohl auch keine Geschichstsbücher, die 100 % neutral und wahr sind.
Grüße
Raimund

Hallo Kaj,

Da wird vom Genozid der Israelis an den Palest. gesprochen.
Ich finde selbst das Vorgehen der I. beschämend und
ungerechtfertigt und wir sollten unbedingt darüber
diskutieren, aber Leute … ein Genozid ist gerade aus
historischer Sicht etwas anderes.

Ich bitte um Erläuterung.
Ich persönlich halte diesen Begriff durchaus für passend.

IMHO ist ein Genozid eine andere Dimension als das, was
derzeit im Nahen Osten passiert. Ohne, wie gesagt, dies
legitimieren zu wollen.

Das reicht mir nicht.
Genozid ist nach meiner Definition die gezielte Vernichtung einer Völkergruppe.
Und genau das passiert im NO gerade.

Hier reklamierst Du für Dich ein exklusives, herausragendes
Sprachverständnis. Dies unterschreibe ich verständlicherweise
so nicht…

Kein exklusives. Ein individuelles vielleicht, wie jeder
andere auch. Ich bin aber durchaus der Meinung, dass oftmals
Begriffe verwendet werde, weil sie gerade „in“ sind, nicht
weil man genau weiss, was man damit ausdrückt.

Das kann ich für mich entspannt ablehnen, wie Du im Archiv nachlesen kannst, habe ich den Begriff „Genozid“ bereits gebraucht, bevor die Massenmedien vor ca. 3-4 Wochen damit begonnen haben.
Es kann also keine Rede davon sein, dass ich bestimmte Begriffe verwende, nur weil sie gerade „in“ sind.

Übertreibungen helfen hier nicht weiter. Übertrieben sind
schon die Taten derer, die die Konflikte schaffen!

Hier hingegen gehe ich mit.

Grüße,

Mathias

Dann müsste man aber den Begriff der
„ethnischen Säuberung“ nehmen, denn dies will Scharon.

wie kann es möglich sein, daß 20% araber in israel leben? die hat er wohl übersehen beim säubern.

Mich würde ja so ein israelisches Schulgeschichtsbuch
interesssieren.

kannst du gerne haben. porto und buch bitte per scheck zu bezahlen. über die feinheiten der formulierungen unterhalten wir uns dann aber per mail.

L.

Genozid
Genozid heisst doch wörtlich übersetzt: Völkermord.
Es gibt doch noch Palästinenser,—> kein Völkermord

Oder verstehe ich hier etwas falsch?

Marco

Dann müsste man aber den Begriff der
„ethnischen Säuberung“ nehmen, denn dies will Scharon.

wie kann es möglich sein, daß 20% araber in israel leben? die
hat er wohl übersehen beim säubern.

Hi,

noch hat er das Ende nicht erreicht. Nur, mit wieviel Prozent ist der Ausdruck „ethnische Säuberung“ zulässig ? Oder, welches Wort soll und darf man für die Vorgänge verwenden ?

Grüss Günter

Hallo Lehitraot,
mehrere Hinderungsgründe: Kosten und ganz besonders: ich kann kein neuhebräisch! Ein paar Worte Jiddisch, das ist aber auch alles.
Doch solltest Du mal hier in D dich aufhalten, würde es mich fruen, wenn Du einen Abstecker bei mir machen würdest… und die Krallen einfähst!!!:smile:))
Auch Dein Verlobter ist natürlich gerne gesehen!
Grüße
Raimund

Genozid heisst doch wörtlich übersetzt: Völkermord.
Es gibt doch noch Palästinenser,—> kein Völkermord

Oder verstehe ich hier etwas falsch?

Ganz richtig.
Du verstehst hier etwas falsch.

Ein Genozid ist nicht nur ein Ergebnis, sondern auch ein Prozess. Und dieser läuft eben noch.

Grüße,

Mathias