Hi Tato,
hab gestern zum ersten Mal diesen thread gelesen, und Deine diese Antwort hier bestätigt fast meine Meinung dazu:
Ich halte diesen Menschen gar nicht unbedingt für einen ‚Besserwisser‘, auch wenn sich seine Eigenart - für dich und vielleicht auch andere - gerade so äussert.
Ich denke, es ist eher ein Mensch, der sehr subjektiv denkt, und Probleme hat, sich - also objektiv - in andere Menschen hineinzuversetzen. Jemand, dem social skills, & emotional intelligence fehlen. Der ausserdem sehr unzufrieden ist, und dies Unzufriedenheit, gerade wenn sie mal grössere Ausmasse annimmt, an anderen auslässt.
Da dieser Mensch scheinbar nicht mehr der jüngste ist*, denke ich, da kannst Du nicht viel machen. Aufgrund seiner Subjektivität ist es ihm auch nicht gerade möglich, zu merken, was er anstellt. Bzw er ist sicher nicht nur unzufrieden mit seinem Leben, sondern eben auch mit sich - würde das aber nie im Leben zugeben, weil, das hiesse ja, es sich selbst einzugestehen.
Und das meine ich, wenn ich sage, er ist scheinbar nicht mehr der jüngste. Ich will nicht sagen, dass man im Alter nichts mehr lernen kann - ganz und gar nicht - aber wenn man schon den grössten Teil seines Lebens hinter sich hat, und sich DANN eingestehen müsste, dass man seine eigene Unzufriedenheit grösstenteils selbst zu verschulden hat - nun, ich denke, das wäre nen ziemlicher Schlag unter die Gürtellinie, den man vermeidet, weil er einem zu weh tun würde.
Also geht man weiter verbittert durch das Leben…
Mir tut der Mensch leid. Und das sollte er dir auch.
Und ich denke, der Umgang mit ihm würde Dir erleichtert, wenn Du es so siehst - statt Dich innerlich aufzuregen, ihn innerlich bemitleiden.
(Du, ich hab nen Vater, der ist zwar nicht ganz so, wie Du es beschreibst, und er lässt sich, wenn er sich bei Fakten tatsächlich irrt, auch mal belehren. Aber was das emotionale betrifft, da ist er ähnlich, sehr ähnlich. Deshalb schrieb ich auch das mit dem Alter, denn ich habe entschieden ((ob das nun richtig ist oder nicht)), dass es gemein wäre, ihn in seinem Alter ‚den Boden unter den Füssen wegzuziehen‘, indem man ihm sagt, was denn nun sein Problem ist. Denn mittlerweile glaube ich zu wissen, wo der Hase begraben liegt, nur… was nützt es ihm heute noch, ausser dass er sich bewusst werden müsste, wieviel er selbst ‚verschuldet‘ hat in seinem Leben - und rückgängig machen lässt sich das halt nicht)
Gruss, Isabel