ich hätte mal gerne gewußt, wie Ihr mit dem Thema Tod umgeht?!
Ich z.B. kann noch nicht mal daran denken, daß ich irgendwann
einmal nicht mehr da sein soll.
Also das meine Hülle weg ist, damit komme ich noch klar, -
aber das „ICH“ weg sein soll…also was auch immer das ist
(Geist, Seele)…das bringt mich echt um den Verstand.
Da geht es wohl nicht nur mir so. Ich frag mich nur, wie ich
damit umgehen soll, - einfach das Thema zu verdrängen kann es
ja nicht gewesen sein.
Im Glauben finde ich da auch keinen Trost, - ich bin da wohl
zu praktisch veranlagt und brauche da eben irgendetwas, woran
ich mich festhalten kann (die katholische Religion ist da ja
eher nichts für mich:smile:…
Was meint Ihr? Danke für Eure Meinungen
Statt dunkler Ahnungen, helles Erkennen, dann braucht man vor dem Tod keine Angst zu haben! Um nicht leere Worte zu machen, habe ich meine Version, von dem wie es abläuft, im folgenden aufgeschrieben:
Etwas über den Menschen…
Ein Mensch wird gezeugt, geboren, wächst heran, bildet sich, lebt sein Leben auf irgendeine Weise und stirbt schließlich, manchmal schon unmittelbar nach der Zeugung. Ein alltäglicher Ablauf, den wir alle kennen. Aber dieser sichtbare und tastbare Mensch ist nicht die komplette Individualität Mensch, sondern nur dessen materielle Hülle, die gesteuert wird von der für uns unsichtbaren Seele. Diese Seele gehört einer höheren Seinsebene an als das Materielle und ist, materiell gesehen, weder sichtbar, tastbar noch meßbar, so wie das auch auf einen Gedanken zutrifft, obwohl dieser fraglos existiert. Die Seele sieht genauso aus wie der Leib, sie hat alle Glieder und sie ist materiell unzerstörbar. Wenn z.B. der Leib durch einen Unfall einen Fuß verliert, so hat die Seele dennoch nach wie vor alle Glieder beisammen.
Das Verhältnis zwischen Leib und Seele kann man sich vorstellen wie das Verhältnis zwischen Kleidung und Leib. Bewegt sich der Leib, so bewegt sich auch die Kleidung. Niemand wird aber behaupten, die Kleidung habe eigenes Leben. Legt der Leib die Kleidung ab, so liegt die Kleidung unbeweglich da, so wie auch der Leib unbeweglich daliegt, wenn die Seele den Leib ablegt. Andere Beispiele für das Zusammenwirken von Leib und Seele sind der Astronaut im Raumanzug und der Taucher im Taucheranzug. Beide Anzüge sind nur Mittel zum Zweck, um den darin eingeschlossenen Personen zu gestatten, in einem sonst nicht zugänglichen Medium zu wirken. Der Leib ist also, richtig betrachtet, die zeitweise vorhandene, von der Seele mitbelebte materielle Hülle der dreigliedrigen, ineinandergeschachtelten, sich in mehreren Seinsebenen durchdringenden Wesenheit Mensch, eine wunderbare biologische Maschine, ein Diener oder Werkzeug der Seele.
Zu dieser dreigliedrigen Wesenheit fehlt noch der primäre, alles durchdringende, Leib und Seele bedingende Geist, nicht Verstand, welcher einer noch höheren Seinsebene angehört als die Seele und der den Menschen vom Tier unterscheidet. Dieser Geist, ausgehend von der Liebe Gottes, unseres himmlischen Vaters in Jesu, wird dem Menschen als Geistesfunke ins Herz der Seele gelegt. Die Zugehörigkeit von Leib, Seele und Geist einer Individualität ist äußerlich durch das gleiche Antlitz gekennzeichnet. So wie nun Leib und Seele ausgebildet werden durch die Nahrung, wobei die Seele das Edle, ihr entsprechende Seelische, der Leib das Materielle aufnimmt, so wird auch der Geist durch eine geistige Speise genährt. Diese ist hier die Lehre Jesu, die sich so zusammenfassen läßt:
Liebe Gott, den du mit materiellen Augen nicht siehst, in deinem, vorzugsweise armen Nächsten, in der Tat. Werde demütig, sanftmütig, barmherzig, geduldig und suche nicht die Ehre bei den Menschen. Behandle so deine Nächsten, wie du, vernünftig betrachtet, gerne selbst behandelt werden möchtest.
Ist nun diese Kost gut, so breitet sich der Geistfunke in der Seele aus, der Embryo wächst und wird schließlich erwachsen. Ist die Seele aber erfüllt vom Geiste, was heißt, daß sich die Seele dem Geiste dadurch unterordnet, indem sie freiwillig die Sinnenlust am straffen Zügel hält, das Vorteilsdenken aufgibt und gute Werke tut, dann ist die Wiedergeburt des Geistes in der Seele herbeigekommen, wie sie Jesus einst dem Nikodemus erklärte, und der Mensch ist wahrhaft weise geworden und erkennt, so es nötig ist, alles durch Gott. Dann ist der Zustand erreicht, von dem Paulus spricht: Nun lebe nicht mehr ich, sondern Jesus lebt in mir. Dies ist das Ziel, das der Mensch in seinem irdischen Leben, als einer zwar kurzen, aber entscheidend wichtigen Zeitperiode seines nimmer endenden Seins, anstreben soll, das aber nur wenige erkennen und hier in der Fülle kaum einer erreicht.
Nun kommt zu seiner Zeit, zumeist wenn der Leib mürbe geworden ist, der Ruf Gottes an die Seele, herauszutreten aus dem Leib und ins Geistleben einzugehen. Die Seele tritt aus dem Leib und dieser, seines Lebens -und Steuerorgans beraubt, ist leblos und verwest. Für eine vollendete Seele ist dies, wie es die Geschichte des Christentums z.B. bei einzelnen Märtyrern zeigt, ein herrlicher Vorgang, der zu vergleichen ist mit einem Gefangenen, der aus finsterem Kerker in die ersehnte Freiheit darf. Von Angst und Schmerzen kann dabei keine Rede sein. Für unvollendete Seelen, und die sind leider die Regel, ist das Heraustreten aus dem Leibe mit mehr oder weniger starken und kurz oder länger dauernden Leiden verbunden, da alle Weltbande zerrissen werden müssen. Je mehr nämlich ein Mensch sein Herz an Irdisches gehängt hat, desto mehr muß er bei dieser Scheidung erdulden, da nichts Materielles ins Geistleben übertreten kann. Gott allein aber sieht ins Herz und weiß, warum oft ein böser Mensch, der sich weder um Gott noch um seine Nächsten gekümmert hat, einen vermeintlich schönen, schnellen Tod ohne erkennbare Leiden, und ein um das christliche Leben ringender Mensch ein schmerzvolles Krankenlager erleben muß. Das mit Geduld und ohne Murren ertragene und angenommene Leiden und Krankenlager kann da, so unverständlich das auch klingen mag, die Liebe, Gnade und Barmherzigkeit unseres Gottes und Vaters in Jesu ausdrücken, der einer Seele noch Gelegenheit gibt, über vieles noch ins Klare zu kommen und manches Ungereimte aus sich zu schaffen, während der Böse eben keine weitere Chance mehr auf der materiellen Erde erhielt.
Die Leiden schickt uns aber nicht Gott! Einmal kommt es darauf an, welche Gesundheit wir von unseren Vorfahren durch ihr Verhalten geerbt haben, zum anderen hat mancher Mensch durch seine oft falsche und ungesunde Lebensweise von Jugend an die Leiden programmiert . Sieht man es positiv kann man sagen: Durch die Abkehr von Gott bereitet sich der Mensch manche Übel, die ihn, bei geduldigem Ertragen der Folgen wieder zu Gott zurückführen können. Gott will aber nicht, daß der Mensch leidet oder gar in jungen Jahren stirbt, im Gegenteil, er möchte, daß der Mensch ein hohes Alter erreicht und als reife Seele ins Geistreich kommt. Er akzeptiert aber, was der Mensch aus seinem Leben macht. Sein Grund: Der Mensch hat seine völlige Willensfreiheit von Gott erhalten! Es liegt in seinem freien Willen, ob er diesen seinem himmlischen Vater freiwillig unterordnet, demütig und liebevoll wird und damit den rechten und kurzen Weg zur Seligkeit betritt, oder ob er ein seinem Genußwillen schmeichelndes, egoistisches Leben führt, hochmütig und herrschsüchtig wird und sich immer mehr von Gott entfremdet. Auch dieser Weg kann irgendwann, unter Umständen nach endlosen Zeiten, die der menschliche Verstand nicht mehr überschauen kann, zu Gott führen. Wer aber mag ermessen, welche Beschwerden der auf sich nimmt, der diesen großen Umweg geht und auf welches Maß Seligkeit er dabei verzichtet?
Gott, der Allvermögende, hat den Menschen aus Liebe und aus Sehnsucht nach Gesellschaft als sein Kind erschaffen und hat ihm die volle Willensfreiheit gegeben, damit er einst, nach seiner Reifung, ihn als Vater erkennen und lieben und mit ihm zusammen ein seliges Leben führen möge. Der Mensch aber tat vor endlosen Zeiten einen tiefe Fall, indem er hochmütig wurde und sich von seinem Gottvater abwandte. Dadurch hat er viele von seinen ursprünglichen Gaben verloren und ist heute nur noch ein Schatten seiner selbst. Die materielle Lebensprobe auf der Erde, die ohne Rückerinnerung an das einstige geistige Vorleben abläuft, und in die jeder hier lebende Mensch freiwillig eingegangen ist, bietet die Chance, seinen Hochmut durch die dienende Tätigkeit abzulegen und in Demut wieder ein wahres Kind Gottes zu werden.
Der Tod ist also ein Übergang, sozusagen von der raupe zum Schmetterling und jeder von uns hat es in der Hand, wie sein Tod sein wird!!!
Gruß Helmut Betsch ([email protected])