Hallo,
eine gute Bekannte von mir ist z. Zt. in der Psychatrie. Sie sagt, ihre Diagnose wäre Manie.
Ganz kurz mein Wissensstand:
Die gute Frau sagt, sie hätte vor ihrer Einweisung per Notarzt ein massives Schlafdefizit (6h Schlaf in 72 h) aufgebaut. Sie konnte nicht konkret benennen, was sie in dieser Wachzeit getan hat (also eher verschiedene Dinge). In der geschlossenen Abteilung hat sie dann 1d geschlafen und ist dann auf die offene gekommen. Über ihre Medikamentierung (Sedativa, Stimmungsaufheller etc.) weiss ich nichts.
Auffällig war mir ihr Mitteilungsdrang (a la ich will nix verheimlichen), was sich aber auf eng begrenzte Bereiche erstreckt, andere werden beschwiegen. Ihre Ausdrucksweise (Wortwahl) erinnert an eine 15 Jährige und nicht an eine 30jährige Frau.
Komisch kommen mir auch ihre Ausagen zu ihrer Krankheit vor. Einerseits erzählt sie ziemlich sachlich ihre Diagnose und erläutert sie (Manie bezogen auf religiöse Erfahrungen), um im nächsten Moment emphatisch über ihrer religiösen Erfahrungen zu berichten.
Nun meine Frage, wie reagiere ich auf religiöse Äuserungen, die mir z. T. widerstreben. Gegenhalten, zur Kenntnis nehmen oder sie scheinbar ernst nehmen/unterstützen? Abwehren a la ‚interessiert mich nicht‘ kann ich nicht, da ich sie in einer christlichen Gruppe kennengelernt habe.
Vielen Dank für Tips, wie man als Mensch aus dem erweiterten Freundeskreis solchen Kranken am besten beisteht.
Ciao maxet.
Hallo maxet,
Eigentlich wäre es das Beste mit ihrem Arzt darüber zu sprechen.
Verhaltensregeln unterliegen ja nicht der ärtzlichen Schweigepflicht, dass sie erkrankt ist, dir ja schon bekannt, da du sie besuchst.
Gerade bei psychischen Erkrankungen sollte das Umfeld mit in die Therapie einbezogen werden.
MfG Peter(TOO)
Hallo,
wenn ich das lese, kommt mir in den Sinn, du könntest dich da mal über DIS-Störungen (dissoziative Identitätsstörungen), Multipel-sein informieren. Es scheinen verschiedene Persönlichkeitsanteile zu agieren.
Es ist unter Fachleuten eine umstrittene Diagnose, aber manchmal hilft sie beim Umgang.
Schau mal unter Michaela Huber im Buchverzeichnis, sie schreibt da gute Sachen.
Das soll jetzt keine Diagnose sein, aber vielleicht hilft dir dieser Zugang.
Viele Grüße
Moni
Hallo,
Nun meine Frage, wie reagiere ich auf religiöse Äuserungen,
die mir z. T. widerstreben. Gegenhalten, zur Kenntnis nehmen
oder sie scheinbar ernst nehmen/unterstützen?
am besten wird es sein, wenn Du diese Äußerungen zur Kenntnis nimmst und versuchst, nicht darüber zu diskutieren. Für Deine Bekannte sind ihre religiösen Überzeugungen momentan (oder für längere Zeit) „Wahrheit“. Sie vom Gegenteil überzeugen zu wollen oder gar ihre Vorstellungen zu leugnen, bringt oft nichts und belastet eher das Verhältnis zwischen euch. Wenn sie Dich fragt, was Du von ihren Ansichten hältst, kannst Du ruhig freundlich sagen, daß Du nicht ihrer Meinung bist, sie aber akzeptierst. Zur Vorsicht füge ich hinzu, daß Maniker auch aggressiv reagieren können, wenn man ihnen widerspricht.
Gruß,
Oliver Walter