Umgang mit Mitleid

Hallo,

ich merke in letzter Zeit, dass mich Mitleid immer mehr berührt. Ich meine jetzt nicht für allgemeine Katastrophen, sondern, wenn es bestimmte Menschen betrifft.

Da tut mir alles und jeder Leid. Mir ist schon klar, dass ich als kleines Licht nicht das Universum erhellen kann.

Es sind so Sachen, wo ich mit sachlicher Aussage, wohlwissend, was sie auslöst, jemandem was zerstöre.
Als konkreten Fall. Wir hatten einen Praktikanten. Meine Vorgesetzte befragte mich und ich habe wahrheitsgemäß ausgesagt. Dieser Praktikant wird mit hoher Wahrscheinlichkeit keinen Ausbildungsplatz bei uns erhalten. Das ist auch richtig so. Aber ich fühle mich so schuldig, ich habe dem armen Kerl den Ausbildungsplatz verdorben und eigentlich tut er mir leid. Dass er nicht geeignet ist, sehr nervig ist, ist eine ander Sache.

Das ist jetzt mal stellvertretend für viele Geschichten. Mir tuen die Menschen einfach leid, ganz extrem ist es dann, wenn ich sogar sozusagen „Schuld dran“ bin. Dieses Leid/Mitleid/schuld sein macht mir sehr zu schaffen. Wenn es geht, entziehe ich mich ja für solche Aussagen. Hilft mir aber nur bedingt weiter, da mir so viele Menschen Leid tun. Ich leide und leide. Kann man es bewerkstelligen, dass man nicht leidet für anderer Probleme? Ich fange schon an Nachrichten zu vermeiden, weil mich das zu sehr beschäftigt.

LG

Sarah

Hallo Sarah,

Da tut mir alles und jeder Leid.

ist ja erstmal kein Problem, wenn Du Dich mit den Mitmenschen beschäftigst und deren Sorgen und Probleme ernst nimmst.

Mir ist schon klar, dass ich
als kleines Licht nicht das Universum erhellen kann.

Find ich nicht. Jeder kann das Universum der anderen erhellen!

Als konkreten Fall. Wir hatten einen Praktikanten. Meine
Vorgesetzte befragte mich und ich habe wahrheitsgemäß
ausgesagt.

Das finde ich total verantwortungsvoll! Ist doch ok.

Dieser Praktikant wird mit hoher Wahrscheinlichkeit
keinen Ausbildungsplatz bei uns erhalten. Das ist auch richtig
so. Aber ich fühle mich so schuldig, ich habe dem armen Kerl
den Ausbildungsplatz verdorben und eigentlich tut er mir leid.

Möglicherweise hast Du ihm eine qualvolle Zeit erspart, die er mit dem falschen Job verbracht hätte. Er sucht sich jetzt hoffentlich etwas, dass besser zu ihm paßt.

Ich leide und leide.

Mit leid ist nicht nicht schön, das stimmt!

Kann man es bewerkstelligen, dass man nicht
leidet für anderer Probleme?

Ja, wenn man für andere aktiv wird und das Beste für sie tut, dann nennt sich das Mit gefühl. Das tut allen gut.

Ich fange schon an Nachrichten zu
vermeiden, weil mich das zu sehr beschäftigt.

Das nennt man Gutmensch sein. Stelle Dich Deiner Verantwortung und verschließe Dich nicht davor. Erst, wenn Du wirklich nicht damit umgehen kannst, solltest Du Dich vielleicht davon zurückziehen. Aber ich denke, dieses extreme berührt-sein wird auch wieder weggehen.

Lieben Gruß,
Sebastian

hallo sarah ich kenne das gefühl nur zu gut nur bei mir war dass so dass ich mich immer an ALLERLETZTE stelle an mich dachte mann moss dass egoistische aus sich raus holen mann kommt nur einmal auf die welt und dass muss mann sich so schön wie möglich FÜR SICH GESTALTEN ich finde es toll dass du so ehrlich bist wenn er nicht gut für die arbeit war dann muss mann das sagen
also denke einfach daran es ist dein leben die du nur dir schön machen kannst

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Danke
Hallo,

für Eure Worte.

Ich denke, dass ich mich zum einen in einer Form „sozial engagieren“ werde. Dann habe ich zumindest das Wissen, dass ich in meinem Rahmen was sinnvolles und nützliches für meine Mitmenschen mache, wenn auch nur für einen Teil. Für alle wäre wohl ein bisschen viel.

Zum anderen muss ich mir wohl wirklich immer wieder klar machen, dass ich für Fehler anderer nicht verantwortlich bin und keine Schuld daran habe.

LG

Sarah