Hallo,
ich merke in letzter Zeit, dass mich Mitleid immer mehr berührt. Ich meine jetzt nicht für allgemeine Katastrophen, sondern, wenn es bestimmte Menschen betrifft.
Da tut mir alles und jeder Leid. Mir ist schon klar, dass ich als kleines Licht nicht das Universum erhellen kann.
Es sind so Sachen, wo ich mit sachlicher Aussage, wohlwissend, was sie auslöst, jemandem was zerstöre.
Als konkreten Fall. Wir hatten einen Praktikanten. Meine Vorgesetzte befragte mich und ich habe wahrheitsgemäß ausgesagt. Dieser Praktikant wird mit hoher Wahrscheinlichkeit keinen Ausbildungsplatz bei uns erhalten. Das ist auch richtig so. Aber ich fühle mich so schuldig, ich habe dem armen Kerl den Ausbildungsplatz verdorben und eigentlich tut er mir leid. Dass er nicht geeignet ist, sehr nervig ist, ist eine ander Sache.
Das ist jetzt mal stellvertretend für viele Geschichten. Mir tuen die Menschen einfach leid, ganz extrem ist es dann, wenn ich sogar sozusagen „Schuld dran“ bin. Dieses Leid/Mitleid/schuld sein macht mir sehr zu schaffen. Wenn es geht, entziehe ich mich ja für solche Aussagen. Hilft mir aber nur bedingt weiter, da mir so viele Menschen Leid tun. Ich leide und leide. Kann man es bewerkstelligen, dass man nicht leidet für anderer Probleme? Ich fange schon an Nachrichten zu vermeiden, weil mich das zu sehr beschäftigt.
LG
Sarah