Hallo,
eine Phase zu Ende (Sohn hatte ADS, hat sich ausgeschlichen-genau wie der Therapeut es vorausgesehen hatte…) und nun ist er wohl mitten in der Pubertät. Hat ständig schlechte Laune, bockt rum…egal ob wir freundlich mit ihm reden, Strafen verhängen. Die Lage hier im Haus ist unerträglich. Mein Mann ist nur noch gereizt. Was kann man tun um die ganze Lage zu entschärfen? Gibt da irgendwelche Tipps im Umgang? Es sind Ferien und mit den jüngeren Geschwistern ist es nur noch ein Kampf. HILFE!!! Enni
Hallo Enni!
Magst du vielleicht von einigen konkreten Fällen berichten und in wie fern das Leben unerträglich wird?
Großartig Strafen verhängen bringt nur bedingt etwas, denke ich, in der Pubertät versuchen ja die Jugendlichen zu sehen, wo ihre Grenzen sind und diese auch manchmal zu überschreiten. Wo eine Grenze überschritten wird, sollte man den Kindern aber auf jeden Fall aufzeigen.
Liebe Grüße,
Kyan 
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hallo
Hat ständig schlechte Laune, bockt rum…
Das klingt so, als würde er sich meistens eher schlecht fühlen.
…egal ob wir freundlich mit ihm reden, Strafen verhängen.
Das klingt sehr stark nach unkonsequenter Erziehung. Mal dies und mal das probieren kann man eigentlich nicht als Erziehung bezeichnen.
Was kann man tun
um die ganze Lage zu entschärfen? Gibt da irgendwelche Tipps
im Umgang?
Die besten Erfahrungen mache ich immer mit einem offenen ehrlichen Gespräch von Mensch zu Mensch. Dazu gehört natürlich, dass man mit sich selbst im Reinen ist, sonst klappt das nicht. Ansonsten finde ich, dass Jugendliche zwar sehr unruhig sind, aber ganz außerordentlich friedfertig und einsichtig, wenn man sie selbst nur mal für wichtig und für voll nimmt.
Es sind Ferien und mit den jüngeren Geschwistern
ist es nur noch ein Kampf.
Wie ist denn da die Situation? Hat jeder ein eigenes Zimmer? Was müssen sie miteinander teilen? Worüber streiten sie sich?
Viele Grüße
Thea
Hallo zusammen,
vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt:
das eigentliche Problem ist hauptsächlich, daß er sich im Ton vergreift. Aber das wirklich ständig, er wird sofort immer laut in seinen Ausdrucksweisen. Sein Tun ist dann zweirangig, aber er z. B. nach freundlichem Auffordern sofort in laute Angreiferposition geht oder schlimmer noch, einfach sich rumdreht und weggeht… DAS NERVT.
Die Kids haben jeder ein Zimmer für sich und mittlerweile gönnt niemand niemand was. Dabei hat hier niemand Nachteile. Durch seine ADS Behandlung wurden wir auch als Eltern gecoacht und eine Linie ist hier durchaus zu sehen. Wenn alles ins Leere greift ist es schlimm.
Vorhin habe ich ihm ausführlich und freundlich die Familiensituation erklärt. „Ja, ja…“ Dies leuchtet heute abend kurz ein und morgen ist es wieder vergessen. Ich drehe mich im Kreis…Schnief! Enni
Hallo
Vorhin habe ich ihm ausführlich und freundlich die
Familiensituation erklärt. „Ja, ja…“ Dies leuchtet heute
abend kurz ein und morgen ist es wieder vergessen. Ich drehe
mich im Kreis…Schnief! Enni
Das ist für Pubertierende normal!
Eben heute wieder erklären - etwas ähnliches hatten wir doch schon bei der Trotzphase beim Kleinkind durch 
Versuchen, ruhig zu bleiben, evtl. Situationen ins Lustige ziehen.
Mantra vorsagen: „ES IST NUR EINE PHASE“
beatrix
Familienkonferenz
Hallo Enni,
es wird vielleicht helfen wenn ihr regelmäßig eine Familienkonferenz veranstaltet, wo jeder zu Wort kommt. Man kann es auch anders nennen, aber ich denke du weisst was ich meine.
Jeder darf - ohne unterbrochen zu werden -seine Nöte, Fragen, Vorschläge, Probleme…aber auch Lob (vor allem von Eltern) vorbringen.
Wer viel kritisiert, muss auch Verbesserungsvorschläge einbringen.
Vor allem auch wichtig: wenn Eltern ein Problem haben mit einem Kind und das Kind gefragt wird was es dazu meint wie man es lösen könnte, schafft das eine gute, konstruktive Atmosphäre.
Überhaupt ist es gut dass jedes Kind nach Lösungsansätzen gefragt wird, was meinst du wie kreativ die sind?! 
Das bewirkt auch dass sich dein Sohn und die Geschwister ernst genommen fühlen, das jeder weiss dass er erhört wird und bei vorbringen des Anliegens NICHT unterbrochen werden darf.
Ich habe das mal mit meinem Sohn praktiziert mit sehr großem Erfolg.
Natürlich mit Schriftführung und unterzeichneten Beschlüßen
.
Eine *fachlische* Anleitung (die ich nicht kenne, aber gehört habe dass die was taugt) findest du hier: „Heyne Sachbuch, Nr.33, Familienkonferenz in der Praxis“ von Thomas Gordon ISBN: 3453033884 Buch anschauen
Dir wird vielleicht auch helfen, wenn du dich an deine Pubertätszeit erinnerst und daran wie schwer das ist zwischen Kind und Erwachsen zu hängen und nach eigenen Wegen zu suchen. Vielleicht redest du mit deinem Sohn wie du das damals erlebt und gemeistert hast, welche Probleme du hattest und wie du dich damlas gefühlt hast?
Wichtig ist dass er weiss dass er ernst genommen wird, aber auch dass er weiss, wenn er ernst genommen werden soll, dass er auch andere Menschen ernst nimmt und respektvoll behandelt, SO wie ihr ihm das vorlebt.
Reibung zwischen Eltern und KIndern ist notwendig, das nennt sich Persönlichkeitsbildung
, und nicht nur das, sondern sind das auch erste Schritte der Ablösung von den Eltern, damit die eines Tages alleine (weg)fliegen können.
Kopf hoch, geht auch vorbei!
Gruß,
Maja
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hallo Enni,
wahrscheinlich hilft es am meisten, einfach(?) mit Geduld diese Phase durchzustehen!
Was mir immer ein wenig geholfen hat, ist, mal einen guten Moment abzupassen und dann meinen Sohn zu fragen, ob er mal ein wenig Zeit für mich hätte. Ich möchte mal was fragen.
- Die Neugierde seinerseits und Umgang wie mit einem Erwachsenen hat ihn dann ansprechbar gemacht!-
Ich habe ihn dann gefragt, was er an mir nicht gut findet, denn ich würde feststellen, das er immer so schlecht drauf ist und viel schimpft! - Und siehe da, es kamen sogar Antworten: ich würde ihm zu viele „Anweisungen“ geben, zu viel herumkritteln und andere in seiner Klasse dürften viel mehr!
- Ich habe ihm dann gesagt, wenn er von alleine nicht sieht was los ist, müsse ich ihm das sagen!-Hätte ich bis jetzt so gedacht, ABER ich werde es überdenken und versuchen zu ändern!
-Wir haben dann gemeinsam (ganze Familie) ausgehandelt, was er jetzt mit 14 darf und was nicht!
-Für sein Zimmer war er ab dann alleine verantwortlich! Ich hab höchstens mal gesagt, er müsse mal wieder dabei! Selbst gewaschene und gebügelte Sachen lege ich ihm nur hin und er nimmt sie mit und räumt alleine weg!
-Und ich habe gelernt, auch mal drüber wegzuhören, wenn er am motzen ist: ich laß ihn einfach reden und höre nur zu. Uns geht es doch manchmal so!
Inzwischen ist meiner 18: er weiß was er will, er kennt so ziehmlich seinen Weg, er lernt von alleine (Gymnasium), hat viele Freiheiten z.Bsp. ausgehen(ich weiß immer wo er ist und mit wem! er betrinkt sich NIE!) Er kümmert sich selbst um sein Zimmer (nur Fenster putzen und Gardinen waschen ist meins, und die Wäsche). Er hilft regelmäßig im Garten.
Also, Kurzfassung: ihm sagen wo es lang geht, was von ihm erwartet, andererseits die Zügel etwas lockern, vor allem im Gespräch erfragen, was ihm wichtig wäre!
Vielleicht hilfts?
Viel Glück!
LG Doreen
Hallo Doreen,
wahrscheinlich hilft es am meisten, einfach(?) mit Geduld
diese Phase durchzustehen!
am liebsten würde ich Dir eine ganze Latte Sternchen verteilen.
Ich hatte zwar eine Tochter, und den meisten Ärger bekam mein Lebensgefährte ab, aber „behandeln wie die Erwachsene, die sie gerne wäre“ und „Führen nur dort, wo unabdingbar“ hat auch bei uns am besten geholfen.
Inzwischen kriege ich in Gesprächen immer mal wieder so tolle Komplimente von meiner Tochter, dass ich ganz rot dabei werde, selbst wenn wir nur unter uns sind.
Gruß, Karin
Hi,
mein zauberhafter Sohn ist nun 16 und steckt auch noch mittendrin. Im großen und ganzen kriegt er seine Sachen gut geregelt, kommt demnächst auf die Oberstufe, und er säuft und kifft glegentlich.
Es ist einfach sehr schwierig die Balance zu wahren, die richtige Leinenlänge einzustellen, es wird immer wieder neu verhandelt, und das mit dem Mantra „Es ist nur eine Phase, es geht vorbei“ ist wirklich hilfreich.
Wir haben uns darauf geeinigt, dass die Länge seiner Leine von ihm erarbeitet wird. Er regelt seine Sachen, sein Zimmer die Schule und hilft an 2 Tagen im Haushalt mit (richtig, nicht nur Müll raustragen), dafür hat er dann öfter mal sturmfreie Bude, und ich frage nicht zu sehr nach, was er denn mit dem Freund so unternimmt, bei dem er übernachtet.
Neulich gab’s eine herbe verbale Entgleisung, Diskussion, ich wurde ungeduldig und da kam ein ganz cooles „ach fick dich“
Ich bin in Streik getreten, vollständig, seine Entschuldigung klang nicht echt, die hatte den selben Tonfall drauf. Also hielt dieser Streik geschlagene 6 Tage an, wir grüßten uns, wenn wir uns sahen und sonst nichts. Zufällig war der Kühlschrank sehr leer, das Eisfach auch, ich habe nur meine Wäsche gewaschen, ihn nicht geweckt, nichts gekocht, einfach gestreikt.
Nach 6 Tagen kam dann endlich eine intelligente Entschuldigung, also kein Kniefall, aber ein Zeichen dafür, dass er sich Gedanken um Umgangsformen gemacht hatte, dass er ein wenig reflektierte, wer mit wem wie reden kann und wann nicht.
Und mit einem mal wußte er wieder zu schätzen, wer ich bin und was ich tue.
Streiken geht wohl nicht in jedem Fall. Er sollte wenigstens Grundkenntnisse im Kochen haben und einen eigenen Wecker…
Aber es hat mir so gut getan!
Viel mehr als pädagogisch ärgern.
Gruß
Susanne
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hallo Maja und auch ihr anderen,
danke für die Beiträge. Ihr habt wohl alle da und dort Recht. Allerdings haben wir am Sonntag abend mit der Familie Klartext geredet (nach einem großen Disput). Mal sehen wie lange dies anhält. Der Montag war jedenfalls traumhaft schön. Wie wunderbar, wenn alles glatt läuft.
…Geduld zeige ich wohl sehr oft und auch Verständnis. Leider ist mein Mann an einem Punkt, wo er alles nicht mehr will. Er will nur noch Ruhe. Ist vielleicht auch ein Männerproblem, weil sie sich nicht gerne mich sich selber oder Problemen auseinandersetzen bzw. nicht drüber reden wollen.
Ich werde es wohl packen müssen. Danke! Enni