Umgang mit saisonal schwerem asthma(+Sport)

Hallo zusammen,
ich habe seit vier Jahren saisonal schweres Asthma, heißt: Im Sommer bin ich total beschwerde/symptomfrei, ohne Medikamente/Sprays.
Im Winter gehts dann los und ich komme nur noch mit vielen und hochdosierten Medikamenten und Sprays über die Runden (kurzzeit- und langzeitwirksame Betamimetika, Theophyllintabletten, Kortisonspray immer und hochdosiert, Kortisontabletten gelegentlich bei Infekten o.ä.).
Im Verlauf beobachtet ist leider jeder Winter schlimmer: Dieses Mal hat es gleich mit einem Notarzt-Einsatz angefangen :frowning:
Das hatte ich letztes Jahr erst am Ende des Winters und davor noch nie.
Probleme mit den Bronchien habe ich schon seit der Kindheit, zwischendrin waren die mal weg - und ja, ich hab geraucht in dieser Zeit, um genau zu sein 12 Jahre, eine Schachtel. Seit sich das Asthma manifestiert hat, habe ich natürlich total und ganz und gar aufgehört.
Ich würde mich gerne mit Leuten austauschen, die auch saisonales Asthma haben. Wie geht ihr damit um, wenn es wieder „losgeht“?
Mich macht das jedes Mal psychisch fertig - die Umstellung von gesund auf krank. Und es dauert immer wieder lange, bis ich mit den Medikamenten richtig eingestellt bin. In dieser Zeit muß ich auf den von mir so geliebten Spinning-Sport (hartes Ausdauer-Programm) verzichten und mir fehlt mein Ventil zum Beruf und meine sozialen Kontakte z.T. daher.
Auch die beruflichen Fehlzeiten belasten mich bzw. mein Team.
Und dass ich in meinem Leben eingeschränkt bin, belastet mich auch immer sehr. Viele gesellschaftliche Aktivitäten muß ich lassen, weil sie mich zu sehr anstrengen (Weihnachtsmarkt z.B u.v.m…) und das macht mich oft traurig.
Wie geht ihr damit um? Vor allem würde mich das im Zusammenhang mit Sport interessieren, denn ich gehe meist wieder, sobald es mir etwas besser geht, habe dann aber ein schlechtes Gewissen / hadere vorher ewig lange mit mir - gehe ich jetzt oder nicht -ätzend! Nervig!
(Dabei bin ich kein negtiver Mensch, mein Freund sagt, ich wäre tapfer, würde gar nicht jammern…)
So - und jetzt ihr!
Vielen Dank schon mal für jede Meldung!

H wie Hola.

Bei mir ist es als Heuschnupfenkandidat genau andersherum.
Genau genommen habe ich kein echtes Asthma, sondern nur ein
Belastungsasthma. Und auch nur, wenn die Pollen fliegen - also jedes Jahr wiederkehrend im Frühling bis in den Sommer hinein.

Zum Problem ist es erst geworden, als ich anfing mit dem Studium.
2003 bin ich knapp 13.000 km mit dem Rad gefahren. Dann begann das Herumsitzen, die Winter der Faulheit mit dem Jan-Ullrich-Effekt.

Daher erwischten mich mehrmals böse Atemwegsbeschwerden. Dieses Jahr sollte es dann anders werden. Nicht nur, daß ich meine Kilometerleistung auf dem Rad wirklich mit aller Gewalt brachial gesteigert habe, im Frühjahr hab ich mein Heuschnupfen-Atemwegszeug prophylaktisch in geringer Dosis schon vor dem ersten Blühen genommen.
Dadurch konnte sich erst gar nichts anbahnen; inzwischen bin ich so fit, wie seit drei Jahren nicht mehr, kerngesund, hab ordentlich abgenommen nach meinen zwei Freßwintern und habe ein anspruchsvolles Wintertrainingsprogramm (Radfahren/Schwimmen) vor mir. :smile:

Entscheidend ist übrigens der Sport. Gerade wenn man es mit den Atemwegen hat, kann man gar nicht genug machen. Mein Hausarzt hat mich da auch deutlich unterstützt: Lungenfunktionstests, komplette mehrmalige Leistungsdiagnostik, individueller Trainingsplan um meine ehemalige Leistungssportbasis optimal zu reaktivieren bzw. auszunutzen.

MfG

grüss dich,

was sind denn die auslöser bei dir sag? allergien oder was ists?
denn zumindst für mich macht es schon einen gewaltigen unterschied.
von den möglichkeiten in sachen vermeidung und/oder medikamenten
ganz zu schweigen.

ich habe übrigens drüher extrem gelitten - frühjahr bis spätherbst.
nach einer weile habe ich beschlossen, ich will mein leben nicht der-
art von meinen allergien und damit den auswirkungen und einschränkungen
dominieren lassen. ich wollte auch nicht ständig cortisonspray und sonst
noch dov dinge einehmen müssen und ausdem letzten loch pfeifen wenn ich nur in den keller bin (der nichtmal arg staubig war)…
das ist nun nur angerissen und ich kann nat. im grunde gar nicht wissen was nun welche auswirkungen hatte - fakt ist aber - meine erkrankung hat sich extrem verbessert- ich leide im grunde nur noch wenn ich einen infekt habe und auch das hat sich verbessert (seltener geworden).
richtige einschränkungen habe ich so nicht mehr, nat. gibts im sommer immer mal zeiten da schnappe ich mehr nach luft als sonst - muss mir ständig die nase putzen oder meine augen und haut leiden auch.
aber irgendwie scheint es mir gelungen zu sein, das zu erreichen was ich mir vorgenommen hatte - massive verbesserungen bis sogar dahin, dass ich gar nichts von meiner bronchitis merke und auch nicht vom allerischen astma. (wobei die allergien nicht weniger geworden sind)

die psyche - zumindest bei mir - hat einen massgeblichen anteil und das habe ich eben irgendwie regeln können. ich bekomme auch keine panik wenn mir die luft ausgeht, nichtmal im akuten fall. keine ahnung, ich vertraue auf mich und bekomme die sit. dann in den griff.
doch sicher kann man das nicht übetragen auf jedermensch - vielleicht aber kann man sich im rahmen der erkrankung schon ein wenig günstig beeinflussen und sich so linderung verschaffen und vor allem - psychisch nicht mehr so darunter leiden zu müssen.

auslöser für meine entscheidung hier an meiner angst zu arbeiten und nicht sooo eingeschränkt leben zu müssen waren todesfälle von denen ich kenntnis bekam - also im zusammenhang mit astma etc.
ne, das wollte ich nicht und wills nicht.

ich rauche übrigens - will aber aufhören - nur aus anderen gründen als jenen. das wäre nur ein angenehmer nebeneffekt.

medikamente nehme ich nat. auch, aber wenige und keine hammermedikamente im normalfall. mein lungenfacharzt ist übrigens immer wieder erstaunt, denn bei den tests falle ich ja nicht gerade positiv auf, kann einige nichtmal machen. - es ist also schon eine nicht geringe diskrepanz zwischen diagnose und allgemeinzustand.

keine ahnung ob dir das nun irgendwie hilft. doch solltest du meine darstellung nicht so wahrnehmen, das jeder auf diese weise wesentliche verbesserungen erreichen kann, es also „nur“ an der psyche liegt.
das sehe ich so nicht, ich kann halt nur für mich sprechen.

LG
nina

PS: im neuen jahr sollen übrigens einige neue sehr gute medikamente herauskommen z.b allgerien, heuschnupfen etc.