Umgang mit trauernden Menschen

Hallo!

Wie sollte man sich hier wohl verhalten:

Meine Oma ist am 4.Oktober gestorben. (Meine anderen beiden Großeltern sind schon im Vorhinein gestorben. Zu ihnen war das Verhältnis distanzierter.)
Ich hatte immer ein sehr vertrautes Verhältnis zu meiner Oma aber auch zu meinem Opa. Wenn ich daran denke, dass sie nicht mehr lebt und dass mein Opa jetzt allein ist, das macht mich so fertig und während ich das hier schreibe fließen mir auch die Tränen.
Er hatte neulich Geburtstag und ich wollte ihn anrufen, aber ich konnte einfach nicht. Ich wollte ihn nicht auch noch fertiger machen. Letzte Weihnachten war er bei uns zu Hause und da ging es einigermaßen, denn es ergaben sich verschiedene Dinge über die man sprechen konnte.
Doch wenn ich ihn anrufen würde würde ich nichts über die Lippen bringen können. Andererseits möchte ich natürlich nicht, dass er denkt, er wär mir egal. Ich werde in den nächsten Tagen mal meine Geschwister anrufen und fragen wie es ihm geht.
Nur im Moment kann ich ihm nicht allein unter die Augen treten oder erst recht nicht anrufen.
Und ich weiss, an meiner Trauer wird sich in der nächsten Zeit wenig ändern. Wenn ich über etwas trauere, dann dauert das Jahre bis sich dieser Zustand entscheidend verändert.
Ich habe nicht im Sinn, eine Trauerbegleitung oder etwas ähnliches in Anspruch zu nehmen. Ich würde mich aber über ernstgemeinte Vorschläge freuen, wie ich mit meinem Opa vielleicht umgehen könnte.

Viele Grüße, Stefan

Hallo,
Ich habe als mein Opa starb sehr offen mit meiner Oma darüber geredet, wie es mir geht. Wir haben uns gemwinsam erinnert und geweint, das hat uns beiden gut getan. Vielleicht hilft es dir auch, mit deinem Opa zu reden und auszuheulen… Nimm dir Zeit wenn du ihn besuchst, frag ihn nach schönen erinnerungen und erinner dich selbst. Gemeinsam zu trauern hat mir sehr geholfen, ich hoffe das es auch dir etwas weiterhilft, wenn du dich dafür entscheidest.

Lieber Stefan,
ich finde es sehr schön, wie Du über Deine Trauer geschrieben hast.
In meinem Alter hat man schon viele ältere und auch jüngere Menschen verloren, ich kann Dir nachfühlen.

Wenn ich vergleiche, kommen mir Fragen:
Fließen die Tränen „nur“ wegen der Oma?
Kann es sein, dass auch andere aufgestaute Gefühle endlich
einen Raum bekommen, herausgelassen zu werden?

Ich hatte so etwas, als meine Schwiegermutter starb. Sie war mir eine gute Freundin (im gleichen Alter) aber auch Ersatz für meine Mutter,
die Jahre zuvor in meinem Arm sterben durfte.

Als meine Schwiegermutter starb, habe ich mich um die ganze Familie gekümmert, weil ich Erfahrung hatte. Da war für meine Trauer keine Zeit. Später genügte ein Film, um meine Tränen zu lösen.

Ich frage mich das, weil Du lange Zeitdauer der Trauer beschreibst.

Wie wurde in Deiner Kindheit mit Trauer umgegangen?

Aber Deine Frage war eine Andere: Wie soll ich mit dem Opa umgehen?

Fahre zu ihm.
Du brauchst keinen Plan - lass Dich nur ein, was immer dann passiert.
Du brauchst keine Angst zu haben: Weint beide oder auch nicht.

Es hilft jedenfalls - es ist auch nicht unwürdig.
Vielleicht redet ihr über alte Zeiten
und über das, was ihr mit der Oma verbindet.

Verdrängt sie nicht.

Vielleicht hört sie zu und freut sich.

Herzlichst
Ole

Hi Stefan,

Trauer (und den Umgang damit) muss man in unserer Gesellschaft wohl extra lernen - passt scheinbar nicht (mehr) in die Welt ;-(

Doch wenn ich ihn anrufen würde würde ich nichts über die
Lippen bringen können.

Dann sag´ ihm das doch. Sag´ ihm, dass Dich der Tod Deiner Oma immer noch sprachlos und traurig macht. Besonders in der Trauer ist Stille oft hilfreicher als Wortschwall - und weniger peinlich (oberflächlich). Zeige ihm, dass Du da bist: wenn es was zu reden gibt, wird er was sagen. Höre zu und sei ihm nah.

dann weiß er wenigstens Bescheid.
Grüße
Heike

Hallo!

Trauer verstehe ich als ereignisabhängigen Sammelbegriff für alles, was meinem Willen entgleitet und was ich ausdrücklich nicht gewollt habe.

Über den Weg des Erlebens, der aktiven Verarbeitens, gelang es mir meine Trauer zumindest soweit aufzulösen, indem ich die Gesamtumstände und deren Zusammenhänge zu „akzeptieren“ vielleicht sogar zu „respektieren“ lernte. Die Dinge entweder so ´gelten zu lassen´ wie sie sind oder abzuschließen und sie als ´gut so´ zu befinden. Indes, manches im meinem Leben vermochte ich selbst auch noch nicht sicher einzuordnen, selbst nach 30 Jahren noch nicht. So ist das Leben eben.

Ziel des Trauerprozesses sollte es sein, innerlich zu wachsen ohne zu verhärten; traumatische Ereignisse zu integrieren oder zu verdrängen, beides ist grundsätzlich legitim. Die Verantwortung sich selbst und anderen gegenüber aber bleibt. Für deinen Opa gilt das gleiche. Ob Dich das ermutigt, mit Deinem Opa über eure jeweilige Trauer zu sprechen?

Es wäre schön, von Dir und deinen weiteren Erfahrungen im Umgang mit deiner Trauer zu erfahren.

guvo

hallo stefan,

ich würde ihm einen brief schreiben und genau das hineinschreiben was du hier geschrieben hast. so bekommt er einerseits nicht das gefühl gemieden zu werden und weiss andererseits, du bist bei ihm, aber deine trauer setzt dir übergangsweise bestimmte grenzen.
vielleicht braucht er auch genau deine worte - ich kann mir nämlich nicht vorstellen dass er menschen um sich will, die selbst gar nicht trauern und ich glaube auch nicht dass er sich wünscht aufgeheitert zu werden.

was du fühlst ist aus meiner sicht natürlich und deshalb kannst du auch ihm gegenüber damit natürlich umgehen. du musst für ihn keine verantwortung übernehmen - das wäre ohnehin falsch - und er nicht für dich.

ich kann mir sogar vorstellen - dass ihr euch gut stützen könntet - keiner muss sich verstellen weil ihr beide nicht erwartet anders zu fühlen als ihr fühlt (im gegensatz zu vielen anderen oft, wo einer erwartet das man gefühle verdrängt oder weiss ich was)

ich glaube, er kann auch nicht zur tagesordnung übergehen wie du auch nicht und das halte ich eben für normal und evtl für ihn sogar wichtiger als für dich zu spüren, er ist nicht allein in seiner tiefen trauer.

vielleicht könnt ihr übergangsweise schriftlich z.b schöne erinnerungen austauschen und nat. auch die akuten gefühle von verlust und was da sonst alles ist.

mein gefühl sagt mir - das ist das richtige für euch beide.

aber das ist mein gefühl - auf deines kommt es an :smile:

LG
nina

PS: evtl helfen dir persönlich bei der trauer rituale - z.b jeden abend eine kerze für deine grossmutter anzünden oder ähnliches. überleg dir doch einmal was - und wenn du da was für dich findest - teile es deinem grossvater mit - bin sicher das gibt ihm ein weiteres gutes gefühl:smile:

Ich habe nicht im Sinn, eine Trauerbegleitung oder etwas
ähnliches in Anspruch zu nehmen. Ich würde mich aber über
ernstgemeinte Vorschläge freuen, wie ich mit meinem Opa
vielleicht umgehen könnte.

Ernst gemeint: Was Du da schreibst ist „wasch mich, aber mach mich nicht nass“.

Bist Du in einem Zustand, der verhindert, dass Du gut, gelöst und konstruktiv mit Opa umgehen kannst? Ja?
Du willst aber an diesem Zustand nix ändern? Nein?

Dann (pardon) wird jeder Kompromiss imho „Flickwerk“ sein.

Hallo Stefan,
ja, das tut sehr weh, Stefan. Dein Opa wird momentan sehr sehr leiden. Ich bin überzeugt, dass es für Euch beide gut wäre, wenn Du ihn besuchst. Er wird sich sehr einsam und unglücklich fühlen. Wer könnte ihm da mehr helfen, als ein Mensch, für den der Tod Deiner Oma - seiner langjährigen Lebensgefährtin - auch ein schmerzlicher Verlust bedeutet. Und wenn Du nicht sprechen kannst, dann nimm ihn in den Arm, streichle seine Hände, koch ihm einen Tee, stell ihm Blümchen hin - was auch immer - zeige ihm einfach, dass er nicht allein ist und denkt gemeinsam an sie. Solche Gespräche beginnen auch häufig mit „weisst Du noch …“ und tun unendlich gut! Hilf ihm - und hilf Dir selbst damit.
Ich wünsche Dir alles Gute.
Gruss, Eva

Hallo Becki

Ja, ich glaube Du hast Recht. Vielleicht besuche ich ihn mal in zwei Wochen oder so, da sind keine Lehrveranstaltungen wegen Pfingsten. Ich such ne schöne Pflanze für das Grab aus unserem Garten oder ich kaufe eine. Ich habe für Gräber nichts übrig, aber wenn ich dort etwas bleibendes hinterlasse… Wir könnten ja auch zusammen zu verwandten in seinem Wohnort gehen und sie besuchen. Oder, ach wir werden uns schon über etwas unterhalten können. Es war eben nur so, dass das am Telefon irgendwie nicht ging.
Naja, Danke auf jeden Fall nochmal für deine Antwort.

VG, Stefan

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Hi,

ganz spontan würde ich auch sagen, dass du ihm einem Brief schreiben könntest. Das hat verschiedene Vorteile:
-du Zeit zum Nachdenken, stehst nicht unter dem Druck jetzt sofort was sagen zu müssen.
-du kannst ihn schreiben wenn DIR danach ist und nicht nur dann, wenn es die Tageszeit zulässt deinen Opa anzurufen
-du kannst jederzeit unterbrechen und z.B. zwei Tage später erst weiterschreiben
-dein Opa kann ihn mehrmals lesen; vielleicht kann er das Geschriebene auch besser aufnehmen wenn es die (Lese-)Geschwindigkeit vorgibt und nicht nur zuhören kann.
-Vielleicht kann er auch besser trauern (weinen,…) wenn er allein ist, er aber trotzdem dein Mitgefühl „dabei“ hat.

Schreib ihm doch wie traurig du selbst bist. Und wenn er sich nach dem Brief nicht meldet, kannst du ja immer noch anrufen und fragen wie’s ihm nun geht. Das stelle ich mir dann leichter vor als ohne Brief.

Tja, das wäre so meine Idee…

Viele Grüße,
J~

Hallo Ole,
zuallerst danke ich dir erstmal für deine Antwort.

Wenn ich vergleiche, kommen mir Fragen:
Fließen die Tränen „nur“ wegen der Oma?
Kann es sein, dass auch andere aufgestaute Gefühle endlich
einen Raum bekommen, herausgelassen zu werden?

Hier kann ich nur spekulieren aber ich versuchs trotzdem:

Zwei Sachen fallen mir dazu ein.
Zum einen Dinge, die wirklich direkt oder indirekt mit ihr zu tun haben. Meine Oma hat immer große Stücke auf ihre Enkelinnen und Enkel gehalten. Sie war sozusagen „stolz“. Dass sie nichtmehr da ist, bedeutet, dass sie nichtmehr sehen kann, ob ihr Vertrauensvorschuss gerechtfertigt war. Das klingt vielleicht egoistisch, aber in vielem in meinem Leben war sie mein Antrieb, auf dass ich ihrem Vertrauensvorschuss gerecht werde, nicht dass sie (im Leben) alles sehen würde was ich tue aber dennoch war (und ist) sie Ansporn für mich bestimmte Pfade einzuschlagen.

Daneben ist es natürlich auch so, dass mit ihr ein großes Stück schöner Kindheitserinnerungen ihre Verbindung zur Gegenwart verlieren. Meine Großeltern haben ein großes Haus auf dem Land, das früher auch als Bauernhof genutzt wurde. Sie haben lange viel auf ihrem großen Grundstück selbst angebaut und auch ein Feld gehabt auf dem verschiedene Dinge angebaut wurden. Im Keller hatten sie wirklich immer Unmengen von eingemachtem usw.
Meine Geschwister und Cousins und Cousinen haben dort viel Zeit verbracht. Ich habe diesen Ort (liegt in Hessen) immer gern mit idyllischen Orten verglichen.
Zum einen hab ich mir so eigentlich immer das Auenland aus dem Herrn der Ringe vorgestellt. Auch Holdens idyllische Fantasien aus dem „Catcher in the Rye“ hab ich in meinem Kopf immer an diesen Ort versetzt.
Es war für mich immer im warsten Sinne des Wortes sehr unwahrscheinlich, dass dieser Ort des Friedens gestört werden könnte - Getreu: Es kann nicht sein, was nicht sein darf!

Ich werde weiter schreiben, habe gerade aber keine Zeit.

Viele Grüße erstmal, Stefan

Ich hatte so etwas, als meine Schwiegermutter starb. Sie war
mir eine gute Freundin (im gleichen Alter) aber auch Ersatz
für meine Mutter,
die Jahre zuvor in meinem Arm sterben durfte.

Als meine Schwiegermutter starb, habe ich mich um die ganze
Familie gekümmert, weil ich Erfahrung hatte. Da war für meine
Trauer keine Zeit. Später genügte ein Film, um meine Tränen zu
lösen.

Ich frage mich das, weil Du lange Zeitdauer der Trauer
beschreibst.

Wie wurde in Deiner Kindheit mit Trauer umgegangen?

Aber Deine Frage war eine Andere: Wie soll ich mit dem Opa
umgehen?

Fahre zu ihm.
Du brauchst keinen Plan - lass Dich nur ein, was immer dann
passiert.
Du brauchst keine Angst zu haben: Weint beide oder auch nicht.

Es hilft jedenfalls - es ist auch nicht unwürdig.
Vielleicht redet ihr über alte Zeiten
und über das, was ihr mit der Oma verbindet.

Verdrängt sie nicht.

Vielleicht hört sie zu und freut sich.

Herzlichst
Ole

Hi Stefan,

ich kann mich einfach dem Eindruck nicht entziehen, dass Du evtl. die Überschrift zu Deinem Artikel falsch formuliert hast.

Wenn ich Deine Zeilen lese, denke ich die richtige Frage wäre gewesen: Wie gehe ich mit meiner Trauer um? Denn wenn Du mit Deiner Trauer umgehen kannst, dann wirst Du das auch mit der Deines Opas können.

Lieben Adlergruß

Hi Stefan,

ich kann mich einfach dem Eindruck nicht entziehen, dass Du
evtl. die Überschrift zu Deinem Artikel falsch formuliert
hast.

Wenn ich Deine Zeilen lese, denke ich die richtige Frage wäre
gewesen: Wie gehe ich mit meiner Trauer um? Denn wenn
Du mit Deiner Trauer umgehen kannst, dann wirst Du das
auch mit der Deines Opas können.

Hallo Anja

Das ist nur begrenzt richtig. Ich komme mit meiner eigenen Trauer zurecht. Ich finde es weder schlimm zu trauern, noch habe ich das Gefühl, dass mir diese Trauer schadet. Mit Unbeteiligten oder meinen Geschwistern kann ich über den Tod von meiner Großmutter sprechen. Auch kann ich mit anderen Menschen über ihre Trauer sprechen. Die Großmutter einer guten Freundin von mir ist an Krebs erkrankt und auch mit ihr kann ich darüber sprechen.
Es geht wirklich darum, nicht zu wissen, wie man mit trauernden Menschen umgehen soll, wenn man selbst von der Trauer betroffen ist. Es stimmt, ich wollte keine allgemeinen Anregungen zum Umgang mit Trauernden haben, aber es geht hier wirklich um meinen Opa und mich.

Ich fühle mich nämlich auch dafür verantwortlich, ihn nicht tiefer in seine Trauer zu reißen, als es ihm vielleicht lieb ist oder guttut. Andererseits möchte ich auch nicht, dass er denkt, er oder meine Oma seien mir mehr oder weniger egal oder egal gewesen.

Das ist wirklich eine Zwickmühle in der ICH mich befinde, deshalb hab auch ICH die Frage gestellt. Mit meiner eigenen Trauer komme ich zurecht, auch wenn sie lange Zeit in Anspruch nimmt. Ich denke nicht, dass meine Form der Trauer schlecht, für mich belastend oder gar pathologisch wär.

VG, Stefan

Hallo Stefan,

auch ich würde meine Gedanken in einem Brief schreiben. Du kannst ja am Schluss vielleicht fragen, wann Ihr Euch mal treffen könntet…
Dann weiß er schon Deine Gedanken, vielleicht fällt es ihm ja genauso schwer, auf Dich zuzugehen. Und: zu zweit zu weinen ist nicht verboten :smile: Reden kann man danach…

Übrigens: auch in einer Partnerschaft kann ein Brief sehr hilfreich sein, um ein Gespräch zu beginnen…

Grüße von Leonora

Lieber Stefan,
ich bin jetzt nicht sehr aufmerksam und las nur, um nach einem extrem harten Arbeitstag „runter zu kommen“.

Ich hatte mit meiner Frage etwas anderes gemeint.

Aber mir fiel in Deiner wunderschönen Antwort auf, wie sehr Deine Oma und die Zeit mit Ihr und in dem Auenland in Dir lebt.

Wie schön wird das sein, wenn Du zu Deinem Opa fährst und ihm das, was Du erzählst, selbst sagst, wenn Ihr Erinnerungen tauscht.

Da werdet Ihr gemeinsam auch weinen, da fließen Tränen, doch Ihr könnt erfahren, dass diese gemeinsamen Tränen eine eigene Schönheit bekommen: Euch ist Glück zugeteilt worden. Für den Opa bedeutet es, dass die Liebe, die Du von Ihnen Erfahren hast, erkannt und gewürdigt (Würde - auch in Kants Sinne - Dein Thema) wird: Das ist Glück, dass nun zu ihm zurück kommt.

Dann werdet Ihr irgendwann Euch Fragen, was von diesem Glück rettbar ist: Wie geht es weiter? Das wird sich auch der Opa fragen.

Kannst Du -vielleicht mit Deinen Geschwistern- diesen Rückzugsort erhalten, wenn Deine Ausbildung abgeschlossen ist?

Ich habe 5 Kinder zwischen fast 20 und 0 Jahren. Das 5. wurde vorletzten Sonntag geboren. Ich kann schon sehen, wieviel von mir in ihnen lebt. Ich glaube -so wie ich Dich bisher hier erfahren habe- Du weißt, wie wenig materieller Reichtum bedeutet. Ich bin schwerreich durch meine Kinder.

Dieses Glück nun für den Opa erfahrbar zu machen ist das schönste Geschenk, das Du Deiner Oma machen kannst.

Herzlichst
Ole

noch schnell einen Nachtrag
Du hast BISHER für Gräber nichts übrig.
Vielleicht aber kann ihr Grab ein Ort werden, wo das Erinnern und die Nähe zu Deiner Oma für Dich besser fühlbar wird. Vielleicht kannst Du dort mit ihr in Gedanken reden. Nur so hat ein Grab Sinn.

Wir haben viel zu sehr den Tod und Gräber aus unserem Bewusstsein verdrängt. Es ist vielen unangenehm, die Gründe sind unterschiedlich.

Vielleicht bedeutet Dir Glauben nichts, aber:

Wenn Du dort bist, achte mal auf die Stille, höre die Vögel in den Bäumen, fühle den Frieden eines solchen Ortes.

Achte mal auf die Bienen, die an den Blüten saugen. Manche werden von Vögeln gefressen. Die Blattläuse sind dort und damit Marienkäfer:

Hier kannst Du erfahren was der Mensch ist: Nur ein Teil der Natur in einem gigantischen Kreislauf. Wir ernähren uns aus ihr, wie es andere Pflanzen und Tiere tun und gehen wieder in sie ein. Unsere Erde nährt Pflanzen, Blattläuse, Marienkäfer Vögel.

Sieh Dich eines Tages um: Kannst Du ausschließen, dass ein Atom Deiner Oma in einer Pflanze vor Dir, in einem Insekt, einem Vogel, einer Katze ist?

Wir können die Natur lieben, sie ist aus unseren Vorfahren.

Und was noch weiterlebt, das steht weiter oben: „Sie lebt in Dir“

Herzlichst
Ole

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hi

Nur im Moment kann ich ihm nicht allein unter die Augen treten
oder erst recht nicht anrufen.

wenn ich in so einer Situation war, habe ich mich hingesetzt und einen Brief geschrieben - ich hasse es Briefe zu schreiben - und jeder in meiner Familie/Freundeskreis weiss das auch. Deswegen wissen sie auch, wie sehr es mir auf der Seele brennt, wenn ich doch schreibe.

Das ist für mich dann DER Weg aus der Zwickmühle dem Menschen nah zu sein und dabei aber Angst zu haben das falsche zu sagen oder zu tun.

Viele Grüße
H.