Umgang mit unkontrollierter Wut als/des Partner

Hallo,
Ich habe bereits einiges hier im Forum zum Thema Jähzorn gelesen,
allerdings kamen diese Beiträge von den Personen selbst, die ein Problem mit ihrer Wut haben.
Bei mir ist es anders, ich denke mein Partner hat mit seiner Wut ein Problem. Das wird bemerkbar wenn er von einer normalen alltäglichen Diskussion (ohne übergang zu einem kleineren streit) meiner Meinung nach ab irgendeinem Punkt nur noch rot sieht und wie ein unkontrollierter Zug schreit, mich mit vorwürfen (die gar nicht zum Thema passen und pauschal sind) beschiesst und dann einfach geht. Ist er einmal in Fahrt kann er bzw. kann die Situation nicht mehr gewendet werden, egal was ich sage bzw. ob ich überhaupt noch was sage.
Und ich letztlich nur noch verdattert stunden später fragen kann, was genau ihn gerade denn gestört hat ? Wieso von der banalen Unterhaltung/ Diskussion nun mir schreiend vorgeworfen wird dass ich daran schuld bin ihn zur weissglut getrieben zu haben ? Meine Art und Weise kommt lediglich als Antwort auf die Frage, was genau ihn gerade gestört hat. Auf die bitte genaueres zu sagen, damit ich weiß was er meint und das überdenken und evtl. ändern kann um so den Streit zu klären (auch auf dauer das sich das Schema nicht wiederholt)will er mir nicht antworten bzw. zwischendurch faucht er, er könne sich nicht erinnern. Will das Thema allerdings auch nicht mehr hören. Ich solle mich entschuldigen und damit basta.

Nun mag es so klingen, als wenn das so ein spezielles, heikles Thema war - nein eigentlich nicht, es ging um verschwörungstheorien zu 9/11 - und wir hatten uns noch eine minute zuvor normal unterhalten.
Aber dann prasselten Sätze wie : deine Art und weise treibt mich zur weissglut, du hast haare auf den Zähnen, ich will eine Frau keinen kerl, Du bist schuld, dass ich fuchsteufelswild bin, ,mit einer Göre wie dir will ich nicht zusammen leben. (wie ich schon sagte, die Sätze sind völlig pauschal und passen überhaupt nicht zum eigentlichen Thema, dass wir zuvor hatten)
Auf die frage wieso er von der Diskussion nun darauf kommt unsere ganze Beziehung in Frage zu stellen, erhalte ich keine Antwort, da er noch mit seiner Wut beschäftigt ist und jegliche Schotten dicht sind. Bis er einfach geht.

Ich bin sicher kein Engelchen, aber sowas habe ich noch nie erlebt.
Ich selbst kenn von mir wenn ich wütend bin, dass ich sicher auf einiges sage, was nicht klärend ist. Aber spätenstens in meinem stillen Kämmerlein reflektiere ich mein Verhalten und gestehe mir und später auch dem Anderen meine Fehler ein.
Aber mein Partner scheint statt auch sich selbst auch mal zu reflektieren, die Sache damit abgetan zu haben, dass ich schuld bin ihn zur Weissglut getrieben zu haben. Es sei nicht seine Aufgabe mir in dem Augenblick konkret zu sagen, wann und was an meinen Verhalten ihn stört, dass müsse ich selbst merken. Ich bin schuld daran und damit basta.

So kann man doch keinen Streit klären ?
Und ich vermute ja auch, dass er nichts konkretes nennen kann, da er bereits fuchsteufelswild war und nur noch rot gesehen hat.
Er sagte mir Wochen zuvor, dass sein Vater an jähzorn litt, er es aber über die Jahre begriffen hat, dass er mit der Schreierei nichts erreiche und das das auch kein Umgang mit dem Sohn sei.
Kann es möglich sein, dass mein partner das von seinem Vater hat ?
Wie soll ich damit umgehen ? Damit meine ich in der Situation des „Rot- sehens“ und möglichst auch das es gar nicht erst dazu kommt.
Das Thema ist für ihn Tabu …
ich hatte ihn bereits mit dem Satz „dass es für uns und unseren Umgang mit Streit eine Hilfe sein könnte“ Links aus dem Internet zum Thema „richtig streiten“ als Email geschickt. Das einzige was als Antwort kam, dann hätte ich die lektionen mal lernen sollen, damit ich ihn nicht zur Weissglut bringe. Ich solle nun endlich respektieren, dass er das Thema nicht mehr hören kann.
Das möchte ich gerne respektieren,
nur damit ist nichts geklärt.
Mal ganz von meiner Wut inzwischen abgesehen, durch die Beleidigungen und die Überheblichkeit 100% schuld mir zu geben und nicht mal eine Sekunde daran zu denken, was ganz eventuell falsch von ihm war.
ich möchte nicht, dass sich sowas wiederholt.
Aber ohne darüber zu reden, das zu klären, Missverständnisse wie etwas gesagt wurde, aber es anders ankam, auszuräumen. Wird es sich doch immer wiederholen.

Hallo Amin,

Bei mir ist es anders, ich denke mein Partner hat mit seiner
Wut ein Problem. Das wird bemerkbar wenn er von einer normalen
alltäglichen Diskussion (ohne übergang zu einem kleineren
streit) meiner Meinung nach ab irgendeinem Punkt nur noch rot
sieht und wie ein unkontrollierter Zug schreit, mich mit
vorwürfen (die gar nicht zum Thema passen und pauschal sind)
beschiesst und dann einfach geht.

Wenn jemand wütend ist, ist es normal, dass er pauschal und ausfallend wird. Damit lenkt er von seiner Machtlosigkeit ab. Er weiß nicht, wie er mit einem Thema umgehen soll und bezeichnet Dich deswegen als schuldig an seiner Situation.

Und ich letztlich nur noch verdattert stunden später fragen
kann, was genau ihn gerade denn gestört hat ? Wieso von der
banalen Unterhaltung/ Diskussion nun mir schreiend vorgeworfen
wird dass ich daran schuld bin ihn zur weissglut getrieben zu
haben ?

Deine Frage nach einiger Zeit, warum er wütend war, ist sehr geschickt, denn er muss dann reflektieren. Weil er aber in der Situation selbst nicht nachvollziehen kann, warum er wütend war, schiedt er es wieser auf Dich.

Er weicht dem Problem aus. Er weiß nicht, wie er damit umgehen soll. Du kannst ihm da nicht viel helfen. Du solltest ihm aber signalisieren, dass das nicht ok ist. Da er für Kritik in dem Moment des Ausrastens nicht mehr offen ist, solltest Du Dich nicht anschreien lassen und einen Spaziergang machen, zu einer Freundin fahren, den Hund gassi führen… ihn halt stehen lassen mit seinem Gefühl, damit er anderen nicht schaden kann und stattdessen über sich selbst nachdenkt.

ich möchte nicht, dass sich sowas wiederholt.
Aber ohne darüber zu reden, das zu klären, Missverständnisse
wie etwas gesagt wurde, aber es anders ankam, auszuräumen.
Wird es sich doch immer wiederholen.

Ja, man muss drüber reden, aber nicht in dem Moment, in dem er wütend ist. Vielleicht sollte er auch nicht nur mit Dir darüber reden. Hat er gute Freunde? Vielleicht kann ihm auch sein Vater Tipps geben. Der hat schließlich die Sache auch schon durch gemacht. Übrigens ist es keine Entschuldigung colerisch zu sein, wenn es der Vater auch war.

Und dann noch: Warum lässt Du Dich anschreien? Du bist das nicht Wert. Lass Dich nicht verarschen und respektlos behandeln. Es ist sehr gut, dass Du Dir überlegst, wie Du das ändern kannst. Du scheinst stark zu sein, wie ich das so aus Deinem Text rauslese.

Viel Erfolg und alles Gute,
Spiff

Hallo,

Nun mag es so klingen, als wenn das so ein spezielles, heikles
Thema war - nein eigentlich nicht, es ging um
verschwörungstheorien zu 9/11

Mit Verlaub: Verschwörungstheorien 9/11 IST ein spezielles, heikles Thema.
Sehr kontrovers auf jeden Fall. Da flogen schon mehrmals die Fetzen.

Dass du es anders betrachtest - auch bei anderen evtl. ebenfalls umstrittenen Themen - ist schon ein Konfliktpunkt für sich.

ich will
eine Frau keinen kerl
, Du bist schuld, dass ich
fuchsteufelswild bin, ,mit einer Göre wie dir will ich nicht
zusammen leben
.

Das ist seine Antwort auf dein Nachfragen um den Grund seiner Wut.

Es stimmt etwas in eurer Beziehung nicht, und zwar grundsätzlich. Er ist nicht mehr bereit, diese aufrechtzuerhalten. Traut sich aber zugleich nicht, die Beziehung zu beenden.

In dieser Zwickmühle rastet er aus, weil ihn so ziemlich ALLES nervt.

Also deine Frage sollte vielleicht nicht in Richtung „Warum bist du ausgerastet?“ gehen, sondern „Wie stellst du dir unsere Beziehung, unser Zusammenleben vor?“.

Gruß

J.

Hallo Amin,

ich denke auch, wie hier schon einer schrieb, dass Du mit Deinem
Partner ein Gespräch über Eure Beziehung führen solltest.

Ob 9/11 ein heikles Thema ist, oder nicht richtet sich danach auf
welchem Niveau die Diskussion geführt wird und wie übereinstimmend
die Meinungen der Gesprächspartner zu dem Thema sind. Wenn es aber so
ist, dass aus einer politischen Diskussion ein polemischer
Psychokrieg entsteht, dann stimmt etwas in Eurer Beziehung nicht und
dabei hat es nichts mit dem Gespräch zuvor zu tun. Stell ihn zu Rede

  • was verbindet Euch miteinander, liebt er Dich, hast Du auch ohne
    das er das sagt auch das Gefühl, dass es so ist, liebst Du ihn.

Temprament und Konfliktverhalten bekommt man sicherlich von den
Eltern mit, aber man sollte schon in der Lage sein das eigene
Verhalten zu reflektieren. Bei jedem Streit die Beziehung in Frage zu
stellen zehrt zu sehr an den Nerven - lass Dich nicht darauf ein. Gib
ihm eine Chance sich dazu zu äußern, aber dann sieh zu, dass Du
Abstand gewinnst!

Viele Grüße

Lieben dank für eure antworten - ich hab einfach mal versucht mit meiner beitrag auf eure 3 beiträge einzugehen - also eine Antwort für euch drei - wenn ihr es mir bitte nicht übel nehmt.

erstmal dank dir für die Antwort Jarolep
mit dem Punkt (heikel & brennzlig) Verschwörungetheorien magst du an sich Recht haben, doch war es noch vor einer Minute ein Thema mit dem wir beide distanziert reden konnten - ohne persönlich zu werden - nach dem Motto: Verschwörungtheorien sind schwachsinn (kam von ihm) worauf ich meinte: ich würde nicht meine Hand dafür ins feuer legen wollen, dass uns - normal Bürger - absolut 100% alles mitgeteilt wurde, vielleicht ja auch nur 90% - worauf er von seinem absoluten Satz : „sind schwachsinn“ eingelnkt hat und mir Recht gab …und genau dann wiederum explodierte mit den schon genannten Sätzen …
da fehlt mir der Zusammenhang des Explodierens.
Vielleicht hast Du Recht, dass etwas grundsätzliches nicht stimmt und er nicht den Mut hat, die beziehung zu beenden.
Nur, sind wir gerade erst wieder Recht frisch zusammen (nach 2 jahren Bezeihung gab es eine Trennung, da er 2 jahre in den USA war und zurück hier in Deutschland war er es, der mich zurück gewinnen wollte, da er die 2 jahre ohne mich angeblich vom Jüngling zum Mann wurde und nun ernsthaft mich „haben“ möchte) und es gab bisher noch keine Streitigkeiten und an sich fühlte sich die beziehung sehr liebevoll an -also ich glaube schon, dass wir an sich eine glückliche beziheung führen - na ja an sich . Ich befürchte eher wie er es mir auch an den Kopf geknallt hatte, dass er es nicht für seine Aufgabe hält mir zu sagen, wann ihn etwas stört. Sprich: er äussert nicht seine Wünsche bzw. was ihn stört. So kann es doch nur irgendwann zur Explosion führen und so kann es der Partner doch auch nie erfahren bzw. darauf achten und ändern. Mal davon abgesehen, dass bei einer Explosion Dinge rauskommen, die vielleicht wochen zurück liegen, die man mit einem satz zu dem zeitpunkt sofort hätte „erledigen“ können.
Du hast mir den Tipp gegeben, zu fragen wie er sich das Zusammenleben vorstellt, weil er evtl. „den kaffee auf hat“ was die beziehung betrifft. Wir hatten noch vor. ca. 1 Monat beim Frühstück das Thema, dass unsere Beziehung schon in einer höheren liga angelangt ist (der Satz kam von Ihm), er schmiedete Pläne wieviele Kinder er sich vorstellt und malte gedankliche Bilder vom Eheleben.
Ich fragte ihn damals schon, wie wir denn mit Streitigkeiten umgehen würden ? Worauf von ihm kam, sowas kann man doch ruhig und gemütlich abends im bett klären …
Na ja - wunschdenken entspricht nicht der Realität.
Es ist bei ihm ja kein Streiten, sondern offenbar schweigt er bis er irgendwann rot sieht und von klären kann man da auch nicht reden, da er sich innerlich weigert die angelegenheit mit Abstand zu betrachten und zu reflektieren - andere Ansichten zuzulassen, da er offenbar, selbst Tage später, nur seine Wut in erinnerung zurück ruft, seinen Standpunkt für unumstösslich richtig hält und wieder äusserst aggressiv mir sagt, dass nichts mehr von dem Streit hören will, das darin herum pulen mache ihn nur wieder wütend, ich solle es verdammt nochmal einsehen, dass ich an seiner „weißglut“ schuld bin.
ich selbst bin jedoch der meinung, wenn es schon zur Weissglut kommt, trägt er mindestens die mitschuld, dass er es hat so weit kommen lassen und nicht vorher den Störfaktor äusserte.
Mal davon abgesehen, dass mir bei Streitigkeiten der Punkt wer schuld hat sowieso nicht gefällt, da das zu nichts klärendes führt.
Das auch an Spiff_in_Space (hier Dir und auch Chili danke für die Antworten)
Du Spiff_in_Space, rätst mir einfach weg zu gehen, damit ich mir seine Wut nicht antuen muss und er über sein Verhalten nachdenken muss -
nur wie du nun vielleicht schon rausgelesen hast - wenn er über sein Verhalten nachdenkt, dann immer nur um den Punkt, dass er im Recht ist und sein Zorn berechtigt heftig ausgefallen ist - er lässt keinen anderen noch so kleinen anflug von selbstkritik zu - selbst tage später.
der Streit ereignete sich am Mittwoch und erst heute am Sonntag abend scheint seine Wut leicht abgeklungen zu sein, dass er mir am telefon sagt, er sei zwar noch immer wütend, aber nicht mehr so stark , ob wir uns nicht wieder vertragen sollen.
4 Tage später das ist für mich schon ein heftiges Stück - so lange hat bei mir noch keine Wut angehalten, meistens ist diese eine nacht später verflogen. Wir werden uns morgen abend wieder sehen, ich werde versuchen die Tage vorzuschlagen, dass er vielleicht mit einem Freund über den Streit bzw. unser Streitverhalten zu reden. Doch befürchte ich, dass er sowas für zu privat hält und es auch nicht einsieht sich wieder mit dem Thema zu befassen (wobei befassen ja wie man sieht ziemlich relativ ist - ich meine mit befassen, distanziert die Sache auch aus meinem blickwinkel betrachten - und er meint mit befassen, die Wut wieder hochzuwühlen und nur sich zu sehen).
Sein Vater ist verstorben, sodass er ihn wohl nicht mehr zu Rate holen kann. Aber auch hier denke ich werde ich behutsam über die nächste Tage versuchen zu erfahren, wie er in der Situation mit seinem Vater umgegangen ist. Wobei ich nicht glaube, dass er bei seiner Selbstkritik jemals den Gedanken zulassen wird, dass er in der hinsicht genauso wie sein Vater damals ist.
Mich würde wirklich sehr interessieren, wie die leute, die hier von ihrem jähzorn geschrieben haben, dass bei sich selbst entdeckt und sich selbst gegenüber zugegeben haben.

Lieben dank für eure antworten - ich hab einfach mal versucht mit meiner beitrag auf eure 3 beiträge einzugehen - also eine Antwort für euch drei - wenn ihr es mir bitte nicht übel nehmt.

erstmal dank dir für die Antwort Jarolep
mit dem Punkt (heikel & brennzlig) Verschwörungetheorien magst du an sich Recht haben, doch war es noch vor einer Minute ein Thema mit dem wir beide distanziert reden konnten - ohne persönlich zu werden - nach dem Motto: Verschwörungtheorien sind schwachsinn (kam von ihm) worauf ich meinte: ich würde nicht meine Hand dafür ins feuer legen wollen, dass uns - normal Bürger - absolut 100% alles mitgeteilt wurde, vielleicht ja auch nur 90% - worauf er von seinem absoluten Satz : „sind schwachsinn“ eingelnkt hat und mir Recht gab …und genau dann wiederum explodierte mit den schon genannten Sätzen …
da fehlt mir der Zusammenhang des Explodierens.
Vielleicht hast Du Recht, dass etwas grundsätzliches nicht stimmt und er nicht den Mut hat, die beziehung zu beenden.
Nur, sind wir gerade erst wieder Recht frisch zusammen (nach 2 jahren Bezeihung gab es eine Trennung, da er 2 jahre in den USA war und zurück hier in Deutschland war er es, der mich zurück gewinnen wollte, da er die 2 jahre ohne mich angeblich vom Jüngling zum Mann wurde und nun ernsthaft mich „haben“ möchte) und es gab bisher noch keine Streitigkeiten und an sich fühlte sich die beziehung sehr liebevoll an -also ich glaube schon, dass wir an sich eine glückliche beziheung führen - na ja an sich . Ich befürchte eher wie er es mir auch an den Kopf geknallt hatte, dass er es nicht für seine Aufgabe hält mir zu sagen, wann ihn etwas stört. Sprich: er äussert nicht seine Wünsche bzw. was ihn stört. So kann es doch nur irgendwann zur Explosion führen und so kann es der Partner doch auch nie erfahren bzw. darauf achten und ändern. Mal davon abgesehen, dass bei einer Explosion Dinge rauskommen, die vielleicht wochen zurück liegen, die man mit einem satz zu dem zeitpunkt sofort hätte „erledigen“ können.
Du hast mir den Tipp gegeben, zu fragen wie er sich das Zusammenleben vorstellt, weil er evtl. „den kaffee auf hat“ was die beziehung betrifft. Wir hatten noch vor. ca. 1 Monat beim Frühstück das Thema, dass unsere Beziehung schon in einer höheren liga angelangt ist (der Satz kam von Ihm), er schmiedete Pläne wieviele Kinder er sich vorstellt und malte gedankliche Bilder vom Eheleben.
Ich fragte ihn damals schon, wie wir denn mit Streitigkeiten umgehen würden ? Worauf von ihm kam, sowas kann man doch ruhig und gemütlich abends im bett klären …
Na ja - wunschdenken entspricht nicht der Realität.
Es ist bei ihm ja kein Streiten, sondern offenbar schweigt er bis er irgendwann rot sieht und von klären kann man da auch nicht reden, da er sich innerlich weigert die angelegenheit mit Abstand zu betrachten und zu reflektieren - andere Ansichten zuzulassen, da er offenbar, selbst Tage später, nur seine Wut in erinnerung zurück ruft, seinen Standpunkt für unumstösslich richtig hält und wieder äusserst aggressiv mir sagt, dass nichts mehr von dem Streit hören will, das darin herum pulen mache ihn nur wieder wütend, ich solle es verdammt nochmal einsehen, dass ich an seiner „weißglut“ schuld bin.
ich selbst bin jedoch der meinung, wenn es schon zur Weissglut kommt, trägt er mindestens die mitschuld, dass er es hat so weit kommen lassen und nicht vorher den Störfaktor äusserte.
Mal davon abgesehen, dass mir bei Streitigkeiten der Punkt wer schuld hat sowieso nicht gefällt, da das zu nichts klärendes führt.
Das auch an Spiff_in_Space (hier Dir und auch Chili danke für die Antworten)
Du Spiff_in_Space, rätst mir einfach weg zu gehen, damit ich mir seine Wut nicht antuen muss und er über sein Verhalten nachdenken muss -
nur wie du nun vielleicht schon rausgelesen hast - wenn er über sein Verhalten nachdenkt, dann immer nur um den Punkt, dass er im Recht ist und sein Zorn berechtigt heftig ausgefallen ist - er lässt keinen anderen noch so kleinen anflug von selbstkritik zu - selbst tage später.
der Streit ereignete sich am Mittwoch und erst heute am Sonntag abend scheint seine Wut leicht abgeklungen zu sein, dass er mir am telefon sagt, er sei zwar noch immer wütend, aber nicht mehr so stark , ob wir uns nicht wieder vertragen sollen.
4 Tage später das ist für mich schon ein heftiges Stück - so lange hat bei mir noch keine Wut angehalten, meistens ist diese eine nacht später verflogen. Wir werden uns morgen abend wieder sehen, ich werde versuchen die Tage vorzuschlagen, dass er vielleicht mit einem Freund über den Streit bzw. unser Streitverhalten zu reden. Doch befürchte ich, dass er sowas für zu privat hält und es auch nicht einsieht sich wieder mit dem Thema zu befassen (wobei befassen ja wie man sieht ziemlich relativ ist - ich meine mit befassen, distanziert die Sache auch aus meinem blickwinkel betrachten - und er meint mit befassen, die Wut wieder hochzuwühlen und nur sich zu sehen).
Sein Vater ist verstorben, sodass er ihn wohl nicht mehr zu Rate holen kann. Aber auch hier denke ich werde ich behutsam über die nächste Tage versuchen zu erfahren, wie er in der Situation mit seinem Vater umgegangen ist. Wobei ich nicht glaube, dass er bei seiner Selbstkritik jemals den Gedanken zulassen wird, dass er in der hinsicht genauso wie sein Vater damals ist.
Mich würde wirklich sehr interessieren, wie die leute, die hier von ihrem jähzorn geschrieben haben, dass bei sich selbst entdeckt und sich selbst gegenüber zugegeben haben.

Liebe Amin Khan,

ich habe so eine Ehe mit Schuldzuweisungen und Verweigerung von Verantwortung hinter mir und weiß nun sehr genau, dass ich jedenfalls keine Schuld habe. Es folgen einige Verwirrungstechniken, Fehltritte etc… Eben ziemlich schmerzhaftes für eine Person, die versucht diesen wirren Kopf zu verstehen. Aus Hilflosigkeit folgt Schlagen etc.

Kurz und gut, bei mir war es am Ende tatsächlich so, dass er
mir einige Trennungsgründe gab, damit i c h Schluss machte.
Solche Persönlichkeiten haben sogar Angst selbst Schluss zu machen.
Selbst auf meinen vorzeitigen Vorschlag, ob eine wenigstens zeitweise Trennung besser wäre, verweigerte er sein „JA“. Auf diese Weise hat der Partner -also du- immer „Schuld“. Das ist ein billiges Argument, um den anderen niederzumachen - wie auch immer.

Sei klug und versuche deinen e i g e n e n Weg,
dein Leben im W o h l f ü h l s e i n zu finden.
Das Leben ist dennoch kürzer als frau glaubt. …

Viel Glück
Susan

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