Umgang mit Verspätungen bei der Bahn

Hallo,
wie entscheidet die DB eigentlich, ob Anschlußzüge auf einen verspäteten Zug warten sollen ? Das Problem erscheint mir als nicht-trivial. Zunächst die Zielsetzung: will man die (durchschnittliche) Gesamtverspätung aller Züge im Schienennetz minimieren, die Anzahl der verpaßten Anschlußzüge, die verspäteten Bahn-Kunden, die Anzahl der Bahn-Kunden die ihre Anschlußzüge verpaßt haben oder ist man z.B. schlichtweg daran interessiert die Gesamtverspätung der Kunden zu mininieren ? Die letzten drei Zielsetzungen tragen sicher der Kundenzufriedenheit Rechnung, setzen aber Annahmen über das Reiseverhalten der Kunden vorraus. Daneben werden Regionalbahn und ICE nicht gleichbehandelt, was sich allerdings bereits teilweise aus obigen Zielsetzungen ergeben würde.
Gibt es eine formalisierte Strategie, wie die DB hier verfährt oder wird aus dem Bauch heraus und spontan entschieden ?

Gruss
Enno

Du hast dir ja zwar mühe gegeben den Text zu schreiben , aber was hat das mit Mathe oder Physik zu tun.

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Hallo Enno

Theoretisch gibt es eine formalisierte Strategie mit den folgenden Punkten:

  • Bei der Fahrplankonstruktion gibt es definierte „Anschlussverbindungen“, also Verbindungen, bei denen man erwartet, dass viele Kunden sie als Kombination verwenden. Es wird versucht, solche Verbindungen durch Warten intakt zu halten. Dabei kann es sein, dass ein Umstieg, den Du planst, nicht zu dieser Menge gehört, weil er nicht dem geplanten Kundenstrom entspricht.

  • die niederwertigen Züge (Regionalverkehr) warten auf die höherwertigen (ICE, IC), wenn keine zu grosse Zeitspannen vergehen.

  • Wenn in dem verspäteten Zug Fahrgäste darum bitten, dass ein Anschluss wartet und der Zugbegleiter jemanden erreicht, der das dem Zielzug glaubhaft mitteilt und dort der Zugbegleiter die Sache ernst nimmt, dann wartet der Anschluss auch.

Praktisch werden alle diese Regeln auch dadurch beeinflusst, dass der Informaztionsfluss manchmal nicht ideal ist oder dass Zugbegleiter oder Fahrdienstleiter keine Lust haben und schlechte Laune. Das bringt natürlich ein gewisses Element der Unsicherheit.

Da Du die Frage bei Mathematik und Physik eingestellt hast, hast Du vielleicht erwartet, eine elegante, Netztopologische Lösung oder so zu finden. Aber das kannst Du Dir abschminken, das Fahrnetz der DB gehört zu den dichtesten, frequentiertesten und komplexesten der Welt. Alle Versuche, bei der DB Optimierungsprogramme einzuführen, sind bislang daran gescheitert, auch wenn es immer wieder (und auch aktuell) Versuche in diese Richtung gibt.

Gruss
Thomas

Danke
Hallo,

Da Du die Frage bei Mathematik und Physik eingestellt hast,
hast Du vielleicht erwartet, eine elegante, Netztopologische
Lösung oder so zu finden.

ja so etwas in diese Richtung hat mir vorgeschwebt. Allerdings auch das es algorithmisch schwer beherrschbar ist, durch seine Komplexität.

Guss
Enno

Hallo,
nur als zusätzliche Anmerkung:
Für jeden Zug muß auch ein Gleis bzw. Blockabschnitt frei sein. Ich hatte kürzlich den Fall, daß in einer Ausfahrtrichtung aus dem Bahnhof schon mehrere Züge (mit verschiedenen Zielen) warteten, weil ein verspäteter ICE unbedingt noch vorher raus mußte und die nächste Überholmöglichkeit wohl zu weit entfernt ist. Da kommt beim Nahverkehrskunden richtig Freude auf :frowning:

Cu Rene