Essai sur ‚Le Knacks‘
Hallo!
Was bezeichnet einen „Knacks“?
zunächst einmal das, was die eigentliche Wortbedeutung
nahelegt:
Eine Beschädigung ohne völlige Zerstörung. Wenn du eine
Holzleiste kräftig biegst, hörst du zuerst ein paar mal ein
Knacksen.
Man muss dieses Knacksen des Holzes aber nicht unbedingt als die Folge einer Fremdeinwirkung verstehen.
Holz knackst seiner Natur nach: auf Grund innerer Spannungen und als Anpassungsleistung an wechselnde Bedingungen seiner Umgebung (Luftfeuchtigkeit, Hitze, usw.).
Das Knacksen ist, so verstanden, keine Vorstufe des Bruchs, und es ist auch kein Zeichen einer eigentliche Beschädigung, sondern es ist der spürbare Ausdruck eines Regulationsmechanismus, ja sogar eines Reifeprozesses.
Übertragen bedeutet das eine schwere Belastung, die die Seele
schädigt, aber für den Moment noch abgefangen wird.
Als Fachausdruck könnte man wohl Trauma verwenden
Übertragen wäre diese Definition dann gerade kein Trauma (wobei dieser Begriff heute so dermaßen inflationär verwendet wird, dass darunter auch im Fachdiskurs alles mögliche verstanden wird), sondern die ‚normale‘ Arbeit der Zeit, die durchaus Verletzungen und Veränderungen bewirkt - aber eben keine Brüche und keine Zerstörungen.
Willemsen verwendet den Begriff des Knacks in seinem Buch über selbigen übrigens ebenfalls vornehmlich in diesem Sinn des ‚normalen Prozesses‘:
http://www.amazon.de/Knacks-Roger-Willemsen/dp/31009…
Das hängt eben davon ab, wie der Knacks verarbeitet wird. Wenn
er von allein „verheilt“, ist es gut, wenn nicht, können
psychische Erkrankungen entstehen.
Ich würde hier, im Sinne des des oben Gesagten, gerade umgekehrt ausführen, dass es eher psychopathologisch auffällig wäre, wenn es nicht knacksen würde, wenn sich innere Spannungen nicht lösen könnten, wenn man sich völlig ‚unangreifbar‘ machen würde von den sich wandelnden Einflüssen seiner Umgebung.
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