Hallo,
diese Frage setzt voraus, dass evtl. in Europa in Zukunft Software patentiert werden kann, was jetzt ja zum Glück noch nicht der Fall ist.
Folgendes: Ich bin Softwareentwickler, habe eine gute Softwareprojekt-Idee und bin gerade dabei, diese mit meinem eigenen Hirnschmalz und meinem eigenen Einfallsreichtum umzusetzen. Da ich jedoch kaum finanzielle Mittel zur Verfügung habe, um jetzt auf die vielen kleinen Bestandteile, aus denen meine Lösung bestehen wird, Patentanträge zu stellen geschweige denn die Zeit und Lust habe, mein Vorgehen für eine Patentschrift aufzuschreiben, möchte ich eine andere Lösung finden, mich vor eventuellen, zukünftigen Patentklagen zu schützen.
Kleine Randbemerkung, die ich mir nicht verkneifen kann: Ich benötige kein Patent, um mich vor Nachmachern zu schützen, da ich meine Software kompilieren werde und sehr wohl weiß, dass auf diese Weise ganz natürlich ein sehr sehr wirksamer Schutz davor gegeben ist, dass jemand meine Algorithmen auseinandernimmt. Gewisse Patentanwälte, Großfirmen (mit einem Stab an Anwälten) und Politiker scheinen das jedoch nicht zu wissen. (Bitte um Verzeihung, falls ich damit dem ein oder anderen hier auf die Füße getreten bin, aber wer diesen Hohn, der in den letzten Monaten bezüglich dieses Themas gelaufen ist, verfolgt hat, sollte Verständnis für meine Wut haben).
Wie auch immer: Softwarepatente sollen, zumindest offiziell, den „Erfinder“ vor Nachmachern schützen. Da fällt mir eine bessere Möglichkeit ein:
Wie wäre es, wenn ich regelmäßig meine gerade aktuellen Projektdaten einem Notar übergebe? Falls dann später eine Patentklage kommt in der Art: „Sie haben uns unsere tolle Idee geklaut, den Berechnungsstatus durch eine Prozentangabe auszugeben“ (wieder Sorry für den Zynismus), dann kann ich auf meinen Notar verweisen, der bereits vor der Patentveröffentlichung des Klägers meine entsprechenden Daten in Empfang genommen hat.
=> Ich kann nicht abgekupfert haben, die Darseinsberechtigung des Patents als solche hat damit also in diesem Fall ausgedient.
Würde ich dennoch unterliegen, dann wäre der wahre Zweck solcher Patente, also den Schwächeren zu eliminieren, offenbart worden.
Was haltet ihr davon? Was für eine Relevanz hat dieses Vorgehen über einen Notar im Kontrast zum Einreichen einer Schrift (und der Offenlegung meiner Ideen) beim Patentamt?
Gruß
Alexander
