Hallo!
Ich habe mit meinem Mann immer wieder die Diskussion:
Heißt es ich habe umgeschalten oder
ich habe umgeschaltet???
Ich habe mich erschreckt oder
Ich habe mich erschrocken???
Eine Germanistik-Studsentin meinte jetzt, dass beides geht, aber kann das noch jemand genauer begründen???
Wäre sehr dankbar für die Lösung unseres Problems, LG
Ich habe mich erschreckt oder
Ich habe mich erschrocken???
Hier kommt es darauf an, ob das Verb transitiv oder intransitiv gebraucht wird:
_…Das transitive Verb „jemanden erschrecken“ wird regelmäßig gebeugt und im Perfekt mit „haben“ konjugiert: … du hast mich ganz schön erschreckt!
Das intransitive Verb „erschrecken“ wird unregelmäßig gebeugt und im Perfekt mit „sein“ konjugiert: … beim Anblick des Tieres ist er heftig erschrocken…_
Ich bin erschrocken und habe sofort umgeschaltet
Erschrecken:
Ich bin erschrocken.
Ich erschrak.
Jemanden erschrecken:
Ich habe ihn erschreckt. Er ist erschrocken.
Ich erschreckte ihn. Er erschrak.
Das rückbezügliche Verb ‚sich erschrecken‘ für ‚erschrecken‘ ist
falsch, weil ich nicht mich selbst erschrecke, wenn ich erschrecke.
Ich bin schon oft erschrocken, nämlich immer, wenn ich lese oder höre
‚Ich habe mich erschrocken.‘ Wenn diese unmögliche Satzbildung am
Fernsehen abgesondert wird, habe ich schon oft ‚umgeschaltet‘.
Wenn diese unmögliche Satzbildung am
Fernsehen abgesondert wird, habe ich schon oft ‚umgeschaltet‘.
Servus Sanctus,
was ist dieses ‚Fernsehen‘ an dem da etwas abgesondert wird? Ob das ‚Fernsehen‘ das an ihm abgesonderte wieder abkriegen kann? Wie müßte ich vorgehen, wenn ich ‚am Fernsehen‘ etwas absondern wollte? An meinen Sony hinpinkeln ) ?
Wenn diese unmögliche Satzbildung am Fernsehen abgesondert wird …
Gudruns Entsetzen und dein Amüsement sind gänzlich unbegründet. »Am Fernsehen« ist die gängige schweizerische Formulierung für das bundesrepublikanische »im Fernsehen«. Letzteres ist, rein räumlich verstanden, ähnlich lächerlich, denn schließlich befinden sich die Sendungen, die wir mittels eines Fernsehgeräts betrachten, nicht im Inneren unseres Apparats. Ich weiß, dass die österreichische (»Butter am Brot«) und schweizerische Verwendung von Präpositionen meist Heiterkeit hervorrufen. Zumindest daran kann man allerdings vermeintlich mangelnde Sprachkompetenz, in diesem Falle Rolfs, nicht festmachen. Ich plädiere auf Freispruch.
Das rückbezügliche Verb ‚sich erschrecken‘ für ‚erschrecken‘
ist
falsch, weil ich nicht mich selbst erschrecke, wenn ich
erschrecke.
Hallo Rolf,
Wieder etwas, wo ich dir widersprechen muss (und nein, ich picke mir nicht extra nur deien Antworten raus). Wer sagt denn, dass das Wort falsch ist? Im Duden steht es mit dem Vermerk „ugs.“ (umgangssprachlich), viele Sprecher des Hochdeutschen verwenden es, es kommt in vielen Dialekten genauso vor und ist auch unabhängig von sozialen Schichten.
Es ist völlig normal, dass ich sich in einer Sprache redundante Versionen eines Ausdrucks bilden und semantisch kann man auch nicht alles erklären.
Vielleicht übersehe ich allerdings auch nur einen triftigen Grund, warum „sich erschrecken“ falsch sein sollte — dann lass ich mich natürlich gern eines besseren belehren.
Ich habe auf ‚IM‘ umgeschaltet
Gudrun, ich habe darüber nachgedacht und bin in mich gegangen: Du hast
Recht, es muss heissen ‚IM Fernsehen‘, weil ‚in Fernsehsendungen‘
gemeint ist. ‚An Fernsehsendungen‘ ergäbe keinen Sinn.
Mein Fehlgriff stammt tatsächlich aus der Dialektkiste. Ich konvertiere
also zum ‚IM‘, obwohl das mundartliche ‚am Fernsehen‘ in der Schweiz
sehr häufig gebraucht wird, was durch eine Suche im Internet leicht zu
belegen ist.
Zu einem besseren Deutsch (und einem besseren Dialekt) kommen wir nur,
wenn wir Deutsch und Dialekt konsequent trennen.
»Am Fernsehen« ist die gängige schweizerische
Formulierung für das bundesrepublikanische
»im Fernsehen«.
Stimmt!
Ich weiß, dass die österreichische (»Butter am
Brot«) und schweizerische Verwendung
von Präpositionen meist
Heiterkeit hervorrufen.
Stimmt ebenfalls.
Die Heiterkeit geht aber durchaus auch in die
Gegenrichtung!
«Butter bei die Fisch» zum Beispiel.
Oder die auch in D verbreitete Verwendung von
«am» für «auf dem».
(«Ich sitze am Klo» – da drängt sich mir die
Vorstellung auf, der Sprecher sässe auf dem
Boden, angelehnt an die Kloschüssel.
«Der Stift ist am Schreibtisch» – wohl seitlich
mit Magnethalterung angebracht …)
Hallo, André,
das Wort ist sicher richtig (womit ich Dir Recht gebe),
allerdings ist seine Anwendung falsch (insofern gebe ich Rolf Recht).
Salomonisch genug?
Gruß
Eckard
Zum Merken: Man kann sich nicht selbst erschrecken.
Kann ich !
Hab’ ich schon gemacht!
Hier in der Gegend gibt es ein Gebäude mit verglastem Eingangsportal, welches in einem Winkel von ca. 45 Grad zur Straße gebaut ist.
Wenn man abends dort lang fährt - dunkel, nur die Autoscheinwerfer leuchten - dann spiegeln sich die eigenen Scheinwerfer derart unglücklich in diesem Glas, dass man (zumindest ich) denkt, von rechts käme urplötzlich ein Auto auf dich zugefahren.
Beim ersten mal habe ich mich also selbst erschreckt , ich war so erschrocken, dass ich voll in die Eisen gestiegen bin.
ich darf doch sehr bitten, nicht von sich auf andere zu schließen.
Was kann ich dafür, daß Du keine Kondition (mehr) hast?
Ich sehe nach durchtanzten Nächten so schön und frisch wie immer aus.
Von dem restlichen Kram hab ich keine Ahnung.
Gruß Gudrun
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]