ich habe da ein kleines Problemchen, bei dem Ihr mir vielleicht helfen könnt.
Und zwar möchte ein japanischer Kollege von mir die Umlaute erklärt bekommen. Er möchte wissen, was die horizontalen Punkte auf manchen Buchstaben bedeuten. (er möchte ein bißchen deutsch lernen)
Ich habe jetzt schon bei Wikipedia geschaut. Allerdings ist mir der Artikel dort zu wissenschaftlich. Im Prinzip möchte ich ihm grob schreiben, woher das kommt und besonders wie man das dann ausspricht. Ich kann es ihm halt auch nicht vorsagen, weil wir lediglich e-mail-Kontakt haben.
Hat jemand eine Ahnung, wie man das am einfachsten beschreibt?
ähm, ich bin blöde… Was ist die internationale Lautschrift?
Dieses UE, AE…??
Nein, das ist das, was Du in Wörterbüchern hinter dem Wort findest und Dir erläutern soll, wie das Wort ausgesprochen wird.
Die Erklärung, warum es bei uns Umlaute gibt, könnte kurz und bündig wie folgt lauten: Manche Wörter verändern beim Beugen ihren Klang, es findet eine Lautverschiebung statt (singen - ich sang - der Gesang, und eben auch fahren - er fährt, Makel - mäkeln). Und weil drei besondere Laute eine Umwandlung des a, o, u sind, wurden sie durch ä, ö, ü deutlich gemacht.
woher es kommt, ist noch verhältnismäßig leicht zu beschreiben:
Irgendwann haben die Schreiber angefangen, bei den häufigen Buchstabenkombinationen ae, oe und ue das „e“ klein über den ersten Vokal zu schreiben (um Platz zu sparen?). Und da das „e“ in der deutschen Schreibschrift „Sütterlin“ ) so ähnlich aussieht wie ein „n“, reduzierte sich das irgendwann auf zwei kleine Striche über dem Buchstaben und noch später auf zwei Punkte.
Auch in der deutschen Druckschrift ( „Fraktur“ ) wurden die Umlaute eine Zeitlang als Ligatur aus Hauptvokal + e gesetzt. Ich habe kein schönes Beispiel dafür im Netz gefunden, aber die folgende Abbildung ist einigermaßen brauchbar: http://www.s-line.de/homepages/ebener/Lutherbibel-g-…
(Umschrift: „… Begnadet mit Kuerfurstlicher zu Sachsen Freiheit. Gedrueckt zu Wittemberg / Durch Hans Lufft. …“)
Auch in der deutschen Druckschrift ( „Fraktur“ ) wurden
die Umlaute eine Zeitlang als Ligatur aus Hauptvokal + e
gesetzt. Ich habe kein schönes Beispiel dafür im Netz
gefunden,
hier ist ein schönes Beispiel von 1813 „Ebr ä er“:
eine Erklärung gibt es, hilft aber nichts. Umgelautet wurden Vokale überall da, wo später ein i oder j folgte. Zum Beispiel ‚wardin‘ wurde zu ‚wärdin‘ und später zu ‚werden‘. Heute ist das aber nicht mehr sichtbar, muß also gelernt werden.
Die Umlaute sind ‚gerundet‘, das heißt, man muß die Lippen ein bißchen runder halten als bei den reinen Vokalen. Da sie beim i sehr gerundet sind, hat sich das auf die vorigen Vokale verfärbt. Meist werden die Umlaute als Zwischending zwischen a, o, u und jeweils i beschrieben. Dürfte für einen Japaner aber nicht so leicht vorzustellen sein.
ich habe da ein kleines Problemchen, bei dem Ihr mir
vielleicht helfen könnt.
Er möchte wissen, was die horizontalen
Punkte auf manchen Buchstaben bedeuten. (er möchte ein bißchen
deutsch lernen)
Hallo, Dana! Da gibt es auch die Möglichkeit des Trema, also der Doppelpunkte auf einem von zwei nebeneinander stehenden Vokalen. Das Trema hat den Zweck, darauf hinzuweisen, dass diese Vokale NICHT gebunden werden.
Hmmm, Beispiel…findet garantiert jemand schneller als ich. Gruß - Anette
danke! Dein Beitrag hilft mir schon bei der Beschreibung der Herkunft. Was die Aussprache angeht, bin ich aber immer noch nicht viel schlauer. Ich werde warten, bis ich den Mann eines Tages mal persönlich treffe oder mit ihm telefoniere - und dann spreche ich ihm das besser vor.
Was die Aussprache angeht, bin ich aber immer noch
nicht viel schlauer. Ich werde warten, bis ich den Mann eines
Tages mal persönlich treffe oder mit ihm telefoniere - und
dann spreche ich ihm das besser vor.
Eben, deswegen habe ich mich zu diesem Teil der Frage etwas zurückgehalten. Ich sehe da kaum eine Chance das zu vermitteln, außer es praktisch durch zu exerzieren.
Merke:
„Das ‚Ü‘ ist ein schwerer Vokal. Den musste ieben, ieben, ieben …“ (alte sächsische Schauspielerweisheit)
Hallo!
Wenn das Problem mit der Aussprache noch besteht, schau doch mal auf die Seite der University Of Victoria, Department Of Linguistics, dort befinden sich ein Interactive IPA Chart -> http://web.uvic.ca/ling/resources/ipa/ipa-lab.htm
Durch Anclicken der einzelnen IPA-Symbole wird ein Audiobeispiel gegeben.
Grob gesagt:
/ä/ -> ε (halboffener gespannter vorderer Vokal)
/ü/ -> y (geschlossener gerundeter vorderer Volal)
/ö/ -> Ø auch oe (halbgeschlossener/halboffener gerundeter Vokal)
Zum Selbsttest: wenn Du ein /i/ sprichst, die Lippen aber nicht spannst sondern rundest (wie wenn man z.B. ein /o/ sprechen würde), dann realisierst Du ein /ü/. Genauso funktioniert es auch mit dem /ö/: /e/ (wie das /e/ von „Esel“), Lippen runden, dann hast Du ein /ö/
Natürlich gibt es unterschiedliche Realisationen der einzelnen Laute, diese Beispiele sollen nur einen Eindruck vermitteln!
ich habe mich ein paar Jahre lang als Deutschlehrerin versucht, allerdings in England. Ich fand es ziemlich schwer, den Schülern auszutreiben, einfach zu sprechen, was sie sahen, also „ü“ als „u“ usw. Ich habe schließlich für praktische Zwecke einfach darauf bestanden, die Umlaute als etwas ganz Eigenes zu sehen, egal, ob sie nun irgendwelchen anderen Buchstaben ähnlich sehen oder nicht.
Bei dir kommt es natürlich darauf an, was dein Bekannter wissen will: Wie man’s macht oder woher es kommt oder beides.
Gruß,
Beate
Hallo Experten,
ich habe da ein kleines Problemchen, bei dem Ihr mir
vielleicht helfen könnt.
Und zwar möchte ein japanischer Kollege von mir die Umlaute
erklärt bekommen. Er möchte wissen, was die horizontalen
Punkte auf manchen Buchstaben bedeuten. (er möchte ein bißchen
deutsch lernen)
Ich habe jetzt schon bei Wikipedia geschaut. Allerdings ist
mir der Artikel dort zu wissenschaftlich. Im Prinzip möchte
ich ihm grob schreiben, woher das kommt und besonders wie man
das dann ausspricht. Ich kann es ihm halt auch nicht vorsagen,
weil wir lediglich e-mail-Kontakt haben.
Hat jemand eine Ahnung, wie man das am einfachsten beschreibt?