Umlaute, Akzente, usw

siehe mein posting in „Fremdsprachen“.
Speziell zu den „Umlaúten“ im Deutschen:
Wieso spricht man ä,ö und ü eigentlich so aus?
ae, oe, ue haben wohl zu dieser trema-Aussprache nur wenig Beziehung, oder? Z.B. würde ich doch „oe“ eher als „oi“ aussprechen, aber nicht so, wie es z.B. die Amis gar nicht können?!

mön, manni

Hallo, Manni,
die beiden Punkte über den Vokalen a, o und u sind eigentlich Strichelchen, senkrechte, parallele Striche und ihrerseits die Überreste des kleinen e in Sütterlin (wo das e ja aussieht wie zwei eng aneinandergeschriebene Einsen).
Da ja die Umlautvokale meist auch ausgesprochen werden wie ein unmittelbar an den Vokal angehängtes e, war diese Schreibweise für einen Laut, der im Alphabet eigentlich nicht vorgesehen war die nächste Annäherung.

Eine eingehendere Beschreibung findest Du hier: http://www.uni-koeln.de/themen/texmf/speziell/stammt…

Grüße
Eckard

Öh, öh, o-eh, o-eh?
Hallo, Eckard,
danke für deine Mitteilung!

Da ja die Umlautvokale meist auch ausgesprochen werden wie ein

unmittelbar an den Vokal angehängtes e, war diese Schreibweise
für einen Laut, der im Alphabet eigentlich nicht vorgesehen
war die nächste Annäherung.

Aber wer spricht „o-eh“ ähnlich wie „öh“?
Nur ae und ue haben aussprachemäßig Ähnlichkeit mit ä bzw ü.
Aber auch nur entfernte Ähnlichkeit.
Wenn ich nun bosartig oder hamisch ware, wurde ich hier eher eine Art „Ami-Detektor“ vermuten.
Dabei erwähne ich die Tommys nur deshalb nicht, weil sie es in Wahrheit nicht selbst sind, die „I have“ wie „Ei häw“ aussprechen.
Das uberlassen sie ja üns Deütschen.
(„Ei haw“ ist namlich nicht nur Cockney-Werftarbeiter Englisch"!

Grüße, Manni

Hallo, Eckard,

darf ich dich wieder mal ergänzen und ein wenig korrigieren?

in Sütterlin (wo das e ja aussieht wie
zwei eng aneinandergeschriebene Einsen).

Die Umlautstrichlein waren längst eingebürgert, als Herr Sütterlin aus der sog. altdeutschen, oder auch gotischen Schrift seine Variante entwickelte:

Sütterlinschrift, von L. Sütterlin (* 1865, † 1917) entworfenes Normalalphabet für deutsche und lateinische Schrift, seit 1915 an den preußischen Schulen empfohlen; seit 1941 nicht mehr gelehrt.

Diese Schrift hatte also nur ein kurzes Gastspiel in Deutschland.

Dass die Umlaute in Deutschland so geschrieben wurden, also mit einem übergestellten „e“, zeigt wohl, dass es schon sehr früh separate Entwicklungen in den europaischen Sprachen gegeben haben muss.
Dabei hat sich die deutsche eindeutig für den Umlaut entschieden, obwohl man darüber diskutieren kann, ob diese Schreibung die optimale Lösung darstellt; während andere in diesen Dingen andere Wege wählten.

Dabei sind besonders die englische und der französische Sprache absonderliche Wege gegangen, die deren Orthographie zur Lotterie machen.

Mag doch mal ein Franko- und ein Anglophoner auflisten, wie viele verschiedene Schreibungen für äöü da möglich sind.
Sör = Sir, hör = her, Köö = queue, Föeton = feuilleton, böhr = beurre fallen mir so auf die Schnelle für „ö“ ein.

Als Beispiel sei einmal mehr das Wort „Fisch“ genannt, das man nach englischen Phonetikregeln „ghoti“ schreiben kann.

Auch im Deutschen kann man beobachten - ich wies an anderer Stelle schon darauf hin -, dass besonders das „ä“ auf dem Rückzug ist. Ich verweise noch mal auf die „Meeedchen“ und den „Keeese“.
Im Süddeutschen und Teilen des Mitteldeutschen hält das „ä“ sich besser, wie man an „Sääle und Lääben“ - so wird „Seele und Leben“, in Nachahmung der sächsischen Theologen, die als Missionare in Württemberg für die Protestantisierung der Schwaben sorgten, gesprochen. Entsprechend ist „äs sältsam im Näbäl zu wandern“

Eine eingehendere Beschreibung findest Du hier:
http://www.uni-koeln.de/themen/texmf/speziell/stammt…

Diese sicher interessante Seite konnte ich nicht öffnen, weil mir da irgendwas fehlt (fääält), und ich wollte nichts mir Unbekanntes runterladen.

Zu den anderen Akzenten und diakritischen Zeichen, die Manni anspricht, weiß ich nichts zu sagen.

Grüße Fritz

soeur, oil, y niñas
Hallo und danke, friendly Fritz und söter Eckard :smile:!
Noch regionaler wirds ja in Europa nördlich von Beate und über die Pariser nache Katalanischen Feldern.
Gibs eigentlich im Internet die dänischen Zeichen, und v.a. das französische Auge?
Cédille ç isscha alt + 135 (rechte Zahlenleiste), und das ñ alt + 164, aber andere habich nicht gefunden (die es auf der Haupttastatur nicht schon gibt, è, é, ô).
V.a. die polnischen Zeichen vermisse ich manchmal.
Ich fühle mich allerdings immer ein wenig „angefaßt“, wenn ich lese: „die deutsche Sprache hat sich eben entschieden“, oder ähnliches.
In diesere Beziehung (und nur in dieser): Nieder mit der Deutschen Sprache! Laßt sie uns endlich frei leben!
(solange Amglish ihr noch Zeit läßt, ihren Beitrag zu leisten).
In siedem Sinne, moin, manni

P.S.: Kennst Du den?

Hallo, Manni!

Gibs eigentlich im Internet die dänischen Zeichen, und v.a.
das französische Auge?

Bei http://www.swp-berlin.org/extranet/sprachen.html

müsstest du die Sonderzeichen nahezu aller europäischen Sprachen finden. Ich hoffe, ich habe es richtig abgeschrieben.

Ich fühle mich allerdings immer ein wenig „angefaßt“, wenn
ich lese: „die deutsche Sprache hat sich eben entschieden“,
oder ähnliches.

Ich halte diese Rede für akzeptabel, da es sehr schwer sein dürfte, ein anderes handelndes Subjekt der Sprachentwicklung zu benennen. Luther und Goethe sind nur Transmitter einer Entwicklung, die sich ansonsten unbeobachtet zwischen Millionen Sprechern abspielt.

Auch die Reformkommissionisten der NRS sind keine Sprachveränderer, sie reagieren auf eine Entwicklung, die noch nicht von allen erkannt und akzeptiert wurde. Daher die Widerstände.
Und es ist kaum zu sagen, wie hoffnungslos auch diesmal wieder die „Sprachschützer“ hinterher hinken.

Gruß Fritz

Hallo, Fritz, Manni,

darf ich dich wieder mal ergänzen und ein wenig korrigieren?

mit großem Vergnügen und stets zu meinem Gewinn!

Die Umlautstrichlein waren längst eingebürgert, als Herr
Sütterlin aus der sog. altdeutschen, oder auch gotischen
Schrift seine Variante entwickelte:

Klar, aber an kann sich’s so nett daran merken :smile:

Sütterlinschrift, von L. Sütterlin (* 1865, † 1917)
entworfenes Normalalphabet für deutsche und lateinische
Schrift, seit 1915 an den preußischen Schulen empfohlen; seit
1941 nicht mehr gelehrt.

Übrigens auf Erlaß des Führers, dem man einredete, diese Schrift habe etwas „jüdisches“ - was einmal mehr den Hirnriß jener Zeiten verdeutlicht.
Übrigens habe ich in den frühen 50er Jahren diese Schrift im Schönschreibunterricht (sowas gab es da noch!) gelernt.

Dabei hat sich die deutsche eindeutig für den Umlaut
entschieden, obwohl man darüber diskutieren kann, ob diese
Schreibung die optimale Lösung darstellt; während andere in
diesen Dingen andere Wege wählten.

Da zeigt sich das Problem der „Verschriftung“ von Sprache. Der Zeichenvorrat der jeweiligen Schrift ist mit seinen 2 x 26 Zeichen natürlich nicht in der Lage die eigentliche, gesprochene Lautung wiederzugeben, die zudem landschaftlichen, kulturellen und zeitgeistigen Färbungen unterworfen ist. Wollte man das nachvollziehen, müßte man einen Zeichenvorrat vom Umfang der chinesischen Schrift anlegen. Das aber wäre wohl kaum praktikabel und so hält man es eben mit dem alten Geheimrat, der seinen bekannten Spruch auch wohl eher in dieser Form abgelassen hat: „In dä Beschrengung zeischt sisch äst dä Maisdä.“

http://www.uni-koeln.de/themen/texmf/speziell/stammt…

das ist ein gezippter Postscript-Text. - Ich werde mal versuchen, ihn Dir in einer gängigeren Form zukommen zu lassen.

Jahreszeitliche Grüße
Eckard.