Hallo, Eckard,
darf ich dich wieder mal ergänzen und ein wenig korrigieren?
in Sütterlin (wo das e ja aussieht wie
zwei eng aneinandergeschriebene Einsen).
Die Umlautstrichlein waren längst eingebürgert, als Herr Sütterlin aus der sog. altdeutschen, oder auch gotischen Schrift seine Variante entwickelte:
Sütterlinschrift, von L. Sütterlin (* 1865, † 1917) entworfenes Normalalphabet für deutsche und lateinische Schrift, seit 1915 an den preußischen Schulen empfohlen; seit 1941 nicht mehr gelehrt.
Diese Schrift hatte also nur ein kurzes Gastspiel in Deutschland.
Dass die Umlaute in Deutschland so geschrieben wurden, also mit einem übergestellten „e“, zeigt wohl, dass es schon sehr früh separate Entwicklungen in den europaischen Sprachen gegeben haben muss.
Dabei hat sich die deutsche eindeutig für den Umlaut entschieden, obwohl man darüber diskutieren kann, ob diese Schreibung die optimale Lösung darstellt; während andere in diesen Dingen andere Wege wählten.
Dabei sind besonders die englische und der französische Sprache absonderliche Wege gegangen, die deren Orthographie zur Lotterie machen.
Mag doch mal ein Franko- und ein Anglophoner auflisten, wie viele verschiedene Schreibungen für äöü da möglich sind.
Sör = Sir, hör = her, Köö = queue, Föeton = feuilleton, böhr = beurre fallen mir so auf die Schnelle für „ö“ ein.
Als Beispiel sei einmal mehr das Wort „Fisch“ genannt, das man nach englischen Phonetikregeln „ghoti“ schreiben kann.
Auch im Deutschen kann man beobachten - ich wies an anderer Stelle schon darauf hin -, dass besonders das „ä“ auf dem Rückzug ist. Ich verweise noch mal auf die „Meeedchen“ und den „Keeese“.
Im Süddeutschen und Teilen des Mitteldeutschen hält das „ä“ sich besser, wie man an „Sääle und Lääben“ - so wird „Seele und Leben“, in Nachahmung der sächsischen Theologen, die als Missionare in Württemberg für die Protestantisierung der Schwaben sorgten, gesprochen. Entsprechend ist „äs sältsam im Näbäl zu wandern“
Eine eingehendere Beschreibung findest Du hier:
http://www.uni-koeln.de/themen/texmf/speziell/stammt…
Diese sicher interessante Seite konnte ich nicht öffnen, weil mir da irgendwas fehlt (fääält), und ich wollte nichts mir Unbekanntes runterladen.
Zu den anderen Akzenten und diakritischen Zeichen, die Manni anspricht, weiß ich nichts zu sagen.
Grüße Fritz