Umrechnung Bezugsrechte in ganze Aktien

Hallo Freunde,
ist Euch auch schon einmal passiert, dass die Bank einen Teil der Bezugsrechte nicht in den Aktienerwerb fließen lassen möchte, sondern diesen verkauft und den Erlös für Provision u. ä. einfach einbehält?

Beispiel: Ich habe 500 Volkswagen Vz Aktien. Bei der kürzlich durchgeführten Kapitalerhöhung konnte ich neue Aktien im Verhältnis 37/6 erwerben. Also 500:37*6=81,081. Ich erteilte der Bank daher den Auftrag, 81 neue Aktien für mich zu kaufen. Den verbleibenden Rest von 0,081 solle sie vergessen.

Meine Überraschung war groß, als ich feststellte, dass ich nur 78 neue Aktien erhalten hatte. Auf meinen Widerspruch wurde erklärt, dass die Bank nur in der Lage sei, ganze Anteile aus der Teilung 500:37=13,513 zu verarbeiten, also 13. Diese 13 Anteile würden mit 6 multipliziert eben 78 ergeben. Diese Verfahrensweise sei bankenüblich.

Weitere Folge: Somit würden von den 500 Bezugsrechten nur 481 gebraucht. Der Rest von 19 sei zu verkaufen gewesen. Der Erlös verschwand in Provision u.ä.

Mich würde interessieren, ob die Behauptung, dass die Verfahrensweise so bankenüblich sein soll, stimmt. Wenn ja, halte ich sie dennoch für ungerechtfertigt. Wenn sich, wie in meinem Fall aus der Umrechnung von Bezugsrechten 81,081 Ansprüche auf neue Aktien ergeben, stehen 81 ganze Aktien zu und nicht 78.

Eure diesbezüglichen Erfahrungen interessieren mich sehr.
Klaus

Hallo Klaus,

eigene diesbezügliche Erfahrungen habe ich (glücklicherweise) nicht, derart krumme Bezugsverhältnisse sind mir noch nicht untergekommen. Allerdings habe ich mir einmal den genauen Wortlaut des Bezugsangebots angeschaut. Darin steht:

„Die Neuen Aktien werden den Aktionären im Bezugsverhältnis 37:6 (d.h. 37 alte Aktien (Stamm- und/oder Vorzugsaktien) berechtigen zum Bezug von 6 Neuen Aktien) (“Bezugsverhältnis”) zum Bezugspreis von EUR 65,00 je Neuer Aktie (“Bezugspreis”) angeboten.“

Und weiter unten nochmals:

„Entsprechend dem Bezugsverhältnis von 37:6 können jeweils auf 37 alte Aktien (Stamm- und/oder Vorzugsaktien) 6 Neue Aktien zum Bezugspreis je Neuer Aktie bezogen werden.“

Demzufolge scheint es tatsächlich so zu sein, dass der Aktienbestand zuerst in 37er-Pakete aufgeteilt wird - in Deinem Fall wären das also 13 - und dann je 37er-Paket 6 neue Aktien bezogen werden können - in Deinem Fall also 13*6=78. Natürlich ist dieses Vorgehen für die Banken vorteilhaft, da sie so viel mehr überschüssige Bezugsrechte verkaufen und dafür Provision kassieren können, steht aber offenbar im Einklang mit dem Wortlaut des Bezugsangebots. Ich hoffe, Dir damit geholfen zu haben.

Viele Grüße

Nomade77

Hallo,

das ist mir bisher noch nicht passiert und ich kann DIr daher leider nicht weiterhelfen.

Gruß

Marcus

Hallo Kabst.
Diese Frage kann ich nicht beantworten.
Ich kaufe und verkaufe Aktien direkt beim Onlinebrocker über Xetra, da ist keine Bank dazwischen.
Das ist eine saubere und faire Sache.
Gruß erwin-h

Tut mir leid, aber ich habe null Ahnung.
Gruß Bernarda

Ich habe das noch nie gehört,das ist ja unfassbar. Leider kann ich da nicht weiter helfen, hoffe aber das jemand anders aus dem Forum mehr weiss. Viele Grüsse von Susanne

Guten Tag,

deine Bank hat Recht mit ihrer Argumentation!!

Bei 500 Stücken stehen dir 78 neue Aktien zu.
Hierzu benötigst du nur 481 Bezugsrechte.(Bezugsrecht 37/6)
Du hättest zu den verbleibenden 19 Bezugsrechten noch 18 (19+18=37) hinzu kaufen müssen und hättest im Gegenzug 6 weitere neue Aktien hierfür erhalten.
Ebenso hättest du die anderen 19 Bezugsrechte an der Börse veräussern können, natürlich nur bis zum Stichtag der Aktienumwandlung!
Im Normalfall versucht die Bank, nicht benötigte Bezugsrechte an dem entsprechenden Tag höchstbringend zu verkaufen und deinem Konto gutzuschreiben.
Funktioniert nur eben nicht immer, wegen Angebot und Nachfrage.
Übrigens, es ist egal ob man beim OnlineBrooker oder bei der Bank sein Depot hat–ändert überhaupt nix an dem Problem!

Guten Tag,

deine Bank hat Recht mit ihrer Argumentation!!

Bei 500 Stücken stehen dir 13 neue Aktien zu.
Hierzu benötigst du nur 481 Bezugsrechte.
Du hättest zu den verbleibenden 19 Bezugsrechten noch 18 hinzu kaufen müssen und hättest im Gegenzug 13 weitere neue Aktien hierfür erhalten.
Ebenso hättest du die anderen 19 Bezugsrechte an der Börse veräussern können, natürlich nur bis zum Stichtag der Aktienumwandlung!
Im Normalfall versucht die Bank, nicht benötigte Bezugsrechte an dem entsprechenden Tag höchstbringend zu verkaufen und deinem Konto gutzuschreiben.

Hallo Marco,
vielen Dank für die hilfreiche Antwort!

Gruß Klaus