Umrüstung Drehmaschine

Hallo,
zunächst muss ich sagen, dass ich kein Elektriker bin, sondern mich nebenamtlich mit der Arbeitssicherheit beschäftige.
Wir stellen uns nun die Frage, ob irgendeine Norm oder Verordnung dagegen spricht, eine kleine Drehmaschine, die fest angeschlossen ist, auf 400V CEE-Stecker umzurüsten. Der Hintergrund ist, dass der Bediener bei Wartungsarbeiten die Maschine stromlos machen kann, ohne einen Elektriker zu benötigen und dass bei einer Restspannungsprüfung im Rahmen der Kontrolle nach BetrSichVerordnung sich dann ja auch ohne Probleme der Nullleiter trennen lässt.
Also die Maschine wird nicht geändert, nur der Anschluss. Ist das ein Umbau nach Maschinenrichtlinie und ist die Maschine dann als ortsveränderliches Elektrogerät zu sehen?( nach Definition 701/702 Gerät , welches sich durch eine Steckverbindung vom Stromnetz trennen lässt).
Antworten bitte mit Informationsquelle.

Vielen Dank
Martin

Hallo,
zunächst muss ich sagen, dass ich kein Elektriker bin, sondern
mich nebenamtlich mit der Arbeitssicherheit beschäftige.
Wir stellen uns nun die Frage, ob irgendeine Norm oder
Verordnung dagegen spricht, eine kleine Drehmaschine, die fest
angeschlossen ist, auf 400V CEE-Stecker umzurüsten. Der
Hintergrund ist, dass der Bediener bei Wartungsarbeiten die
Maschine stromlos machen kann, ohne einen Elektriker zu
benötigen und dass bei einer Restspannungsprüfung im Rahmen
der Kontrolle nach BetrSichVerordnung sich dann ja auch ohne
Probleme der Nullleiter trennen lässt.
Also die Maschine wird nicht geändert, nur der Anschluss. Ist
das ein Umbau nach Maschinenrichtlinie und ist die Maschine
dann als ortsveränderliches Elektrogerät zu sehen?( nach
Definition 701/702 Gerät , welches sich durch eine
Steckverbindung vom Stromnetz trennen lässt).
Antworten bitte mit Informationsquelle.

Hallo Martin !

Nein,aus meiner Kenntnis spricht nichts gegen eine Steckverbindung,wenn vom Strom her richtig ausgesucht(16/32/63 A).

Wegen des Gewichtes der Drehmaschine kann man sicher nicht von einem ortsveränderlichen Gerät sprechen.

Aber üblicherweise haben Maschinen mit Festanschlauß außer dem Geräteschalter noch einen in der Nähe befindlichen Hauptschalter direkt vor der Einspeisung um Wartungsarbeiten,auch an der E-Seite sicher durchzuführen.
Die Sicherungen sind in Firmen oft weit weg.

MfG
duck313

Hallo nochmals !

Das Wort „kleine Drehmaschine“ habe ich nicht so wahrgenommen.

Wie schwer ist sie ?

Ist das ein Gerät,was auf der Werkbank steht und weggetragen werden kann?
Dann hätte sie m.E. gar nicht erst fest angeschlossen gehört.

Das Gewicht macht es aus,ob man von „ortsfest“ oder „beweglich“ spricht.
Was aber im Umkehrschluß nicht heißt,das ein ortsfestes Gerät nicht(mit Mühe und Hilfe) verschoben werden könnte.

Ortsfest und Transportabel(beweglich) meint,ein Gerät hat keinen Festen Standort sondern wird üblicherweise transportiert und an ständig wechselnden Orten eingesetzt.
Die Handbohrmaschine ist so ein nicht ortsgebundenes E-Gerät, die Säulenbohrmaschine nicht(obwohl sicher auch beweglich,im Sinne von transportabel).

MfG
duck313

Hallo Martin

… eine kleine Drehmaschine, die fest angeschlossen ist…

„kleine Drehmaschine“ ist ein sehr subjektiver, wenig aussagekräftiger Begriff. Wesentlich informativer wäre da die Angabe von Spitzenweite und Spitzenhöhe, vor Allem aber des Wertes, mit dem die Maschine abgesichert ist.

… auf 400V CEE-Stecker umzurüsten. Der Hintergrund ist, dass der Bediener bei Wartungsarbeiten die Maschine stromlos machen kann, ohne einen Elektriker zu benötigen…

Das Problem ist, dass CEE-Steckvorrichtungen üblicherweise für ortsveränderliche Maschinen eingesetzt weden und dass in diesem speziellen Fall die Steckvorrichtung zwischen Maschine und zu dieser gehörenden Steuerungs- und Schutzvorrichtungen angeordnet sein könnte. In diesem Fall könnte ja tatsächlich einer auf die Idee kommen (ein Prüfer kommt darauf), die Maschine mitzunehmen und an irgend einem Baustromverteiler ohne die zugehörigen Komponenten zu betreiben.

Im industriellen Steuerungsbau sind für den von Dir angedachten Zweck sogenannte Industrie- bzw. Maschinensteckverbinder üblich, z.B.
http://www.harting-connectivity-networks.de/produkte…

Die werden z.B. verwendet, wenn bei einer Maschine Komponenten wie Antriebsmotoren, Steuerungen usw. bei möglichst geringer Stillstandszeit der Anlage ausgewechselt werden sollen. Beachte aber, dass vor dem Stecker ein Hauptschalter angeordnet sein sollte, mit dem man sicherstellen kann, dass der Stecker im Moment des Aussteckens stromlos ist. Sonst kann das interessante pyrotechnische Effekte geben.

Gruß merimies

gute Antwort!
hi,

super geantwortet, Wortwahl passt.
Genauso habe ich es auch in Erinnerung (musste mich vor 2 oder 3 Jahren genauer damit auseinandersetzen)

Die Drehbank klemmt sich keiner mal eben so untern Arm und dreht woanders damit

Im Sinne der VDE ist sie kein ortsveränderliches Gerät

Die Vorschrift, wonach bestimmte Elektromaschinen einen Festanschluss haben müssen, kenne ich auch nicht. Alle mir bekannten Werkzeugmaschinen haben einen CEE-Stecker, auch was gerne mal mehrere Tonnen wiegt (Kantbank usw)

Gruss

Hallo Martin,
Du möchtest eine fest angeschlossene Drehmaschine
abschalten können ohne einen Elektriker zu bemühen.

Lösung: Lass Dir vom Elektriker einmalig ein Reparaturschalter (auch Wartungsschalter) in die Zuleitung zur Maschine installieren. Dieser ist ein Hauptschalter, der über bis zu 3 Vorhängeschlösser gegen unberechtigtes Einschalten gesichert wird.
D.h. derjenige, der die Maschine zur Wartung abgeschltet hat, hängt sein Schloss zur Sicherung
in den Schalter. Und nur er hat den Schlüssel und schließt auch wieder auf, wenn er seine Arbeit beendet hat.

Gruß
Günther