Hallo,
mal eine Frage zu folgendem Szenario…
ein Unternehmer war im letzten Jahr die ersten drei Monate als Kleinunternehmer tätig, und stellte sein Gewerbe dann auf „normalen“ Unternehmer um. Dementsprechend erhielt er in den ersten 3 Monaten auch keine Umsatzsteuer bei seinen Geschätfsaktivitäten.
Nun füllte er seine ganze Steuererklärung aus, und bekam nun den Bescheid, dass er für die ersten 3 Monate des letzten Jahres noch 200 EUR Umsatzsteuer nachzahlen muss. Kann das korrekt sein? Er war in diesen 3 Monaten ja noch Kleinunternehmer, und hat keine Umsatzsteuer bekommen von seinen Partnern. Muss er nun wirklich draufzahlen für etwas, dass er gar nicht erhalten hat, oder kann er dem Finanzamt nicht noch irgendwie mitteilen, dass man da noch was ändern müsse? Die buchen ihm das Geld ja nun möglichst bald automatisch von seinem Konto ab. Es war seine erste Steuererklärung dieser Art, darum fehlen ihm noch entsprechende Erfahrungswerte.
Wie würdet Ihr so einen Fall beurteilen?
Stefan
da ist nichts zu beurteilen: die USt ist eine Jahressteuer - also entweder das ganze Jahr „Kleinunternehmer“ oder nicht!
Da hätte der U mal vorher fragen sollen, jetzt muss er die Umsätze der ersten drei Monate nachversteuern!
E.
soll das also heißen, hätte er z.b. weil ihm diese jahresregelung fremd ist, im november das gewerbe umgestellt, dass er für die ersten 10 monate dann auch umsatzsteuer nachzahlen müsste, obwohl er da als kleinunternehmer gar keine bekommen hat?
das wäre doch idiotisch 
Gibt es vielleicht einen Gesetzestext, wo diese Regelung nachzulesen ist? In diesem Umsatzsteuergesetz findet sich nichts… woher soll der Unternehmer das wissen, wenn es nirgendwo steht?
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
soll das also heißen, hätte er z.b. weil ihm diese
jahresregelung fremd ist, im november das gewerbe umgestellt,
dass er für die ersten 10 monate dann auch umsatzsteuer
nachzahlen müsste, obwohl er da als kleinunternehmer gar keine
bekommen hat?
das wäre doch idiotisch 
Nein, das ist das System der Umsatzsteuer. Warum hat der Unternehmer denn überhaupt „umgestellt“? Wäre doch nicht nötig gewesen. Entweder man ist am Anfang des Jahres Kleinunternehmer und bleibt es dann auch für den Rest des Jahres oder man ist kein Kleinunternehmer.
Insofern ist nicht das System idiotisch sondern der Unternehmer (tschuldigung).
Grüße
Stefan
soll das also heißen, hätte er z.b. weil ihm diese
jahresregelung fremd ist, im november das gewerbe umgestellt,
dass er für die ersten 10 monate dann auch umsatzsteuer
nachzahlen müsste, obwohl er da als kleinunternehmer gar keine
bekommen hat?
das wäre doch idiotisch 
Gibt es vielleicht einen Gesetzestext, wo diese Regelung
nachzulesen ist? In diesem Umsatzsteuergesetz findet sich
nichts… woher soll der Unternehmer das wissen, wenn es
nirgendwo steht?
=> §16 Abs. 1 S.2 UStG - komisch, da stehts…
=> Abschmitt 220 UStR - Steuerberechnung
=> §19 UStG
Und auch im Steuerrecht gilt: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Der UN hätte sich vorab über seine Rechte und vorallem über seine Pflichten informieren müssen.
Man hätte das FA vorab anrufen können oder auch Fachkundige wie z.B. Steuerberater. Oder villeicht früher hier bei www vorbeischauen können.
da ist nichts zu beurteilen: die USt ist eine Jahressteuer -
also entweder das ganze Jahr „Kleinunternehmer“ oder nicht!
Da hätte der U mal vorher fragen sollen, jetzt muss er die
Umsätze der ersten drei Monate nachversteuern!
E.
soll das also heißen, hätte er z.b. weil ihm diese
jahresregelung fremd ist, im november das gewerbe umgestellt,
dass er für die ersten 10 monate dann auch umsatzsteuer
nachzahlen müsste, obwohl er da als kleinunternehmer gar keine
bekommen hat?
Irrtum, die Umsatzsteuer steckt in den Umsätzen drin, das Finanzamt fordert also keinesfalls Geld, was der Unternehmer nicht schon bekommen hat.
Wenn man 100 € für eine Leistung bekommen hat, wird das Finanzamt hier 100 / 1,19 rechnen und hat so die Bemessungsgrundlage, die bei ca. 84 € liegt. 15,96 € hat der Unternehmer nun an Umsatzsteuer ans Finanzamt abzuführen. Es ist also keinesfalls Geld, was der Unternehmer nicht erhalten hat, denn das Finanzamt geht nicht von einer Bemessungsgrundlage von 100 € aus und fordert nun 19 € Umsatzsteuer.
Nein, das ist das System der Umsatzsteuer. Warum hat der
Unternehmer denn überhaupt „umgestellt“? Wäre doch nicht nötig
gewesen. Entweder man ist am Anfang des Jahres
Kleinunternehmer und bleibt es dann auch für den Rest des
Jahres oder man ist kein Kleinunternehmer.
Insofern ist nicht das System idiotisch sondern der
Unternehmer (tschuldigung).
Grüße
Stefan
die privatgründe des unternehmers tun hier gewiss nichts zur sache, und letztlich tragen solche unsachlichkeiten auch nichts zur beantwortung der eigentlich normalen frage bei.