Umsatzsteuerzahlungen verbuchen

Hi,

wie müssen bei EÜR die Umsatzsteuerzahlungen/-erstattungen verbucht werden, als Betriebsausgabe/-einnahme ?

Eigentlich ja würde ich sagen.

Problem ist, wenn ich die Beträge auf das Konto 1880 Steuervorauszahlungen buche, erscheint dieser Posten nicht in der EÜR und in den Einstellungen zu diesem Konto ist auch die Option „nicht relevant für EÜR“ gewählt. Macht nun das Programm einen Fehler oder buche ich die USt auf das falsche Konto oder ist es tatsächlich nicht relevant ?

Gruss

Daniel

Servus,

Eigentlich ja würde ich sagen.

ja, ich auch.

Wenn ich die Beträge auf das Konto 1880
Steuervorauszahlungen buche, erscheint dieser Posten nicht in
der EÜR und in den Einstellungen zu diesem Konto ist auch die
Option „nicht relevant für EÜR“ gewählt.

Wer hat diese Option denn gewählt?
Hier scheint eine Vermischung der Funktionen zwischen GuV und EÜR vorzuliegen. Wenn Du von „gewählt“ sprichst: Man kann die Funktion in der Software offenbar auf Anwenderebene definieren. Warum sollte man sie nicht so definieren, wies richtig ist?

Macht nun das Programm einen Fehler

Ein Fehler ist diese Funktion des Kontos nur bei der EÜR, nicht bei einer GuV. Je nach Hersteller kann hier ein Irrtum vorliegen - oder eben eine Option, die durch den Anwender festgelegt werden muss.

Gut funktioniert in diesem Zusammenhang die alte Tante DATEV - die man allerdings bloß in Abstimmung mit dem StB nutzen kann. DATEV hat zwar den Ruf, ziemlich behäbig zu sein und nicht grad die innovativste Software der Welt, aber ein dickes Plus ist dran: Mir ist, seit ich DATEV kenne, noch nie ein Upgrade irgendwelcher Art begegnet, in dem irgendwas nicht oder nicht richtig funktioniert hätte. U.a. bei der Euroumstellung und bei der USt-Erhöhung von 15 auf 16% zum 01.04. mitten im Jahr sind viele ins Schleudern gekommen, aber die alte Tante hat das alles weggesteckt. Und speziell zur Thematik Überschussrechnung: Eine Anlage EÜR, die in einer Weise aus der FiBu abgeleitet wird, dass man der Ableitung blind vertrauen kann, kenn ich nur von der alten Tante. Dass man jeder Software auf die Finger kucken muss, was sie womit macht, hab ich erst kennen gelernt, als ich mit anderen Systemen gebucht habe.

Schöne Grüße

MM

In dem Programm (QuickBooks) kann man bei der Erstellung einer Firma einen Kontenrahmen auswählen und das Programm erstellt die passenden Konten, dabei sollten die Konten auch die richtigen Einstellungen haben finde ich.
Man kann hier bei jedem Konto festlegen:

Zuordnung des Kontos bei Bilanzierung und GuV: (Soll-Besteuerung)
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Zuordnung des Kontos bei Einnamhen-/Überschussrechnung: (Ist-Besteuerung)
nicht relevant

Zuordnung des Kontos im Formular Einnahmenüberschussrechnung:
nicht relevant

Die genannten Einstellungen sind voreingestellt, wenn ich SKR03 auswähle bzw. auch bei Einzelhandel.

Verwende das Programm eigentlich auch schon länger und hatte noch keine Probleme damit. Die Frage ist dann nur, wenn dieses Konto nicht stimmt, dass dann u.U. auch andere falsch eingestellt sind. Gibts dazu irgendwo eine Liste mit Kontorahmen und deren Einstellungen ?

Gruss

Daniel

Zuordnung des Kontos im Formular
Einnahmenüberschussrechnung:
nicht relevant

Hallo,

das ist schlicht fatal, weil falsch. Es zeigt sich, dass
Billigprogramme leider oft nichts taugen, wenn der
Programmierer gut programmiert ist das lediglich die halbe
Miete, er muss auch Ahnung vom zu Programmierenden haben.

Mfg vom

showbee

Hallo,

Die genannten Einstellungen sind voreingestellt, wenn ich
SKR03 auswähle bzw. auch bei Einzelhandel.

Kann man auch SKR 03 und 4-3-Rechner oder Einnahmen-Überschuss-Rechnung oder so ähnlich auswählen?

Wenn es diese Option gibt, ist das vielleicht des Rätsels-Lösung?

Sonnige Grüße von Soni

Servus,

meines Erachtens ist des Rätsels Lösung, dass alle genannten Kontenfunktionen frei definiert werden können, und die „default“-Voreinstellung ein bissel geschlampert gemacht ist. Das kommt sehr häufig vor, wenn niemand den Programmierern richtig sagt, was sie programmieren sollen.

Es gibt ferner bei den Standardkontenrahmen in freier Wildbahn immer wieder Abweichungen im Detail (etwa auch die Bezeichnungen „SKR 30“ und „SKR 40“), das mag beabsichtigt sein und mit Urheberrechten von DATEV zu tun haben. Letztlich sind die SKR bloß deswegen Standard, weil es bis in die 1990er Jahre hinein auf dem Gebiet PC-lauffähiger FiBu-Software fast bloß DATEV gab: Der DATEV-Standard wurde bloß wegen seiner Verbreitung allgemeiner Standard.

Leider wird sogar in Berufsschulen viel zu viel Wert auf die Hausnummern gelegt, dabei ists eigentlich egal, ob ein Konto 4350, 6350, 4711 oder 0815 heißt.

Moral: Es gibt definitiv keine Software, die einem erklärt wies geht.

Schöne Grüße

MM

Hallo Martin,

ich bin auch Gottfroh, dass ich mich vor einem Jahr für die „Alte Tante“ (wie Du sie gerne bezeichnest) entschieden habe. Ist zwar irgendwie Altmodisch nichts neues oder frisches aber einfach gute alte bewährte Software (mit aktuellen Update diese Woche).

Ich hab halt blos gedacht, dass evtl. schon bei der Anlage des „Mandaten“ ein Fehler unterlaufen ist. Auch bei der Datev kann man den SKR 03 bebuchen in einem Einzelunternehmen mit Bilanz, in einer GmbH oder einfach für eine 4/3-Rechnung. Auf die Anlage beim Mandanten kommt es an…

Noch einen schönen Tag

Sonnige Grüße von Soni

Hallo Soni,

ja, besonders das Umfummeln einer Überschussrechnung zu der ekligen Anlage EÜR auf Knopfdruck hat einen ziemlichen Charme…

Wenn Dir die alte Tante zu teuer wird (sie hat sich ja leider vom Genossenschaftsgedanken schon lange entfernt), ruf doch mal bei SIMBA an - die waren mit einer Imhaus-Lösung einige Jahre schneller als DATEV, und sonst ist so gut wie alles dran (einschließlich funktionierenden Schnittstellen zu DATEV); auch OPOS kann SIMBA besser, weil die Funktionalität an einer anderen Stelle angreift (Textfeld statt Belegnummer, so dass man die Bank mit ordentlichen Belegnummern durchbuchen kann und nicht durch OPOS diktiert kriegt, was im Belegfeld stehen muss). Was den schnellen Wechsel zwischen bebuchten Wirtschaftsjahren betrifft, sind sie viel besser, und im KOST-Modul kann man Auswertungen über beliebige Perioden, auch von mehr als 12 Monaten, machen (ist ganz interessant etwa bei Bauträgern, die ihre Projekte jahrelang im Umlaufvermögen anhäufen; auch bei Projektabrechnungen für IT-Fritzen etc.).

Schöne Grüße

MM

Nein leider gibt es hierzu keine weiteren Einstellmöglichkeiten. Möglicherweise handelt es sich auch um das falsche Konto, da es in der Kategorie Sonstige Vermögensgegenstände befindet und ich feststellen musste, dass in dieser Kategorie nicht möglich ist Einstellungen für die EÜR zu ändern. Dafür habe ich jetzt noch ein Konto gefunden, dass sich Steuernachzahlung oder Steuererstattung nennt, allerdings gibt es kein spezielles für Umsatzsteuer, da würden die Einstellungen auch stimmen. Etwas undurchschaubar die ganze Sache…
Gibt es zu dem Thema vielleicht eine Kurzübersicht, ohne die Gesetze hierzu lesen zu müssen ?
Da das Programm auch die Warenwitschaft macht, wäre es ungeschickt noch auf ein weiteres Programm zu gehen, in das man die ganze Buchhaltung eingeben muss…

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]