Umschulung durch Rentenversicherungsträger

Hallo zusammen,

ich habe gerade einen komplizierten Fall, bei dem ich etwas Hilfe bräuchte.

Also nehmen wir an, „Jemand“ hat einen unverschuldeten Unfall gehabt, war danach 2 Jahre krank. Vor dem Unfall hatte „Jemand“ eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker abgeschlossen und eine frisch begonnene Arbeitsstelle. Der AG warf ihn raus.
Jedenfalls ist nun nach 2 Jahren Krankheit der Rentenversicherungsträger für alles zuständig.

„Jemand“ hat einen Umschulung beantragt, die aber abgelehnt wurde, da nur ein Attest für die nächsten 2 Jahre vorliegt. Es wurde bescheinigt, dass er so lange definitiv nicht als Kfz-Mechaniker arbeiten kann; was danach ist, weiß momentan niemand.
So lange will „Jemand“ nun aber nicht warten und bewirbt sich bei einer Firma, wo er den ganzen Tag am PC sitzen würde. Die Firma lehnt ihn wegen mangelnder Ausbildung ab. Mit dem Schreiben meldet „Jemand“ sich beim Rentenversicherungsträger und der gibt nun zur Auskunft: Wenn „Jemand“ einen AG findet, der ihn nach einer kaufm. Umschulung einstellen würde, würde er die Umschulung vom RV bekommen.

Nun meine Fragen:
Gibt es eine Möglichkeit eine Umschulung zu bekommen, ohne neues ärztliches Attest?
Oder ist die Aussage der RV überhaupt richtig? Können sie ihm die Umschulung verwähren, weil „Jemand“ ja evtl. in 2 Jahren wieder als Kfz-Mechaniker arbeiten kann?

Hallo Katja,

wenn ich den Fall richtig interpretiere habe, hat Jemand doch schon vom Rentenversicherungsträger eine mündliche Zusage bekommen, dass eine Umschulung finanziert würde?! Diese würde ich noch schriftlich nachfordern, falls es noch keine schriftliche Zusage gibt.

Parallel dazu sollte sich Jemand selber um einen Umschulungsplatz in einer Firma kümmern, sprich: alle Firmen abklappern und sich dort als Umschüler bewerben. Persönlich dort vorbeischauen wird wahrscheinlich das beste Rezept sein.
Und jemand sollte sich natürlich überlegen, in welchem kaufmännischen Beruf er umschulen möchte, davon gibt es ja nicht nur einen. :smile:

Gruß

Samira

Hi Samira,

danke für die schnelle Antwort. :smile: Naja, ob man ein: „sie würden eine Umschulung bekommen, wenn sie einen AG finden, der sie hinterher einstellt“ als Zusage sehen kann? Ich weiß nicht. Und schriftlich anfordern … ein Versuch ist es wert.

Wegen der Richtung zur kaufm. Umschulung steht bei „Jemandem“ noch nix fest, eben weil ja die Hoffnung bestand, dass er auch so einen Job bekommt (Groß- und Außenhandel).

Kennst du dich denn damit aus, wie man sich privat als Umschüler bewerben kann?
Funktioniert das, und wer finanziert das dann? Die Firma, wo „Jemand“ anfängt? Oder auch der RV?
Ist solch eine privat gesuchte Umschulung günstiger als eine neue Ausbildung?

Hallo Katja,

ich versuche mal, ein paar der Fragen zu beantworten.

danke für die schnelle Antwort. :smile: Naja, ob man ein „Sie würden eine Umschulung bekommen, wenn sie einen AG finden, der sie hinterher einstellt“ als Zusage sehen kann? Ich weiß nicht. Und schriftlich anfordern … ein Versuch ist es wert.

Das würde ich auf jeden Fall empfehlen.

Wegen der Richtung zur kaufm. Umschulung steht bei „Jemandem“ noch nix fest, eben weil ja die Hoffnung bestand, dass er auch so einen Job bekommt (Groß- und Außenhandel).

Dann sollte er sich das erstmal überlegen, bevor er sich bewirbt. Oder er macht es umgekehrt und fragt die Firmen, was bei ihnen in Frage kommen würde, und richtet sich dann danach, wenn es ihm relativ egal ist, welchen kaufmännischen Beruf er erlernen möchte.

Kennst du dich denn damit aus, wie man sich privat als Umschüler bewerben kann?
Funktioniert das, und wer finanziert das dann? Die Firma, wo „Jemand“ anfängt? Oder auch der RV?

Wenn der RV einer Umschulung zustimmt, „finanziert“ dieser auch die Umschulung. Bzw. Jemand bekommt wahrscheinlich für die Zeit der Umschulung das gleiche Geld wie vorher vom RV. Das sollte Jemand aber unbedingt vorher beim RV erfragen! Wenn die Umschulung vom RV finanziert wird, findet sich sicherlich eine Firma, die Jemanden als Umschüler einstellt. Das machen manche Firmen, insbesondere kleinere, ganz gerne, da sie dann ja Kosten sparen.

Ist solch eine privat gesuchte Umschulung günstiger als eine neue Ausbildung?

Der Unterschied zwischen Umschulung und Ausbildung liegt grundsätzlich darin, dass es ab einem gewissen Alter schwierig ist, eine ganz normale, duale Ausbildung zu machen. Die meisten Firmen nehmen doch eher junge Leute, die gerade von der Schule abgegangen sind.
Der zweite Unterschied besteht darin, dass eine Umschulung in der Regel kürzer ist. Was natürlich den Nachteil hat, dass man den Stoff für die IHK-Prüfung in kürzerer Zeit draufhaben muss.
Der nächste Unterschied ist, dass man bei einer normalen Ausbildung ein Ausbildungsgehalt vom ausbildenden Betrieb bekommt, während man bei einer Umschulung Geld vom Träger (Rentenversicherung, Arbeitsagentur) bekommt.

Ich hoffe, das hilft weiter.

Gruß

Samira