Hallo,
nachdem ich das Werk der Dame verschlungen habe, möchte ich die Frage stellen, ob ein Buch in der gewünschten Zielsprache ebenso dekodiert (wörtlich übersetzt) werden kann (nicht technisch, sondern lernpsychologisch gesehen)und das Hörbuch dann Hören/aktiv respektive Hören/passiv übernimmt? Welche Erfahrungen habt ihr überhaupt mit der Methode gemacht, die grandios in den Ansätzen klingt, sich aber erst noch im Selbststudium beweisen muss?
mfg
schrotbrot
Werter Schrotbrot
Vieles wurde schon über die Methode geschrieben auf dieser Hompage. Auch viele Profi Meinungen habe ich darüber gelesen, der Unterschied zwischen den Fachspezialisten und meiner Meinung ist, ich habe die Methode schon mehr als zwei Jahre in der Praxis ausprobiert und zwar fast täglich und bin immer noch begeistert, vorausgesetzt man beachtet einige Spezialitäten. Als eher untalentierter Lerner habe ich für mich einige Grundregeln aufgestellt.
Die 1. Grundregel lautet:
Man stellt sich den Text wirklich Bildhaft vor, was mir am meisten Schwierigkeiten bereitet.
Die 2. Grundregel lautet:
Man stellt sich den Pseudo Wort für Wort übersetzten Text noch einmal Bildhaft vor.
Die 3. Grundregel lautet:
Ich lerne am Anfang mit einer Lektion, dann mit zwei später mit drei Lektionen gleichzeitig. (Angefangen mit lernen Aktiv dann lernen Passiv und dann Praxis.
Die 4. Grundregel lautet:
Jede Lernstufe absolviere ich so in ein- bis zwei Wochen also sehr moderat. (ganz wichtig)
Die 5. Grundregel lautet:
Das Lernen Passiv muss meiner Meinung nach gut hörbar sein, also entgegen wie im Buch beschrieben sehr leise.
Ich habe dies in der Praxis ausprobiert und habe einmal zwei Wochen lang den Text einer Lektion extrem leise gehört und eine weitere Lektion mit normal gut hörbarem Ton. Der leise gehörte Text ist mir danach nie so vertraut vorgekommen wie der gut verständlich gehörte Text. Lernen Passiv geht also nicht so locker in die rechte Hemisphäre über, wie das in der Birkenbihl Methode beschrieben wird. Ich möchte diesen Schritt eher beschreiben wie eine Art Festigungsstufe für das Unterbewusstsein (wie bei der Werbung üblich).
Die 6. Grundregel lautet:
Aktive Sprechübungen machen (Nachsprechen und gleichzeitig versuchen den gehörten Text wieder zu verstehen)
Für mich die beste Übung zum Nachsprechen ist das Nachsprechen von ganzen Sätzen.
Jede Möglichkeit Nutzen um mit einem Engländer ode Ami zu sprechen. Am Anfang hat man das Gefühl das das nicht gehen kann, aber ich kann bezeugen es geht…, aber natürlich nicht schon nach 4-5 Monaten, ein Jahr ist bei mir schon vestrichen bis ich soweit war.
Danach lasse ich mir den Text vom MP3 Player als Diktat diktieren und drücke dazwischen auf die Pausentaste. Lernfortschritte stellen sich hier sofort ein.
Lesen ist auch noch eine Variante der Phantasie ist schlicht und einfach keine Grenze gesetzt.
Die 7. Grundregel lautet:
Wie schon am Anfang erwähnt lerne ich ich gleichzeitig mit drei Lektionen also für jeden Lernschritt ca 1-2 Wochen (Aktiv 20%, Passiv 50%, und Praxisbezogen mit ca 30%)Zeitaufwand.
Zwei Bemerkungen am Schluss: Die Zweifler werden sich jetzt sicher fragen, ob man überhaupt etwas Messbares wie ein Diplom abslovieren kann, schliesslich lernt man ja die Sprache absolut Praxisbezogen und ich nach Möglichkeit (ausser vielleicht mit dem Richorgan) mit allen Sinnen. Ich habe das First in Englisch nach 12 Monaten mit der Birkenbihl Methode und danach noch mit einen Monat Grammatikpauken locker absolviert.
Ein wichtiger Vorteil an der ganzen Sache war, die meiste Zeit habe ich im Auto und im Zug gelernt und habe deshalb extrem wenig Freizeit aufgewendet und nebenbei macht die ganze Sache auch noch richtig Spass!
Ich hoffe, dass ich vielleicht dem ein- oder anderen ein wenig Mut zum Sprachenlernen gemacht habe.
Mit freundlichen Grüssen
Tom