Umsetzung eines Handlungsprinzips

Hallo an alle Psycholgie-Experten,

Aus beruflichen und persönlichen Gründen bin ich sehr daran interessiert die Eigensteuerung meiner Handlungen ständig und konsequent zu verbessern.

Ich gehe dabei so vor, dass ich mir eine sinnvolle Handlungsmaxime ausdenke und diese dann umsetze, wie z.B. ‚Stehe 3 mal pro Woche 1 Stunde früher auf, um Sport zu treiben‘ oder ‚lass Dir in kritischen Kommunikationssituationen immer 3 Sekunden Zeit bevor Du auf eine Ansprache antwortest‘.

So weit so gut - von den guten Vorsätzen am Jahresende kennen das Problem wahrscheinlich viele Menschen - manchmal setzt man es um, manchmal auch nicht (aus mehr oder weniger nachvollziehbaren Gründen), oft dauert es einige Zeit.

Ich habe bei mir beobachtet, dass ich alles umsetze, was mit meiner Persönlichkeit vereinbar ist, dass es aber oft mehrere Monate/Jahre dauert.

Meine Frage:

  • gibt es wissenschaftliche (vielleicht statistische) Auswertungen über die Dauer der Umsetzung von Handlungsprinzipien?
  • gibt es Untersuchungen über die Erfolgsfaktoren? (z.B. Unterstüzung von Freunden, Regelmässige Kontrolle etc)

Ist ein etwas langer Text - vielen Dank an diejenigen die soweit gekommen sind und mehr Dank an diejenigen, die mir brauchbare Antworten geben.

Hallo Vito

um ein handlungswirksames Ziel umsetzen zu können, muss es die folgenden Kriterien erfüllen:

  1. Annäherungsziel statt Vermeidungsziel: Versuche deine Zielformulierung so zu gestalten, dass sie zum Annäherungsziel wird.
    Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung zeigen, dass die Art und Weise der Formulierung von Zielen äusserst konsequenzreich sein kann. Ziele, in denen das Thema so formuliert ist, dass der Zustand der erreicht werden soll, darin ernthalten ist, werden Annäherungsziele genannt („ich gönne mir Ruhe“). Ziele, die sprachlich den Zustand beschreiben, der vermieden werden soll, heissen Vermeidungsziele („ich lasse mich weniger hetzen“).

  2. es muss eine Realisierbarkeit gegeben sein. Je eher ein Mensch das Gefühl hat, mit eigenen Kräften ein bestimmtes Ziel auch erreichen zu können, desto grösser ist die Motivation, sich nachhaltig für dieses Ziel einsetzen zu können.

3.Positive somatische Marker (Damasio 1994): wenn man im Zusammenhang mit dem Ziel ein positives Körpergefühl spürt, wird es ebenfalls realisierbar. Den Begriff der sogenannten positiven somatischen Marker hier zu erklären, würde den Rahmen sprengen.

Das alles ist natürlich nicht auf meinem Mist gewachsen. Es entstammt dem „Zürcher Ressourcen Modell“ von Maja Storch und Frank Krause.

Die beiden haben dazu ein sehr gut verständliches Buch mit einem umsetzbaren Trainingsmanual geschrieben. Es ist auch ergänzt durch neurowissenschaftliche Erklärungen. Wirklich empfehlenswert.
Das Buch heisst: „Selbstmanagement ressourcenorientiert“ von Maja Storch, Frank Krause

http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3456840047/qid…

Hoffe, dir mit meinem langen „Roman“ hier geholfen zu haben.
Gruss
Andrea

Danke
Hallo Andrea,

Vielen Dank für Deine Hilfe - das Buch werde ich mir besorgen.

Viele Grüsse,
Vito