Liebe Frauke,
Vielen Dank für Ihre Frage.
Ein selbst organisierter Umzug ist natürlich immer der am Kostengünstigsten. Bei den gängigen Autovermietern bekommet man einen 7,5 tonner LKW schon für überschaubares Geld und auf Wunsch auch mit Möbeldecken, Sackkarren und Umzugskartons zur Verfügung gestellt.
Bei den Umzugskartons ist etwas Vorsicht geboten. Es gibt ja auch schon sehr preiswerte Kartons in den Baumärkten zum Kauf. Jedoch sind diese von der Qualität her entsprechend dem günstigen Preis einzuordnen. Besorgt man sich Kartonagen von einer Möbelspedition, erhält man normalerweise Kartons von höherer Qualität, die u. a. mit einem eingearbeiteten Textilband versehen sind, welches dann wiederum die Stabilität des Kartons erhöht. In der Regel sind diese Kartons dann auch wieder verwendbar. Solche Qualitätskartons sind auch schon recht günstig gebraucht zu erwerben.
Generell ist zu beachten, dass bei einem selbst durchgeführten Umzug keine Versicherung eingedeckt ist. D.h. wenn Sie bei dem Umzug Schäden am Transportgut verursachen, müssen Sie mit diesen leben. Wenn Sie z. B. Schäden am Haus selbst verursachen, z. B. im Treppenhaus, oder in der Wohnung, an den Wänden, etc. werden Sie ggfs. selbst gegenüber dem Vermieter / Hausbesitzer zur Verantwortung gezogen. Hierzu empfehle ich eine Rücksprache mit Ihrem Hausratsversicherer, bevor Sie die Umzugsmaßnahme beginnen.
In Deutschland wie auch in Österreich gibt es seriöse Umzugsunternehmen. Sie sollten darauf achten, ob diese Unternehmen in den jeweiligen Berufsverbänden Mitglied sind. In Deutschland sind es die sogenannten AMÖ Spediteure, die in der Regel über ein Zertifikat verfügen. Sehr leicht erkennbar durch das Symbol des Känguruhs. Bitte schauen Sie mal nach unter: http://www.amoe.de/.
In Österreich nennt sich dieser Verband ÖMTV, siehe unter http://www.oemtv.at/.
Einige Spediteure bieten den „Mithilfe“ Umzug an. Hierbei packen Sie selbst ein und tragen das Umzugsgut zum LKW. Der Spediteur gestellt Ihnen einen LKW und einen Fahrer. Der Fahrer übernimmt dabei das Verladen des LKW. Auch hier bitte beachten, dass die von Ihnen verpackten, de- oder montierten und herangetragenen Gegenstände NICHT versichert sind. Lediglich Schäden, die durch den Transport selbst entstehen, sind bei einem DEUTSCHEN Möbeltransportunternehmen mit der sogenannten Grundhaftung des Möbelspediteurs versichert. Hier sollten Sie dann bei der Entladung darauf achten, dass Sie alle Schäden, die Ihnen auffallen und vorher noch nicht entstanden waren, direkt beim Fahrer auf dessen Arbeitsschein quittieren notieren und von diesem quittieren lassen.
Sofern Sie mit einem Möbelspediteur umziehen und Sie selbst einpacken und Gegenstände de- und montieren, gilt auch wiederum hier, dass alle Gegenstände, die Sie in Eigenleistung beschädigt haben, nicht der Versicherungspflicht des Möbelspediteurs unterliegen.
Wenn Sie einen „Vollservice“ ordern, in welchem der Möbelspediteur (in diesem Beispiel ein deutscher Spediteur) einpackt und auch die Montagen übernimmt, ist Ihr Umzugsgut gem. der gesetzlichen Grundhaftung des Möbelspediteurs bis zu einem Versicherungswert von € 620 pro cbm auf Basis Zeitwert versichert. In einen 7,5 t LKW (Koffer-LKW) passen in der Regel circa 30 cbm hinein. Manchmal auch 35 cbm, das kommt auf das Umzugsgut an. Der Versicherungswert bei der Grundhaftung beträgt hierbei € 18.600. Aufpassen, denn es handelt sich nur um den Zeitwert und nicht den Neuwert. Sie können zusätzlich eine Transportversicherung abschliessen, für welche eine gesonderte Prämie fällig ist, die i. d. Regel bis zu 0,2% vom Wert beträgt. Beträgt der Neuwert bei 35 cbm z. B. € 40.000, dann würde eine Prämie circa € 80 Kosten. Ich würde in jedem Fall, auch wenn es etwas teurer wird, eine Transportversicherung auf Neuwertbasis empfehlen.
Da Sie offensichtlich nahe der deutschen Grenze derzeit wohnen, würde ich die Durchführung durch einen deutschen Möbelspediteur empfehlen. Ich weiss selbst nicht, ob die österreichischen Spediteure auch so etwas wie eine gesetzliche Grundhaftung haben. Nach meinem Wissen gibt es so etwas nur in Holland und in Deutschland. Die deutschen Spediteure sind auch etwas kostengünstiger insbesondere, da sie Ihren Umzug auch gut als Rückladung mit nach Deutschland nehmen können.
Die Kosten, die die einzelnen Spediteure anbieten, können sich im Rahmen von mehereren tausend Euro unterscheiden. Das liegt immer an der Auslastung des einzelnen Unternehmers. In jedem Fall sollten Sie sich mehrere Angebote einholen und die Angebote vergleichen. Jeder seriöse Unternehmer wird bei Ihnen eine KOSTENLOSE Umzugsbesichtigung durchführen. Bitte bestehen Sie auf die Verwendung einer amtlichen Umzugsgutliste. In dieser werden Ihre Gegenstände protokolliert und das Volumen festgelegt. Verlassen Sie sich nicht auf Pauschalaussagen oder auf mündliche Absprachen. Stellen Sie sicher, dass alles, was vereinbart wurde, protokolliert ist. Jeder seriöse Spediteur wird Ihnen die Umzugsgutliste zur Verfügung stellen und zu dem Angebot eine detaillierte Leistungsbeschreibung beifügen. Versuchen Sie in jedem Fall ein Festpreisangebot zu erhalten. In keinem Fall lassen Sie sich bitte auf eine Ganz- oder Teilabrechnung auf Stundenbasis ein!!
Ein Vollservice Umzug bei 30 - 35 cbm (inkl. Packen, De- und Montagen) kann zwischen € 3000 und € 3500, PLUS DIE JEWEILIGE MEHRWERTSTEUER kosten. Je nach Spediteur und Auslastung entweder mehr oder weniger.
Zusammenfassung:
- Kostengünstiger ist der Selbsttransport, aber keine Versicherung
- Bei Umzugsspediteur, achten Sie darauf, dass MINDESTENS die Grundhaftung des Möbelspediteurs eingedeckt ist - Besser ist eine Neuwert - Transportversicherung
- Eine Umzugsbesichtigung muss KOSTENLOS sein und ohne Verpflichtung
- Holen Sie sich mindestens 3 Angebote ein, damit Sie vergleichen können
- Achten Sie auf die Verwendung der amtlichen Umzugsgutliste
- Alle vereinbarten Leistungen MÜSSEN sich in einer detaillierten Leistungsbeschreibung widerspiegeln
- Lassen Sie sich einen Festpreis machen
Schliesslich: Suchen Sie sich einen Spediteur aus, der auf einem der Berufsverbände gelistet ist. Ich kenne mich in erster Linie bei den Deutschen Firmen aus. Bei der AMÖ müssen die Spediteure eine Erklärung unterschreiben, dass sie fair mit ihren Kunden umgehen. Wenn Sie den Eindruck haben, dass sie später unfair behandelt wurden, können Sie sich bei der AMÖ entsprechend beschweren.
Bei weiteren Fragen können Sie sich sehr gerne an mich persönlich wenden, und zwar an [email protected] oder auch wiederum an diese Plattform.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen hiermit dienlich sein.