Guten Tag Markus,
ungewöhnlich und interessant, Ihre Fragen.
Der Begriff „unabhängiger Finanzdienstleister“ ist nach meiner
Ansicht ein Widerspruch in sich. Denn jeder Finanzdienstleister
wird für die erfolgreiche Vermittlung von Verträgen bezahlt.
Ob man das Gehalt, Provision, Prämie oder Courtage nennt, ist
unerheblich.
Bis hierher kann ich noch kein Problem erkennen. Jemand erledigt eine Arbeit, bekommt dafür Geld. Ich kenne aus meinem Angestelltenverhältnis Fälle, in denen Leute Gehalt bekommen, OHNE eine Arbeit abzuliefern. Darüber regen sich erstaunlicherweise wenige auf.
Das Geld, welches fließt, kommt von der Gesellschaft, mit der
der Kunde den Vertrag schließt. Dass es die die ersten
Beiträge des Kunden sind (ein Monatsbeitrag bis zu mehreren
Jahresbeiträgen),
Mehrere Jahresbeiträge? Jipeeee - welche Gesellschaft zahlt das?? Warum kenn ich die nicht?
dafür verwendet werden, hat in Deutschland bisher kaum jemand
begriffen. Geschweige denn die damit einhergehenden Folgen für
die Spareffekte bei entsprechenden Verträgen.
Für Risikoversicherungen gibt’s übrigens auch Geld - hier wird nur kein Geld gespart! Ebenso für Bu-Versicherungen, Unfall, etc.
Die Antwort finden Sie selbst.
Es mag mithin eine gewisse Unabhängigkeit bezüglich der
Anbieter und deren Produkte geben - nicht aber eine
Unabhängigkeit vom gezahlten Vermittlungsentgelt.
Fest steht, dass ein Vermittler für seine Arbeit ein Entgelt
bekommen muss, sonst kann er nicht existieren.
Danke für diesen Nachsatz! Wenn ich kein Geld mehr zum Leben bräuchte, würde ich auch nicht mehr arbeiten? Was Sie wie viele in Deutschland im Hinterkopf haben, ist doch in etwas folgender Gedankengang: Da sitzt jemand, und den bezahle ich indirekt, wenn ich hier was unterschreibe.
Bei aller Nächstenliebe - es ist zum einen eine Dienstleistung, und bis auf Ehrenämter wird JEDER für eine Dienstleistung bezahlt.
Sie bezahlen für den Platz in einem Parkhaus, für die liebevolle Verkäuferin, die Ihnen die Brötchen in die Tüte packt, für den Herrn an der Zapfsäule, … das ist normal!! Die Zeiten, in denen Speere gegen Mammutfleisch getauscht wurden, sind seit ein paar Jahren vorbei…
Und dabei ist es nach meiner Erfahrung ziemlich gleich, ob
sein
Vermittler für einen Anbieter arbeitet oder unter mehreren
Anbietern auswählen kann. Ich habe wiederholt gesehen, dass
sog. unabhängige Vermittler ohne mit der Wimper zu zucken,
hochpreisige Produkte mit Vorrang vermitteln, bei denen die
Vermittlungsentgelte besonders hoch ausfallen.
Bekommt denn der Vermittler, der NUR für diese Gesellschaft arbeitet, weniger Geld?
zu beackern. Anbieterwahl, Produktwahl, Tarifvergleich,
Ausgestaltung mit Feinheiten und Vertragsabschluss gelingen
dann auch direkt und online und in der Tat - durch den besten
unabhängigen Vermittler der Welt - den kundigen Kunden.
Ihr Zutrauen in allen Ehren. Das Problem in der Branche ist leider noch immer, dass zu viele Leute neben ihrem erlernten Job „abends auf Versicherungen machen“. Wenn ich könnte, würde ich das sofort abstellen! Man muss sich mal vorstellen, dass ich nach abends nach meinem Vermittler und Anlageberaterjob „noch ein bisschen auf Elektroninstallateur“ mache.
Zum Glück sieht man hier das Unglück sehr schnell, bei Versicherungen und Geldanlagen oft erst JAhre später.
Aber: Wenn ein Kunde in dem Moment, wo er eine Absicherung braucht, die Versicherungsbedingungen nimmt und selber sucht und entscheidet, unterstelle ich, dass sich dieser in den meisten Fällen auf dem „oblatendünnen Eis des halben dreiviertelwissens“ bewegt.
Ein verzweifelter
Frank Wilke