angeregt durch einen Beitrag im Miespeterthread stelle ich mir jetzt die Frage, wie Ihr mit unangenehmen (Körper)-gerüchen anderer Menschen umgeht. /t/reaktion-auf-unbekannte-miesepeter/4650860/24
(und darunter)
Würdet ihr ihnen sagen, dass sie ein Müffelproblem haben? Wenn ja wie?
Wenn nein, was genau hält Euch davon ab?
Würdet Ihr wollen, dass man zu Euch etwas sagt, wenn Ihr einen schlechten Geruch an Euch hättet?
das kommt extrem auf die Situation an.
In der U-Bahn passiert es schon mal öfter, dass da eine® unangenhem nah steht und eienn wirklich schlimmen Geruch verbreitet. Dem sag ich nichts, den bin ich an der nächsten Station wieder los.
Meinem Kollegen, mit dem ich (fast) jeden Tag ein Büro teile würde ich durchaus nahelegen, dass er mich „belästigt“, aber auf die schonende Art.
Im Sport halte ich die Klappe, immerhin weiß ich woher es kommt und dementsprechend kann man es keinem vorwerfen.
eine Situation, wie sie jeder schon erlebt hat.
Ich reagiere da ganz unsensibel, versuche dabei aber eine gewisse Mindestdiskretion zu wahren.
Ich ziehe die Duftquelle etwas zur Seite (wenn es nur irgendwie geht) und geben den freundlichen Rat dringend etwas gegen die unangenehmen Ausdünstungen zu tun.
Mir wäre es lieb, wenn mich jemand (wenns geht, bitte diskret) auf, von mir ausgehenden uangenehme Ausdünstungen aufmerksam machen würde.
wenn ich länger bzw. auf Dauer mit jemand zu tun habe, muss ich ihn (nicht nur im Sinne des Sprichwortes, sondern auch tatsächlich) riechen können (mögen) - und umgekehrt - sonst wird das nichts bzw. ist die Beziehung von Anfang an durch diesen „Nebenkriegsschauplatz“ verkorkst.
Je nach Verhältnis zu der Person kann das Thema quasi nebenbei oder auch ganz gezielt angesprochen werden - auf alle Fälle ist zu vermeiden, dass der/die Gegenüber dabei sein Gesicht verliert. Also eine flappsige Bemerkung darüber vor anderen ist tabu.
Würdet ihr ihnen sagen, dass sie ein Müffelproblem haben?
das hat tausendvierhundertsechsundvierzig Nebenbedingungen.
Ist er/sie einfach ungewaschen?
Ist es krankheitsbedingt?
Ist es ständig oder nur ab und zu
…
Wenn ja wie?
Auch hier; siehe oben.
Auf keinen Fall so, daß die Person das Gesicht verliert, also wenn überhaupt nur unter vier Augen.
Würdet Ihr wollen, dass man zu Euch etwas sagt, wenn Ihr einen
schlechten Geruch an Euch hättet?
Würdet ihr ihnen sagen, dass sie ein Müffelproblem haben?
Ich hatte neulich das erste Mal so ein Problem mit einem Patienten.
Und somit nach 21 Jahren Praxis zum ersten Mal das Problem, dass ich das irgendwie nicht richtig rüberbringen konnte.
Der Patient war schon öfter bei mir. Diesmal kam er rein und stank so unglaublich nach Schweiß, dass mir fast übel wurde. Ich hab dann ostentativ das Fenster aufgemacht - er hat nichts gemerkt.
Dann hab ich ihn gefragt: „Sie kommen heute direkt von der Abeit, stimmts?“ Er: „Ja.“ Ich hätte dann weitermachen müssen mit „Das merkt man“ oder sowas, aber ich habs irgendwie nicht gebracht. Ich habe wohl gespürt, dass der Mann unerhört empfindlich reagieren würde, wenn ich ihm sage, dass ich seinen Schweißgeruch nicht aushalten kann.
Ich hab die Sitzung überlebt, mir aber vorgenommen: Das passiert dir nicht wieder. Nächstes Mal sagst du es.
Gruß,
Branden
vorausgesetzt, ich habe mit dem unangenehm riechenden Menschen regelmäßig zu tun, würde ich das sagen, nicht zuletzt, weil ich es selber auch gerne gesagt kriegen würde, wäre ich das Stinktier.
Wie - ungefähr so, in einer ruhigen Minute unter 4 Augen: du, in der letzten Zeit fand ich immer mal wieder, dass du ein bissl gemüffelt hast, das war bestimmt, weils (z.B.) so heiß war und du direkt von der Arbeit gekommen bist, aber sei so gut und schreib mal einen Protestbrief an den Deohersteller, das funktioniert einfach nicht mehr so wie’s sollte.
Ich hätte dann weitermachen müssen mit „Das merkt man“ oder sowas, aber ich habs irgendwie nicht gebracht. Ich habe wohl gespürt, dass der Mann unerhört empfindlich reagieren würde, wenn ich ihm sage…
Gut.
Soviel Einfühlungsvermögen MUSST Du als Arzt leider aufbringen - insbesondere als Seelenklempner (da isser wieder, der Handwerker
Alles andere wäre tödlich gewesen.
…mir aber vorgenommen: Das passiert dir nicht wieder. Nächstes Mal sagst du es.
Ich erlaube mir einen laienhaften Vorschlag: Ruf ihn an, erkundige Dich nach seinem Befinden. Lass ganz nebenbei einfliessen, dass Du es glücklicher fändest, wenn er nicht direkt nach der Arbeit käme, dass er vielleicht vorher ein frisches Hemd anziehen möchte… Da wird Dir sicherlich etwas passendes einfallen.
Das Problem hast Du wie ich finde ganz gut umschifft. Ich würde es in diesem Fall aber dabei belassen wäre ich in Deiner Position.
Zur Not kann man sicher bei einem Patienten durch den Mund schnaufen, und wenn er fragt ob man erkältet ist niest man noch ein paar Mal ;o)
Weil es jetzt gerade so schön passt:
Du „liebst“ doch Dr.House und lässt gerne kein gutes Haar an ihm. Dabei betonst Du nicht selten, dass so ein Charakter an einer Klinik keine Überlebenschance hätte…in einer Klinik wohl nicht aber…
Du wirst lachen, ich hatte mal einen Hausarzt (fast hätte ich Housearzt geschrieben), der war eine etwas unscharf geratene 1:1 Kopie von House und auch er hatte ein Suchtproblem.
Es war öfter der Fall, dass er morgens anrief um sich nach der Anzahl der schon wartenden Patienten zu erkundigen. Hatte er keine Lust und es waren nur wenige da blieb er einfach zuhause.
Was das Müffeln angeht nahm der Gute kein Blatt vor den Mund. Er hat -wie ich einige Male mitbekommen habe- ganz nach House Manier müffelnde Patienten vor die Tür gesetzt.
Einmal wars ein armes altes Opachen, das wirklich grad noch so kreuchen konnte. Er hat ihn schon an der Tür abgefangen, wie ein Kleinkind herumgedreht und gesagt:" So Opa, jetzt gehn wir erstmal wieder nachhause und waschen uns, damit wir lernen nicht so stinkig zum Arzt zu kommen."
Er sprach ältere Patienten auch recht respektlos mit Omma und Oppa an und mit typischer Floskel „Na was fehlt uns denn?“ etc.pp
Als ich das erste mal House sah, dachte ich kurz ich hätte ein deja-vu und auch bei ihm war es keineswegs so, dass die Praxis leer gewesen wäre…ganz im Gegenteil.Er war fähig und sein Urteil den Patienten viel wert.
Irgendwann hat er sich durch nicht ganz legale Geld hin und her Schiebereien selbst ins Aus geschossen und einige Jahre später sich selbst komplett hinterher…
Ich hab die Sitzung überlebt, mir aber vorgenommen: Das
passiert dir nicht wieder. Nächstes Mal sagst du es.
Weiß nicht, ich glaube ich würde eher durch den Mund schnaufen…wer weiß wem der dann alles von dieser Begegnung mit Dir erzählt :o/
Es sind doch viele unterschiedliche Möglichkeiten zu reagieren dabei herausgekommen. :o)
Ich hab in der Vergangenheit auch schon verschiedene Varianten benutzt, aber hauptsächlich bei Leuten, die ich kannte also Kollegen/Bekannte:
-Deo geschenkt (hab ich grad gesehen, dachte das gefällt Dir)
-Bei Mundgeruch hast Du es am Magen, hast Du Kronen/Brücken (da setzt sich auch gern mal was fest, besonders wenn irgendwas damit nicht stimmt) da kann man dann zu Not ein Gespräch anfangen. Natürlich das alles diskret unter 4 Augen.
…
Wir haben einen Kollegen dessen Deo regelmäßig den Geist aufgibt. Da wir ihn schon lange kennen, und er robust und eher rustikal ist, kriegt der das inzwischen unverblümt verklickert.Leider ist es so, dass er selbst -wie das oft der Fall ist- sich selbst nicht riecht, und denkt, wir wollen ihn nur auf den Arm nehmen und vergackeiern *argh*
Da wir viel Kundenkontakt haben und die sich wiederum nicht scheuen, sich über müffelnde Mitarbeiter an möglichst hoher Stelle zu beschweren, ist das dann nicht ganz unproblematisch.
ich benutze freundlich lächelnd den spruch: „du, dein deo lässt dich im stich!“
der ist deswegen so gut, weil das deo schuld ist und dabei impliziert wird, dass derjenige auch eins benutzt. auf diese weise kann man als „stinkender“ ohne gesichtsverlust einräumen, dass man vielleicht riecht…
typische reaktion darauf ist aus meiner erfahrung eine entschuldigung oder die sofortige frage nach einem deo oder der nächsten toilette, um sich frisch zu machen.
angeregt durch einen Beitrag im Miespeterthread stelle ich mir
jetzt die Frage, wie Ihr mit unangenehmen (Körper)-gerüchen
anderer Menschen umgeht. /t/reaktion-auf-unbekannte-miesepeter/4650860/24
(und darunter)
Würdet ihr ihnen sagen, dass sie ein Müffelproblem haben? Wenn
ja wie?
Direkt!
Wenn nein, was genau hält Euch davon ab?
Nix, weil: Ich will, dass man auch mir gegenüber ehrlich ist.
Würdet Ihr wollen, dass man zu Euch etwas sagt, wenn Ihr einen
schlechten Geruch an Euch hättet?
Ja! Dank Diabetes übertreffe ich wohl mitunter selbst einen Schäferhund an Mundgeruch. Und bevor die Leute sich zurückziehen, weil sie mich nicht „riechen“ können, würd ich mir schon wünschen, dass man mir nen Tipp gibt. Dann schnappe ich mir nen Kaugummi, sammle meine Betroffenheit und Peinlichkeit zusammen und trau mich wieder, mit Anderen zu reden.
Spruch: Ein Freund ist, wer Dir sagt, dass Du im Gesicht schmutzig bist.