Hallo,
endlich mal ein Politiker mit Grips.
Moin Steffen,
schöne Streitschrift. Allerdings ist auch erkennbar, dass Trittin auch hier politische Massnahmen zu Erfolgen darstellen muss, bei denen zumindest umstritten ist, ob es sich hierbei um Erfolge handelt (z.B. Atomausstieg). Aber wahrscheinlich ist er ehrlich überzeugt, dass dies ein Erfolg ist.
Wahr ist auch, dass er Einzelmassnahmen in der Steuerpolitik heranzieht, ohne zu diskutieren, ob die Steuern INSGESAMT gesunken sind.
Insofern lässt sich auch dieser Artikel leicht wiederlegen.
Andererseits hat er natürlich in vielen Bereichen (v.a. in seinen Entgegnungen zu Baring) recht. Ich habe ja hier schon vor Wochen geschrieben (und bleibe dabei): es ist lange her, dass Baring mal etwas intelligentes geschrieben oder gesagt hat. Ernst zu nehmen, ist er längst nicht mehr. Allerdings haben gerade die nicht mehr ernst zu nehmenden grossen Einfluss auf die politische Debatte: weil diese klar und eingängig formulieren können. Die ernstzunehmenden sind sich ihrer eigenen Position unsicher und wägen ab. Das kommt in Diskussionsrunden nie gut an.
Ciao
Ralf
Hallo,
Klar, bei der Darstellung der eigenen „Erfolge“ ist der Minister schwach und leicht zu widerlegen. Allerdings hat er dem Feuilleton mal das Richtige ins Stammbuch geschrieben. Vorbei die schöne Zeit, als man intellektuell alles besser wissen konnte und den Gutmenschen herausstellen, es war ja so schön revolutionär wie folgenlos.
Jetzt ist dies vorbei, jetzt werden diese Faxen nicht mehr toleriert von den Herrschenden. Doch was bleibt von der revolutionören Attitüde?? Nur das, was wildgewordene Kleinbürger vor 60 Jahren schon als Revolution verstanden.
Steffen
Moin Steffen,
ja, da stimme ich Dir zu. Vor allem ist es witzig, was von den Feulletoins-Debatten dann in weiten Teilen der Bevölkerung übrig bleibt. Ich denke, viele glauben, dass Lafo und Baring das gleiche gesagt haben.
Dabei Lafo: Schröder macht Brüning-Politik. Schlimm!
Baring: Schröder macht keine Brüning-Politik. Wäre aber endlich an der Zeit.
Na ja, von Brüning habe beide geredet. 
Ciao
Ralf
Hallo,
gebe dir Recht.
Lustig ist, dass man die Analyse der Unwissenheit noch weiter treiben könnte.
Beide (Laf. +B.) sind genau die typischen Intellektuellen, die alles besser wissen, aber selber keine Verantwortung übernehmen können und wollen. Doch was ist das für eine Elite, die für ihre Vorschläge nicht persönlich haften muss?? Mit Gehlens Antwort: Es ist keine Elite.
Und hier scheint mir auch das Dilemma der Grünen zu liegen. Sie wollen nicht zu ihrer Politik stehen. Man argumentiert weiterhin moralisch (Vgl. Fischers Auschwitz-Vergleich im Jugoslawien-Krieg). Nur Trittin will die Früchte des Ganges durch die Institutionen ernten und bekennt sich zur Realpolitik der Kompromisse ohne moralische Aufladung.
Tschüss
Steffen