[...] und der heilige Geist

Hallo!

Was oder Wer ist eigentlich mit ‚der heilige Geist‘ gemeint?

Der Vater = Gott
Der Sohn = Jesus
und die Rede vom Heiligen Geist = ?

Wenn Gott schon Alles ist, was bedeutet dann dieser andere Begriff?

Wenn ich mich recht erinnere, ist nicht dieser hl. Geist in Form einer Taube erschienen (Übermittlung von Botschaften), oder?

fragt sich,
Nicole

Hallo Nicole!

Mit deiner Frage beziehst du dich auf die christliche Lehraussage von Gott als dem „Dreifaltigen“, die relativ spät (erst im 4. Jh.) abschließend formuliert wurde. Sie will so etwas sein wie die begriffliche Zusammenfassung aller bisherigen und künftigen Gotteserfahrungen aus der Perspektive von Menschen, die an Jesus Christus glauben.

Von einer solchen Glaubenszusammenfassung hat man ungefähr genausoviel wie von der Zusammenfassung eines Krimis: Wenn man das ganze Buch gelesen hat, kann die Zusammenfassung zum Verständnis und fürs Gedächtnis hilfreich sein. Wenn man mit der Zusammenfassung anfängt, kann sie den Spaß an der Lektüre selbst verderben…

Die Glaubensaussage vom Heiligen Geist bezieht sich auf Erfahrungen, die man „mystisch“ nennen kann, die in allen Religionen vorkommen, und die man mit Worten nur hilflos ausdrücken kann: eine Kraft, die du nicht selbst produzierst und die dich lebendig macht, ein Verbundenheitsgefühl mit allem, was ist, trotz Schmerz und Versagen und Kränkungserfahrungen, die Liebe, die mehr ist als deine Liebe.

Durch diese geheimnisvolle Lebenskraft ist jeder Mensch, und war Jesus auf einzigartige Weise (so glauben Christen) mit dem Schöpfer/Vater verbunden, und: darin offenbart sich das Wesen Gottes selbst, der Gemeinschaft ist.

Die Sonne scheint, ich fahre jetzt mit dem Fahrrad durch die Vorfrühlingsluft wieder an meine Arbeitsstelle: auch eine Erfahrung mit dem heiligen Geist…

Gruß,
Pietro

Grüß’ Dich, Nicole!

Was oder Wer ist eigentlich mit ‚der heilige Geist‘ gemeint?

Nun, ich denke, diese Frage hat Pietro recht treffend, wenn vielleicht auch etwas zu akademisch, beantwortet! Ich gebe aber zu, dass es äußerst schwierig ist, theoretisch wiederzugeben, was der praktischen Erfahrung bedarf.
Ergänzend möchte ich hinzufügen, dass Du dich auch schon im Alten Testament über die Auswirkungen des Hl. Geistes informieren kannst. Und zwar mit einer Aussage Davids in Psalm 51,13, und mit zwei Aussagen Salomos in Weisheit 1,5 und Weisheit 9,17. (Ich hoffe, Du besitzt eine Bibel, die die Apokryphen beinhaltet). Aus diesen drei Aussagen geht hervor, daß er (der Hl. Geist) heilig ist, weil er an und für sich heilig ist, und die Menschen lehrt, heiligt und reinigt. - Dabei setze ich voraus, dass Dir die Definition für „heilig“ geläufig ist …

Wenn ich mich recht erinnere, ist nicht dieser hl. Geist in
Form einer Taube erschienen (Übermittlung von Botschaften),
oder?

Ja, Du erinnerst Dich recht. Zumindest wenn man das Lukas-Evangelium (3,22) heranzieht. Bei Matthäus und Markus ist lediglich vom Geist Gottes die Rede; der Evangelist Johannes zitiert Johannes den Täufer: „Ich sah, dass der Geist herabfuhr wie eine Taube vom Himmel und blieb auf ihm. …“ (Joh. 1,32). Im nächsten Vers folgt dann aber die Aussage " … der ist’s, der mit dem Heiligen Geist tauft. …". Insofern widerspricht Johannes der Auffassung, der Hl. Geist sei erstmalig zu Pfingsten ausgegossen worden.

Ob nun Deine Frage damit wirklich befriedigend beantwortet ist, weiß ich nicht. Ich hoffe aber, dass ein Quellen-Studium Dir den Weg zu praktischer Erfahrung bereitet. Und damit habe ich auch wieder den Bogen zu Pietros Ausführungen geschlagen.

Ich wünsche Dir alles Gute

Fr.-Chr.

Danke Dir
Hallo Pietro,

damit bestätigen sich meine Gedanken…gemeint ist das Umfassende, der Glauben, das Verbindende.

Vielen Dank für die Ausführung!

Einen Gruss,
Nicole

auch Dir vielen Dank! o/t

Hallo!

Was oder Wer ist eigentlich mit ‚der heilige Geist‘ gemeint?

Jesus sagte zu seinen Jüngern in seiner Abschiedsrede (Joh.14):
„Der Ratgeber, der Heilige Geist (wörtl.: Ruach ha Kodesch = Geist der Heiligkeit), wird euch alles lehren.“

Und vor seiner Himmelfahrt wies er seine Jünger an: „Wartet auf das, was der Vater verheißen hat. In wenigen Tagen werdet ihr im Heiligen Geist eingetaucht werden.“

Zu Pfingsten erfüllte sich dann diese Verheißung. Aus den ängstlichen Jüngern wurden mutige Verkündiger des Evangeliums.

Während im AT der Heilige Geist nur vereinzelt den Propheten gegeben wurde, können seit dem Pfingsttag alle Gläubigen diese Gabe erhalten. (siehe auch Apg.10).

Gruss Harald