Hallo,
muss mich mal wieder einmischen… 
Viele Menschen verstehen heute
unter Stolz mehr ein Gefühl wie das wenn der eigene
Fußballclub gewinnt, wenn das eigene Kind die ersten Sätze
spricht (Hast Du schonmal Mütter über ihre Kinder reden
hören). „Stolz“ wäre nicht das erste Wort dessen Bedeutung
sich geändert hat. Zudem: Was ist gegen ein Gefühl der
Überlegenheit a priori einzuwenden?
einzuwenden ist, dass es von der Definition die (geglaubte) Unterlegenheit anderer einschließt…
Noch eines: Es wird hier immer gesagt man könne, wenn
überhaupt, nur auf eigene Leistungen stolz sein. Dan muss man
aber auch nur für eigene Fehler Verantwortung tragen. Das kann
man nicht trennen. Wir haben als Deutsche, sozusagen, das Erbe
unserer Vorfahren angetreten. Und zu einer Erbschaft gehören
nun einmal die Guthaben und die Schulden gleichermaßen.Max
Was einigen, wie auch mir, so eigenartig an dem Satz (um den es ja bei der ganzen Diskussion ursprünglich geht) „Ich bin stolz ein Deutscher zu sein“ ist der sprachliche und damit zumindest theoretische Unterschied zu dem möglichen Satz „Ich bin stolz auf Deutschland“.
Um zum Beispiel der Mutter und deren Kinder zurückzukommen:
Ist es nicht etwas eigenartig, wenn diese Mutter sagen würde: „Ich bin stolz, die Mutter meiner Kinder zu sein“? Wenn sie sagt: „Ich bin stolz auf meine Kinder“ klingt das doch ganz anders, oder?
Stolz an sich finde ich akzeptabel. Es ist ein Gefühl, das angenehm ist.
Aber als sehr nützlich sehe ich dieses Gefühl nicht an. Ich kenne es aus persönlicher Erfahrung. Wenn ich etwas geleistet habe, auf das ich stolz bin, muss ich mich immer vorsehen, dass ich nicht darin verharre. Stolz kann lähmen und sehr schnell zu Selbstüberschätzung und Blindheit gegenüber der Realität führen.
Salzmann
