Und noch ein Zeugnis (1 Euro Job Hausmeister)

Hallo Ihr Personaler und frohes Neues an Alle Leser,

Hab hier mal das Arbeitszeugnis eines befreundeten 1€ Jobber. Er hat als Hausmeister in einer Gesamtschule gearbeitet und ist immer noch dort.
Ich wüsste gerne, wie Ihr das Zeugnis benoten würdet und was zwischen den Zeilen steht.

xyz-Schule Ort, Datum
Adresse
Ort

Beurteilung für Herrn XXX

Herr XXX geb. am xx.xx.xxxx arbeitet seit 01.12.2004 im Bereich „Hausmeister an einer Schule“ an der xyz-Schule.
Die Aufgaben von Herrn XXX lagen im Handwerklichen Bereich, zur Entlastung des Hausmeisters und im Verwaltungsbereich zur Entlastung des Sekretariats.
So arbeitete Herr XXX verstärkt bei der Instandsetzung und Erhaltung der schulischen Innen- und Außenanlagen mit.
Herr XXX arbeitete im handwerklichen Bereich selbständig bei der Instandhaltung der Gebäude.
In den genannten Bereichen zeigte Herr XXX großes Geschick im handwerklichen Bereich.
Herr XXX bewies außerdem goßes Engagement und Kreativität bei der Planung und Realisierung von Schulveranstaltungen.
Zu den weiteren Aufgaben gehörten, Botengänge zum Schulverwaltungsamt, zur Post und leichte Verwaltungsarbeiten wie z.B. kopieren, heften, drucken, etc.
Sein Entgegenkommen und seine Aufgeschlossenheit gegenüber allen Vorgesetzten, Mitarbeitern und SchülerInnen machten ihn in höchstem Grade beliebt und geachtet.
Herr XXX erfüllte alle an ihn gestellten Aufgaben zur Zufriedenheit der Schulleitung, der KollegInnen und des Hausmeisters.
Wir haben ihn stets als freundlichen, pünktlichen und hilfsbereiten Mitarbeiter kennen- und schätzengelernt.

Was sagt das Zeugnis über den Menschen aus?

Gruß
Sticky

Hallo Ihr Personaler und frohes Neues an Alle Leser,

Hallo, ich bin zwar kein Personaler, habe mich aber vor einiger Zeit auch mit den verklausulierten Texten in Zeugnissen beschäftigt.

Herr XXX erfüllte alle an ihn gestellten Aufgaben zur
Zufriedenheit der Schulleitung, der KollegInnen und des
Hausmeisters.

Als Schulnote ausgedrückt: Eine vier. Hier fehlt vor Zufriedenheit ein stets und/oder voll/vollsten, um eine bessere Note daraus zu lesen.

Wir haben ihn stets als freundlichen, pünktlichen und
hilfsbereiten Mitarbeiter kennen- und schätzengelernt.

Das Wort „pünktlich“ ist tötlich, weil das bedeutet, dass dieser Mitarbeiter nicht mehr als nötig gemacht hat und stets um Punkt 15 Uhr (oder wann eben der Feierabend war) Schluss gemacht hat.

Was sagt das Zeugnis über den Menschen aus?

Die Benotung des Mitarbeiters ist nicht gut. Ich würde auf eine Änderung der o.g. Sätze beharren.
Darüber hinaus fehlt ein Schlusssatz: Wir bedanken und bei Herrn X für die Zusammenarbeit und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute.

Eine Bedauern über das Ausscheiden rundet das ganze noch ab.

Fehlen diese Sätze, macht das denjenigen, der das Zeugnis später einmal vorgelegt bekommt, stutzig.

Anbei noch ein möglicherweise hilfreicher Link:
http://www.bachmann-berlin.de/arbeitszeugnis.htm

Kiwi

Hallo Kiwi.

Danke für die Meinung. Ganz wie ich vermutet habe, aber der Bekannte wollte es ja nicht glauben.

Gruß und *
Sticky

Hallo Sticky,

nicht nur, dass eine schlechte Benotung daraus zu entnehmen ist, das Zeugnis - ähmmm … die „Beurteilung“ (habe schon viele Zeugnisse gesehen, aber nie mit dieser Überschrift) - ist absolut unprofessionell und mit Fehlern geschrieben … Ich würde da mal nachhaken, ob die das wirklich so meinen. Eventuell sind die dankbar, wenn man ihnen eine Vorlage gibt. Dann heisst es, sich erst mal selbst informierten - Einleitung, Aufgabengebiet (dabei besonders hervorzuheben - Initiative, Erfolge, Spezialaufgaben etc.), Wie wurden die Aufgaben erledigt, Stärken des „Beurteilten“ :wink:), Verhalten - das sollte glaube, ich, für den Job reichen - Schlusssatz mit Bedauern über Weggang und gute Wünsche für die zukunft, ordentliche Datierung, ordentliche Unterschrift mit Angabe, wer das ist … Wenn das nicht so negativ gemeint ist, wie es dumm geschrieben ist kann man ja vielleicht selbst was schreiben … Tipps auch unter: www.arbeitszeugnis.de - das ich sehr empfehlen kann und auch ein gutes Forum hat, wo man ziemlich schnell kompetente Aussagen bekommt. Für jemanden, der nicht so in die Tiefe der Materie gehen will, recht gute Tipps auch unter www.focus.de (ich glaube, unter „Karriere“ oder so …)

Alles Gute und liebe Grüße

Ama

Hallo Ama,

Naja, der Bekannte arbeitet als 1€ Jobber in einer Schule als „Hilfshausmeister“. Ich gehe mal davon aus, daß dies das erste Zeugnis ist, welches die Schulsekretärin geschrieben hat.
Ich werde ihm mal ein besseres Zeugnis (anhand der hier erhaltenen Antworten) tippen und mitgeben.

Was mich noch interessieren würde: Ist der Satz mit den Schulsportveranstaltungen ein versteckter Hinweis auf die Alkoholabhängigkeit des Bekannten?

Gruß
Sticky

Hallo Sticky,

Was mich noch interessieren würde: Ist der Satz mit den
Schulsportveranstaltungen ein versteckter Hinweis auf die
Alkoholabhängigkeit des Bekannten?

Keine Ahnung. Vermutlich nicht, wenn der Zeugnisschreiber sowieso keine Ahnung hat. Frag doch mal im Forum von www.arbeitszeugnis.de nach.

Mein unqualifizierter Rat lautet: versucht doch mal solche Sachen als ausführlichere Beschreibung der Tätigkeiten, als Beleg für sein Engegement und Initiative zu formulieren. Wie man das geschickt macht, darin liegt eben die Kunst.

So wirft das Zeugnis auf jeden Fall ein schlechtes Licht auf den „Beurteilten“ aber auch auf die Schule/unterzeichnende Person - die ja wohl der Schuldirektor ist … (???/!!!)

Liebe Grüße und alles Gute

Ama