Und nu

Hallo Himbeere,

Vorab: Aller Achtung für Deine Nachhältigkeit mit Deinen Kindern!

Und noch was: Entschuldige wenn ich Dich zu nahe trette. Schließlich sind Eltern, die Menschen, die einem Kind am besten kennen und wissen was sie brauchen!

ABER:

Stellt Dir mal kurz folgende Situation vor: Du bist plötzlich krank geworden (oder hast einen Unfall gehabt). Du muß jetzt Bett hütten bzw. ins Krankenhaus für ein paar Tage. Ausserdem -nehmen wir weiter an- Du bist alleinerziehend.

Jetzt muß Dein Kind abends zum Sport: Was nun?? Bittest Du jemand um Hilfe?? Verläß Du Dich darauf, daß Deinem Kind nichts passiert? Und was ist, wenn zeitüberlappend jetzt Dein anderes Kind zB zum Musikunterricht muß??? geht er dann deshalb nicht??

Bei allem Respekt und Anstand vor Deiner Entscheidung, ich finde sie grundlegend falsch. Was wäre wenn nun IHR BEIDE überfallen wird??? Wer hilft Euch dann??? Und was macht Dein 2. Kind dann??
Oder noch schlimmer: Was macht Dein Kind wenn Du nicht mehr da bist??? Oder beruflich zu einer Tagung mußt?

Neulich war ich in Edinburgh. Dort habe ich eine US-Amerikanische Frau kennengelernt, aus Oregon (nein, nicht aus Seattle, wie sie selber sagte!) ;o)) Und sie erzählte mir, daß ihre Tochter tatsächlich entführt wurde. Sie sagte weiter, niemals hat sie sich so hilflos gefühlt und so allein gelassen. Aber ihr war es eindeutig klar, daß wenn sie in diesem Moment dabei gewesen wäre, wären sie BEIDE entführt worden.

Nein, Himbeere, bei aller Liebe -und gerade deshalb- und Dir gegenüber dem ganzen Anstand und Respekt: In so einen Fall bist Du gewiß keine große Hilfe und die Vorwürfe, die du Dir sicherlich hinterher machst, noch gnadenlosere. Du, wie alle andere Müttern dieser Welt, ich eingeschlossen, wünscht Dich, daß Deinen Kindern nichts passiert. Aber das vermagst du nicht zu verhindern, glaube mir. Und es kann noch so grausam sein, was dort passiert, du kannst sie nicht 24 Std. am Tag bewachen!! (was aber als „Hobby-Psychologin“ bestimmt bekannt und bewußt ist, Folgen davon eingeschlossen).

Wie auch immer, ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deiner Einstellung. Meine ist sie sicherlich nicht. Ich finde Gefahr ist eine Situation, die jederzeit und überall eintretten kann und die sich dadurch kennzeichnet, daß die Unversehrheit (eigene oder fremd) nicht gewährleistet ist. Daß ein Kind entführt wird ist nicht damit begründet mit wem ER geht, WOHIN er geht, WANN oder WIE, sondern es ist einen Menschen, der böse Absichten hatte und eben dieses Graueltat vollbracht hat. Egal wo, wann, wie und warum. Und das alles kannst du nicht verhindern. In alle Zeitungen kannst du immer wieder lesen -leider- daß tagein tagaus überall auf die Welt Kinder entführt werden -und keineswegs abends auf dunklen Straßen, sondern im helllichten Tag auf eine Straße mit sehr viel Verkehr!!!

Schöne Grüße,
Helena

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Guten Abend Wiz!

Wir sind gar nicht so weit auseinander aber ein paar Dinge sehe ich
etwas anders, in vielen Dingen haben wir allerdings die gleiche
Meinung.

Die Vergleiche mit Lotto, Wahrscheinlichkeit kann ich nicht
nachvollziehen. Wir reden über Einzelschiksale, da spielt es
keine
Rolle wie vielen nichts passiert ist.

Doch, das spielt sehr wohl eine Rolle und zwar deshalb, weil
es eben die unterschiedlichsten Einzelschicksale gibt.

Das ist einer der Punkte in denen ich nicht zustimme. Man spielt
Roulett um zu gewinnen, man spielt Lotto um zu gewinnen, es werden
sich Nummern aufgeschrieben um vermeindliche Wahrscheinlichkeiten
zu verbessern aber im Ende haben wir keine Chance. Statistik ist
die Mathematik der großen Zahlen und die haben wir mit unseren
lächerlich wenigen Einzelfällen einfach nicht.

Und Kinder werden glücklicherweise in all diesen Situationen
auch nicht unbedingt immer zu Todesopfern, sondern können auch
„nur“ mehr oder weniger schwer körperlich und seelisch durch
entsprechende Dinge verletzt werden.

Das mag ich jetzt nicht differenzieren ist auch glaube ich nicht
wichtig, für den Einzelnen hilft es gar nicht.

Als Eltern wollen wir alle, dass unseren Kindern so etwas
nicht passiert, aber wir wollen natürlich auch, dass unsere
Kinder eine möglichst unbeschwerte Kindheit erleben können,
die nicht mit unnötigen Einschränkungen verbunden ist.

Das ist genau das, was anderen helfen kann. Erzählt doch mal, was habt
ihr euren Kindern beigebracht, wie seid ihr bei solchen Vorfällen mit
euren, wie auch anderen, Kindern umgegangen. Welche Maßnahmen habt
ihr ergriffen damit ihr eure Kinder ruhigen Gewissens gehen laßt?

dafür aber ein unglaublicher Aufstand bzgl. minimaler
Risiken getrieben wird, deren Auftretenswahrscheinlichkeit
dadurch nicht einmal merklich zu beeinflussen ist.

Da hab ich einen gaaanz blöden Spruch für. „Warum sollte ich
Sicherheitsgurte benutzen, ich habe sie seit 20 Jahren nicht
gebraucht“.
Jede Technik, jede Möglichkeit ein Risiko zu minimieren halte ich
wichtig, wir können uns nicht auf den Standpunkt zurückziehen nur
weil etwas selten ist machen wir nichts dagegen.

So schlimm jeder Fall des „bösen fremden Onkels“ auch ist, er
ist eben glücklicherweise extrem selten. Und daher ist es eine
trügerische Sicherheit zu glauben, dass man an dieser
minimalen Wahrscheinlichkeit irgendetwas merklich tun könnte,
ohne das Kind unter Totalüberwachung zu stellen.

Und das ist extakt das was ich zu bezweifeln wage. Wir können das
Risiko mindern, nur wie geht es am besten. Wir können merklich was
tun, nur wir müssen langsam auch mal anfangen was zu tun.
Quitschende Tierchen, Pfefferspray, Gaspistole, Elektroschocker,
Polizeitrainings, Unterrichtsstunden, Sport, Kampfsport oder was
auch immer, was ist am besten dazu geeignet das Risiko weiter zu
minimieren.
Ich (meine Frau und meiner einer) sind froh, das unsere Tochter mit
absoluten Ehrgeiz Kampfsport betreibt. Klar gegen einen Erwachsenen
macht man mit 26kg nichts aber der Tritt vors Kinn oder in die
Weichteile verschaft ihr vieleicht die Sekunde die sie braucht.
Desweiteren ist sie es dadurch gewohnt Ruhe zu bewahren in
körperlichen Auseinandersetzungen.

Also wie weit bist Du auf meiner Liste schon gekommen?

300% würde ich sagen, deine Liste und noch einiges mehr. :smile:

Was tust Du wirklich für die Sicherheit deines Kindes?

Alles was ich kann, wobei es mir natürlich gewahr werden muß.

Danke und schönen Abend
Stefan

Hallo Helena,

das alles habe ich schon praktiziert. Alleinerziehend mit 1 Sohn, 6 wöchige und auch mehrere Krankenhausaufenthalte, auch bei meinem jüngeren Sohne jetzt. Hat bei mir alles prima geklappt, dann hast du deine Vertrauensleute dazu. Und die die mich kennen und mit mir leben, wissen, was ich von ihnen erwarte, wenn sie mit meinem Kind etwas unternehmen oder für mich einspringen müssen. Du musst das tatsächlich so sehen, wie in einer Firma für Personenschutz. Jetzt nicht ganz so bierernst, aber doch straff durchgezogen. Das klappt super - ohne die Kinder einzuengen oder ständig hinter ihnen herzulaufen. Dafür muss ich nicht mal reich sein und viel Geld haben. Es kommt alles doch nur auf die Organisation an. Das habe ich in den vielen Jahren als alleinerziehende und berufstätige Mutter gelernt. Vielleicht fehlt anderen nur die richtige Übersicht - ich habe alles im Blick ohne Streß zu haben.

Deine Meinung akzeptiere ich natürlich, genau wie all die anderen Meinungen, denn ihr müsst damit klar kommen. Es ist immer die Frage, wieviel einem die Sache wert ist und wie viel man einsetzen will für eine Sache. Ich habe nie gesagt, dass ich meinen Kindern ständig hinterher renne, ich als Mutter, kenne den Tagesablauf meines Sohnes und weiß genau, wo ich sein muß und wo nicht - wo ich ihn auch mal alleine lassen kann.
Das Schöne an der Sache ist, mein Sohn fühlt sich „sauwohl“ und das ist mir das Wichtigste dabei. Ich nenne Dir hier noch ein Beispiel: Er geht jetzt seit letztes Jahr auf das Gymnasium, dort fährt von uns aus kein Schulbus und zurück auch nicht. Der Weg ist nicht nur weit und einsam, der Tornister ist fast so schwer wie mein Sohn und wir wohnen auch noch auf einem steilen Berg. So, andere Eltern sind der Meinung die Kinder müssen den weiten Weg laufen, damit sie selbständig werden und alleine klar kommen. Da muss ich jetzt mal fragen, müssen Kinden mit 10 Jahren bzw. seit dem Tag wo sie in den Kinderngarten gehen nicht sowieso selbständig sein? Wie soll denn das alles gehen, wenn sie es nicht sind? Es gibt Mütter die meinen, Kinder müssen weite Wege mit ihren überschweren Schultornistern laufen um selbständig zu werden, aber nachts schlafen sie zwischen den Eltern im Ehebett, bleiben nicht einmal alleine zuhause und pinkeln regelmässig in die Hose. Das ist selbständig?! Solche Eltern gibt es zu genüge. Wenn andere Kinder sich hier den Berg hochquälen und kaputt sind von 6-7 Stunden Schule, fährt mein Sohn mit mir ganz relaxt den Berg hoch - und die anderen hier haben auch alle 2 Autos und nicht jede Mutter muss bis mittags arbeiten! jetzt gehe ich demnächst wieder arbeiten und kann ihn nicht abholen. Schon ist alles wieder organisiert. Ich akzeptiere andere Meinungen, mache aber selbstverständlich das, was ich für richtig empfinde und das ist auch gut so! Die Erfahrung zeigt, dass es für uns ein sichererer Weg ist, dabei kann man jetzt ausspinnen und ausloten, wie Du schreibst und wenn… und wenn… Klar, uns kann auch ein dicker Stein auf den Kopf fallen… aber muss ich deshalb bei dem was mir am Wichtigsten ist jetzt nachlässiger werden?

Viele Grüße

Himbeere

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Hallo Himbeere,

Nach wie vor respektiere ich Deine Entscheidung und wünsche dir (weiterhin) viel Glück und Erfolg damit. Für mich bzw. ist es schlich nichts.

Ich bin der Meinung aus ein paar Einzelfälle, ein universelles Gesetz machen zu wollen ist nicht gut. Das kann ich nicht verstehen.

Und nun im einzelnen:

das alles habe ich schon praktiziert. Alleinerziehend mit 1
Sohn,

Schon diese Redewendung gibt mir zu bedenken: „Alleinerziehend praktizierend“??? Für mich das Verb praktizieren hat ein „aus Spaß, wolwollend, selbstausgesucht, freudigerweise und nur als Hobby solang ich will“-Geschmack. Den trifft aber alleinerziehenden nie!!! Es mag durchaus sein, daß Frauen lieber mit ihren Kindern leben als mit bestimmten Menschen. ABER „alleinerziehend“ schließt andere Partner auch aus!! Und freiwillig ist die Situation nicht. Schon gar nicht für den Kindern!!!
Aber gut. Das war hier nicht der Hauptthema.

Hat bei mir alles prima
geklappt, dann hast du deine Vertrauensleute dazu.

Schön, wenn es geklappt hat, nur die Frage ist: In wie fern Du dieses Vertrauen ausnutzst (und ich meine im Name dessen, beanspruchst Du die Zeit, Freundlichkeit, Nachbar- od. Verwandtenhilfe,… von denen?)

Und die die
mich kennen und mit mir leben, wissen, was ich von ihnen
erwarte, wenn sie mit meinem Kind etwas unternehmen oder für
mich einspringen müssen.

Genau das habe ich vorhin gemeint: Müssen??? Warum müssen?

Du musst das tatsächlich so sehen,
wie in einer Firma für Personenschutz.

Im Gegensatz zu dem Ziel eines Personenschutzes, sehe ich kein Bedarf mein Sohn DAUERN und DAUERHAFT schützen zu MÜSSEN. Früher oder später wird die Zeit kommen, wo er sich selbst schützen muß und Gefahren weitesgehend erkennen kann (zB. ganz salopp: Kommt ein auto, muß ich nicht über die Straße. So nach dem Moto „Was Hänschen nicht lernt…“)Und wie soll es selbst lernen, wenn ihm solche Sachen von Erwachsenen stets abgenommen werden?

Jetzt nicht ganz so
bierernst, aber doch straff durchgezogen.

Das klappt super -
ohne die Kinder einzuengen oder ständig hinter ihnen
herzulaufen.

Das kann ich irgendwie nicht nachvollziehen oder verstehen:
War das jetzt nicht gerade die Rede davon, Daß du Vertrauenspersonen hast, die, ähnlich wie bei Personenschutz, auf Dein Kind aufpassen???
Was ist nun???

Vielleicht fehlt anderen nur die
richtige Übersicht

Ja, stimmt. Wenn Du mich fragst: Dich!

  • ich habe alles im Blick ohne Streß zu
    haben.

Im Namen meines Sohnes und meiner eigenen Verantwortung, möchte ich das meinem Sohn KEINESWEGS antun. Für mich grenzt das an eine haushohe Zumutung und Unselbstständigkeit meinem Kind gegenüber!!! Nicht einmal als „Geschenk“ würde ich das annehmen!!! Und schon gar nicht selbst machen! Und glaube mir: Es geht absolut nicht um meine eigene Ruhe. Ich glaube eher ich würde mich selbst Sorgen machen, wenn ich meinem Kind zu einer solche Unselbstständigkeit erzogen hätte und er dann -zwangsläufig- flügge ist…

Deine Meinung akzeptiere ich natürlich, genau wie all die
anderen Meinungen, denn ihr müsst damit klar kommen.

Danke. Mit meiner Einstellung komme ich bestens klar. Deine Einstellung kommt bei mir nicht einmal einsatzsweise in Betracht!!

Es ist
immer die Frage, wieviel einem die Sache wert ist und wie viel
man einsetzen will für eine Sache.

Um aus meinem Sohn einen selbstständiger Mensch zu machen, der Eigenverantwortung übernimmt und entscheidungsfreudig ist scheue ich mich vor (fast) nichts. Davon ableitend, ist mir Deine Entscheidung, bei aller Respekt und Akzeptanz, nur eine Gedanke (und wohl ein paar Artikeln hier in WWW) wert. Mehr sicher nicht.

Ich habe nie gesagt, dass
ich meinen Kindern ständig hinterher renne,

Wenn man aber Deine Zeile liest, kommt man unweigerlich zu dieser Einstellung.

ch als Mutter,
kenne den Tagesablauf meines Sohnes und weiß genau, wo ich
sein muß und wo nicht - wo ich ihn auch mal alleine lassen
kann.

Und hast Du ihn dabei gefragt? Wobei: Wenn er schon 10 ist und nichts anders kennt, wird er sich das eh „wünschen“ -anders kennt er sich ja eh nicht aus- und womöglich traut er sich schon gar nicht anderes kennenzulernen!!

Das Schöne an der Sache ist, mein Sohn fühlt sich „sauwohl“

Siehe oben! Wenn man nichts anderes kennt, ist das vorhandene das Beste was man haben kann…

und das ist mir das Wichtigste dabei.

Wie gesagt, für Dich freue ich mich. Aber wirklich ausschließlich für Dich!

ch nenne Dir hier noch
ein Beispiel: Er geht jetzt seit letztes Jahr auf das
Gymnasium, dort fährt von uns aus kein Schulbus und zurück
auch nicht.

Bei mir war es genauso. Sogar im Abiturjahr bin ich in einem anderen Ort gefahren -mit öffentlichen Bussen, die ich nach langer Marsch rechtzeitig erwischen mußte.

Der Weg ist nicht nur weit und einsam, der
Tornister ist fast so schwer wie mein Sohn und wir wohnen auch
noch auf einem steilen Berg.

Sorry, das Wort „Tornister“ kenne ich nicht. Aber ansonten beschreibst Du mir mein Schulweg seit der 1. Klasse und bis besagten Abi. Immer einsam und allein, ausser ich traf, zufällig -was selten genug vorkam- jemand aus der Schule (nicht aus der Klasse, die wohnten alle ganz woanders und näher an der Schule!!), die ich flüchtig, vom Sehen her kannte.

So, andere Eltern sind der
Meinung die Kinder müssen den weiten Weg laufen, damit sie
selbständig werden und alleine klar kommen.

Ja, genau. Ich bin eine davon. Natürlich können sie das mit anderen Schulkindern gemeinsam tun. Aber die Betonung liegt an „können“.

Da muss ich jetzt
mal fragen, müssen Kinden mit 10 Jahren bzw. seit dem Tag wo
sie in den Kinderngarten gehen nicht sowieso selbständig sein?

Ganz genau!!! :o))) Nur nicht vom ersten KiGa- Tag sondern von den ersten Wochen des ersten Schuljahres.

Wie soll denn das alles gehen, wenn sie es nicht sind?

Diese Möglichkeiten ihm eben beibringen, wie alles andere auch! ein Mensch ist vom Geburt an unselbstständig. Die selbstständigkeit muß man -ja MÜSSEN- ihn beibringen! Und das ist eine der wichtigsten Aufgaben der Erziehungsberechtigten!

Es gibt
Mütter die meinen, Kinder müssen weite Wege mit ihren
überschweren Schultornistern laufen um selbständig zu werden,

Ja, ganz genau! So eine Mutter bin ich. Und (ich nehme an „Schultornissen“ sind „Schulranzen“) wenn die Ranzen zu schwer sind, dan GEMEINSAM überlegen wie wir dieses Problem lösen können (vielleicht mit Rädern? Oder leichteren Ranzen? -Ich habe mich immer gewundert wie umständlich und sperrig die Ranzen hierzulanden zu sein scheinen!-)

aber nachts schlafen sie zwischen den Eltern im Ehebett,
bleiben nicht einmal alleine zuhause und pinkeln regelmässig
in die Hose. Das ist selbständig?!

Genau das habe ich gemeint als ich sagte, hier scheint mir du machst aus Einzelfälle eine allesdeckende Regel. In meinen augen, falsch!
Ausserdem sei hier betonnt, daß regelmäßig nachts im Bett Pinkeln viele Ursachen hat.

Wenn andere Kinder sich hier den Berg hochquälen und
kaputt sind von 6-7 Stunden Schule, fährt mein Sohn mit mir
ganz relaxt den Berg hoch

Wenn man kaputt ist von der Schule, tut oft Bewegung recht gut. Denn in der Schule ist „geistige“ Ermüdung oft der fall, nicht körperlich!
(Übrigens den Berg zu meinen Eltern, ist auch sehr steil an der Gipfel eines Berges) Und das man mit dem auto einen Berg locker und relax fährt ist ja doch logisch und normal, oder??? Was soll denn dabei so toll sein???

  • und die anderen hier haben auch
    alle 2 Autos und nicht jede Mutter muss bis mittags arbeiten!

War nicht die Rede von alleinerziehenden Müttern? Wie kann sich eine solche leisten nur bis mittag zu arbeiten???

jetzt gehe ich demnächst wieder arbeiten und kann ihn nicht
abholen. Schon ist alles wieder organisiert.

Ich wünsche dir viel Erfolg und alles gute für Euch zwei! Aus Deiner Einstellung heraus wäre ich NICHT bereit -unabhängig davon ob ich es kann oder nicht- Dein Kind täglich abzuholen. Ansonten bin ich eine Mutter, die im KiGa dafür bekannt ist, daß ich oft das ganze Auto voll mit Kindern lade -6 in der anzahl- um sie mit nach Hause zu bringen, wo sich dann solange austoben können, bis ich für allen etwas zum Essen gekocht habe. Dann werden sie idR von den eigenen Eltern abgeholt. Ausserdem springe ich sehr gerne für andere Eltern ein, wenn sie mal das Kind nicht abholen können. Aber wie gesagt, MÜSSEN: Ganz sicher muß ich das nicht! Und schon gar nicht weil es für mich aus dieser -für mich grundlegend falsche- Einstellung hervorgeht. Dann mache ich das grundsätzlich nicht -aus Überzeugung!

Ich akzeptiere
andere Meinungen, mache aber selbstverständlich das, was ich
für richtig empfinde und das ist auch gut so!

Ja, so soll es sein. Ganz deiner Meinung.

Die Erfahrung
zeigt, dass es für uns ein sichererer Weg ist, dabei kann man
jetzt ausspinnen und ausloten, wie Du schreibst und wenn…
und wenn…

Für mich ist es in erster Linie so, daß ein Kind nicht unbedingt geschützt ist, wenn es immer von einem Erwachsenen abgeholt und zur Schule gefahren wird. Ausserdem so können Probleme entstehen (zB psychologischer Art), die wirklich sehr schlimme Folgen haben kann und die nicht leicht zu heilen sind.

Klar, uns kann auch ein dicker Stein auf den Kopf
fallen… aber muss ich deshalb bei dem was mir am Wichtigsten
ist jetzt nachlässiger werden?

Nana, Das hat keiner behauptet! du MUß das machen was DIR wichtig ist. Aber genauso finde ich gut, die Meinung von anderen Eltern zu hören und vielleicht sich Gedanken über das eigene Verhalten zu machen. Auch manche Internetseiten sind sehr gut und Fachleute zu konsultieren gibt es hierzulande auch.

Viele Grüße

Dir auch viele Grüße,

Helena

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Hallo

Hat bei mir alles prima
geklappt, dann hast du deine Vertrauensleute dazu. Und die die
mich kennen und mit mir leben, wissen, was ich von ihnen
erwarte, wenn sie mit meinem Kind etwas unternehmen oder für
mich einspringen müssen. …
… Dafür muss ich nicht mal reich sein und viel Geld
haben. Es kommt alles doch nur auf die Organisation an. Das
habe ich in den vielen Jahren als alleinerziehende und
berufstätige Mutter gelernt. Vielleicht fehlt anderen nur die
richtige Übersicht -

Vielleicht fehlen anderen die dafür nötigen Vertrauensleute.

Es gibt auch Leute, die wirklich ganz allein erziehend sind.

Gehört nicht zum Thema, aber das musste mal eben gesagt werden.

Viele Grüße
Simsy

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Hallo Himbeere

das alles habe ich schon praktiziert. Alleinerziehend mit 1
Sohn, 6 wöchige und auch mehrere Krankenhausaufenthalte, auch
bei meinem jüngeren Sohne jetzt. Hat bei mir alles prima
geklappt, dann hast du deine Vertrauensleute dazu …


… Klar, uns kann auch ein dicker Stein auf den Kopf
fallen… aber muss ich deshalb bei dem was mir am
Wichtigsten ist jetzt nachlässiger werden?

Ist das eine Art Satire?

(Dann ist sie gut).

Wenn nicht, was sagt ein Sohn dazu, dass
er „anders“ als die anderen Kinder ist?

Grüße

CMБ

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Hallo,

Deine Meinung akzeptiere ich natürlich, genau wie all die
anderen Meinungen, denn ihr müsst damit klar kommen. Es ist
immer die Frage, wieviel einem die Sache wert ist und wie viel
man einsetzen will für eine Sache.

Schöne Polemik. Du behauptest zwar, du akzeptiertest die
Meinung der anderen, aber im selben Atemzug unterstellst du
den Eltern, die das anders sehen, dass ihnen die Sicherheit
ihrer Kinder (bzw. die Kinder selbst) nicht genug wert sind, zumindest
wenn es in den Bereich der eigenen Bequemlichkeit geht.

Man kann es auch so sehen: zum Wohl meiner Kinder stelle
ich die eigenen Bedürfnisse (mein Bedürfnis, sie immer und
überall sicher zu wissen) zurück. Aber Helena hat das ja
schon ausführlich beschrieben.

Gruß
Elke

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Hallo,

Wir sind gar nicht so weit auseinander aber ein paar Dinge
sehe ich
etwas anders, in vielen Dingen haben wir allerdings die
gleiche
Meinung.

Die Vergleiche mit Lotto, Wahrscheinlichkeit kann ich nicht
nachvollziehen. Wir reden über Einzelschiksale, da spielt es
keine
Rolle wie vielen nichts passiert ist.

Doch, das spielt sehr wohl eine Rolle und zwar deshalb, weil
es eben die unterschiedlichsten Einzelschicksale gibt.

Das ist einer der Punkte in denen ich nicht zustimme. Man
spielt
Roulett um zu gewinnen, man spielt Lotto um zu gewinnen, es
werden
sich Nummern aufgeschrieben um vermeindliche
Wahrscheinlichkeiten
zu verbessern aber im Ende haben wir keine Chance. Statistik
ist
die Mathematik der großen Zahlen und die haben wir mit unseren
lächerlich wenigen Einzelfällen einfach nicht.

Und ob wir die hier haben. Die großen Zahlen sind hier die Kinder, denen eben nichts passiert, und die demgegenüber extrem kleinen Zahlen sind die Kinder, denen leider etwas passiert. Dabei muss man dann aber die ganzen Einzelrisiken zusammenrechnen, und stellt dann schnell fest, wass man mit Maßnahmen gegen bestimmte „Moderisiken“ einfach gar nichts am Gesamtrisiko ändern kann.

Wenn ich ein Risiko 1:1000 habe, ein Risiko 1:100.000 und ein Risiko 1:1.000.000, dann sind die Wahrscheinlichkeiten 0,001, 0.00001 und 0.000001, zusammen also 0,001011. Würde ich es jetzt schaffen, dass 1:1.000.000 Risiko um sagenhafte 50% zu mindern, läge meine Gesamtwahrscheinlichkeit jetzt plötzlich bei sagenhafte 0.0010105. Und wenn man sich jetzt mal die Gesamtsterblichkeit z.B. von Kindern bis 5 Jahren von 0,5% (inkl. aller mit schwersten Fehlbildungen geborenen Kinder, kaum lebensfähige Frühgeburten, was natürlich alles dramatische Einzelschicksale sind) ansieht, sich dagegen mal die Zahl von rund 300 Fällen des „Moderisikos“ plötzlicher Kindstod (von denen sich übrigens 50% unter ärztlicher Kontrolle ereignen und daher als korrekt diagnostiziert zu bezeichnen sind, was beim Rest eher fraglich ist) und dann zu den glücklicherweise nicht einmal zehn Fällen von Tötungsdelikten an Kindern aus sexuellen Motiven kommt, dann siehst Du schnell, was Du da mit Optimierungen für die Minderung des Gesamtrisikos tun kannst.

dafür aber ein unglaublicher Aufstand bzgl. minimaler
Risiken getrieben wird, deren Auftretenswahrscheinlichkeit
dadurch nicht einmal merklich zu beeinflussen ist.

Da hab ich einen gaaanz blöden Spruch für. „Warum sollte ich
Sicherheitsgurte benutzen, ich habe sie seit 20 Jahren nicht
gebraucht“.

Zu obigen Zahlen kannst Du jetzt mal die 400 Verkehrstoten und die ganzen Verletzten im Straßenverkehr in Relation setzen. Du bist hier bei Risiken, die sich wirklich in ganz anderen Dimensionen bewegen (und trotzdem für jeden Einzelnen von uns immer noch Seltenheitswert haben)

Jede Technik, jede Möglichkeit ein Risiko zu minimieren halte
ich
wichtig, wir können uns nicht auf den Standpunkt zurückziehen
nur
weil etwas selten ist machen wir nichts dagegen.

Es geht ja nicht ums „nichts tun“, sondern um die Frage der Verhältnismäßigkeit. Der Gurt im Auto schränkt mich überhaupt nicht ein, erzielt aber eine deutliche Minderung eines noch recht greifbaren Risikos. Kinder keinen Schritt mehr alleine zu lassen bedeutet eine ganz massive Einschränkung, erzielt eine minimale Minderung eines extrem geringen Risikos, was dazu führt, dass das Gesamtrisiko sich hierüber kaum messbar verändert. D.h. man gibt sich hiermit einem vollkommen falschen Sicherheitsempfinden hin. Wenn ich Kindern z.B. eine vernünftige Verkehrserziehung zuteil werden lasse, dann kann ich damit ein ziemlich greifbares Risiko ganz ordentlich beeinflussen. Sagen wir mal, dass wir damit im Gesamtrisiko an zweiter Nachkommastelle eine Änderung erzielen würden. Dann ist es doch vollkommen irrelevant, dass ich außerdem auch noch an vierter Nachkommastelle Dinge mit viel mehr Aufwand und größeren Einschränkungen optimieren könnte.

Gruß vom Wiz

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off topic
Hi Anja!

Was auch immer ‚offtopix‘ bedeuten soll?!? Der Begriff sagt
mir nichts.
Aber zum Thema:

*genau* :wink:

off topic heißt, dass die Antwort mit der „eigentlichen“ Frage nichts zu tun hat.

Die Sirenentiere sind natürlich nicht DAS Allheilmittel. Das
steht fest. Da braucht man auch nicht drüber zu diskutieren.
Es soll einfach eine weitere Möglichkeit darstellen, auf einen
Zugriff aufmerksam zu machen.

OK - was uns damals etwas sauer auftstieß, war die Tatsache, dass sich Kinder (genau wie eigentlich auch Erwachsene) gerne mal auf Dinge verlassen. Und da ist so ein Sirenenteil eine sehr trügerische Sicherheit.

In Kombination mit lautem
Schreien sind sie sicherlich nicht unwirksam.

Stimmt. Wobei wir allerdings die Erfahrung machten, dass „alleiniges“ Schreien mit der richtigen Wortwahl die mit Abstand größte Aufmerksamkeit erregte. Das kann aber durchaus ein Beipiel-Effekt sein - aber ich kann da nur mit diesem Test dienen.

Natürlich ist es
auch abhängig von der Vernunft und streßabhängigen
Abgeklärtheit des Kindes, was in SV- Kursen durchaus
nachhaltig vermittelt werden kann.

Eigentlich halte ich so gar nicht viel von SV-Kursen jeglicher Art!
Ich habe mich damals WIRKLICH überreden lassen, da ich vorher nichts in der Art (also mit Kindern) gemacht habe.
Zu meinem Glück waren noch ein Psychologe und der „Dorfsheriff“ anwesend, welche sich allerdings beide weitestgehend rausgehalten haben. Nur die Testidee kam vom Polizisten, der auch diese Sirenenteile (nicht als Stofftier getarnt) mitbrachte.

LG
Guido

Abend Wiz!

Nee, deinen Gedanken mag ich so nicht folgen.

Die Dinge die ich beeinflussen kann, versuche ich gut zu machen. Die
Dinge, die für mich, Gott gegeben sind haben eine Statistik die mir
erlauben eine Entscheidung zu treffen.

Ich für meinen Teil versuche elektrische Geräte zu entwickeln die
so sicher sind, das auch Kinder sie gefahrlos benutzen können. Ich
bin aufgrund meines Berufs in der Lage meine elektrischen Geräte und
meine Installation in einem Zustand zu halten, dass Kinder möglichst
wenig gefährdet werden. Das ist mein Teil an dem Ganzen.

Eigentlich egal was wir als Beispiel nehmen, Kinderimpfungen…
Ja es gibt eine Wahrscheinlichkeit das die Kinder geschädigt werden
oder gar schlimmeres. Es gibt außerdem eine Wahrscheinlichkeit was
passieren kann (und wie vielen) wenn wir die Kinder nicht impfen
lassen. Aufgrund dieser Wahrscheinlichkeiten entscheide ich, und du,
ob wir das Risiko der Impfung eingehen oder nicht.
Der wesentliche Unterschied besteht darin, ich kann es nicht
beeinflussen.
Ich bin aber der festen Überzeugung das es auch dort Menschen gibt
die ihre wesentliche Aufgabe darin sehen, diese Unfälle zu minimieren.
Und ich hoffe inständig, dass sich dort niemand darüber Gedanken
macht, dass die Impferei doch nur 0,00x% der Kindersterblichkeit
ausmacht und somit keiner weiteren Betrachtung würdig ist.

Nun zurück zu möglichen Entführungen. Wir als Eltern können und müssen
etwas tun, jemand anderes macht es nicht. Eine Möglichkeit ist ich
überbehüte mein Kind, das kann es nicht sein OK. Welche Möglichkeiten
gibt es noch, nur weil es selten ist das Problem zu verdrängen
finde ich falsch. Dort wo „ich“ etwas tun kann versuche ich dies,
Dinge die ich nicht ändern kann muß ich akzeptieren.

Die meisten Antworten waren eher der Art „Das ist so selten,
einmal Unterricht mit der Polizei hat man seine Schuldigkeit getan“.

Hat denn niemand sich darüber Gedanken gemacht wie kann sich ein Kind
am effektivsten schützen?

Gruß
Stefan

Hi,

ich schalte mich hier mal ein.

Die meisten Antworten waren eher der Art „Das ist so selten,
einmal Unterricht mit der Polizei hat man seine Schuldigkeit
getan“.

Hat denn niemand sich darüber Gedanken gemacht wie kann sich
ein Kind
am effektivsten schützen?

Du hast die Antworter wirklich mißverstanden. Ich würde fast meine Hand dafür ins Feuer legen, daß keiner der Antworter die obige Aussage unterschreiben würde.

Die Gedanken, wie man sein Kind am effektivsten vor mißmeinenden Fremden schützen kann, haben sich die meisten Eltern und sehr viele Fachleute aus verschiedenen Bereichen gemacht.

Letztlich sind es zwei Dinge:
Zum ersten ist übertriebene Angst vor dem unbekannten Fremden fehl am Platz. Diese Gefahr ist eine der kleinsten, der Kinder ausgesetzt sind und Angst lähmt und schränkt ein.
Zum anderen müssen Kinder immer wieder für Gefahren (auch für diese) sensibilisiert werden. Sie müssen verinnerlichen, daß man gegenüber Fremden eine gesunde Vorsicht walten läßt, daß das Wort von Erwachsenen kein „Gotteswort“ ist dem man blind folgen darf, daß sie eine eigene Persönlichkeit haben und daß ihr „Nein“ zu akzeptieren ist und sie dies auch gegenüber Erwachsenen sagen dürfen und sollen. Und natürlich, daß man nie, nie niemals sich in eine Situation begeben darf, in der man mit einem fremden Erwachsenen allein ist (mitkommen, um sich die tollen Pferde anzuschauen…)

Kurz: der effektivste Schutz ist ein selbstbewußtes Kind, das auch weiß, wie es sich in Fällen wie bei Euch geschehen verhalten sollte. Und da kann das betroffene Mädchen doch als prima Vorbild dienen (wie hier auch schon angemerkt): sie hat das einzig richtige getan indem sie laut geschrien hat und es war von Erfolg gekrönt. Damit kann man versuchen das Selbstvertrauen der Betroffenen nach der Tat (die trotz des glimpflichen Ausgangs für sie extrem belastend sein dürfte) zu stärken und den anderen Kindern ein erfolgreiches Beispiel für richtiges Verhalten zeigen.
Zahlenmäßig viel häufiger ist allerdings Mißbrauch von Kindern durch Vertrauenspersonen. Und hier hilft nichts von dem was gegen Fremde hilft. In diesen Fällen kann nur eins die Kinder schützen: Selbstvertrauen und das Wissen, daß sie auch gegenüber Respektpersonen jederzeit „Nein“ sagen dürfen, sobald ihr Intimbereich tangiert ist (wobei „Intimbereich“ nicht nur sexuell gemeint ist - das muß schon früher greifen). Hier wird es in der Umsetzung zwar extrem schwierig, gerade wenn man gewisse traditionelle Werte hochhält (wie auch ich es mache). Aber vor dieser Arbeit (und Zerreissprobe) darf man nicht zurückschrecken.

Daß Dir vorwiegend mit dem Tenor der geringen Gefahr geantwortet wurde liegt daran, wie Du Deine Frage gestellt hast. Es ist leider so, daß viele Eltern die Gefahr des bösen Fremden unglaublich überbewerten und Deine Bemerkung „und nu“ in Bezug auf den Trainingsweg Deiner Tochter ließ vermuten daß Du genau diesen Fehler machst.
Es bringt halt wirklich fast keinen Sicherheitsgewinn, wenn man sein Kind auf möglichst vielen Wegen begleitet oder gar nicht mehr allein auf die Straße läßt. Dafür schränkt solches Verhalten aber die Entwicklung des Kindes empfindlich ein und läuft vielen Erziehungszielen zuwider.

Gruß Stefan

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Hallo Stefan,

dafür:

Kurz: der effektivste Schutz ist ein selbstbewußtes Kind, das
auch weiß, wie es sich in Fällen wie bei Euch geschehen
verhalten sollte. Und da kann das betroffene Mädchen doch als
prima Vorbild dienen (wie hier auch schon angemerkt): sie hat
das einzig richtige getan indem sie laut geschrien hat und es
war von Erfolg gekrönt. Damit kann man versuchen das
Selbstvertrauen der Betroffenen nach der Tat (die trotz des
glimpflichen Ausgangs für sie extrem belastend sein dürfte) zu
stärken und den anderen Kindern ein erfolgreiches Beispiel für
richtiges Verhalten zeigen.

und vorallem dafür:

Zahlenmäßig viel häufiger ist allerdings Mißbrauch von Kindern
durch Vertrauenspersonen. Und hier hilft nichts von dem was
gegen Fremde hilft. In diesen Fällen kann nur eins die Kinder
schützen: Selbstvertrauen und das Wissen, daß sie auch
gegenüber Respektpersonen jederzeit „Nein“ sagen dürfen,
sobald ihr Intimbereich tangiert ist (wobei „Intimbereich“
nicht nur sexuell gemeint ist - das muß schon früher greifen).
Hier wird es in der Umsetzung zwar extrem schwierig, gerade
wenn man gewisse traditionelle Werte hochhält (wie auch ich es
mache). Aber vor dieser Arbeit (und Zerreissprobe) darf man
nicht zurückschrecken.

muss ich Dir einfach ein Sternchen geben. Wenn meine Tochter (viel früher mal) kein „Küsschen“ geben wollte, habe ich sie darin bestärkt, dass sie ein Recht darauf hat, dies so zu wollen. Egal ob die Omi davon enttäuscht ist.

Als die Jungs in der Klasse mal das Spielchen trieben: „Wer fängt in der Pause die meisten Küsse“, habe ich mich zusammen mit anderen Müttern von Töchtern massiv gegen die Fraktion der Jungs-Eltern gestellt, die gemeint haben: „Jungs sind halt so“. Von mir erhielten sie die Antwort: „Meinetwegen ist Dein xyz so, aber meine Tochter ist genau so, dass sie sich aussuchen möchte, von wem sie so intim berührt wird.“

Und zuletzt das allerwichtigste: Wenn meine Tochter mir gegenüber ein Nein geäußert hat, habe ich mich möglichst oft damit auseinander gesetzt, ob das Nein so zu akzeptieren ist, oder ihr meine Gründe für das Durchsetzen meines Anspruches altersgemäß dargelegt.

Das war wirklich nicht schwer, ich hab es nämlich aus Liebe zu meinem Kind gemacht, auch wenn jetzt etliche junge Männer mit der selbstbewussten jungen Dame nichts anfangen können.

Gruß, Karin

Hi!

Danke, jetzt kann ich mich einfach anschließen. (Auch, was das Sternchen angeht).

Eine kleine Ergänzung zu:

Und zuletzt das allerwichtigste: Wenn meine Tochter mir
gegenüber ein Nein geäußert hat, habe ich mich möglichst oft
damit auseinander gesetzt, ob das Nein so zu akzeptieren ist,
oder ihr meine Gründe für das Durchsetzen meines Anspruches
altersgemäß dargelegt.

Man muß sich „nur“ von der Angst lösen, das Akzeptieren eines kindlichen „Neins“ untergrabe hoffnungslos die elterliche Autorität. Das tut es nicht, wenn das Kind eine überzeugende Begründung liefert. Wenn das Kind natürlich trotzend seinen Kopf durchsetzt, kann´s kritisch werden.

alien

Hallo

Man muß sich „nur“ von der Angst lösen, das Akzeptieren eines
kindlichen „Neins“ untergrabe hoffnungslos die elterliche
Autorität. Das tut es nicht, wenn das Kind eine überzeugende
Begründung liefert. Wenn das Kind natürlich trotzend seinen
Kopf durchsetzt, kann´s kritisch werden.

Wieso muss das Kind eine überzeugende Begründung liefern, wenn es irgendwas nicht will? Ob es das kann, hängt weitgehend davon ab, wie gut es in Begründungen-liefern ist. Es gibt Leute, die können für jeden Mist eine überzeugende Begründung liefern, und manchen fällt nie etwas ein, was andere überzeugen könnte.

Man muss sich als Erwachsener dann doch auch fragen, wie oft man selbst denn überzeugende Begründungen liefern kann für alles, was man so durchsetzen will, und ich meine jetzt Begründungen, die nicht nur den Erwachsenen selbst überzeugen.

Das halte ich für Quatsch hier einen großen Unterschied zu machen, ob das Kind „trotzend seinen Kopf durchsetzt“ oder eine „überzeugende Begründung liefert“, da das eigentlich nur die Art betrifft, wie es seinen Widerwillen äußert. Da es allerdings mit letzterem wohl überall mehr Erfolg haben wird, würde auch ich dieses Verhalten mehr unterstützen, aber nur wegen des Verhaltens, nicht wegen der Sache.

Viele Grüße
Simsy

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Hallo Simsy,

Wieso muss das Kind eine überzeugende Begründung liefern, wenn
es irgendwas nicht will? Ob es das kann, hängt weitgehend
davon ab, wie gut es in Begründungen-liefern ist.

oder was für die Eltern eine überzeugende Begründung ist. „Ich will das nicht, weil ich Dich damit so schön ärgern kann!“ wäre zum Beispiel keine.

Das halte ich für Quatsch hier einen großen Unterschied zu
machen, ob das Kind „trotzend seinen Kopf durchsetzt“ oder
eine „überzeugende Begründung liefert“, da das eigentlich nur
die Art betrifft, wie es seinen Widerwillen äußert.

Finde ich so nicht, siehe oben.

Gruß, Karin

Hi!

Du denkst hier zu streng erwachsen!
Natürlich erwarte ich keine ausgefeilte, rhetorisch durchdachte Erklärung, und manchmal (im ganz persönlichen Bereich) reicht auch ein „Ich will nicht!“ (Die Großtante küssen, z.B.)
Aber mehr als „Nein!“ *kreischtobschreibrüll* erwarte ich.
Im Grunde genommen wollte ich durch diese Formulierung nur den Unterschied zur Nichterziehung kenntlich machen, um diesbezügliche Diskussionen zu vermeiden.

Man muss sich als Erwachsener dann doch auch fragen, wie oft man :selbst denn überzeugende Begründungen liefern kann für alles, was man :so durchsetzen will, und ich meine jetzt Begründungen, die nicht nur :den Erwachsenen selbst überzeugen.

Du wirst es vielleicht nicht glauben, aber genau das war und ist mein Maßstab in der Erziehung: Kann ich eine nachvollziehbare Begründung liefern?
Daß das schon sehr oft zu: „Dann mach eben, was du willst!“ geführt hat, ist klar.

alien

Hallo Karin,

dafür:

und vorallem dafür:

muss ich Dir einfach ein Sternchen geben.

das klingt ja fast so, als ob dies eine ungeheure Überwindung war…habe ich einen so schlechten Ruf hier? :wink:

Wenn meine Tochter
(viel früher mal) kein „Küsschen“ geben wollte, habe ich sie
darin bestärkt, dass sie ein Recht darauf hat, dies so zu
wollen. Egal ob die Omi davon enttäuscht ist.

Ja, gerade das „Küsschen geben“ ist ein passendes Thema. Niemand darf zum Küssen gezwungen werden und gerade kleine Kinder (unsere Jungs sind 5 und knapp 3) sollen das von Anfang an lernen. Dies gilt aber auch für die Kinder: wenn irgendjemand deutlich macht, daß er bestimmte „Aufdringlichkeiten“ unserer Jungs nicht möchte, ermahne ich sie, diesen Wunsch zu respektieren. Sätze wie „hör bitte auf“, „laß mich in Ruhe“ oder „ich möchte das nicht“ sind unbedingt zu respektieren (mit einer Ausnahme: wer vorher gerolzt, geärgert oder ähnliches getan hat, darf sich über die passende Antwort nicht beschweren - dies versuchen beide immer wieder: z.B. jemanden kitzeln und beim zurückkitzeln sofort ein „ich will das nicht“ loslassen).
Auch als Vater habe auf die Frage nach einem Kuß schon so manches Nein wegstecken müssen…
Belustigend ist die neueste Masche unseres Kleinen: ich will Dich küssen, will aber von Dir keinen Kuß…:smile:) Da habe ich ihm auch schon mal gesagt: Nö, dann will ich auch keinen Kuß von Dir haben.
Noch lustiger ist eine andere Reaktion: Ich komme nach hause und der Kleine ist in ein Spiel vertieft. Auf mein „hallo“ sieht er mich kurz an und dreht sich wieder um. Auf meine Frage „sagst Du mir mal hallo?“ kommt dann oft genug nur „Nein!“ Aber wehe, der Große kommt dann, fällt mir um den Hals und knutscht mich ab…

Als die Jungs in der Klasse mal das Spielchen trieben: „Wer
fängt in der Pause die meisten Küsse“, habe ich mich zusammen
mit anderen Müttern von Töchtern massiv gegen die Fraktion der
Jungs-Eltern gestellt, die gemeint haben: „Jungs sind halt
so“. Von mir erhielten sie die Antwort: „Meinetwegen ist Dein
xyz so, aber meine Tochter ist genau so, dass sie sich
aussuchen möchte, von wem sie so intim berührt wird.“

Im Prinzip völlig richtig. Aber es ist eine Gratwanderung, weil Kinder ja auch lernen sollen sich selbst durchzusetzen.
Schwierig finde ich solche Schulgeschichten (oder auch KiGa) vor allem deshalb, weil ich nicht dabei bin und nur die Schilderung der eigenen Kinder kenne. Auf der anderen Seite sollen meine Kinder wissen, daß sie sich auf mich verlassen können und ich ihnen helfe wenn sie in Not sind.
Meine Frau und ich fahren deshalb die Linie, daß wir unseren Kindern moralisch volle Unterstützung gewähren, aber so spät wie möglich selbst aktiv werden.

Und zuletzt das allerwichtigste: Wenn meine Tochter mir
gegenüber ein Nein geäußert hat, habe ich mich möglichst oft
damit auseinander gesetzt, ob das Nein so zu akzeptieren ist,
oder ihr meine Gründe für das Durchsetzen meines Anspruches
altersgemäß dargelegt.

Und das hat sie dann akzeptiert? Kann ich kaum glauben…:wink:
Aber Du hast natürlich völlig recht und wir machen die Erfahrung, daß unsere Jungs eine klare Ansage schneller akzeptieren wenn sie in anderen Dingen selbst entscheiden dürfen und diese Entscheidung dann auch nicht hinterfragt wird - auch ein Kind darf mal schlicht keine Lust haben, dieses Recht nehmen sich Erwachsene ja auch oft genug.
Entscheidend finde ich in dem Zusammenhang eines: wenn ich eine Frage stelle („könntest Du dies bitte tun“), muß ich auch ein Nein akzeptieren. Ansonsten muß ich klarer ansagen: „Bitte tue dies!“

Das war wirklich nicht schwer, ich hab es nämlich aus Liebe zu
meinem Kind gemacht, auch wenn jetzt etliche junge Männer mit
der selbstbewussten jungen Dame nichts anfangen können.

Och…ich bin überzeugt, daß es genügend junge Männer gibt, die gerade ein hohes Selbstbewußtsein attraktiv finden. Und die, die damit ein Problem haben, kann man getrost in der Pfeife rauchen…

Gruß Stefan

Hallo Stefan,

dafür:

und vorallem dafür:

muss ich Dir einfach ein Sternchen geben.

das klingt ja fast so, als ob dies eine ungeheure Überwindung
war…habe ich einen so schlechten Ruf hier? :wink:

nö, so war es echt nicht gemeint *mitdemfußaufstampf* *g*

(mit einer Ausnahme: wer vorher gerolzt,
geärgert oder ähnliches getan hat, darf sich über die passende
Antwort nicht beschweren - dies versuchen beide immer wieder:
z.B. jemanden kitzeln und beim zurückkitzeln sofort ein „ich
will das nicht“ loslassen).

*g*

Als die Jungs in der Klasse mal das Spielchen trieben: „Wer
fängt in der Pause die meisten Küsse“, habe ich mich zusammen
mit anderen Müttern von Töchtern massiv gegen die Fraktion der
Jungs-Eltern gestellt, die gemeint haben: „Jungs sind halt
so“. Von mir erhielten sie die Antwort: „Meinetwegen ist Dein
xyz so, aber meine Tochter ist genau so, dass sie sich
aussuchen möchte, von wem sie so intim berührt wird.“

Im Prinzip völlig richtig. Aber es ist eine Gratwanderung,
weil Kinder ja auch lernen sollen sich selbst durchzusetzen.

Oh, da hast Du etwas missverstanden: Unsere Mädchen haben sich zur Wehr gesetzt. Erst als die anderen Eltern das Problem verniedlichen wollten, schritt auch ich als Mutter ein, von den anderen Müttern weiß ich nicht, wie der Zeitablauf war.

Schwierig finde ich solche Schulgeschichten (oder auch KiGa)
vor allem deshalb, weil ich nicht dabei bin und nur die
Schilderung der eigenen Kinder kenne. Auf der anderen Seite
sollen meine Kinder wissen, daß sie sich auf mich verlassen
können und ich ihnen helfe wenn sie in Not sind.

Klar, deswegen stand ich immer auf der Matte, sobald auf der anderen Seite von Eltern argumentiert wurde.

Meine Frau und ich fahren deshalb die Linie, daß wir unseren
Kindern moralisch volle Unterstützung gewähren, aber so spät
wie möglich selbst aktiv werden.

Das habe ich auch immer so gehalten, wie gesagt: Wenn die anderen Eltern…

oder ihr meine Gründe für das Durchsetzen meines Anspruches
altersgemäß dargelegt.

Und das hat sie dann akzeptiert? Kann ich kaum glauben…:wink:

Äh, muss ich jetzt jeden Familienkrach hier von der ganzen Welt ausbreiten :wink:

Entscheidend finde ich in dem Zusammenhang eines: wenn ich
eine Frage stelle („könntest Du dies bitte tun“), muß ich auch
ein Nein akzeptieren. Ansonsten muß ich klarer ansagen: „Bitte
tue dies!“

Da habe ich in meinem Leben schon das gegenteilige Problem erlebt. Ich fragte eine Vereinskollegin: „Magst Du diese Betreuung (beim Fahrradkurs für Erwachsene) übernehmen?“ Statt eines einfachen „Nein“ wurde ich mit einer Tirade über die Überlastung durch den Verein überschüttet. Mir tut die Frau zwar leid, dass sie offenbar nicht nein sagen kann, aber irgendetwas in mir will diese Episode immer noch nicht verstehen.

Och…ich bin überzeugt, daß es genügend junge Männer gibt,
die gerade ein hohes Selbstbewußtsein attraktiv finden.

Nee, wenns drum geht, dass die auch noch im Engagement erfolgreich ist, haben offensichtlich in den Jahrgängen ab 1975 viele ihre Probleme mit.

Gruß, Karin