Und wenn Du nicht so willst, wie ich will,

Hallo !

In den vergangenen Jahren habe ich sehr, sehr oft erlebt, dass ältere und mir völlig fremde Menschen mir gegenüber einen Rededrang bekamen. Viele redeten 30 Minuten am Stüch, viele bis zu sechzig Minuten, einige mal eben vier Stunden am Stück. Ich habe oft mit Engelsgeduld zugehört.

Gerade eben, nach einem Kurkonzert, das ausnahmsweise mal etwas „flotter“ war als sonst, sprach eine etwa 75-jährige, schlanke, streng aussehende - und mir vollkommen fremde Frau - mich im Vorbeigehen an. Ich erwiderte ihr, dass die Musik ausnahmsweise flott war. Dann blieb diese Frau stehen und stellte mir Fragen : Ob ich hier eine Kur mache. Diese Frage beantwortete ich ihr noch ohne Bedenken. Ich sagte, dass ich in dieser Stadt wohne. Dann fragte sie mich weiter aus, wobei sie die Fragen in auffälliger Schnelligkeit stellte. Diese Art der Fragerei war mir nicht angenehm. Als ich geantwortet hatte, dass ich hier wohne, fragte sie sofort „Haben Sie hier Arbeit ?“ Danach wollte sie wissen : „Von wo kommen sie gebürtig ?“ Ich sagte, dass ich von weiter weg bin und an vielen Orten gewohnt habe. Sie benahm sich überaus hartneckig, bedrängte mich, dass ich ihr sagen solle, wo ich geboren wurde. Daraufhin sagte ich zu ihr : „Sie sind eine völlig fremde Person und ich habe kein Interesse, Ihnnen diese Fragen zu beantworten.“ Daraufhin sagte sie : „Sie sind wohl nicht kommunikativ.“

Ich sagte wahrscheinlich noch etwas zu ihr, dass dies zu weit ginge. Ich ging weiter, da rief diese Frau mir hinterher : „Mit ihnen stimmt etwas nicht.“

In den vergangenen dreißig Jahren habe ich öfter erlebt, dass Menschen, denen ich etwas verweigerte, was sie ausgerrechnet von mir haben wollten, mich beleidigten, möglicherweise als Strafe dafür, dass ich ihnen nicht das gab, was sie von mir wollten.

Wie ist Eure Meinung ?
Wenn ich einer mir wildfremden Person nicht ihre Fragen beantworte oder den Gesprächswunsch der Person nicht teile, ist das ein Zeichen dafür, dass „mit mir etwas nicht stimmt“ ?
Muss ich jedem Menschen - auch dem wildfremden Menschen, der mir unsympathisch ist - seinen Gesprächswunsch erfüllen ?
Muss ich endlos zuhören ?
Muss ich wildfremden Menschen etwas über mich erzählen, wenn die es gerne wollen ?
Habe ich das Recht, einer so auftretenden Person, die mich beleidigt
(„Mit ihnen stimmt etwas nicht.“), nur weil ich zu ihr sage, dass sie eine wildfremde Person ist und ich nicht bereit bin, ihr etwas über mich zu erzählen, … habe ich das Recht, ebenfalls zu sagen : „Mit ihnen stimmt etwas nicht ?“ Sollte ich als jüngerer Mensch mit absolut jedem älteren Menschen nachsichtig sein, mich gar wie eine „brave“ Schülerin verhalten, die der viel älteren Person gegenüber brav alle Fragen beantwortet ?

Diese ältere, sehr drahtige und auch überheblich wirkende Frau (die sich sehr wahrscheinlich zur feinen Gesellschaft zählt) hatte nicht nur ein unsympathisches Gesicht und eine unsympathische Art, mir Fragen zu meiner Person zu stellen, sie grinste auch noch frech, als ich mich über ihr Verhalten und ihre Beleidigung leicht erregt hatte, so als gefiele es ihr außerordentlich gut, mich als eine Person dargestellt zu haben, „mit der etwas nicht stimmt“. Sie lachte diebisch, als ich mich erregte und in lautem Tonfall zu ihr herüberrief : „Mit ihnen stimmt auch was nicht.“

Was ist mit dieser Frau los ? Was für eine Sorte Mensch ist es, die wildfremde junge Frauen anspricht und mit System - praktisch im Vorbeigehen und außerdem in fast schon galoppierender Sprache - auszufragen sucht und dann noch beleidigend wird, wenn die jüngere Frau nicht so spurt wie erwartet ?

Über intelligente Antworten freue ich mich.

Hallo Angelika!

Ich will jetzt nicht eine mordsdrum Analyse deines Post anfertigen, darum nur zwei Gedanken.

  1. Ich gehe mal davon aus, dass keiner von euch beiden, du und die 75jährige, einfach gaga seid.
    Solche komischen Kommunikationsmuster ergeben sich halt manchmal, wenn die Kommunikationsformen von zwei Menschen nicht zusammen passen, aber mind. einer davon -warum auch immer- ein Bedürfnis für Smalltalk hat.

Ein Beispiel von mir: Ich bin eigentlich nun wirklich kein furchtbar geschwätziger und aufdringlicher Mensch, aber letzte Woche ergab sich auf einer Party eine Smalltalk-Situation mit jemandem, der durchaus Interesse am Gespräch signalisiert hatte, aber alle Fragen immer nur beantwortet hat. Er hat in den Antworten einfach ums Verrecken keinen Anknüpfpunkt geboten, dass ich auch mal etwas beantworten hätte müssen um eine symmetrische Gesprächssituation herzustellen.

Ergebnis: der ganze Smalltalk wurde bald so was ein Verhör, weil ich halt Frage über Frage stellen musste um die Kommunikation noch ein bißchen aufrecht zu erhalten, und so bin ich ihm dann letztlich furchtbar aufdringlich erschienen, und er mir furchtbar bescheuert, weil er das Gespräch nicht abgebrochen hat, aber auch nicht wirklich geführt hat …

  1. Ja, es ist so, dass Menschen spontan ziemlich aggressiv und beleidigend reagieren, wenn -aus ihrer Sicht- kommunikative Grundregeln verletzt werden, also solche Selbstverständlichkeiten wie die untenstehende, die wir niemals reflektieren, aber den ganzen Tag lang anwenden:
    vgl.
    Ein Experiment bestand darin, die Frage „Wie geht’s?“ absolut ernst zu nehmen und dann zu beobachten, wie der Fragende reagiert. Wenn Garfinkels Studenten auf der Straße oder in der Universität gefragt wurden, antworteten sie etwa: „Wie meinst du das, körperlich oder geistig oder wie?“ Die Gegenfrage entlarvte das „Wie geht’s?“ als Begrüßungsfloskel und deren ertappte Benutzer reagierten sehr aggressiv.
    http://www.br-online.de/bayern2/radiowissen/garfinke…

_ ℂ Λ ℕ Ð I Ð € _

Hallo

Das passiert schon mal, das jemand gerne redet, und dann freut er sich über sich selbst und auch das es bei ihm scheinbar noch prima im Kopf klickert.
Das er dann anfängt, herrschen zu wollen, weil alle Fragen dienerhaft beantwortet werden, liegt vielleicht daran, das er sowas nicht kennt, und ihm dann auch nichts anderes einfällt.

Man kann dann einfach fragen, womit man helfen kann, schließlich hilft es ja keinem, von einem unbekannten alle möglichen persönliche Daten zu erfahren.

Oder man kann das Gespräch lenken, z.B. also auf einzelne Fragen entsprechend kontern.
Beispiel: Kommen Sie von hier? Antwort, ja(oder nein usw.) und woher kommen Sie?
Jedenfalls, wenn der Fragende auch was geben soll, wird er es sich überlegen, wie weit er es treiben wird.

Danz ganze ist Erfahrungssache und eine Frage der Gewohnheit und auch der Entwicklung.

MfG
Matthias

Hi Candide

Ergebnis: der ganze Smalltalk wurde bald so was ein Verhör,
weil ich halt Frage über Frage stellen musste um die
Kommunikation noch ein bißchen aufrecht zu erhalten, und so
bin ich ihm dann letztlich furchtbar aufdringlich erschienen,
und er mir furchtbar bescheuert, weil er das Gespräch nicht
abgebrochen hat, aber auch nicht wirklich geführt hat …

ib schon zu, alter Junge, dass du das Verh…Gespräch mit einer F r a u geführt hast… :wink:
Gruß,
Branden

Hi

In den vergangenen Jahren habe ich sehr, sehr oft erlebt, dass
ältere und mir völlig fremde Menschen mir gegenüber einen
Rededrang bekamen. Viele redeten 30 Minuten am Stüch, viele
bis zu sechzig Minuten, einige mal eben vier Stunden am Stück.
Ich habe oft mit Engelsgeduld zugehört.

Sowas kostet bei mir 80 bis 90 Euronen, roughly spoken.

Wie ist Eure Meinung ?
Wenn ich einer mir wildfremden Person nicht ihre Fragen
beantworte oder den Gesprächswunsch der Person nicht teile,
ist das ein Zeichen dafür, dass „mit mir etwas nicht stimmt“ ?

Nö.

Muss ich jedem Menschen - auch dem wildfremden Menschen, der
mir unsympathisch ist - seinen Gesprächswunsch erfüllen ?

Nö.

Muss ich endlos zuhören ?

Nö.

Muss ich wildfremden Menschen etwas über mich erzählen, wenn
die es gerne wollen ?

Nö.
Gruß,
Branden

Hallo,

ich habe seit 10 Jahren einen kleinen Laden - Du glaubst nicht, wie sehr kleine Läden die `einsamen Schwassler´, wie ich sie für mich nenne, anzieht.
Anfangs stand ich dem ganz schön hilflos gegenüber, mit der Zeit wurde ich vorsichtig.
Wenn Leute, die ich nicht kenne, zuviel zu reden anfangen, werde ich ganz schweigsam, lese demonstrativ ein Buch oder arbeite möglichst laut vor mich hin (weggehen kann ich ja schlecht, Kunden rausschmeißen geht auch nicht so einfach, rein rechtlich).
Schwasseln die Leute weiter, achten also nicht auf meine Reaktion, sind die potentielle Schwassler.
Bemerken sie meinen Rückzug und reagieren entsprechend, kann man mit ihnen reden.
Bei den Schwasslern behalte ich meine Rückzugstaktik bei, bis sie gehen.

Das so gut-wie-Ignorieren funktioniert. Die Leute kommen seltener und fangen nicht mehr so leicht mit Schwasseln an, wenn dann hören sie schneller wieder auf.
Vermutlich habe ich inzwischen auch ein bißchen einen Blick dafür entwickelt, wer potentiell stressig wird und wer nicht.

Auf der Strasse hätte ich damit kein Problem, da kann man ja einfach gehen und gut is.

Wenn Du da etwas falsch machst, dann höchsten, dass Du zulange zuhörst und auf die Leute eingehst. Laß sie einfach gleich stehen, sag notfalls (wenn Dir einfachen stehen lassen zu unhöflich ist), Du hast es eilig, war nett und Tschüß, alles so flott hintereinanderweg, dass die garnicht zum Reagieren kommen. Wenn sie Dir hinterherrufen, winke einfach freundlich). Und daß nach spätestens 5 Minuten, besser nach einer Halben.

Nun könnte man natürlich sagen: die armen einsamen alten Leute. Aber ich hatte da schon Gestalten, die halbstundenweise über ihre Kinder rumschimpften - ich konnte gut verstehen, dass die Kinder sich sowenig meldeten. Es gibt halt so Gnazköppe, auch Leute, bei denen mehr daneben ist und es sind auch nicht nur alte Leute. Irgendwo können sie einem Leid tun, aber wenn man auf sie eingeht, kann man sich bald danach selbst leidtun.

Gruß, Anne

Hallo Angelika,

allein die Tatsache, dass Du diese vielen Fragen stellst, lässt die Vermutung aufkommen, dass Du nicht sicher genug Grenzen setzt. Das macht man in der Regel sowohl verbal als auch nonverbal durch die entsprechende Körperhaltung, Mimik. Aber das ist Dir ja sicher klar.
Ich gehöre leider auch zu den durchlässigen Menschen, die dauernd zugetextet werden. Das ist einzig und allein mein/Dein Problem, nicht das Problem vom Schwall aus dem All. Es gilt, daran fleissig zu arbeiten.
Das schwierigste daran ist, das Gegenüber dann nicht als Verbal-Aggressor wahrzunehmen, sondern als neutrales Individuum, das was von mir will. Was ich ihm aber aus gutem Recht nicht geben will und nicht geben werde, wenn ich in diesem Moment Ruhe brauche. Und das wiederum setzt Selbstliebe voraus.

Beste Grüße
Andrea

Hallo,

ich habe seit 10 Jahren einen kleinen Laden - Du glaubst
nicht, wie sehr kleine Läden die `einsamen Schwassler´, wie
ich sie für mich nenne, anzieht.

Liebe Anne,

ich kann es mir vorstellen.

Bei den Schwasslern behalte ich meine Rückzugstaktik bei, bis
sie gehen.

Das so gut-wie-Ignorieren funktioniert. Die Leute kommen
seltener und fangen nicht mehr so leicht mit Schwasseln an,
wenn dann hören sie schneller wieder auf.
Vermutlich habe ich inzwischen auch ein bißchen einen Blick
dafür entwickelt, wer potentiell stressig wird und wer nicht.

Auf der Strasse hätte ich damit kein Problem, da kann man ja
einfach gehen und gut is.

Wenn Du da etwas falsch machst, dann höchsten, dass Du zulange
zuhörst und auf die Leute eingehst. Laß sie einfach gleich
stehen, sag notfalls (wenn Dir einfachen stehen lassen zu
unhöflich ist), Du hast es eilig, war nett und Tschüß, alles
so flott hintereinanderweg, dass die garnicht zum Reagieren
kommen. Wenn sie Dir hinterherrufen, winke einfach
freundlich). Und daß nach spätestens 5 Minuten, besser nach
einer Halben.

Das ist eine weit verbreitete Methode, die man auch mit mir gemacht hat, wenn ich bei einer Begegnung auf der Straße ein nur dreiminütiges Schwätzchen halten wollte.
Ich mag diese Methode nicht. Aber was Anderes ist mir bisher auch nicht eingefallen.
Es kommt schon mal vor - aber eher selten, dass ich ganz einfach die Wahrheit sage, z.B. : „Ich habe kein Interesse, mich mit ihnen zu unterhalten.“ oder : „Ich habe keine Lust, mir das alles anzuhören.“

Nun könnte man natürlich sagen: die armen einsamen alten
Leute.

Bei einigen der Vielredner denke ich das. Für diese Menschen nehme ich mir bewusst Zeit, wenn ich nicht im Zeitdruck bin.

Aber die armen einsamen alten Menschen, mit denen man Mitgefühl haben sollten, sind selten diejenigen, die sich bei mir ihre Sorgen und Ängste von der Seele reden. Es sind eigentlich häufig Menschen, die Angehörige (Ehefrau/Ehemann oder Tochter)haben und häufig auch Menschen mit etwas schlechtem Charakter (egoistisch, geizig, verlogen).
Die Frau, die mich „im Galopp“ auszufragen versuchte, schätze ich ein als eine Person, die eingebildet ist und gerne Menschen in eine Rolle hineindrängt. Die Frage „Haben Sie Arbeit ?“ haben mir schon einige alte Frauen der „besserern Gesellschaft“ gestellt, ziemlich am Anfang der Kommunikation. Ich vermute, dass diese Menschen das Bedürfnis haben, andere Menschen (insbesondere jüngere Menschen) sofort nach ihrer „Wertigkeit“ einzuordnen. Wer ohne Arbeit ist, ist für diese Frauen, die sich selbst für „etwas Besseres“ halten „minderwertig“. Entweder brechen die „vornehmen“ Menschen das Gespräch dann ab, wenn die angesprochene jüngere Person sagt, dass sie ohne Arbeit ist, oder ihr werden Vorhaltungen gemacht, z.B. :
„Finden Sie das gut (arbeitslos zu sein) ?“

Aber ich hatte da schon Gestalten, die halbstundenweise

über ihre Kinder rumschimpften -

Da wirst Du (auch ich) dann zur unbezahlten Psychotherapeutin.
Ist schon schlimm, dass so viele Menschen einen fremden Menschen einfach so benutzen (in die Rolle des Zuhörers hineindrängen)

ich konnte gut verstehen,

dass die Kinder sich sowenig meldeten.

Das kann ich auch gut verstehen.

Es gibt halt so

Gnazköppe, auch Leute, bei denen mehr daneben ist und es sind
auch nicht nur alte Leute. Irgendwo können sie einem Leid tun

Ja, so geht es mir bei einigen wenigen auch.
Meistens aber ärgere ich mich sehr darüber, dass wildfremde Menschen so rücksichtslos endlos von ihren persönlichen Belangen (auch über Eigentum, ihre Erfolge, Urlaube, Hobbys, Erlebnisse, Kinder usw.) sprechen - oder über andere Menschen herziehen und schimpfen.

aber wenn man auf sie eingeht, kann man sich bald danach
selbst leidtun.

So empfinde ich das auch.

Angelika

Hallo,

mir passiert das selten, aber es kommt vor. Zwar nicht auf die fordernde, eher von Leuten bei denen man merkt die sind froh das sie jemanden fanden der „auch Zeit hat“ und mit dem man mal plauschen kann. Intimere Fragen beantworte ich sowieso nicht, oder ausweichend. Mache einen Witz daraus oder antworte mit Platitüden. „Ach ja, wie solls einem schon gehen. Sie kennen das doch auch…“, „wie ich das Konzert fand? Na ja, ich setzte mich hin und plötzlich fangen die an zu fiedeln *höhö*“. Das Gegenüber interessiert ja meißt nun nicht wirklich ob ich gebürtige Berlinerin bin, oder aus Runkel stamme. Außerdem geht das niemanden was an.

Und wenns mich nervt oder zu blöde wird, dann finde ich ganz schnell einen Grund abzubrechen oder Gegenfragen zu stellen („Und Selbst?“). Dann habe ich meinen Mann gerade da hinten gesehen der mir zuwinkt, wahlweise meinen alten Vater, meine Kinderhorde, meine verschollene Zwillingsschwester, Batman, den Würger von Wolfenbüttel, you choose. Oder ich sehe erst jetzt wie spät es ist und muss sofort los. Und wenn der andere mich richtig nervt sage ich das auch oder gehe einfach.

Es bindet dich doch niemand fest. Solange du brav antwortest und die Leute von dir sogar mit agressivem Unterton Antworten erhalten, gehen sie immer weiter, bis irgendwas passiert. Du musst dich nur trauen auch mal Stop zu sagen, bzw. trau dich gar nicht ernsthaft zu antworten. Du bist zu keiner ernsthafen und ehrlichen Antwort verpflichtet!!!

Gruß
Helena

Hallo Talüü,

allein die Tatsache, dass Du diese vielen Fragen stellst,
lässt die Vermutung aufkommen, dass Du nicht sicher genug
Grenzen setzt.

So ist es.

Das macht man in der Regel sowohl verbal als
auch nonverbal durch die entsprechende Körperhaltung, Mimik.

„macht man“ ??? Sollten alle Menschen das so machen Deiner Meinung nach ?

Viele Menschen, die einen Redeschwall haben, übersehen entsprechende Hinweise (Mimik), einige dieser Menschen ignorieren diese Hinweise mit Dreistigkeit/Kaltschnäuztigkeit.

Krasse Mimik ist nicht mein Fall. Die wende ich allenfalls nach krassen Beleidigungen gegen meine Person oder gegen andere Personen
gegenüber dem Beleidiger an.
Nicht jede Methode ist für jeden Menschen geeignet.

Aber das ist Dir ja sicher klar.
Ich gehöre leider auch zu den durchlässigen Menschen, die
dauernd zugetextet werden. Das ist einzig und allein mein/Dein
Problem,

Das ist mir zu einseitig und auch nicht wahr.

Es ist durchaus auch das Problem der Vielquasler !

Es ist aber möglicherweise eher vom „ewigen Zuhörer“ zu schaffen, eine Methode zu erlernen, sich zukünftig dem zu entziehen, als dass die Vielquasler zu einer Einsicht kämen und ihr Verhalten änderten.

Es gilt,
daran fleissig zu arbeiten.

sagte die Psychotherapeutin zu ihrer jugendlichen Patientin.

Das schwierigste daran ist, das Gegenüber dann nicht als
Verbal-Aggressor wahrzunehmen

Ich unterscheide ziemlich gut zwischen nicht-aggressiven und aggressiven Vielquaslern. Wer aggressiv wird, den nehme ich auch als aggressiv wahr. Alles andere wäre Schwachsinn !!!

sondern als neutrales
Individuum, das was von mir will.

Was ist denn ein „neutrales Individuum“ ?

Was ich ihm aber aus gutem
Recht nicht geben will und nicht geben werde, wenn ich in
diesem Moment Ruhe brauche. Und das wiederum setzt Selbstliebe
voraus.

Also, ich habe eine sehr positive Sichtweise auf mich selbst.
Mangelnhafte „Selbstliebe“ kann bei mir nicht die Ursache dafür sein, dass ich so viel zuhöre, auch wenn ich nicht bereit bin, so endlos lange zuzuhören.

Angelika

Hallo,

mir passiert das selten, aber es kommt vor. Zwar nicht auf die
fordernde, eher von Leuten bei denen man merkt die sind froh
das sie jemanden fanden der „auch Zeit hat“ und mit dem man
mal plauschen kann. Intimere Fragen beantworte ich sowieso
nicht, oder ausweichend. Mache einen Witz daraus oder antworte
mit Platitüden. „Ach ja, wie solls einem schon gehen. Sie
kennen das doch auch…“, „wie ich das Konzert fand? Na ja, ich
setzte mich hin und plötzlich fangen die an zu fiedeln
*höhö*“. Das Gegenüber interessiert ja meißt nun nicht
wirklich ob ich gebürtige Berlinerin bin, oder aus Runkel
stamme. Außerdem geht das niemanden was an.

Und wenns mich nervt oder zu blöde wird, dann finde ich ganz
schnell einen Grund abzubrechen oder Gegenfragen zu stellen
(„Und Selbst?“). Dann habe ich meinen Mann gerade da hinten
gesehen der mir zuwinkt, wahlweise meinen alten Vater, meine
Kinderhorde, meine verschollene Zwillingsschwester, Batman,
den Würger von Wolfenbüttel, you choose. Oder ich sehe erst
jetzt wie spät es ist und muss sofort los. Und wenn der andere
mich richtig nervt sage ich das auch oder gehe einfach.

Es bindet dich doch niemand fest. Solange du brav antwortest
und die Leute von dir sogar mit agressivem Unterton Antworten
erhalten, gehen sie immer weiter, bis irgendwas passiert.

Du
musst dich nur trauen auch mal Stop zu sagen,

Das habe ich getan.

bzw. trau dich
gar nicht ernsthaft zu antworten.

Hallo Helena,

die von Dir beschriebene Art ist für jemanden, der gerade in einer entsprechenden Stimmung ist, eine gute Möglichkeit, sich einem anderen Menschen zu entziehen. Sie kann aber auch negativ wirken und verletzen. Menschen können doch nicht immer ihr Gegenüber so schnell einschätzen. Sie können bei den ersten gesprochenen Sätzen nicht unbedingt erkennen, ob ihr Gegenüber einen guten oder schlechten Charakter hat und ob er/sie was im Schilde führt oder nur einsam ist und mal menschlichen Kontakt braucht.

Angelika

Hallo Angelika!

Ich will jetzt nicht eine mordsdrum Analyse deines Post
anfertigen, darum nur zwei Gedanken.

  1. Ich gehe mal davon aus, dass keiner von euch beiden, du und
    die 75jährige, einfach gaga seid.
    Solche komischen Kommunikationsmuster ergeben sich halt
    manchmal, wenn die Kommunikationsformen von zwei Menschen
    nicht zusammen passen, aber mind. einer davon -warum auch
    immer- ein Bedürfnis für Smalltalk hat.

Hier weitergehende Fragen :

  1. Hatte diese Frau tatsächlich „nur“ das Bedürfnis, einen Smalltalk zu führen ? Hatte sie nicht ganz andere Bedürfnisse ?

  2. Offenbart diese Art der fremden Frau (mir gegenüber) nicht doch
    etwas ganz anderes ?

Ein Beispiel von mir: Ich bin eigentlich nun wirklich kein
furchtbar geschwätziger und aufdringlicher Mensch, aber letzte
Woche ergab sich auf einer Party eine Smalltalk-Situation mit
jemandem, der durchaus Interesse am Gespräch signalisiert
hatte, aber alle Fragen immer nur beantwortet hat. Er
hat in den Antworten einfach ums Verrecken keinen Anknüpfpunkt
geboten, dass ich auch mal etwas beantworten hätte müssen um
eine symmetrische Gesprächssituation herzustellen.

Vielleicht glaubst Du nur, dass er ein Gespräch mit Dir führen wollte.

Ergebnis: der ganze Smalltalk wurde bald so was ein Verhör,
weil ich halt Frage über Frage stellen musste um die
Kommunikation noch ein bißchen aufrecht zu erhalten,

Musstest …Du diese Kommunikation wirklich aufrecht erhalten oder war es vielmehr so, dass Du es ganz stark wolltest ?

und so
bin ich ihm dann letztlich furchtbar aufdringlich erschienen,
und er mir furchtbar bescheuert, weil er das Gespräch nicht
abgebrochen hat, aber auch nicht wirklich geführt hat …

Hätte wirklich er das Gespräch abbrechen sollen ? Wäre es nicht Deine Aufgabe gewesen ?

Angelika

Auf keinen Fall erpressen lassen.
Die Leute wollen nur ihren Gedanklichen Müll abladen bei dir,

Gibt da so ein schönes Buch. Emotionale Erpressung.
Oder auch eines das heißt Wieso? Weshalb? Warum?

da kannst du das nachlesen.

Hallo Angelika,

allein die Tatsache, dass Du diese vielen Fragen stellst,
lässt die Vermutung aufkommen, dass Du nicht sicher genug
Grenzen setzt.

So ist es.

Das macht man in der Regel sowohl verbal als
auch nonverbal durch die entsprechende Körperhaltung, Mimik.

„macht man“ ??? Sollten alle Menschen das so machen Deiner
Meinung nach ?

Damit meinte ich nicht, dass sie es so machen sollen, sondern dass es einfach so ist. Grenzen setzen kannst du verbal („Diese Unterhaltung langweilt mich“) oder nonverbal (desinteressierter Gesichtsausdruck, Stehenlassen etc.) Sollte Dir noch eine dritte einfallen, lass es mich wissen :smile:
Zu den nonverbalen Äußerungen gehören für mich aber noch viel subtilere Signale, die ich noch nicht entschlüsselt habe, die dem Quatscher signalisieren, „der/die da hinten hat den Empfangskanal sperrangelweit offen, da gehe ich jetzt mal hin.“ Anders kann ich es mir nicht erklären, denn beispielsweise meinem Mann passiert sowas einfach nie, nie, nie. Er ist in erster Linie selbstsicher und behandelt sich und andere gut. Mich finden die Schwaller mit der Treffsicherheit einer Stinger-Rakete.

Viele Menschen, die einen Redeschwall haben, übersehen
entsprechende Hinweise (Mimik), einige dieser Menschen
ignorieren diese Hinweise mit Dreistigkeit/Kaltschnäuztigkeit.

Ja klar. Sie sind halt mega-bedürftig. Da bleibt kein Platz für Taktgefühl oder Höflichkeit oder Selbstreflexion.

Krasse Mimik ist nicht mein Fall. Die wende ich allenfalls
nach krassen Beleidigungen gegen meine Person oder gegen
andere Personen
gegenüber dem Beleidiger an.
Nicht jede Methode ist für jeden Menschen geeignet.
„Krasse Mimik“ stelle ich mir jetzt auch lustig vor. Mimik „anwenden“ finde ich per se schon verdächtig :smile:

Aber das ist Dir ja sicher klar.
Ich gehöre leider auch zu den durchlässigen Menschen, die
dauernd zugetextet werden. Das ist einzig und allein mein/Dein
Problem,

Das ist mir zu einseitig und auch nicht wahr.

Mag sein, dass es für Dich so ist.

Es ist durchaus auch das Problem der Vielquasler !

Sicher haben diese Leute ein großes Problem. Die Frage ist, ob Du es auch zu Deinem Problem machst oder ob Du Wege findest, erst gar keines für Dich entstehen zu lassen. Das liegt in Deiner Verantwortung Dir selbst gegenüber. Die Probleme des Quasslers gehen Dich erst ab dem Zeitpunkt etwas an, sobald Du bewußt oder unbewußt entscheidest, dass Du ihn an Dich ran lässt.

Es ist aber möglicherweise eher vom „ewigen Zuhörer“ zu
schaffen, eine Methode zu erlernen, sich zukünftig dem zu
entziehen, als dass die Vielquasler zu einer Einsicht kämen
und ihr Verhalten änderten.

Selbstverständlich.

Es gilt,
daran fleissig zu arbeiten.

sagte die Psychotherapeutin zu ihrer jugendlichen Patientin.

sagte wohl eher die Betroffene zu sich selbst und einer anderen Betroffenen.

Das schwierigste daran ist, das Gegenüber dann nicht als
Verbal-Aggressor wahrzunehmen

Ich unterscheide ziemlich gut zwischen nicht-aggressiven und
aggressiven Vielquaslern. Wer aggressiv wird, den nehme ich
auch als aggressiv wahr. Alles andere wäre Schwachsinn !!!

Ok. Ein anderer Ausdruck war mir nicht eingefallen. Ich meinte damit nicht zwangsläufig jemanden, der laut rumschreit oder mit Beleidigungen um sich wirft. Reales Beispiel: meine Nachbarin ist gerade im Urlaub. Ich mache mir jetzt schon Gedanken, womit sie mich nach ihrer Rückkehr wieder beballern könnte. Ich überlege mir jetzt schon, wie ich mich in einer Woche sicher und schlagfertig ihrer dreisten Frage-Attacken erwehren kann. Ich nehme sie als Aggressor wahr und merke, wie mir jetzt schon die Galle überläuft, wenn ich an sie denke. Merkt die denn eigentlich nicht, dass ihre Fragerei und ihr blöder, zweifelnder Gesichtsausdruck total daneben ist?

sondern als neutrales
Individuum, das was von mir will.

Was ist denn ein „neutrales Individuum“ ?

Na eines, das bei Dir keine Knöpsche drücken kann! Neutral eben, in Bezug auf Deine Bewertung, Deine Reaktion.

Was ich ihm aber aus gutem
Recht nicht geben will und nicht geben werde, wenn ich in
diesem Moment Ruhe brauche. Und das wiederum setzt Selbstliebe
voraus.

Also, ich habe eine sehr positive Sichtweise auf mich selbst.
Mangelnhafte „Selbstliebe“ kann bei mir nicht die Ursache
dafür sein, dass ich so viel zuhöre, auch wenn ich nicht
bereit bin, so endlos lange zuzuhören.

Und dennoch lässt Du zu, dass jemand Deine Grenzen überschreitet und Dich beleidigt?
Wundert mich.

Andrea
P.S.: Das soll alles nicht belehrend klingen. Das enspringt nur meiner ureigensten Gedankensammlungen, da ich mich zwangsweise selbst mit dem Thema auseinandersetzen muss.

1 „Gefällt mir“

Hallo Johan G.,
danke für den Rat und den Hinweis.
Das eine Buch (Emotionale E.) habe ich schon mal gelesen.

Ja, ich denke, dass das Verhalten dieser eingebildeten, 75-jährigen „Dame“ durchaus auch emotionale Erpressung bzw. Rache/Bestrafung war.
nach dem Motto : "Wenn Du nicht so sputest, wie ich will, dann hänge ich Dir an : ´Du bist nicht kommunikativ.undMit Dir stimmt was nicht´.

Ich vermute außerdem, dass sie eine Ärztin ist und es liebt, „dämliche Untertanen“ zu haben, über die sie Macht ausüben kann.
Kurz bevor ich zu ihr sagte, dass ich ihre Fragen nicht beantworten will und kein Interesse an einem Gespräch mit ihr habe, gingen drei alte Frauen an ihr und an mir vorbei. Die Frauen waren so alt wie sie oder älter. Sie grüßten diese schlanke, streng wirkende „Dame“ so wie gehorsame Mädchen ihre Lehrerin grüßen.

Ich gehe davon aus, dass Menschen, die ein Bedürfnis haben, über allen Menschen zu stehen und über möglichst viele Menschen Macht auszuüben, eine Persönlichkeitsstörung oder eine psychische Störung haben. Bei Ärzten und Ärztinnen ist dieses Bedürfnis (Sucht/Neigung) nicht selten.
Auch die starke Neigung, immer und immer wieder fremde Menschen einer Bewertung zu unterziehen, hat bei vielen Menschen einer bestimmten Gruppe (in der sogenannten besseren Gesellschaft) ein so großes Ausmaß, dass ich vermute, dass sich dabei schon um eine krankhafte Zwanghaftigkeit handelt.

Gruß
Angelika

Hallo Talüü ,

Das schwierigste daran ist, das Gegenüber dann nicht als
Verbal-Aggressor wahrzunehmen

Ich unterscheide ziemlich gut zwischen nicht-aggressiven und
aggressiven Vielquaslern. Wer aggressiv wird, den nehme ich
auch als aggressiv wahr. Alles andere wäre Schwachsinn !!!

Ok. Ein anderer Ausdruck war mir nicht eingefallen. Ich meinte
damit nicht zwangsläufig jemanden, der laut rumschreit oder
mit Beleidigungen um sich wirft. Reales Beispiel: meine
Nachbarin ist gerade im Urlaub. Ich mache mir jetzt schon
Gedanken, womit sie mich nach ihrer Rückkehr wieder beballern
könnte. Ich überlege mir jetzt schon, wie ich mich in einer
Woche sicher und schlagfertig ihrer dreisten Frage-Attacken
erwehren kann. Ich nehme sie als Aggressor wahr und merke, wie
mir jetzt schon die Galle überläuft, wenn ich an sie denke.
Merkt die denn eigentlich nicht, dass ihre Fragerei und ihr
blöder, zweifelnder Gesichtsausdruck total daneben ist?

Viele Menschen sind aggressiv. Warum sollte man diese Menschen denn nicht als aggressiv sehen, sondern als neutral ? E ist doch Blödsinn, Tatsachen zu verdrehen.

sondern als neutrales
Individuum, das was von mir will.

Was ist denn ein „neutrales Individuum“ ?

Na eines, das bei Dir keine Knöpsche drücken kann! Neutral
eben, in Bezug auf Deine Bewertung, Deine Reaktion.

Was ich ihm aber aus gutem
Recht nicht geben will und nicht geben werde, wenn ich in
diesem Moment Ruhe brauche. Und das wiederum setzt Selbstliebe
voraus.

Also, ich habe eine sehr positive Sichtweise auf mich selbst.
Mangelnhafte „Selbstliebe“ kann bei mir nicht die Ursache
dafür sein, dass ich so viel zuhöre, auch wenn ich nicht
bereit bin, so endlos lange zuzuhören.

Und dennoch lässt Du zu, dass jemand Deine Grenzen
überschreitet und Dich beleidigt?
Wundert mich.

Also Talüü,

Du kannst doch nicht vorher wissen, wann Du von wem böse beleidigt wirst ! Demnach kannst Du böse Beleidigungen auch nicht verhindern.

Ich lasse Beleidigungen nicht zu, so ein Quatsch. Ich wehre mich anschließend oder aber kann drüber stehen und habe andere Reaktionen.

Andrea
P.S.: Das soll alles nicht belehrend klingen. Das enspringt
nur meiner ureigensten Gedankensammlungen, da ich mich
zwangsweise selbst mit dem Thema auseinandersetzen muss.