Angela,
ich hab zwar gestern den Film nicht gesehen und kann daher zur Frage nicht eigentlich was beitragen. Aber Dein Start „… blond wie ich bin…“ ist einfach zu köstlich, ich mußte eine Zeile abdrücken.
ich habe den Film vor Ewigkeiten gesehen und kann deshalb für nichts gerantieren.
Aber soweit ich mich erinnere gestand er deswegen, weil dachte, seine Frau hat den Mord begangen (aus Eifersucht?) und da er sie eigentlich liebt, wollte er die Schuld auf sich nehmen.
Falls ich völlig danebenliegen sollte / den Film verwechselt haben sollte, - einfach ignorieren.
habe den Film auch vor einiger zeit gesehen kann mich aber noch recht gut erinnern.
Also ich sehe das so. Er ist so lange an die Wand gedrückt worden mit Fakten und Beweisen das er zusammenbrechen musste. Was aber viel schlimmer war ist das im Leben von diesem so hoch angesehenen Menschen herumgegraben wurde bis auch die letzte persönliche Kleinigkeit zu Tage getreten ist. Dinge die nicht hätten zu Tage treten dürfen.
Das er seine Frau in Schutz nehmen wollte daran erinnere ich mich nicht.
Aber wenn es nur das gewesen wäre dann hätte er seine Frau in der Schlusszene auch einfach nur in den Arm schließen können. Aber das tat er nicht.
Aus meiner Sicht war es ihm irgenwann egal ob er lebt oder stirbt oder Lebenslang in den Knast kommt. Er wollte dies andauernde Demütigung einfach nur noch beenden. Es sind Dinge über ihn bekannt geworden die ihm die letzte Würde genommen haben. Sein leben so wie es ein paar Stunden zuvor gewesen ist war vorbei.
daß Du es nicht verstanden hast, liegt nicht an Deiner Haarfarbe, sondern an dem Umstand, das ein Remake - wieder einmal - so richtig schön verhunzt wurde…
Wieso hat er die Morde gestanden wenn er es anscheinend ja
doch nicht war??
Zum einen glaubte er - durch die manipulativ-suggestive Verhörtechnik - fast schon selbst daran, daß er der Mörder sein könnte. Zum anderen (vielleicht hast Du nicht so genau darauf geachtet) hat er erst gestanden, nachdem ihm die bei der Hausdurchsuchung gefundenen Bilder der Mädchen vorgehalten wurden und er den Spruch ‚ich dachte nicht, daß sie mir so in den Rücken fallen würde‘ (oder so ähnlich) loslies.
Loyalität ist nämlich der zweite Kernpunkt dieses Films… Dadurch, daß Chantal aus dem Nähkästchen geplaudert, ihn dadurch schwer belastet und die Hausdurchsuchung ohne einen entsprechenden Beschluß erlaubt hat, hat sie mehr als eindrucksvoll ‚bewiesen‘, wie weit es mit ihrer Loyalität ihm gegenüber ist…
Er hatte doch auch Fotos von den beiden toten Mädchen oder
irre ich mich da?
Jaaaaaa, aber er hat die Mädchen fotografiert, als sie noch quicklebendig waren… OK, er kannte sie, aber das ist noch kein Beweis für seine Schuld.
Wenn Du die Möglichkeit hast, schau Dir ‚Das Verhör‘ von Claude Miller (das Original von 1981 mit Lino Ventura, Michel Serrault und Romy Schneider) an. Es ist um Längen besser (dort sagt Chantal z. B. in aller Deutlichkeit ‚Mein Mann ist schuldig‘)…
in diesem speziellen Fall war es weder die Ehefrau noch der Gärtner, noch der Verdächtige.
Der Film, den Du meinst, ist vermutlich ‚Aus Mangel an Beweisen‘ (mit Harrison Ford) - dort war es in der Tat die vor Eifersucht rasende Gattin, die die Beweise verflucht geschickt platziert hat (Sperma im TK-Fach aufgehoben und bei der Tat verwendet, das blutige Hämmerchen in seiner Werkzeugkiste, etc.).
also ich habe das Ende so verstanden:
Nachdem seine Frau ihn aus dem gemeinsamen Schlafzimmer verbannt hatte, weil sie dachte er hätte die kleine Nichte verführt, also wenig Vertrauen in ihn vorlag, nachher alle Indizien für ihn als Täter sprachen und er tatsächlich alles über die Tathergänge erfahren hatte, sah er keinen Ausweg mehr aus dieser Situation. Da er nun dachte so oder so schuldig gesprochen zu werden, wollte er nun seiner Frau Schuldgefühle bescheren, die sich gewaschen hatten.
Er wurde von ihr vor den Morden an den Kindern ausgeperrt, die Kinder wurden also erst getötet, als er einsam war.
Er hatte erst angefangen Details auszupacken die zuvor ihm in dem Verhör vorgeworfen wurden quasi in den Mund gelegt, als die Fotos gefunden wurden (Ein weiterer Vertrauensbruch seitens seiner Frau)und er sicher war, dass die Gegensprechanlage eingeschaltet ist. Er wollte, dass sie sich maßgeblich schuldig fühlt, für den Tod der Kinder mitverantwortlich zu sein.
im Unterschied zu meinen VorrednerInnen habe ich das so verstanden, dass das Geständnis erfolgt, als er mitbekommt, dass seine Frau ihm die Liebe aufkündigt und er damit das verloren hat, worauf es ihm wirklich ankam. M.E. sind Karriere und Ansehen für ihn in diesem Fall und an dieser Stelle nur Nebensächlichkeiten.
Obwohl ihm seine Frau seit langer Zeit schon die kalte Schulter gezeigt hatte, liebte er sie noch ziemlich und war wohl davon ausgegangen, dass auch sie ihn in Resten noch liebt. Als aber Morgan Freeman ihm sagt, dass sie die Erlaubnis zur Herausgabe der Mädchenfotos gegeben hat, merkte er, dasssie ihn auch für schuldig hält und da keine Liebe mehr ist. Sie spuckt ja auch gegen die Spiegelscheibe. Und er sagt: Ich hätte nicht gedacht, dass sie soweit gehen würde.
Er ist einfach ein gebrochener Mann am Ende und wiederholt nur noch mechanisch, was die Bullen von ihm hören wollen.
Ich kenne zwar das Original nicht, dass Renee erwähnt, aber ich fand den Film hervorragend gemacht. Vor allem das Stilmittel, die Verhörsituation in die Rückblenden einzubauen, indem Morgan Freeman auf einmal in der Szene auftaucht und Fragen stellt, ist doch fantastisch.