Mein Prof für Neuere Geschichte erwähnte neulich in der Vorlesung „unehrenhafte Berufe“ in der Frühen Neuzeit und führte als Beispiele Henker, Prostituierte und Müller an.
Dass Henker und Prostituierte von der Gesellschaft eher abgelehnt wurden wusste ich und kann mir auch die Gründe dafür denken, aber wieso gehören Müller zu dieser Gruppe?
„unehrenhafte Berufe“ in der Frühen Neuzeit und
führte als Beispiele Henker, Prostituierte und Müller an.
Hm… es heißen aber deutlich mehr Leute Müller als Prostitut oder Henker. S o unehrenhaft kannn der Müller ja wohl dann doch nicht gewesen sein.
Gruß,
Branden
ein weiterer Grund: Viele Mühlen (Getreide) lagen außerhalb der Ortschaften. Während im Dorf z.T. eine sehr starke Kontrolle durch Vogt usw. stattfand, gab es außerhalb mehr Freiheiten. Nicht umsonst gibt es soviele Lieder über schöne Müllerinnen …
Dass Henker und Prostituierte von der Gesellschaft eher
abgelehnt wurden wusste ich und kann mir auch die Gründe dafür
denken, aber wieso gehören Müller zu dieser Gruppe?
Drei Gründe aus einer Volkskundevorlesung:
gesellschaftlich: Der Schwund von Getreide zum Mehl wurde nicht begriffen bzw. die Höhe des Mahlentgelts nicht akzeptiert
technisch: In der Mühle, meist abseits gelegen, geisterte es nachts. Das Rumpeln des Mahlwerks, auch wenn dieses abgestellt war, wurde missverstanden
mythisch: Der Müller zerstört die Gottesgabe Getreide, vergleichbar dem Schlächter (der sich in manchen Kulturkreisen sogar beim Tier für das Schlachten entschuldigt).
Der Wahrheitsgehalt dieser Theorien wurde aber offengelasssen.
Gruß!
H.