Durchschlafstörungen / Adrenalinanstieg
Hallo Frank,
wenn direkte organische Komponenten ausgeschlossen werden konnten und klassische Depressionen ebenfalls nicht in Frage kommen, dann handelt es sich häufig um beruflich oder anderweitig begründete, nervöse Erschöpfungszustände, ähnlich dem Burn-out-Syndrom, worunter viele Menschen leiden.
Sorgen, Ärger, Unsicherheiten, Ängste und Distress-Anspannung, (o je, gleich muss ich wieder fit sein, dann kommt dies und jenes auf mich zu – Stress lass nach…) sind keine guten Einschlaf- und Durchschlafpartner.
Je nach Typus wird anfangs durch starke Übermüdung noch gut eingeschlafen. Aber bereits nach 1-2 Schlafzyklen kann die auf die Tiefschlafphase folgende REM-Phase aufgrund der vorliegenden, unverarbeiteten Stresssituation derart aufregend sein, dass manch einer sogar schweißgebadet nachts erwacht, der Puls ist hyperaktiv, man befielt sich zu schlafen, was gerade dann nicht gelingt, im Gegenteil, der Puls steigt ins Unerträgliche (durch Adrenalin und Co.), man ist alles andere als ruhig.
Allerspätestens an dieser Stelle sollte man nicht liegenbleiben, sondern mal aufstehen. Den meisten hilft das am besten, wenn sie das Licht auslassen, z. B. zur Toilette gehen, oder z. B. einen Keks essen, ein Glas Wasser trinken, ein paar Schritte gehen, evt. das Fenster öffnen und sich dann in aller Ruhe wieder ins Bett legen.
Man kann den Effekt so erklären, dass durch jede Form von körperlicher Bewegung, aber auch durch Süßigkeiten, (dummerweise auch durch Nikotin…) oder irgendwie positive-angenehme Dinge wie Streicheln, schöne Musik, usw., Botenstoffe freigesetzt werden (Serotonin, Endorphin…) die in der Lage sind, die negativen Eigenschaften des Adrenalin zu dämpfen. So versteht sich in Kurzform auch der Wirkmechanismus von positivem Eustress.
Wem das anfangs auch noch nichts bringt, dem helfen manchmal auch 2-3 Baldrianperlen zum Weiterschlafen, da sie die Unruhe und das Herzrasen nebenwirkungsfrei eindämmen können.
Nächtliches, ungewolltes Wachliegen ist stets mit emotionaler Erregung (z.B. Ängste, Ärger), kognitiver Überaktivität (z.B. Gedankenkreisen, pausenlos einschießenden Gedankenspots), körperlicher Anspannung (z.B. Muskelverspannung, Unruhe) und/oder mit vegetativer Stimulierung (z.B. Herzrasen, Schwitzen) verbunden. Müdigkeit, Stimmungsverschlechterung, Reizbarkeit, Konzentrations- und Leistungsschwäche beeinflussen das Tagesbefinden.
Auf lange Sicht helfen:
Lebensstil bzw. -situation ändern, neben dem Beruf viel körperliche Bewegung, evt. autogenes Training lernen und regelmäßig durchführen, harmonische Partnerbeziehung.
interessant: http://www.schlafgestoert.de/ursachen/seiteursachen…
Gruß, Renate
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